Sonntag, 10. Juli 2016

Erlaufe deine Stadt

Im Schwarzwald hatte ich den Wald direkt vor der Tür, bzw. hinter der Hintertür. Wald. Ganz viel Wald. Schöner Wald. Wald. Ziemlich viel Wald.
Oder wie Hans sagen würde: "Zuviel Gegend hier".
Als Landei geboren wurde ich relativ schnell eine Stadtpflanze und bin es immer noch. Ich mag *Stadt*. Ich mag es so viele Eindrücke zu erfahren - Menschen, Motoren, Mode, Männer, Mädchen und und und.
Wenn man mit dem Auto durch eine Stadt fährt kann man zwar auch einiges sehen. Aber man spürt nicht den Straßenbelag, riecht nicht die einzelnen Gerüche, spürt nicht die Luft.
Klar, Straßenlärm ist Straßenlärm, Abgase stinken und Stuttgart ist (noch) eine autodominierte Zone, auch wenn sich an allen Ecken und Enden Widerstand regt. Manchmal als kleine Revoluzzeridee (Parking day), manchmal als Stadtversuch (Shared Area/Fahrradstraße) oder als Freiluftlabor (Parklets). Einmal im Monat machen sich Fahrradfahrer als Critical Mass auf - genehmigt. Alles was ich hier genannt habe sind genehmigte Aktionen. Um die es im heutigen Artikel auch nicht gehen wird.

Seit dem 30.6.2016 bin ich wieder in Stuttgart, noch keine zwei Wochen und da war es plötzlich: Ich wachte morgens auf, noch habe ich frei, und dachte -hey. laufen, das wäre es jetzt. Aber wie es so ist... erst einmal verworfen, gefrühstückt, und dann den Rucksack geschultert, um einkaufen zu gehen.

Meine Füße entschieden sich anders. Statt den kürzesten Weg einzuschlagen trugen sie mich zur Karlshöhe. Langsam und stetig schritten sie, ganz ihrem eigenen Willen folgend, den Hügel hinauf zum Biergarten, von dem man einen schönen Blick zum Fernsehturm hat.


Die Karlshöhe "trennt" Süd und West, auf der Nordseite reckt sich das Allianzgebäude breit in den Himmel,
Hat man den Scheitel überschritten geht es schnell bergab und man steht hinter dem Heslacher Hallenbad und kann die Stufen hoch zur Hasenbergsteige. 

Ich verschwendete nur einen Gedanken und dann ging es die Treppen hoch. 
Eine zeitlang ging es eben weiter, dann kam die nächste Staffel. Und noch eine. 
Hier herrscht die Ruhe der betuchten Halbhöhenlage. Wer den richtigen Riecher hatte und hier ein Grundstück und eines der alten Häuser kaufte hat heute eine Altersversicherung, die seinesgleichen sucht. Man ist hier über dem Mief im Kessel erhaben. Bummler verirren sich selten hierher, muss man doch eine Staffel nach der anderen hoch und auch wieder runter. Oder man fährt mit dem Auto. 


Nachdem ich über eine Stunde unterwegs war - in Zehensandalen von Birkenstock - kamen mir langsam Zweifel. Es wurde heiß, aber Lust aufzuhören hatte ich nicht. Und es gab und gibt hier soviel zu sehen. Überall wächst etwas, die Mauersegler fliegen so tief, dass man sie fast mit den Händen greifen kann. Moderne Neubauten wechseln mit alten Villen, fast mediterran mutet manches hier an.
Ich konnte mich nicht satt sehen.
Trotzdem wandte ich mich talwärts. Und fand mich in der Nähe des Bihlplatzes wieder. 

Von hier aus kann man zwar an den Straßenbahnschienen entlang zurücklaufen - oder man streift durch die kleinen Seitenstraßen, erlebt ein anderes Stuttgart mit alten, kleinen, schnuckeligen Häusern, alten Bauerngärten, kommt beim Ritterstübchen vorbei. 



Es war jetzt richtig heiß.
Als straight nach Hause, vorbei an der Kirche am Erwin-Schöttle Platz. Die Vorbereitungen für das Afrikafestival waren im vollen Gange. Weiter zum Marienplatz, die Cafes voll mit Menschen, die den späten Morgen genossen und in den Tag bummelten, zwischen sie mischten sich die ersten Büroangestellten zur Frühstückspause. An der Eisdiele herrschte schon reger Andrang obwohl es gerade erst halb elf war.

Ich hatte es jetzt nicht mehr weit, erledigte meine Einkäufe und kam relativ fit zuhause an. Seitdem laufe ich. Jeden Tag. Nehme eine andere Straßenbahnlinie, steige irgendwo aus wo ich eine Staffel entdecke und lauf sie hoch. Sie Stuttgarter heißen nicht umsonst Stäffelesrutscher. Aber das ist eine andere Geschichte

Seit vergangenen Donnerstag bin ca 30 km gelaufen. Und morgen geht es weiter. Früh. Auch wenn es Sonntag ist. Es soll ja heiß werden. Wasser, Rucksack, Mütze und Decke. Irgendwo werde ich ein lauschiges Plätzchen finden, zeichnen, lesen oder einfach nur gucken und in den Himmel träumen.

Dienstag, 5. Juli 2016

Meine Stadt, meine Heimat - eine Liebeserklärung

Ich bin hier nicht geboren. Ich spreche einen anderen Dialekt. Ich komme vom Land.
Die letzten zwei Jahre habe ich nur die Ferien und die Wochenenden in meiner Wahlheimatstadt verbracht.
Wie sehr ich sie vermisst habe, was mir fehlte, wird mir jetzt erst wirklich bewusst.
So schön der Schwarzwald ist, so angenehm das *Putzalltagsfreie* Internatleben war:
ich bin Stuttgarterin durch und durch.
Viele nennen meine Wahlheimatstadt hässlich und verweisen auf den im 2. Weltkrieg komplett ausgebombten Stadtkern.
Sie sehen was sie sehen wollen. Oder sie nehmen meine Stadt einfach anders wahr.
Und sie dürfen sie gerne für hässlich halten. Meinungsfreiheit.
Stuttgart war nicht sofort meine große Liebe. Als Landei fühlte ich mich am Anfang hier sehr verloren. In der Zwischenzeit weiß ich allerdings: Die Welt ist ein Dorf und Stuttgart ist der Vorgarten der alten, verschrobenen Frau, die kleine Kinder erschreckt.
Im ersten Moment nicht sehr schön, aber im Herzen eine Perle und Oberstübchen ganz schön helle.
In jedem Vorgarten wächst Unkraut (Baustellen) und der hellste Verstand hat Aussetzer (Abrisswut).
Stuttgarts Gesicht wurde sehr stark durch einen gewissen Herrn geprägt (Klettverlag), der früher viel zu sagen hatte. Früher und damals.
Stuttgart ist eine der buntesten Städte die ich kenne, auch wenn das wilde Durcheinander durch Gentrifizierung und Größenwahn gefährdet wird.



Seit ein paar Tagen bin ich wieder ganz da. Und ich atme jeden Tag tiefer durch, *komme runter*, laufe durch die Stadt, treffe jedesmal zufällig jemanden aus meinem Bekanntenkreis. Man bleibt stehen, schwatzt, lacht, umarmt sich. An jeder Ecke lauert ein Café, dass einen zum Verweilen einlädt. Hat man Zeit verweilt man. Für jeden Geschmack gibt es etwas. Die Stadt ist groß, weit, wenn man mal den Kessel verlässt. Mein Brot hole ich bei einem Bäcker in Rohr, oder bei meinem Bäcker ums Eck, im Heusteigviertel.
Gemüse vom Wochenmarkt auf dem Marktplatz oder dem kleinen Händler in Rohr und Freitags auf dem Markt am Wilhelmsplatz. Manchmal Samstags in Cannstatt, da gibt es auch Nudeln, Metzgerwaren, Eier, Milchprodukte - wie auf dem Wilhelmsplatz in Stuttgart.

Stuttgart ist mehr als die Innenstadt und die Einkaufsmeile mit ihren Konsumtempeln, oder das Milaneo. Aber auch sie haben ihre Berechtigung. Kurz ein Ladekabel organisieren, zum Schuster, oder oder oder. Das Konsumangebot ist riesig, aber man muss ja nicht.
Im Gegensatz dazu stehen dann die alten Plätze, die kleinen Parks in den verschiedenen Stadtteilen, die eingemeindeten Vororte, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint und die Kehrwoche noch ernst genommen wird.



Stuttgart ist eine witzige Mischung aus Provinzstadt mit Metropolträumen. Ich mag die Gegensätze.
Es war keine Liebe auf den ersten Blick, aber ich irgendwann erlag ich den Charme der schwäbischen Maid im mondänen Abendkleid der Mutter, das nicht so richtig passen will, und in den viel zu hohen Schuhen ständig umknickst.





Dienstag, 28. Juni 2016

Durchstarten

Die letzten Tage im BFW (Berufsförderungswer
k) sind angebrochen. Am Donnerstag werde ich um diese Zeit Blut und Wasser schwitzen, denn um 8.15 werde ich vor der Prüfungskommission sitzen und mit drei Kollegen zwei Stunden über den Stoff der letzten zwei (drei) Jahren geprüft.

Als Tim und ich letzten Donnerstag nach Stuttgart heimfuhren lief folgendes Lied im Radio:


Es herrscht gerade entspannte Stimmung in der Ausbildungsgruppe, die Ausbilder und Dozenten machen mit, sind locker, versuchen uns die Angst zu nehmen, spielen mit uns die Prüfungssituationen durch, aber ohne muss. wer will der darf, wer darf der kann.
Nicht alle nutzen das Angebot.
Es gab auch Arbeitsaufträge: Vorträge vorbereiten und vor der Gruppe halten. Es gab ein, zwei Leute die sich erfolgreich darum gedrückt haben. Jetzt könnte man meinen - selbst schuld. Nur was das für alle gedacht, als Wiederholung der Ausbildungsinhalte.
Nun gut, nicht mein Bahnhof.

Das Internatzimmer habe ich bereits fast ganz ausgeräumt, nicht mehr lange.... heute räume ich meinen letzten Krempel aus dem Klassenzimmer.
Wir frühstücken mit den Dozenten zusammen, überreichen unsere Dankeschöngeschenke und dann gehen morgen die ersten in die Prüfung.

Seltsam. Einige werden mir fehlen. Auch, wenn wir uns treffen werden. Trotzdem. Andere nicht. Und bei ein/zwei bin ich sogar dankbar, dass ich sie nicht mehr sehr.

Ich fange meinen neuen Job zum 1.8 an. Also erst einmal vier Wochen frei. Brauche ich auch. Einige fangen direkt an. Nahtlos. Nein. Mache ich nicht. Das letzte Burn out liegt noch nicht lange genug zurück, dass ich mich nicht daran erinnern würde.

So viel gemotzt, wie hier, wird selten. Manchmal verschlug es mir die Sprache. Natürlich ist hier nicht alles gold. Aber wenn man sich auf die Hinterfüsse stellt, versucht das Beste daraus zu machen, dann war/ist es zu schaffen.
Gerade wir Rehabilitanten: Ausbildung/Internat/Verpflegung/Heimfahrten wurden/werden bezahlt.
Die Zimmer: nicht zu klein, wie ein schlechtes Jugendzimmer eingerichtet.
Wir haben es geputzt bekommen, alle drei Wochen neue Bettwäsche, jede Woche neue Handtücher.
Besser als Hotel Mama.
Und: Wir haben Übergangsgeld bekommen.
Aber es wurde gemotzt. Und wie.
Einige zeichneten sich vor allem durch ihre Nehmerqualitäten aus.
Aber auch das: Nicht mein Bahnhof.

Vier Schwangerschaften gab/gibt es bei uns in der Gruppe. Eines kam letzten Dezember zur Welt.
Zwei Hochzeiten.
Vier haben uns verlassen: wegen Krankheit oder Faulheit, alles war dabei.
Ich wurde und werde wieder Trauzeuge sein - zusammen mit Tim.
Tims Kätzchen lebte ein halbes Jahr bei meinen Katern - versorgt von einem guten Freund.

Und jetzt? Nun ja.
Heim will ich.
Freue mich.
Und doch ein klein wenig melancholisch.
Die Fahrten mit Tim werden mir wirklich fehlen. Das erste Jahr brummten wir mit einem SLK Cabrio durch die Kurven im dunklen Wald. Seufz.
Letzten Montag war unsere letzte gemeinsame Fahrt in den Schwarzwald. Er wird am Mittwoch schon geprüft, ich am Donnerstag. Wie ich heimkomme? Ein anderer Kollege nimmt mich bis Weil der Stadt mit und dann nehme ich die S-Bahn.



In den letzten zwei Jahren konnte ich zur Ruhe kommen, mir etwas aufbauen, lernen, usw. usf.

Weiter geht's!


Montag, 20. Juni 2016

Weiter geht's...

sagt ein guter Bekannter immer. Und dann lacht er dabei. So ein spitzbübisches, freies Lachen.
Man könnte meinen nichts würde ihn je belasten.
Ist nicht so, denke ich. Dann wäre er mir unheimlich.

Menschen die immer gut drauf sind machen mir Angst. Nein, nicht wirklich, aber sie irritieren mich. Gelassenheit? JA!
Heitere Gelassenheit? GERNE!
Immer gut drauf? Ähm....
Versteht mich nicht falsch. Vielleicht spricht auch gerade ein klein wenig Neid aus mir, was ich aber nicht glaube.
Gelassen? Ich? Ab und zu. Und wesentlich öfter als noch vor ein, zwei Jahren.
Klar, denken jetzt manche von euch die mich näher kennen, die hat ja auch jetzt erst einmal überstanden.
Berufsunfähig, Maßnahme zur Wiederteilhabe am Arbeitsleben (was für eine monströse Bezeichnung), Prüfung (zumindest die Schriftliche) gut bestanden und der Job wartet auch schon.
Da kann man ja gelassen sein... Oder doch nicht?
Die Gelassenheit hatte ich trotz abgesicherter Verhältnisse nicht immer. Ich war getrieben. Von dieser Angst, jener Idee, diesem Plan oder hie und da einen nicht zu erfüllenden Wunsch.
Und die falschen Freunde. Funktioniert einfach auf Dauer nicht. Und sich immer schön selbst überfordert und sich selbst hinterher rennen - irgendwann geht einem die Puste aus.

Aber das ist alles Vergangenheit. So wie mein Aufenthalt hier im BFW im Nordschwarzwald sich dem Ende zuneigt so ist vieles andere schon längst verweht.
Erinnerungen? Jede Menge. Lehrreiche. Bittere Erinnerungen? Nein. Am Anfang ja. Vieles hatte ich noch nicht verarbeitet, haderte mit mir, mit Menschen, mit allem Möglichen.
In den letzten zwei Jahren veränderte sich so viel. Ich lernte nein zu sagen, lernte vieles nicht (mehr) persönlich zu nehmen und das Wichtigste: Wenn mir etwas nicht gut tut - nun dann lasse ich es.

Klingt einfach. Ist es auch. Wenn man es erst einmal begriffen hat. Da kann an einen stundenlang hingeredet werden, man bucht und besucht Seminar, liest Ratgeber - nix hilft, Und dann geschieht es einfach.
Man hat ganz nebenbei los gelassen.
Alles andere ergibt sich dann von alleine. Na ja, nicht ganz. Nichts ist umsonst im Leben.

Unzufriedenheit ist Gift, welches man selbst anmischt und sich damit ins Unglück stürzt. Ist man unzufrieden muss man etwas daran ändern. Die Ursachen. Diese können in einem selbst liegen oder an den äußeren Umständen.

Lachen befreit. Wer liebt hasst nicht. Im Prinzip ist es so einfach. Und dadurch so schwer.
Ich lache viel in der Zwischenzeit. Ich bin ich.

Am 30.06.2016 8.15 habe ich noch mündliche Prüfung. Ich freue mich nicht gerade drauf, aber was muss das muss. Um 10.15 bin ich dann geprüfte Steuerfachangestellte. Finde ich lustig, dass ich kreativer Chaoskopf Steuern und Buchführung mag. Es war keine Liebe auf den ersten Blick, dafür geht es gaaaaaaaaaaanz tief
....

Sonntag, 19. Juni 2016

Umzug. Sonntagsgedanken 19.06.2016

Es ist soweit.
Die Sonntagsgedanken ziehen um. Sind umgezogen.
Ihr findet sie in Zukunft hier.
Auf Kokelores werde ich am Anfang noch den Link dazu posten, aber das wird sich dann auch noch ändern.
Ich habe lange hin und her überlegt.
Aber irgendwie passen viele Dinge einfach nicht .
Allerdings werden die Artikel auf meiner Facebookseite verlinkt.
Freue mich auf euch.
Einfach auf den Link klicken.

Freies Radikalchen

Sonntag, 12. Juni 2016

Am Tag als der Regen kam.... Sonntagsgedanken 12.06.2016



Nein, nein. Keine Angst. Jetzt kommt nicht der übliche Katzenjammer über das schlechte Wetter. Ich mag Regen. Auch im Sommer. Ich mag den Geruch der nassen Straßen, Pflanzen. Ich mag es, wenn meine Nase nicht mehr allergisch reagiert und ich frei die Luft durch sie einziehen kann und wieder etwas rieche.

Der Himmel ist mal wieder grau, gestern, am späten Nachmittag donnerte es mal wieder. Wie so oft 2016. Es scheint so, als gäbe es keine Woche mehr ohne Gewitter, Starkregen.
Gerade erst sind in den verschiedensten Gebieten Europas im *Nordstau der Alpen* abgesoffen, im wahrsten Sinne des Wortes. Mensche kamen ums Leben, der Schaden an Hab und Gut steigt ins Unermessliche. Ganze Familien stehen vor dem finaziellen Aus, vor den Trümmern ihres Lebens.
*Im Nordstau der Alpen*, dieser Satz stammt nicht von mir. Er hat sich vor Jahren unvergesslich in meine Erinnerungen eingebrannt. Ich sah eine Sendung über den Klimawandel.

Jaja, ich höre sie schon aufstöhnen und sich mit den flachen Händen an die Stirn klatschen.
Klimawandel.
Laut AfD gibt es ja keinen Klimawandel. Nein, nein, nein. Was ich nicht glaube gibt es nicht.
Dabei liegt es schon in der Natur der Dinge, dass alles einem ständigen Wandel unterliegt. Wachstum, Verfall. Eine ganz natürliche Sache. Und auch das Klima ist ein kein feststehendes Ding.
Mannigfaltige Einflüsse wirken jeden Tag auf *unser* Klima ein.
Ich stelle nicht in Abrede, dass sich das Klima auch ohne den Einfluss des Menschen verändert.
Aber ich stelle auch nicht in Frage, dass der Einfluss des Menschen bestimmte Faktoren verstärkt und damit eben die Änderung beschleunigt oder gar forciert.
Liebe AfDler. Auch wenn ihr einen Handstand macht und mit den Pobacken wackelt – es gibt einen Klimawandel.
Natürlich gab es schon immer verregnete Sommer, Unwetterjahre. Normal. Es geschieht eben nur häufiger. Es wird für uns normal werden, wir werden uns daran gewöhnen. Wenn wir es letztendlich überleben. Nein ich glaube nicht, dass das Ende der Menschheit bevorsteht, aber es wird für viele Menschen brenzlig werden und es wird noch mehr Opfer fordern.
Ich möchte niemanden die Schuld zuweisen, denn die Faktoren sind mannigfaltig und es ist ein komplexes Thema. Ursachen und Wirkung. Es ist wie bei den Modellen in der Marktwirtschaft – ändert man nur einen Faktor und schon bricht das ganze System zusammen oder reagiert nicht so wie es die Experten vorhergesagt haben. So geht es eben auch den Meteorologen und den Klimaforschern.
Wir heizen unsere Welt auf.
 Hitze + Wasser = Wasserdampf.  
Wasserdampf = Wolken. 
Wolken = Regen. 

Wenn es doch nur so einfach wäre.........Ich kann und werde hier nicht anfangen zu versuchen wissenschaftliche Lösungen zu schreiben. Aber was ich so höre, sehe und lese beeindruckt mich schon.
Ein Jahrhundertsommer, Hitzerekorde, Niederschlagsrekorde, Dürren, Waldbrände…. Wir werden uns auch an diese Bilder gewöhnen und es als alltäglich ansehen. Der Mensch ist anpassungsfähig. Ähnlich wie die von uns so geschmähten Ratten.

Und jetzt? Ich weiß es nicht. Sinnvoll erscheinen mir verschiedene Maßnahmen. Verminderung des CO2 Ausstoßes  (jaja, ich weiß: ein Vulkanausbruch schleudert mehr Material in die Luft wie die geschmähten Autos mit Verbrennungsmotoren), Stopp der Versteppung  durch  Kahlschlag der Regenwälder. Es gibt so viel, was wir tun können. Jeder  für sich. Aber Generallösungen wird es wohl keine geben.

Wir werden sehen. Es ist wahrscheinlich wie immer: erst wenn die Hütte brennt oder absäuft reagiert *der* Mensch.
Lasst uns diese Welt retten. Ich weiß nicht wo es sonst noch Pralinen gibt.

Donnerstag, 9. Juni 2016

Persönliche Kampfansage II - weg mit dem Speck

Vor genau drei Wochen habe ich mit dem Programm einen Tage essen, einen Tag fasten begonnen. Es nennt sich 10/2.
Das Prinzip ist verblüffend einfach, es entstehen keine Mehrkosten, eher spart man - und kann dadurch hochwertigere und meist teurere Produkte kaufen.
Manchmal verzweifle ich an der Fülle in meinem Kühlschrank. Zwar kaufe ich schon weniger ein, aber immer noch zuviel.
Toastbrot friere ich jetzt sofort ein und entnehme immer nur zwei Scheiben zum Frühstück, oder wenn ich an den Esstagen Lust auf Brot/Brötchen habe husche ich zum Bäcker.
Außerdem bewege ich mich mehr. Dafür habe ich meinen Tracker - dieses unscheinbare, schwarze Armband welches ich jetzt Tag und Nacht trage.
Ich lasse mich weder von der Essweise noch von dem Tracker versklaven, sie helfen mir aber. Erinnern mich.



3 Woche, 05/06                Esstag
Nach einem Nulltag wieder zu essen ist schwierig. Ich wache morgens auf und habe keinen Hunger, aber Durst. Keinen Brand, aber Durst. Auf Wasser. Aber wer will an einem Nicht-Fasten-Tag schon auf Milch (Haferdrink) Kaffee verzichten? Ich nicht. Nach dem Kaffee noch mehr Durst, also Wasser. Es ist köstlich. Still, kühl, klar. Ich fühle mich satt. Trotzdem: das Fastenbrechen ist wichtig. Zwei Scheiben Toast, ohne Butter, einmal mit Avocadocreme, einmal mit (Analog)Käse.
Ich probiere mich parallel durch die veganen Angebote. Ich kann es mir ja jetzt leisten, nicht weil ich mehr verdiene, sondern weil ich weniger verbrauche.
Statt Wasserflaschen zu schleppen trinke ich in der Zwischenzeit Leitungswasser. Manchmal mit Zitrone, manchmal mit Granatapfelkerne, manchmal Minze und Gurkenscheiben, meistens pur. Kühl, klar, still. Der Durst ist schneller gelöscht.

Keine Ahnung wie es weiter geht. Mehrere Leute haben mich auf meinen schwindenden Bauch angesprochen. Gewogen wird  erst nächste Woche. Das ist dann mein Startgewicht.
Meine Knie werden es mir danken.
Ich fühle mich wesentlich *leichter*, bzw. weniger aufgebläht. Die erste Hose sitzt nicht mehr so eng.
Und immer noch bin ich verblüfft:
Keine Verbote und Gebote an den Esstagen.
Keine Kalorienzählerei.
Keine Zusatzkosten.
Keine Quälerei. (Okay, an den ersten Fastentagen knurrt der Magen und  ich hätte in alles beißen können, was mir begegnete…)

Nein, diese Art seine Essweise in den Griff zu bekommen eignet sich nicht für jeden. Ich bin ein *Gierschlund*, eine kleine (große?) Raupe Nimmersatt.
Für mich ist es leichter gar nicht zu essen als nur ein wenig zu essen.
Ich habe - glaube ich - fast alle Diäten durch.
Ich habe Sport bis zum Exzess betrieben.
Alles half - und dann kam der berüchtigte Jojo-Effekt.
Was dazu führte, dass ich fast aufgab. Zwischendurch resignierte ich.
Freunde und Innen haben sich den Magen verkleinern lassen. So weit war und werde ich nie sein.
Noch weiß ich nicht wie das Experiment ausgeht, aber solange ich mich gut fühle werde ich es machen.
Der erste Schritt für jeden der so etwas in Angriff nehmen möchte:
Lasst euch durch checken:
Habt ihr Diabetes dann geht das natürlich nicht.
Regelmäßige Blutwertkontrollen sind sinnvoll.

Bei Fragen könnt ihr mich mit der Kommentarfunktion erreichen oder auf meiner Facebookseite.

Ich gehe heute ein Eis essen, mindestens 4 Kugeln mit Schokotopping und werde keine schlechtes Gewissen haben.

Der Einstieg: http://www.kokelores.com/2016/05/private-kampfansage.html