Montag, 20. Juni 2016

Weiter geht's...

sagt ein guter Bekannter immer. Und dann lacht er dabei. So ein spitzbübisches, freies Lachen.
Man könnte meinen nichts würde ihn je belasten.
Ist nicht so, denke ich. Dann wäre er mir unheimlich.

Menschen die immer gut drauf sind machen mir Angst. Nein, nicht wirklich, aber sie irritieren mich. Gelassenheit? JA!
Heitere Gelassenheit? GERNE!
Immer gut drauf? Ähm....
Versteht mich nicht falsch. Vielleicht spricht auch gerade ein klein wenig Neid aus mir, was ich aber nicht glaube.
Gelassen? Ich? Ab und zu. Und wesentlich öfter als noch vor ein, zwei Jahren.
Klar, denken jetzt manche von euch die mich näher kennen, die hat ja auch jetzt erst einmal überstanden.
Berufsunfähig, Maßnahme zur Wiederteilhabe am Arbeitsleben (was für eine monströse Bezeichnung), Prüfung (zumindest die Schriftliche) gut bestanden und der Job wartet auch schon.
Da kann man ja gelassen sein... Oder doch nicht?
Die Gelassenheit hatte ich trotz abgesicherter Verhältnisse nicht immer. Ich war getrieben. Von dieser Angst, jener Idee, diesem Plan oder hie und da einen nicht zu erfüllenden Wunsch.
Und die falschen Freunde. Funktioniert einfach auf Dauer nicht. Und sich immer schön selbst überfordert und sich selbst hinterher rennen - irgendwann geht einem die Puste aus.

Aber das ist alles Vergangenheit. So wie mein Aufenthalt hier im BFW im Nordschwarzwald sich dem Ende zuneigt so ist vieles andere schon längst verweht.
Erinnerungen? Jede Menge. Lehrreiche. Bittere Erinnerungen? Nein. Am Anfang ja. Vieles hatte ich noch nicht verarbeitet, haderte mit mir, mit Menschen, mit allem Möglichen.
In den letzten zwei Jahren veränderte sich so viel. Ich lernte nein zu sagen, lernte vieles nicht (mehr) persönlich zu nehmen und das Wichtigste: Wenn mir etwas nicht gut tut - nun dann lasse ich es.

Klingt einfach. Ist es auch. Wenn man es erst einmal begriffen hat. Da kann an einen stundenlang hingeredet werden, man bucht und besucht Seminar, liest Ratgeber - nix hilft, Und dann geschieht es einfach.
Man hat ganz nebenbei los gelassen.
Alles andere ergibt sich dann von alleine. Na ja, nicht ganz. Nichts ist umsonst im Leben.

Unzufriedenheit ist Gift, welches man selbst anmischt und sich damit ins Unglück stürzt. Ist man unzufrieden muss man etwas daran ändern. Die Ursachen. Diese können in einem selbst liegen oder an den äußeren Umständen.

Lachen befreit. Wer liebt hasst nicht. Im Prinzip ist es so einfach. Und dadurch so schwer.
Ich lache viel in der Zwischenzeit. Ich bin ich.

Am 30.06.2016 8.15 habe ich noch mündliche Prüfung. Ich freue mich nicht gerade drauf, aber was muss das muss. Um 10.15 bin ich dann geprüfte Steuerfachangestellte. Finde ich lustig, dass ich kreativer Chaoskopf Steuern und Buchführung mag. Es war keine Liebe auf den ersten Blick, dafür geht es gaaaaaaaaaaanz tief
....

Sonntag, 19. Juni 2016

Umzug. Sonntagsgedanken 19.06.2016

Es ist soweit.
Die Sonntagsgedanken ziehen um. Sind umgezogen.
Ihr findet sie in Zukunft hier.
Auf Kokelores werde ich am Anfang noch den Link dazu posten, aber das wird sich dann auch noch ändern.
Ich habe lange hin und her überlegt.
Aber irgendwie passen viele Dinge einfach nicht .
Allerdings werden die Artikel auf meiner Facebookseite verlinkt.
Freue mich auf euch.
Einfach auf den Link klicken.

Freies Radikalchen

Sonntag, 12. Juni 2016

Am Tag als der Regen kam.... Sonntagsgedanken 12.06.2016



Nein, nein. Keine Angst. Jetzt kommt nicht der übliche Katzenjammer über das schlechte Wetter. Ich mag Regen. Auch im Sommer. Ich mag den Geruch der nassen Straßen, Pflanzen. Ich mag es, wenn meine Nase nicht mehr allergisch reagiert und ich frei die Luft durch sie einziehen kann und wieder etwas rieche.

Der Himmel ist mal wieder grau, gestern, am späten Nachmittag donnerte es mal wieder. Wie so oft 2016. Es scheint so, als gäbe es keine Woche mehr ohne Gewitter, Starkregen.
Gerade erst sind in den verschiedensten Gebieten Europas im *Nordstau der Alpen* abgesoffen, im wahrsten Sinne des Wortes. Mensche kamen ums Leben, der Schaden an Hab und Gut steigt ins Unermessliche. Ganze Familien stehen vor dem finaziellen Aus, vor den Trümmern ihres Lebens.
*Im Nordstau der Alpen*, dieser Satz stammt nicht von mir. Er hat sich vor Jahren unvergesslich in meine Erinnerungen eingebrannt. Ich sah eine Sendung über den Klimawandel.

Jaja, ich höre sie schon aufstöhnen und sich mit den flachen Händen an die Stirn klatschen.
Klimawandel.
Laut AfD gibt es ja keinen Klimawandel. Nein, nein, nein. Was ich nicht glaube gibt es nicht.
Dabei liegt es schon in der Natur der Dinge, dass alles einem ständigen Wandel unterliegt. Wachstum, Verfall. Eine ganz natürliche Sache. Und auch das Klima ist ein kein feststehendes Ding.
Mannigfaltige Einflüsse wirken jeden Tag auf *unser* Klima ein.
Ich stelle nicht in Abrede, dass sich das Klima auch ohne den Einfluss des Menschen verändert.
Aber ich stelle auch nicht in Frage, dass der Einfluss des Menschen bestimmte Faktoren verstärkt und damit eben die Änderung beschleunigt oder gar forciert.
Liebe AfDler. Auch wenn ihr einen Handstand macht und mit den Pobacken wackelt – es gibt einen Klimawandel.
Natürlich gab es schon immer verregnete Sommer, Unwetterjahre. Normal. Es geschieht eben nur häufiger. Es wird für uns normal werden, wir werden uns daran gewöhnen. Wenn wir es letztendlich überleben. Nein ich glaube nicht, dass das Ende der Menschheit bevorsteht, aber es wird für viele Menschen brenzlig werden und es wird noch mehr Opfer fordern.
Ich möchte niemanden die Schuld zuweisen, denn die Faktoren sind mannigfaltig und es ist ein komplexes Thema. Ursachen und Wirkung. Es ist wie bei den Modellen in der Marktwirtschaft – ändert man nur einen Faktor und schon bricht das ganze System zusammen oder reagiert nicht so wie es die Experten vorhergesagt haben. So geht es eben auch den Meteorologen und den Klimaforschern.
Wir heizen unsere Welt auf.
 Hitze + Wasser = Wasserdampf.  
Wasserdampf = Wolken. 
Wolken = Regen. 

Wenn es doch nur so einfach wäre.........Ich kann und werde hier nicht anfangen zu versuchen wissenschaftliche Lösungen zu schreiben. Aber was ich so höre, sehe und lese beeindruckt mich schon.
Ein Jahrhundertsommer, Hitzerekorde, Niederschlagsrekorde, Dürren, Waldbrände…. Wir werden uns auch an diese Bilder gewöhnen und es als alltäglich ansehen. Der Mensch ist anpassungsfähig. Ähnlich wie die von uns so geschmähten Ratten.

Und jetzt? Ich weiß es nicht. Sinnvoll erscheinen mir verschiedene Maßnahmen. Verminderung des CO2 Ausstoßes  (jaja, ich weiß: ein Vulkanausbruch schleudert mehr Material in die Luft wie die geschmähten Autos mit Verbrennungsmotoren), Stopp der Versteppung  durch  Kahlschlag der Regenwälder. Es gibt so viel, was wir tun können. Jeder  für sich. Aber Generallösungen wird es wohl keine geben.

Wir werden sehen. Es ist wahrscheinlich wie immer: erst wenn die Hütte brennt oder absäuft reagiert *der* Mensch.
Lasst uns diese Welt retten. Ich weiß nicht wo es sonst noch Pralinen gibt.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Persönliche Kampfansage II - weg mit dem Speck

Vor genau drei Wochen habe ich mit dem Programm einen Tage essen, einen Tag fasten begonnen. Es nennt sich 10/2.
Das Prinzip ist verblüffend einfach, es entstehen keine Mehrkosten, eher spart man - und kann dadurch hochwertigere und meist teurere Produkte kaufen.
Manchmal verzweifle ich an der Fülle in meinem Kühlschrank. Zwar kaufe ich schon weniger ein, aber immer noch zuviel.
Toastbrot friere ich jetzt sofort ein und entnehme immer nur zwei Scheiben zum Frühstück, oder wenn ich an den Esstagen Lust auf Brot/Brötchen habe husche ich zum Bäcker.
Außerdem bewege ich mich mehr. Dafür habe ich meinen Tracker - dieses unscheinbare, schwarze Armband welches ich jetzt Tag und Nacht trage.
Ich lasse mich weder von der Essweise noch von dem Tracker versklaven, sie helfen mir aber. Erinnern mich.



3 Woche, 05/06                Esstag
Nach einem Nulltag wieder zu essen ist schwierig. Ich wache morgens auf und habe keinen Hunger, aber Durst. Keinen Brand, aber Durst. Auf Wasser. Aber wer will an einem Nicht-Fasten-Tag schon auf Milch (Haferdrink) Kaffee verzichten? Ich nicht. Nach dem Kaffee noch mehr Durst, also Wasser. Es ist köstlich. Still, kühl, klar. Ich fühle mich satt. Trotzdem: das Fastenbrechen ist wichtig. Zwei Scheiben Toast, ohne Butter, einmal mit Avocadocreme, einmal mit (Analog)Käse.
Ich probiere mich parallel durch die veganen Angebote. Ich kann es mir ja jetzt leisten, nicht weil ich mehr verdiene, sondern weil ich weniger verbrauche.
Statt Wasserflaschen zu schleppen trinke ich in der Zwischenzeit Leitungswasser. Manchmal mit Zitrone, manchmal mit Granatapfelkerne, manchmal Minze und Gurkenscheiben, meistens pur. Kühl, klar, still. Der Durst ist schneller gelöscht.

Keine Ahnung wie es weiter geht. Mehrere Leute haben mich auf meinen schwindenden Bauch angesprochen. Gewogen wird  erst nächste Woche. Das ist dann mein Startgewicht.
Meine Knie werden es mir danken.
Ich fühle mich wesentlich *leichter*, bzw. weniger aufgebläht. Die erste Hose sitzt nicht mehr so eng.
Und immer noch bin ich verblüfft:
Keine Verbote und Gebote an den Esstagen.
Keine Kalorienzählerei.
Keine Zusatzkosten.
Keine Quälerei. (Okay, an den ersten Fastentagen knurrt der Magen und  ich hätte in alles beißen können, was mir begegnete…)

Nein, diese Art seine Essweise in den Griff zu bekommen eignet sich nicht für jeden. Ich bin ein *Gierschlund*, eine kleine (große?) Raupe Nimmersatt.
Für mich ist es leichter gar nicht zu essen als nur ein wenig zu essen.
Ich habe - glaube ich - fast alle Diäten durch.
Ich habe Sport bis zum Exzess betrieben.
Alles half - und dann kam der berüchtigte Jojo-Effekt.
Was dazu führte, dass ich fast aufgab. Zwischendurch resignierte ich.
Freunde und Innen haben sich den Magen verkleinern lassen. So weit war und werde ich nie sein.
Noch weiß ich nicht wie das Experiment ausgeht, aber solange ich mich gut fühle werde ich es machen.
Der erste Schritt für jeden der so etwas in Angriff nehmen möchte:
Lasst euch durch checken:
Habt ihr Diabetes dann geht das natürlich nicht.
Regelmäßige Blutwertkontrollen sind sinnvoll.

Bei Fragen könnt ihr mich mit der Kommentarfunktion erreichen oder auf meiner Facebookseite.

Ich gehe heute ein Eis essen, mindestens 4 Kugeln mit Schokotopping und werde keine schlechtes Gewissen haben.

Der Einstieg: http://www.kokelores.com/2016/05/private-kampfansage.html

Dienstag, 7. Juni 2016

Entpören, ignorieren oder aufdecken?

Der Polit-Zirkus hat seine Manege im deutsche Fernsehen, gerne bei den öffentlich-rechtlichen Sendern. Gerne in Talkshows. Und immer wieder die selbe Leier.
Sie fühlen sich missverstanden, falsch interpretiert oder gar in die Falle gelockt. Sie stellen sich als Opfer der Lügenpresse dar und doch suchen sie dam Rampenlicht.
Geniale Selbstdarsteller.
Gauland, Pertry, Höcke, Storch und nicht vergessen Meuthen.
Warum ich keine Anrede verwende? Nun, wenn ich das hier schreiben würde hätte ich bestimmt eine Anzeige wegen Verunglimpfung und Beleidigung am Hals.
(Trällere: Die Gedanken sind frei, wer soll sie verbieten?....*

Die Diskussion, ob man über diese Ansammlung von ...... (bitte eigenen Begriff einsetzen) berichten soll, über ihre unsägliche Art und Aussagen (meine ganz persönliche Meinung) in den Medien diskutieren soll, ob man ihnen eine Bühne bieten darf - darüber streiten sich ihre Gegner.

Ich bin mir da nicht mehr so sicher - ob ich sie weiter thematisieren soll. Denn so verbreitet man ihre Propaganda. Wer jetzt noch nicht weiß, für was die AfD steht, wird es wohl nie kapieren. Und wer es weiß wählt sie genau deswegen.

Wir müssen uns klar machen, dass es in unserer Bevölkerung 20% der aktiven Wähler gibt, die genau hinter diesen Aussagen stehen. Völkisch-national, fremdenfeindlich. Erschreckend? Ja.

Aber: 80% der Wähler folgen eben nicht diesen Statements.

Auch wenn 70% wählen, dann sind es gerade mal 15% der wahlberechtigten Deutschen. 15% zuviel. Mag sein. Aber wenn man gerade die Medien und privaten social media Bereiche betrachtet, dann scheint es so, als würden sie für die Mehrheit der Bevölkerung sprechen.
Sie arbeiten mit Kalkül. Provozieren und Bühne erhalten.
Vielleicht sollte man ihnen weniger Aufmerksamkeit schenken.
Sie sind Energiefresser.
Was sie sonst noch sind - auch hier schweige ich. Es reicht, dass mein elektronisches Postfach ab und zu Hassmails enthält, eine Anzeige möchte ich mir ersparen.
Denn das ist auch eine ihrer Taktiken:
Wer nicht spurt wird bedroht - in jeder Form. Gerne auch per Klage. Aber nein, nicht sie selbst, also die (sogenannten) Politiker, aber ihre Anhänger. Sie waschen ihre Hände in Unschuld. Pilatus scheint ihr Vorbild zu sein.

Es gibt Menschen die offen dagegen stehen, unter anderem der Bundesjustizminister Heiko Maas. Sie nehmen kein Blatt vor den Mund, ohne beleidigend zu werden. Sie nageln Menschen wie Gauland auf ihre Aussagen fest, ohne Aufregung.

Trotzdem: Wir können die AfD nur schwer bremsen, der erste Schritt ist wohl ihnen die Bühne zu entziehen. Nicht verschweigen was sie tun. Es ist eine Gratwanderung. Und ich bin gespannt ob es - unter anderem - mir gelingt.

Sonntag, 29. Mai 2016

Sonntagsgedanken 29.05.2016

Nur noch vier Wochen und ich werde meine Ausbildung abgeschlossen haben.
Seit ca zwei Wochen esse und lebe ich nach 1-0-2. Dazu schrieb ich schon. Und mit geht es überraschender Weise sehr gut, die Nulltage vergehen ohne große Hungerattacken, ich bewege mich grundsätzlich mehr, an den Esstagen überfresse ich mich nicht.
Eine Woche *frei* liegen hinter mir, ein wenig arbeiten, viel schlafen, bummeln und shoppen, viel Katzen um mich, wenig Stress. So Stressfrei war ich wohl seit Wochen nicht mehr.
Wie sehr mich die Prüfungen belastet haben stellte ich allerdings erst danach fest.
Nicht so gut - mein linkes Knie macht Theater. Schmerztheater. Nun ja. Ich werde älter.

Thema?
Ich mag nicht mehr über die AfD und deren Schergen schreiben.
Was ich über den Haufen denke ist allgemein bekannt.
Ich mag auch nicht mehr über den allgemeinen Rechtsruck schreiben.
Es ist erschreckend wie menschenverachtend und empathielos ein großer Teil der Bevölkerung ist.
Ich war gestern mit einer Freundin in einem großem Center bummeln und shoppen. Ich dachte mir für einen Moment alle Nichtdeutschen, alle mit Migrationshintergrund weg. Der Center wäre leer gewesen.
Sind wir nicht alle das eine: Menschen? Auf der Suche nach unserem persönlichen Glück, nach unserem kleinen Stückchen Heimat?

Ich mag nicht mehr über den Hass und die Angst schreiben.
Angst essen Seele auf ist ein wunderbarer Film.
Angst ist die Wurzel des Hasses.
Liebe kennt keine Grenzen. Hass leider auch nicht.
Angst und Neid sind die Triebfeder des Hasses.
Was ist mit den Menschen nur los.

Unzufriedenheit und Nehmermentalität.
Was ich immer wieder beobachte ist, dass Menschen in meinem Umfeld einfach erwarten, dass etwas für sie getan wird. So als wäre der Staat das Elternhaus, in dem man ohne Gegenleistung geliebt und versorgt wird.
Wundert mich. Woher kommt das? Ich weiß es nicht. Meine Geschwister und ich mussten immer etwas zuhause abgeben, mithelfen. Taten wir das letztere nicht gab es auch keine Belohnungen.
Was nicht heißt, dass man seine Kinder auf die Leistungsgesellschaft trimmen soll, aber vielleicht klar machen, dass das Leben eben doch keine Ponyhof ist und von Nichts nichts kommt.
Diese Unzufriedenheit.

Ich habe zu essen (zuviel), habe eine Wohnung (zu groß, ich suche etwas Kleineres), ich bin einigermaßen gesund, ich habe Freunde, ich habe Katzen, ich fließend Wasser, sogar heiß. Ich kann heizen, habe Strom. Muss ich natürlich etwas dafür tun. Und das mache ich dann auch. Manches gerne, manches weniger gerne.
Ich darf meine Meinung äußern ohne die Angst haben zu müssen, dass am nächsten Tag meine Türe eingeschlagen wird.
Und und und......

Tiefer Seufzer.
Ich habe keine Lust mehr über die besorgten Bürger zu schreiben.
Aber ich werde es tun. Sonst kommen sie wieder und können sagen: Wir haben doch von all dem nichts gewusst.

Donnerstag, 26. Mai 2016

Private Kampfansage

Wer jetzt denkt, ich würde gegen politische Gegner angeht, den muss ich enttäuschen:
Es geht um den Feind in meinem und an meinem Körper: das Fett.
Ich bin dick. Aber ich war es nicht immer.
Ich war früher dünn.
Mit den Jahren wurde es mehr, auch aus anderen Gründen: Schilddrüsen OP, das Rauchen aufgehört, Medikamente, Bewegungslosigkeit nach OP's.
Viel ausprobiert. Viel hat geholfen. Und dann kam der Jojo-Effekt und ich wurde immer schwerer. Wobei ich eigentlich gute Anlagen habe.
Ich klagte mein Leid und wurde erhört. Ich versuche es noch einmal. Ob es wirkt? Weiß ich nicht. Aber mein *Tagebuch des Leidens* werde ich on stellen. Für mich, für euch, zum Mitleiden oder Lachen.
Ganz kurz das Prinzip: einen Tag essen, einen Tag fasten.  Nach und nach werde ich mehr dazu schreiben. 

1 Woche:

Tag 1 19/05/2016             Null Tag
Boa, ich könnte den Schreibtisch annagen. Ich habe tatsächlich richtig Hunger. Und mein neuer Laptop hat schon seine ersten Tücken gezeigt. Macht nichts. Dann quälen wir uns gerade in der Ausbildung durch den SAP Kurs… nicht lustig.
HUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUnger

Tag 2 20/05/2016             Esstag
Eine Tasse Kaffee, ein Brötchen, Müsli. Hunger ist weg. Aber in meinem Bauch stürzt sich gerade der Magen auf den Inhalt. Essen könnte ich jetzt aus reiner Gier und Lust. Halte mich aber zurück.
Ich teste es ja nur an, niemand weiß es. Ich könnte mich klammheimlich aus der Affäre ziehen und keiner würde es mitbekommen.
Das Schlimmste ist – man soll sich nicht wiegen…
Gestern Abend im Bett bin ich im Geiste meinen Kühlschrank durchgegangen.
Ich habe noch veganes Hack, Tomaten, Lauchzwiebeln … Bolognese! Ich dachte wirklich angestrengt über Spaghetti  nach. Kochte. Schnitt die Lauchzwiebeln, viertelte die Tomaten, schwitzte die Zwiebeln an, fügte die Tomaten, Tomatenmark, Gewürze hinzu, setzte das Nudelwasser auf, fügte des Hack dem Gemüse zu, schmeckte ab, gab die Nudeln ins Wasser ….
sah, wie sich die erste Gabel in den Nudeln drehte, die Soße sich fett glänzend an sie heftete, hörte die Gabel auf dem Porzellan quietschen.
Darüber schlief ich ein.
Mittags schon zuhause, ein Brötchen mit Kürbis-Humus tut’s. Ich freue mich auf das Abendessen. Lauch, verschiedene Pilze und das vegane Hack, dazu Nudeln oder Reis, mal sehen.

Tag 3 21/05/2016             Null Tag
Ich gewöhne mich daran. Aufstehen. Kein Kaffee. Den mag ich eigentlich nur mit Kaffeeweißer und Zucker. Ist aber am Null Tag verboten. Ein Tag mit Wasser, Tee, Kaffee pur oder Diätlimos vor mir. Und schnell hinter mir. Ich gehe einkaufen. Es ist Samstag, ich denke genau darüber nach, was ich in den Korb lege. Ich brauche ja nur morgen etwas.  Heute bleibt der Teller leer. Keine Heißhungerattacke. Wenn der Magen knurrt bekommt er Tee, Wasser, Ingwerwasser. Er hält bald die Klappe. Und abends denke ich gar nicht an Hunger, freue mich aber auf den anderen Tag.
Wein usw. fällt auch flach… na also

Tag 4 22.05.2016               Esstag
Fein. Kaffee. Ich freue mich drauf. Gleich zwei Tassen. Nur mit Hafermilch. Mit Zucker ist er mir plötzlich zu süß. Eine kleine Portion Müsli reicht.
Wühl im Tiefkühlfach, entdecke noch ein Stück selbstgebackenen Apfelkuchen und ein Alprodessert.
Feiere meine Entdeckung.
Mittags gibt es Tofuschnitten, Kichererbsenmus, Kartoffeln und Pilze. Den Nachtisch will und schaffe ich gar nicht mehr. Also werde ich den nachmittags futtern. Aber um drei bin ich immer noch so satt, dass ich gar nicht will. Aber ich habe Durst.

Tag 5 23/05/2016             Null Tag
Gestern Abend noch eine fette Portion Nudel mit Pilzen, einen Nachtisch, ein Glas Wein. Den Kuchen habe ich nur zur Hälfte gegessen. Keine gute Idee den einzufrieren.  Ich war satt. Keine Lust irgendetwas zu knuspern.

Heute Morgen keine Lust auf Kaffee. Aber gestern Nachmittag habe ich frischen Ingwer mit kochendem Wasser übergossen. Ich habe Bock da drauf. Schmeckt leicht nach Ingwer, nicht scharf, lecker. Hunger? Hm. Es geht. Aber ich recherchiere im Netz. Zehn in zwei. Lausche, sammle.
Ich bin noch nicht überzeugt. Aber ich fühle mich gut und ich fühle mich nicht gebläht. Fragt mich nicht, wienviel ich wiege. Ich weiß es nicht. Nun, ich werde es sehen, wann mir gewisse Klamotten wieder passen. Und ob überhaupt.

Tag 8 26.05.2016                 Esstag

Bisher klappt es. Aber ich habe an den Nulltagen immer Hunger. Mit wird zwar nicht schlecht, aber der Magen knurrt. Und das manchmal laut und vernehmlich. Das ist anders als beim Fasten. Spätestens am zweiten Tag hat man da keinen Hunger mehr.
Und auch wenn ich an den Nichtesstagen regelmäßig meine Freßorgie am nächsten Tag plane – ich setze sie nicht um. Nicht weil ich mich diszipliniere, sondern weil ich einfach Bock auf andere Sachen habe. Ich wundere mich ja selbst.
Schon nach einer Woche trinke ich den Kaffee an den Esstag nur noch mit Hafermilch und nicht mehr mit Zucker. An Kaffee ohne alles möchte ich mich jetzt gar nicht mehr gewöhnen, um den Kick zu bekommen trinke ich schwarzen Tee, Ingwerwasser oder einfach Wasser pur. Bin ich begeistert? Kann ich noch nicht sagen.
Was ich genieße: keine Verbote, keine Zählerei, kein Abwiegen. Und es geht auch super vegan.

Aber insgesamt fühle ich mich besser. Leichter (kann Einbildung sein), bin weniger gebläht, muss nicht ständig pupsen, mir fällt jetzt auf, dass überall Fast Food Läden sind, das Angebot in den Supermärkten ist bombastisch, fast pompös. Ich denke über die Welt nach - während ich fast am Überfluss ersticke verhungern andere Menschen,
Komische Sache.