Montag, 30. Dezember 2013

Die Stadt ist ...

Ja, was ist die Stadt denn nun? Eine Ansammlung vieler Gebäude, durchzogen von Straßen? Viele Menschen? Arbeitsstätte, Vergnügungsort, Heimat, Aufreger?
Wie funktioniert eine Stadt?
Wie arbeitet die Kommunalverwaltung, der Gemeinderat, was geschieht und warum, wann und wo?
Was sind ihre Bürger?
Mieter, Vermieter, Arbeiter, Arbeitgeber .... Hinnehmer, Mitmischer, Weggucker.

Ich höre schon einige denken: *Was brütete sie denn jetzt schon wieder aus?*, oder aber auch: *Was um Himmels Willen hat man ihr denn in den Tee getan?*
Nun, heute morgen trinke ich Kaffee, also nichts mit Tee und das Thema Stadt beschäftigt mich schon länger. Manchmal mehr, manchmal weniger, manchmal gar nicht.
Vor gar nicht langer Zeit schrieb ich über das Manifest der Stadtisten.

Im Prinzip ist jeder Stadtist, der sich in ihren Mauern bewegt.
Ob er auch noch etwas anderes bewegt, außer sich selbst. Das bleibt jedem selbst überlassen. Mit dem bewegen meine ich nicht Auto, Fahrrad, Skates, Kinderwagen ect. Nicht Dinge im buchstäblichen Sinn bewegen, sondern Nichtmaterielles:
Warum läuft es immer wie es läuft: wählen gehen, enttäuscht sein oder begeistert, machen lassen, motzen , hinnehmen oder begeistert sein?
Wenn man immer begeistert ist hat man nur einen Grund etwas zu machen: um diesen Zustand zu erhalten. Werden aber nicht viele sein.
Eher ist es ja so, dass es meistens so ist, dass man sich aufregt, oder verwundert fragt warum mal wieder was gemacht wird in der Stadt.

Jedesmal, wenn ich am Ampelübergang an der Hauptstädter Strasse stehe, frage ich mich: wem gehört die Stadt? Mir oder den kilometerlangen Autoschlangen,die sich an mir vorbeiwälzen? Dann springt die Ampel auf Grün und ich laufe an den ungeduldig Wartenden vorbei. Förmlich höre ich die Gedanken: *Warum hier ein Fußgängerüberweg? Muss das jetzt sein?* Und dann lache ich innerlich.
Nichts gegen Autos, aber wer die Hauptstätter Straße kennt, ahnt wie man sich als Anwohner oder Fußgänger fühlt. Undwer mit dem Auto durch Stutgart muss versteht mich auch.
Als ich noch an den Krücken laufen musst und es kaum innerhalb der Grünphase über den Übergang schaffte, war ich oft ziemlich stinkig: auf die Menschen, die die Zeiten festlegen, die man brauchen darf, um es über die  Straße zu schaffen.
Man steht sich gegenüber und schimpft gedanklich schon mal über den anderen.
Aber suchen wir Lösungen dafür?
Gibt es Lösungen?
*Was will sie mir nur sagen?* - ich mach ja schon.
Wenn man nun an den Punkt kommt zu sagen: hey, ich will nicht immer nur zugucken, ich will mitspielen, dann sucht man - einen Platz, wo man spielen kann, Mitspieler und das Spiel.
Man kann  Protest- und Bürgerbewegungen gründen, Vereinen beitreten, bei Parteien mit mischen.  So unterschiedlich die Menschen so unterschiedlich das, was sie dann tun.

Als es dann in meinem Umfeld brodelte, steckte ich mich an. Die Idee der Stadtisten war geboren.
Denkanstösse geben, parteilos handeln, nachfragen, hinterfragen, neu überdenken, versuchen sich in den aderen hineinzuversetzen. Vieles mehr noch.  Und wurde dann rasch umgesetzt. Ich unterschrieb das Gründungsprotokoll mit, ich war ja auch dabei, wohl ahnend das da viel Arbeit auf uns zu kommen würde. Sie kam dann auch, aber bis jetzt ist mein Anteil daran winzig, den Hauptteil stemmen immer noch andere. Es werden andere Zeiten kommen, in denen ich auch mehr ranklotzen werde. Jeder wie er kann und möchte.

Wenn ihr  mehr über die Stadtisten wissen wollt, dann besucht unsere Homepage:

http://www.die-stadtisten.de/

Und Mitspieler sind erwünscht.
Auch Anregungen und Kritik.
Die könnt ihr gerne an mich persönlich richten, wenn ich etwas nicht beantworten kann, leite ich es weiter, mache mich schlau.
Falls ihr auf Facebook seid, dann schaut doch auch hier vorbei:

https://www.facebook.com/Die.Stadtisten?fref=ts

Den erste *Gegenwind habe ich persönlich schon zu spüren bekommen, was mich nicht wunderte, aber mich wunderte es aus welcher Richtung es kam. Aber damit kann sehr gut leben.
Ist es doch ein Zeichen, dass man wahgenommen und ernstgenommen wird.






Sonntag, 29. Dezember 2013

Sonntagsgedanken 51/2013

Ich hatte für den heutigen Tag ein anderes Thema vorgesehen, ändere es aber aus aktuellen Anlass und auch, weil ich denke, dass ich nicht auch nicht bestimmten Personengruppen zuviel Aufmerksamkeit geben muss und/oder eine Bühne.

Das Jahr geht zu Ende und man wird mit Jahresrückblicken überhäuft - keine Panik, ihr müsst jetzt nicht euer Handtuch schnappen, einen Sixpack Bier schleppen, Erdnüsse knabbern und an die 42 denken- (Nerds wissen: das ist der Geheimcode für Flucht, für alle anderen: lest endlich: *Per Anhalter durch die Galaxis*).
Nein, kein Jahresrückblick. Meiner kommt erst im Januar (kleines gemeines Kichern aus dem Off).
Auch keine Katzengeschichten.
Nix mit Tannenbaum, oh du fröhliche oder tralalala.
Keine Wunderturbodiät, um den angefressenen Weihnachtsbauch wieder abzuspecken, nur der Tip: dann fresst eben nicht soviel. Dann klappt das auch mit der Lieblingsjeans.

Ja ich weiß, ich bin ziemlich schnodderig heute. Brauche ich manchmal. Vor allem wenn ich PMS habe. Das Wetter hat ja auch seit Tagen PMS. Ist auch garstig und schnoddrig und bäh.
Aber ich will heute auch nicht meckern und motzen und den Finger erheben, nicht die Welt retten, nicht nett sein.
Zwischendurch - beim Schreiben - muss ich lachen, weil meine zwei Fellkobolde durch das Zimmer flitzen, über und unter dem Bett gurren, zappeln, mauzen und komplett abdrehen. Das heißt sie rennen auch einfach über mich und den Labtop hinweg.  Der allmorgendliche Katerwahnsinn im Hause Kokelores.
Entschuldigung, ich bin vom Thema abgewichen.
Heute will ich auch nicht raus, nicht unbedingt jemanden sehen, auch nicht über irgendein seltsames Gemüse berichten (aber frühstücken klingt verlockend).
Zwar haben mir mal wieder ein paar Rechtspopulisten aufgeregt, auch das was in Hamburg passiert ist hat mich fast zum Platzen gebracht, aber eben nur fast. Ich bin noch hier.

Was ich euch damit sagen möchte?
Das ich heute eigentlich nichts für euch habe.
Hätte auch einfach die Klappe halten, bzw die Tasten von der Tastatur lassen können.
Aber ich wollte es mal wie die ganzen Klatschblätter und manche Zeitung oder unsere Politiker machen:
Viel schwurbeln ohne was zu sagen.
Das glaube ich, habe ich ganz gut gemacht.



In diesem Sinne - euch einen schönen Sonntag.

Freitag, 27. Dezember 2013

Ein Fazit




Weihnachten alleine zu verbingen hat was.
(Bevor jemand in Mitleid zerfließt: ich wollte das so.)
Nach den drei Tagen stelle ich fest: mir geht es sehr gut, ich bin ausgeschlafen, nicht gestreßt und weder am Rande eines Nervenzusammenbruchs, noch am Rande des Selbstmords.
Auch die beiden Kater nicht. Die haben ja auch Geschenke bekommen. Na ja, eigentlich habe ich mich damit selbst beschenkt.
Neues Federspielzeug, Badriankissen, hätte ich auch an einem anderen Tag kaufen können.

Die drei Tage haben mir aber auch noch etwas anderes gezeigt - wie weit ich mich von gewissen Traditionen entfernt habe, auch dem Christ sein. Womit ich jetzt nicht sagen möchte, dass Christ sein etwas schlechtes ist. Jeder wie er mag. Nur mir wird jede Form von Verehrung und Verklärung immer suspekter und ich kann es nicht nachvollziehen. Bin ich deswegen unglücklicher? Wohl kaum.

Ich hatte meinen Spaß, mit den Katern,

Nach dem wWihnachtsmenü (Trockenfutter) für die Katzen ging nix mehr, ausser knuddeln

einem guten Essen - aber das habe ich auch an allen anderen Tagen - guckte Dokus: das liebe ich an diesen Tagen, las, badete, knabberte Chips, hing im Netz ab, strickte, häkelte und malte.
War irgendetwas anders?
Anders als an anderen Tagen?
Ja, mittags klingelte es Sturm und ein befreundetes Ehepaar schneite herein, ich in Pyjamahosen und Hoodie, komplett überrascht. Ob ich mich gefreut habe? Aber sicher.

Zwar entdeckte ich, dass  ein paar Leute in einem Social Network sich von mir*entfreundet* haben. Dafür kamen Neue dazu und Alte zurück. Wer nicht bleiben will, darf gerne gehen, die anderen sind willkommen. Es ist das Netz, so what? Aber man kann sich verabschieden, alles andere ist schlechter Stil. Vor allem, wenn man sich persönlich kennt.

Was ist also anders? Die Frau die gerade auf der Couch lümmelt ist zwar immer noch die Frau, die letztes Jahr hier lümmelte, aber sie hat sich verändert.
Ich genüge mir selbst und alle anderen sind eine Bereicherung.
Der Zwang ist weg. Etwas mehr Gelassenheit ist da. Und Zufriedenheit.
Klar gibt es noch Begehrlichkeiten, kleine materielle Wünsche (die mir nie einfallen, wenn ich danach gefragt werde, also sind sie unwichtig), aber im Grunde meines Seins bin ich ganz zufrieden.
Kurz gab es einen - kurzen - Aufreger. Die Nachrichtensprecherin sagte: *An diesen Tagen geht es doch darum, seine Zeit mit der Familie zu verbringen*, tatsächlich? - ich denke mit leichten Grauen an manches Weihnachten zurück. Erwartungen, Hoffnungen, allesamt enttäuscht. Ja, ich muss zugeben, selbst als Kind war ich kein Familienmensch.
Aber als sie das sagte, die Nachrichtensprecherin, regte ich mich aus einem anderen Grund auf: all die Menschen, die niemanden haben, die gezwungenermaßen alleine sind an diesen Tagen. Und sich etwas anderes wünschen. So etwas empdfnde ich taktlos, und, verstärkt meine Abneigung gegen diesen Zwang kollektiv familiär glücklich zu sein.
Mir wurde schon als Kind gesagt, ich sei anders.


Die Gelassenheit den Dingen gegenüber, die mich zwar kratzen, aber die ich nicht ändern kann, brachte mir Zufriedenheit. Als eine Freundin mich fragte, was ich mir den zu Weihnachten wünschte, hatte ich erst einmal keine Antwort. Eigentlich nichts. Ich habe alles was ich brauche.
Jedenfalls materiell. Weniger Schmerzen wären toll, aber das ist eben etwas, was ich nicht ändern kann. Oder nur bedingt.
Ich muss auch nicht nach anderen sehen, die weniger haben, um mich glücklich zu schätzen.

In diesem Sinne, euch einen zufriedenen Tag.








Montag, 23. Dezember 2013

Der Baum





oh Nadelbaum, oh Nadelbaum
wie spitz sind deine Nadeln
die Katz sitzt in dir
zur Winterzeit
ob's regnet oder ob es schneit
oh Nadelbaum, oh Nadelbaum
wie spitz sind deine Nadeln
und fliegt die Kugel runter dann
dann mauzt die Katz so gut sie kann..
Refrain....



Falls der Video nicht funktioniert, dann folgt einfach diesem Link: http://www.youtube.com/watch?v=jyLeaKTEfpk&feature=youtu.be&hd=1
So oder so ähnlich. Soleil hat schon seinen Spaß, Grey traut dem Braten, ähm dem Baum, noch nicht so ganz. Aber Soleil ist hin und weg. Und heute sind auch noch die Gescheenke geliefert worden: Federspielzeug, Wie hatten heute schon Bescherung. Euuch allen ein schönes Fest-

Kokelores, Soleil & Grey

Sonntag, 22. Dezember 2013

Kill the Monster

Es weihnachtet gar sehr - eine Weihnachtsgeschichte (Sonntagsgedanken 50/2013)



 LIEBE.

Was für ein schönes Wort und was wird es gequält und missbraucht.
Opa liebt die Oma, Mama liebt die Kinder, Papa liebt den Rostbraten und der Onkel liebt den Schnaps.

Weihnachten berührt mich. Die Tradition. Wobei ich mich an kein Weihnachtsfest in der Familie erinnern kann, das wirklich Freude gemacht hat.
Es gab ein Weihnachtsfest was mich allerdings bis heute beseelt  und dieses liegt Jahrzehnte zurück, Es war im Freundeskreis. Und dieses Weihnachten war ein wahres Fest. Alle hatten heimlich alles mögliche herangeschafft, Haushaltswaren jeglicher Art, Töpfe, Kehrwisch, Bettwäsche. Wir Mädels hatten vorgekocht. Alle haben wir uns zusammengetan, die Autos beladen und waren von Bruchsal nach Freiburg gebrettert. Selbst ein kleiner Baum und Kerzen waren im Kofferraum.
Wir haben einen Freund überrascht, der von seiner Familie verlassen wurde. Sie mussten aus ihrer alten Wohnung ausziehen, einer Bruchbude und weil er über 18 war hieß es: gehe deine eigenen Wege, hier ist kein Platz mehr für dich. Er hockte alleine in seiner kleinen Wohnung. Ohne alles.
Wir holten ihn ab, besetzten kurzerhand sein altes Haus (woher wir den Strom hatten, weiß ich bis heute nicht), stellten Bierbänke, Tische und den Weihnachtsbaum auf, der nur Wachskerzen erhellt in der Mitte der Küche stand.
Die Toiletten waren versifft, der Putz der Wände hatte Löcher, es fiepte überall. Es war kalt. Wir ließen die Jacken an. Die Sicherung für den Herd flog ständig raus.
Und mittendrin zwei strahlende Kinderaugen. Das Kind war 1,85 groß und ziemlich wuchtig. Und heulte wie ein kleines Kind. Wegen uns. Und weil der Raum mit etwas erfüllt war, was uns alle fest im Griff hatte.

Liebe.


Wir aßen, tranken - das Geschirr ging danach nahtlos in seinen Besitz über, der Baum fackelte fast ab und wir schliefen dann alle in seiner winzigen Neubauwohnung, auf Isomatten und in Schlafsäcken.
Uns war von innen heraus warm.
Um nichts anderes geht es an diesen Tage.
Auch wenn man uns etwas anderes weismachen möchte.

Euch allen einen schönen vierten Advent.

Samstag, 21. Dezember 2013

Last Chance oder : spinnen die Finnen?

Tradition. Stuttgart ist eine Stadt der Traditionen. Im Mineralbad Berg war es lange Sitte und Pflicht Bademützen zu trage. Hauptsache man bedeckte das Haar. Manche stülpten sich einfach ein Plastiktüte über den *Detz* und trotzten so der Sitte. Oder andere kauften die blauen Badekappen des Hauses, auf den eine stilisierter Brunnen angebildet war und die Worte: Bad Berg: aus Tradition.
Das Wasser des Bade sprudelt 18° kalt (oder warm? wie immer eine Sache der Perspektive) aus dem Zugang in der Mitte des Beckens und manch einer der Badenden hängt an der Quelle wie eine Robbe auf der Eisscholle und trinkt das gesunde Nass - nein, die saufen nicht das Becken leer, die Quelle spruderlt über dem Wasserspiegel und ist deswegen noch nicht mit den Abtrieben und den Ausscheidungen der Gäste kontaminiert.

Die Finnen würden über die Wassertemperaturen nur lachen, stürzen sie sich doch saunaerhitzt in die eisigen Fluten der Tümpel ihrer schneebedeckten Landschaften. Finnen sind ein besonderes Völcken. Am Rande des Polarkreises, im Osten den russischen Bären im Genick, bleibt einem ja auch nichts anderes übrig als sich seltsame Dinge einfallen zu lassen. Dafür stehen ja auch die finnischen Autoren.
Eines meines Lieblingsbücher: Der wunderbare Massenselbstmord. Ich habe noch nachts im Schlaf gekichert.
Jetzt kichere ich eher, wenn ich ein, zwei Becher Glögi intus habe - mit Moltebeerenschnaps aufgepeppt. Spätestens nach dem dritten dürstet es einem nach  Rentier und Lachs.
Glögi, Moltebeerenschnaps, Rentiere und Lachs. Hä? In Stuttgart? Und wieso letzte Chance?
Leute, es ist Weihnachtsmarkt und aus Tradition suchen uns die Finnen heim, besetzten den freien Platz vor dem Amadeus und Planie, stellen ihre Jurten auf, rauchen Lachs und füllen uns mit Glögi ab, verkaufen uns Rentierfelle, Schnitzereien - ich habe mir gestern einen wundschönen Vogel gegönnt - und entzücken uns mit ihrem herzallerliebsten Akzent (sowohl im geradbrechten Deutsch und etwas flüssigeren Englisch). Wer könnte da einem Pfannkuchen widerstehen, wahlweise mit Rentier, Wildschwein oder Moltebeerengelee gefüllt?



Morgen um 18°° brechen sie ihre Hütten und Zelte ab, also hopp hopp, auf zu den Finnen.
Die Jurten sind der Hit bei schlechtem Wetter, mit Feuer und Fellen und Rauch. Wenn man nach Hause kommt, denken die Katzen man sei ein Schwarzwälder Schinken und nagen einem die Knöchel an.
Aber das ist es Wert.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Haustyrannen

Damit meine ich nicht die Nudelholz schwingende Hausfrau.
Auch nicht den Pantoffel tragenden Typen, mit fleckigen Rippshirt, der immer ruft: Erna, hol' mir ein Bier aus dem Keller!
Diese Tyrannen meine ich nicht.
Und Nero war ein Tyrann, aber das auch ausserhäusig.

Gib dem Kaiser, was dem Kaisers ist
Der Titel hieß zu erst Haustyranus Katz. Und das trifft es auch am besten. Denn nichts anderes sind die meine beiden pelzigen Mitbewohner.
Morgens wecken sie mich, pünktlich vor Sonnenaufgang, im Winter erträglich, im Sommer ein Grund, um zu morden.
Zuerst wird sanft geschnurrt, dann schmusen sie mich an, mauzen leise, dann boxen sie mich mit dem Kopf an, mauzen lauter, fangen an an der Bettwäsche an zu kratzen, das Maunzen wird noch lauter, sie schlecken mein Gesicht ab undd wenn ich dann aufgebe und die Augen öffne sehe ich manchmal direkt vor meinem Auge Soleils Hintern. Er lernt dann das Fliegen und ich bin wach.


Füttern. Es ist als hätte ich plötzlich zwei Fellfesseln, die sich schnurrend um meine Beine winden. Soleil bekommt einen verliebten glasigen Blick, Grey schreit wie ein Baby, während ich, leicht komatös, versuche das Futter in die Schüsseln zu bekommen.
Katzen sind wie eine Mischung aus Kindern und Raubtieren. Wenn sie  etwas wollen, wollen sie es sofort, und nerven so lange bis sie es haben.

Soleil beherrscht die Aliensprache perfekt
Aber nicht nur fressen. Sie wollen meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich bin ihr persönlicher Hometrainer der ,mit einem Federwedel, für den Spaß und den Sport sorgt, sitze ich am Schreibtisch am Laptop, dann wird diese sofort als persönliche Katzenpoheizung umfunktioniert, stehe ich vor der Leinwand, dann gibt es ein Konzert.

Und ich habe zwei stimmgewaltige Kater, Grey hat den Katzenkontrabass und Soleil den Sopran. Das Duett kann man ganz getrost als Katzenmusik bezeichnen -
Nichtkatzenbesitzer versteh das nicht. Auch gibt es gezüchtete Rassen die anders sind. Aber das sind in meinen Augen keine wahren Katzen.
Katzen sind Tyrannen und nicht wir haben sie domestiziert, sondern sie uns.
Warum ich mir das gebe?
Weil es nichts schöneres gibt als wenn sich die beiden abends, beim fernsehen oder lesen, sich an mich schmiegen und schnurren.


Kleine, niedliche Killer.
Und Pupser.
Aber ich liebe sie.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Mondsüchtig



Es ist eine einseitige Hassliebe. Ich liebe es den vollen Mond anzusehen, aber - auch wenn die Wissenschaft es bestreitet - er raubt mir den Schlaf. Und das monatlich. Aber ihm ist es egal- Alle 28 Tage rundet er sich, und je nach Jahreszeit, Wetterlage und Luftverschmutzung glänzt er silbern oder bekommt einen Gelbstich.
Er zieht seiner Wege, ihm ist egal ob ich mich schlaflos hin und her wälze, ob ich ihn anheule oder ignoriere.

Über ihn ranken sich Geschichten und Myhten, Jules Verne hatte davon geträumt, zu ihm zu reisen, später landeten tatsächlich Menschen auf ihm: ihr wisst schon, der Mann der sagte: ein kleiner Schritt für mich, ein großer Schritt für die Menschheit. Wie hieß er noch mal?
Und die ganzen Verschwörungstheorien, dass die Mondlandung gefaked war....
Apollo 13 und und und...

Angeblich verwandeln sich zum Vollmond gewisse Menschen in haarige Bestien, eine Mischung aus Mensch und Tier. Werwölfe.
Mir wachsen um  den Vollmond nur Haare auf den Zähnen. Es hinderlich beim Zähneputzen und Shampoo schmeckt nicht - Spaß, Spaß.
Der volle Mond, und nicht nur er, bewegt nicht nur die Meere - die Gezeiten - sondern auch die Menschen. Auch wenn es wissenschaftlich nicht nachweisbar ist: der Mensch besteht zu 98% aus Wasser, wieso also nicht?
Es gibt Gärtnern nach den Mondphasen, Mondyoga, und und und... ich achte da selten darauf, aber wenn er sich rundet mutiere ich zu einem schlaflosen Wesen und heule herum.

Die Macher von Wallace & Gromit haben die beiden zum Mond fliegen lassen, um Käse abzubauen. eine meine Lieblingsgeschichten der beiden. Sehr süß und phantasievoll. Crakers und Käse. Sehr niedlich.

Drei Nächte schlafe ich nun sehr schlecht und es wird noch zwei Nächte so weiter gehen (herzhaftes Gähnen). Ich mache mir mal einen starken Tee, vielleicht werde ich dann wach...
und, meine Güte, seit wann bin ich so behaart?



Dienstag, 17. Dezember 2013

Schnäppchen Häppchen (clever einkaufen)

Vor den Festen des Jahres wird mit Luxus geworben, auch in den Discountern. Da ich mir aber angewöhnt habe das Kleingedruckte zu lesen, lege ich 99% der angesehen Produkte brav wieder zurück. Und frage mich immer, wer eigentlich zu doof zum Lesen ist.
Aber es hat nichts mit Dummheit oder Doofheit zu tun, sondern am mangelnden Interesse, Unwissen und an der Angst, vielleicht etwas zu entdecken, was man nicht mag und man deswegen den Pseudoluxus nicht mitmachen kann.
Oberflächlich betrachtet Luxus, näher betrachtet Verarsche.
Auch ich kaufe bei Discountern, aber ich achte darauf was ich kaufe.
Als ich mal wieder unterwegs war, umringt von DELUXE Werbung, machte ich mir den Spaß und sah bei den Garnelen nach. Für einen stolzen Mini-Preis angeboten. Ich suchte das Herkunftsland auf der Verpackung und fand es schliesslich (meine Finger waren schon ganz taub von der Kälte).
Wer die Berichte über die Zucht und die Herstellung von Schrimps in Thailand und Vietnam gesehen hat, wird - falls er wie ich kein Tier isst - eh darauf achten nur noch Nordmeergetier zu essen.
Wem es egal ist frißt alles. Auch die Schalentiere die hier angeboten werden. Hühnchensalat und Garnelensalat - und man muss sich keine Gedanken mehr über eine Erkältung im Winter machen - der Einsatz mit Antibiotika in der Tierzucht ist ein Unding.
Wenn es wenigstens Biogarnelen wären, aber so?
Beim Essen will ich nicht sparen. Und auch beim Luxusessen nicht.

Da schätze ich eher Rabattaktionen oder Sammelaktionen. Rewe bietet gerade wieder Sammelheftchen. Ich mache nur dann mit, wwenn ich etwas von den Sammel-Stücken brauchen kann. Je 5 Euro bekommt man eine Marke zum Kleben, mit 25 Klebern kann man ein Produkt u einem Sonderpreis kaufen. Klar möchte man mit solchen Aktionen die Kunden an den Laden binden. Ist ja auch legitim.
Mein neuer Mixer fand so den Weg in meine Küche. Mein Alter, von Privileg, hat mir mehr als 25 Jahre treu gedient, er darf auch bleiben, bekommt aber jetzt schon die Schnappatmung, wenn  ich das Päckchen Trockenhefe aus dem Schrank hole. Er keucht beim Teig kneten wie eine asthmatische Köchin.
Als jetzt von WMF der Mixer für 20 Euro (mit Rabattheft) angeboten wurde, schlug ich zu. Der Mixer kostet normalerweise fast 50 Euro. Bei Rewe kaufe ich eh ein und mein Freundeskreis sammelte fleissig mit.

Und hier ist er: Mein black beauty.




Also: Augen auf beim Schnäppchenkauf.
Es ist nichts gegen Schnäppchenkaufen einzuwenden, aber lasst euch nicht veräppeln.



Montag, 16. Dezember 2013

Dont like Mondays Kornwestheim die Zweite

sangen schon die Boomtown Rats. Montag = Mondtag. Damit huldigt man dem Gestirn, dass mir mal wieder den Schlaf raubt.
Zwar behauptet die Wissenschaft, dass es keinen Einfluß des Himmelsgestirnss auf uns Menschen gibt. Ich halte das für ein Gerücht. Ich merke den Mond ein zwei Tage vorher schon und auch zwei Tage danach noch.
Ich schlafe schlecht, werde wach und wälze mich hin und her.
Ich bin gerädert und werde einfach nicht wach.
Aber mir ist ein Nachtrag zu einem Artikel sehr wichtig:
Es geht um das Asylbewerberheim in Kornwestheim: eineFreundin schilderte mir wie das läuft, mit der Findung nach *geeigneten* Unterkünften.
Man kann Flüchtlingsströme nicht strömen und auch keine Krriege vorhersehen. Bis vor kurzen gingen die Zahlen der Aslanträge stark zurück, um jetzt ieder ansteigen. Die Kommunen könen es sich nicht leisten Quartiere frei zu hallten und mieten dann, wenn es so weit ist, Wohnraum an.
Und es ist nicht leicht geeignete Räumlichkeiten zu finden. Manchmal müssen die Städte und Gemeinden zu extremen Presen nehmen, was sie bekommen können.
Mag sein.
Das ist bestimmt ein Problem, was den Menschen die dort untergebracht sind aber auch nicht weiter hilft.


Sonntag, 15. Dezember 2013

Hangover - Sonntagsgedanken 49/2013

Es kommt wie es kommen muss. Immer. Ausser zwischendurch geht die Welt unter. Was schlimmeres verhindern könnte. Aber das ist eine Frage der Perspektive.
Manchmal braucht man keinen Alkohol, um verkatert zu sein. Einen Hangover kann auch die Seele erwischen. Oder einfach einen Lebensabschnitt.
So geht es mir heute.
Am liebsten würde ich im Bett bleiben, irgendwie hänge ich im irgendwo, was aber sich nach nirgendwo anfühlt.
Es ist nichts greifbares und trotzdem alles.
Gestern haben 75 Prozent der SPD Mitglieder der Groko (Große Koalition) zugestimmt. Auch wenn es mir nicht passt, und ich bin da nicht alleine, so will das doch eine Mehrheit in Deutschland. Welche Mehrheit? Ich kenne niemanden der sagt: ich finde es gut. Entweder lebe zeitweise ich in einer Paralldimension - oder in meinem Teich schwimmen nur Karpfen.
Karpfen blau.
Alkohol.
Manchmal frage ich mich, ob gewisse Menschen in einem Dauerzustand der geistigen Umnachtung sind, um nicht zu verstehen, was da gerade abläuft. Aber das ist nicht so.
Es interessiert sie einfach nicht.
Ich höre die Rufe nach mehr Demokraie aus mancher Ecke, die aber unerwidert in der Halle der Massen verhallt. Ist es nicht auch eine Entscheidung zu sagen: Es juckt mich nicht? Die werden es schon machen? Ich bin ganz zufrieden, lass mich in Ruhe?
Und zu den rufen nach mehr Demokratie ist auch u saggen: hier erlebe ich, dass manchem ufer glauben, dass es mehr Demokratie ist, wenn ihr Wile durchgesetzt wird.
Hier seufze ich einmal in meinen Kaffee....

Die letzten Wochen wurde manche *unglückliche* Entscheidung unter Aussschluß der Öffentlichkeit, teilweise europaweit, weltweit über die Bühne gebracht. Das transatlantische Handelsabkommen
Teiweise wird die Souveränität der Staaten untergraben, Verbraucherrechte werden massiv eingeschränkt - liest man davon? Ja. Ab und zu.  Gibt es Demos? Kaum. Es ist wie bei ACTA - nur ein kleiner Teil mupft auf.
Es geht um Geld. Es geht um Umsatz. Es geht um Gewinn. Es geht um Lobby.
Ich war einmal übereugte Europäerin. Bin ich immer noch. Aber der EU stehe ich mehr als kritsch gegenüber.
Seht euch den Bericht an, der hinter dem Link ist....
Ob ich mich aufrege?
Nein.
Es macht mich einfach nur noch müde.

*Bettdecke über den Kopf ziehe*

Freitag, 13. Dezember 2013

Stuttgarts Schande und Ludwigburgs Fehlverhalten

Stuttgart ist reich. Einer der reichsten Städte Deutschlands. Trotzdem ist jeder 5. dieser Stadt direkt oder indirekt von der Armut bedroht.
20%
Und das obwohl hier Vollbeschäftigung herrscht.
Aber anscheinend auch eine gewisse menschliche Kälte.
Es herrscht das *Wegsehen*
Von was ich spreche? Vom Umgang mit den Schwächsten. Von denen die keine Lobby haben und an denen man nicht verdienen kann. Von denen, die keine Wahl haben.
Ich spreche hier vom Umgang Stuttgarts und der Stadt Ludwigsburg mit Flüchtlingen.

Vor Wochen schon stolperte ich im Gesichtsbuch über das Engagement von Freunden und Bekannten, die etwas Freude in das Leben der Flüchtlings-Kinder bringen. Es wurden Geschenktüten gepackt und eine Nikolausaktion gestartet. Es gabe viele fröhliche Kindergesichter zu sehen. Aber auch andere Bilder.
Als ich dann folgende Fotos sah, die mir ausdrücklich zur Verfügung gestellt wurden, und die Zustände im Heim aufzeigten, fiel ich vom Glauben ab. Dieses *Auffanglager* gehört nicht zu Stuttgarts Verwaltungsbereich, sondern zu Ludwigsburg. Was die Sache auch nicht besser macht.
In Stuttgart protestierten Flüchtlinge gegen die unwürdigen Umstände ihrer Unterbringung.
Kaum beachtet. Kaum gehört.


Die Bilder wurden mir von Jürgen K. zur Verfügung gestellt.
Er schrieb folgende Worte dazu:

"Vergangenen Freitag habe ich eine zentrale Asylbewerberunterkunft im Raum Stuttgart besucht. Das Gebäude, ein mehrstöckiger fabrikähnlicher Bau, der offensichtlich eine ehemalige Bahnimmobilie ist, bei welcher man ab Mitte der 50er-Jahre nichts mehr hineingesteckt wurde. Das Gebäude gleicht einer Plattenbau-Ruine. Im Inneren sind vorwiegend große Räume ohne Zwischenwände, in welchen teilweise mehrere Familien leben müssen. Die Zustände in diesem Wohnheim sind völlig inakzeptabel. Ein völlig heruntergekommenes Gebäude, Elektroinstallation aus dem letzten Jahrhundert, defekt, Kabel hängen aus Decken und Wänden, die sanitären Anlagen sind niemandem zuzumuten, das Wasser läuft nicht ab, die Stadt kümmert sich nicht darum. Das erinnert eher an ein Straflager in Sibirien, die Menschen dort müssen ihr Essen zubereiten, während Kakerlaken und Schaben aus den Wänden krabbeln und um den Topf rennen. Bis vor kurzem ging die Heizung nicht. Wie die Menschen dort leben müssen ist abgrundtief traurig. Was ich dort gesehen habe, beschäftigt mich sehr. Eigentlich sollte sich das jeder einmal von innen anschauen. Das Lachen der Kinder und die Freude über kleine Geschenke wärmen das Herz, jedoch bleibt der bittere Beigeschmack, mit welcher tatsächlichen Herzenskälte hier mit den Familien umgegangen wird. Offiziell sollen dort 200 Menschen Platz finden, jedoch hat die zuständige Behörde bereits mehr als 300 Personen untergebracht. J.K."
Hier hilft auch kein Putzen mehr, auch nicht etwas Farbe. Hier muss mehr geschehen. 

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Steht irgendwo im Grundgesetz. Zum Wohle des deutschen Volkes. Und was ist, wenn man nicht deutsch ist, auf der Flucht und mittellos?
Vor kurzem war St. Martin. Kleine Menschen zogen mit Laternen durch die Straßen, ein berittener Polizist als St. Martin begleitet die Gruppe Kinder. Fröhliche, kleine Menschen-
Was ist mit den anderen Kindern? Die in dem Asylbewerberheim? Die, die nichts haben?
Interessiert sich denn die Stadt, der Gemeinderat dafür? Lobna Forer, Stuttgarter Aktionskünstlerin, und Britta Bamberg setzen sich für diese Menschen ein. Und nicht nur sie. Sie tun etwas, sie sehen nicht weg. Und sie sind nicht alleine.

Durch mein Umfeld. hörte ich zum erstenmal von der *Willkommenskultur*.  Willkommen in Stuttgart.
Wie geht die Stadt mit Fremden um?
Sie sind willkommen.
Wie geht Ludwigsburg mit Fremden um?
Die Bilder, die ich sah, sprachen eine andere Sprache. Ich machte mir Gedanken und fing an im Netz zu suchen. Aber ich fand keinen Artikel über die Missstände in diesem *Wohnheim*. Anscheinend gilt auch hier:

Keine Lobby = Keine Unterstützung.

Was kann man machen?
Viel. Selbst etwas diesen Menschen geben. Die zuständigen Stellen bei der Stadt nerven. Briefe, Anrufe bei den Verantwortlichen im Rathaus, die Parteien anschreiben, anrufen, fragen.
Ob Stuttgart odder Ludwigsburg. Berlin oder Hamburg.
Es kann jeden treffen

Wegsehen hat noch nie etwas an den Zuständen geändert.



Donnerstag, 12. Dezember 2013

Graue Panther - Papiertiger im Cafe Weiß (die hippe Mitte)

Nun ja, wer nicht reserviert, der daf sich  nicht beklagen, wenn er im letzten Eck landet. Taten wir auch nicht, also letzteres, aber im letzten Eck landeten wir schon. In einem Separee, das wahrscheinlich einiges zu erzählen hätte. Ich hörte die Wände flüstern, aber bald war das übertönt vom Lärm der Kneipe.


Das Cafe Weiß ist ein Teil der Stuttgarter Rotlicht und Kneipengschichte, jahrelang ein Treffpunkt für Schwule, in einer Zeit in der sie noch mehr diskriminiert wurden als heute. Lange bevor es so schicke Lääden wie das Rubens gab.
Und hier fand ein Leseabend statt. Also im Cafe Weiß, nicht im Rubens. Joe Bauer, der Kolumnist der Stuttgarter Nachrichten, (der einzig wahre Grund dieses Blatt zu kaufen) traf sich mit ein Paar Musikern, seinem Kumpel Baisch und dem Schriftsteller Schorlau.
Was für ein schräger Abend. Er hätte ein Highlight der Woche  werden können. Joe Bauers Texte lese ich gerne, aber ich liebe es ihm zu lauschen.
Nun, man kann das Separee ertragen, aber eine Kneipe lebt und stirbt mit dem Charakter ihrer Bedienungen. Fast hatte ich Mitleid mir, anscheinend hatte man nicht mit dem Ansturm gerechnet und anstatt den Gästen das mit einem Lächeln und einem schrägen Witz schmackhaft zu rmachen wurde gejammert, man wurde strafend angesehen und es wurde einem sofort unterstellt, das man kein Verständnis hat. Nun ich kenne solche Kneipenbeißzangen und ich amüsiere mich köstlich über sie - wie kann man nur so verbiestert durch das Leben laufen? (Und kommt mir nicht mit: was die wohl schon alles erlebt hat....)
Ich habe Verständnis, habe ich doch selbst einmal bedient und lange Jahre mit Kunden zu tun gehabt. Nein, ich war nicht immer freundlich zu den Leuten, aber irgendwann sollte man es sein oder den Job wechseln - oder eben damit leben, dass manche Gäste Eintagsfliegen bleiben.
Ausnahme ist und bleibt die einarmige Dame des legendären Zum-Zum Imisses, einer der Eckpunkte des vergangene Szene Dreiecks. Palast der Republik, das unbekannte Tier und das Zum Zum. Das Tier und das Zum Zum sind (leider) Geschichte. Mancher Kater begleitete mich nach Hause und manche Curry Wurst.
Mich störte es allerdings gar nicht so sehr, ich dachte mir meinen Teil, aber die nette junge Dame, die mit uns im Separee saß, wusste anscheinend nichts mit dem Begriff Lesung anzufangen und textete ihrerseits ihren Begleiter zu.
Ich erfuhr einiges aus ihrem Leben, beziehungsweise von einem Treffen, mit einem Mann an einem bestimmten Abend, dass nicht gerade zu ihrerer Zufriedenheit lief.
Irgendwie wollte er nicht so wie sie und er hatte mein gesamtes Wohlwollen. Also der Verschmähte und jetzt Geschmähte. Mein Mitleid für den Begleiter des Abends hielt sich in Grenzen, den er hing ihr an den Lippen, bzw sein Blick an ihren anderen weiblichen Accessoires.
Hin und her gerissen zwischen dem Gedanken, den Schluß ihres Dramas nicht verpassen zu wollen und dem Wunsch Shorlau zu lauschen, entrang sich meiner Brust ein leises "Psssst", was sie zu einem giftigen Blick animierte und ihn zu einer Entschuldigung.
Ich glaube die beiden werden ein Paar.
Die Bedienung hatte es dann mal endlich geschafft meiner Begleiterin den Kaffee zu bringen, der so schmeckte wie ihre Art war. Und meine Begleitung trinkt meinen Kaffee ohne zu murren, und der ist nun wirklich nichts besonderes. Obwohl: er ist besonders schrecklich.
Schorlau las und wir lauschten - angestrengt. Denn, auch wenn er volltönend  und witzig schreibt so liest er es nicht so. Leise, fast ohne Betonung - mein Trommelfell krampfte nach wenigen Minuten im Dreiviertetakt - formten unsere Ohren Muscheln um den Klang zu verstärken.
Aber was ich hörte, also der Inhalt, machte mich neugierig auf die Bücher.
Wir gaben auf und wollten zahlen - was aber de Barfrau zu verhindern wusste. Sie verschwand einfach...
So hörten wir noch einmal Herrn Baisch zu .....
Irgendwie schräg, der ganze Abend, aber irgendwie lustig. Und an die Bedienung könnte ich mich gewöhnen ...




Mittwoch, 11. Dezember 2013

Mittelalter Zauber

Rund um Stuttgart wimmelt es nur so von Geschichte und Überbleibsel der Geschichte. Schon in Bad  Cannstatt ist fast überfrachtet an altertümlichen Gebäuden und Stadtmauerfragmenten, auch wenn sich das meiste verbirgt - hinter der (meist hässlichen) Fratze der Pseudomoderne.
Fährt man dann noch etwas am Neckar entlang landet man in Esslingen-


Die Burg lohnt sich immer, aber jetzt im Dezember lohnt es sich doppelt:
Während die Burg oben auf dem Berg(lein) trutzig in die Landschaft starrt, wimmelt es in der Altstadt nur so vor Menschen, Weihnachtsmarktdüfte wabern durch die Luft und Scharen an Zwergen (Kinderlein) folgen seltsam gewandeten Männern und Frauen hinterher. Erinnert ein klein wenig an den Rattenfänger....
Zwischen den heutigen Menschen wandeln, in einfaches Tuch oder feinstem Samt gekleidet, gar seltsame Menschen.
Und auch ich merke, dass sich mein Sprachgebrauch wandelt.
Da hört man: holde Dame, werter Herr, einen Thaler, habt Dank, ein heißer Trunk zur Stärkung edle Dame?


Wenn es mehr raucht als anderswo, die Buden eher an orientalische Zelte oder Wikingerhütten ähneln, dann ist man im Mittelaltermarkt des Esslinger Weihnachtsmarkts gelandet.
Ich liebe es: zu gucken, zu schnuppern, der erste Weg ist zu dm Stand mit den orientalischen Naschereien, knuspernd ziehe ich dann weiter: Naturseifen, Suppenküche, der Schmied an seiner Esse, das Märchenzelt für die Kinder und die Drachenreitschule.
*Hach*
Auch wenn ich es diesmal eilig hatte, ich musste etwas in der kleinen Stadt abholen, so zog es mich doch wieder auf diesen Markt. Und zu den Körben. Hier sitzt der Korbmacher nämlich noch auf seinem Hocker, wenn er Glück hat, in der Sonne und geht seinem Handwerk nach. Ich erstand einen schlichten Korb für 25 Taler und zog  meiner Wege.
Der führte über den normalen Weihnachtsmarkt - der auch sehr nett ist, vor allem das Zwergenbacken:



Es lohnt sich:
Weihnachtsmarkt Esslingen, die Alststadt lohnt sich ganzjähig. vielleicht zu einem Neujahrsausflug?

love it.

Montag, 9. Dezember 2013

Nie schöner die Glocken klangen (Maulbronn)

Maulbronn ist ein verschlafenes Nest in der Nähe von Bretten. Wer Bretten nicht kennt (hat im Prinzip nichts verpaßt) kennt vielleicht Bruchsal (etwas besser). Wer das nicht kennt: das ist in der Nähe von Karlsruhe.
Soweit zur Geographie.
Wenn jetzt Maulbronn so ein Nest ist, warum dann erwähnen? Weil es einen kleinen entzückenden Weihnachtsmarkt hat - im Schatten des Klosters. (Ich bemühte mich ständig NICHT in Flammen aufzugehen).
Eine Freundin hatte  den *Roadtrip* vorgeschlagen und da der kleine Markt nur an einem Wochenende im Dezember ist sind wir am Samstag hin, zu dritt, ich im Korsett und abgefüllt mit Schmerzmitteln, der Tag war trübe, es regnete oder nieselte und war einfach grau.


Man fährt lange durch Gegend. Oder wie Hans immer sagt: zuviel Gegend. Oder wie Harald sagt: da willste nich tot über'm Zaun hängen. Sorry, ich bin Badenerin, aber hier geht es mir genauso.
Aber wenn man dann den Hügel zum Klosterhof hinunter läuft geht einem das Herz auf. Zwischen den historischen Fachwerkhäusern, die von der Klosterkirche dominiert werden, bieten sich breite Gänge zwischen den kleinen Buden, die von Kunsthandwerkern oder/und örtlichen Vereinen sind, die über den Verkauf Spenden sammeln und natürlich Fressbuden und Glühweinstände.
Den vom Roten Kreuz suchte ich gleich heim und war danach nur nach am Kichern.
Kinder nicht nachmachen: Ibuprofen und Glühwein ist eine fatale Mischung. Auch für den Geldbeutel.


Ich plünderte den Markt - allerdings nur Kleinigkeiten. Kamelzähne (gerösteter Mais), eine kleine Filzmaus (nein Uwe, MAUS nicht LAUS), Flaschenstöpsel.
Dafür sammelte ich jede Menge Kontaktdaten und schoß Bilder ohne Ende und beging den Fehler einen zweiten Glühwein zu trinken.


Rose wurde dann und überzeugt, einen wunderschönen Schmuckstein zu kaufen, wir redeten ihr beim Weihnachtskranz aus Filz gut zu und  freuten uns dass sie auch noch beim CVJM (auch stimmt, da habe ich Müsli gekauft) Holzfiguren mitnahm und beim Blechner einen Elch.
Es ist schön, anderer Leute Geld auszugeben.
Zum Abschluß gönnten wir uns noch Pommes - die Besten meines Lebens - und da es später Nachmittag war fluteten auch die Massen den Markt, Zeit zu gehen.
Ja ich weiß, es ist nicht fair, euch von diesem Weihnachtsmarkt zu erzählen, jetzt wo er vorbei ist. Ich verspreche hoch und heilig: nächstes Jahr sage ich euch eher Bescheid.



Je fröhlicher die Lieder klingen
desto beschwipster sie singen .....



Sonntag, 8. Dezember 2013

2.Advent (Sonntagsgedanken 48/2013)

Gestern hat mich dann der Advent doch eingefangen. Wir waren auf einem kleinen Weihnachtsmarkt, bewaffnet mit Stützkorstett und Schmerzmittel ging es.
Tja, eines kann ich euch sagen:
Nichts essen, Schmerzmittel und dann einen Glühwein trinken hat eine fatale Wirkung bei mir: ich fange an zu giggeln und bin praktisch der Nonsens in Person.
Gut für die Händler, schlecht für meinen Geldbeutel. Leben und leben lassen.
Trotz des feuchten Dezembertages - von wegen Schnee: grau und Regen! - war es ein angenehmer Wochenausklang.
Einer Woche die wieder einma ziemlich viele Aufreger bot und die mit einem sehr traurigen Abschied ein her kam.

Der Koalitionvertrag schwebt über uns. Nein, es regt mich nicht auf, dass SPD und CDU sich *verbünden* wollen, aber es regt mich auf,

  • dass die SPD sich so verkauft und dadurch es keine wirkliche Opposition mehr geben wird
  • dass es in diesem Fetzen Papier nur so von Absichtserklärungen wimmelt, aber nicht wirklich konstruktiv etwas ausformuliert wurde,
  • dass sich die SPD nicht entblödet, der CDU den Steigbügelhalter zu machen
  • die Tatsache, dass Macht korrumpiert
  • wie sich Gabriel der Presse gegenüber flegelhaft benimmt ( und ich meine jetzt nicht das Interview mit Frau Slomka, da gibt es andere Beispiele)
Gestern kam die Info, dass die Jusos geschlossen mit NEIN gestimmt hat. Was aber der satten Führungspitze der SPD nichts zu wundern gibt.
Die freut sich über die zahlreichen Neumitglieder, völlig außer acht lassend, dass unter anderem die Heute Show für einen Parteieintritt geworben hat, um  mit nein zu stimmen.
Tja, her Gabriel, auch ein Erzengel mit ihrem Gewicht würde ständig auf dem Boden ab*dopsen*....
Es ist einfach widerlich mit anzusehen wie aus reiner Machtgier.... und Pöstchensuche....
Zwischendrin wird das transatlantische Freihandelsabkommen hinter geschlossenen Türen abgeschlossen und souveräne Staaten geben ihre Rechte an der Hinterpforte ab.
Danke Frau Merkel und co, super, dass die Regierungen ihre Arbeit weiter vertrauensvoll an Großkonzerne abgeben.
Für was bekommen die eigentlich ihr Gehalt?

Ach was soll's: Brot und Spiele und die Mehrheit ist eh vom Glanz und Glitter, Weihrauch und Glühwein so beschallt, berieselt und beschwipst, dass es sie nicht interessiert. Hauptsache fressen und furzen und das letztere auch nur heimlich.
Ups, ich schreibe mich in Rage. Aber es ist aber auch ärgerlich und ganz un-adventlich.

Einen Moment hielt letzt Woche die vernetzte Welt den Atem an.
Und ein trauriges Lächeln begleitete den Tag, Bilder des Mannes flimmerten über alle Monitore und, der der so viel für so viele getan hat und dabei immer bescheiden blieb - was seine Person anging, ist gegangen.
Ein Hoffnungsträger, der seine Wut besiegte und mehr schuf, als alle Waffen der Welt es können.
Einen Neuanfang.
Danke Nelson Mandela.







Freitag, 6. Dezember 2013

Helden


Free Nelson Mandela
»Niemand wird geboren, um einen anderen Menschen zu hassen. Menschen müssen zu hassen lernen und wenn sie zu hassen lernen können, dann kann Ihnen auch gelehrt werden zu lieben, denn Liebe empfindet das menschliche Herz viel natürlicher als ihr Gegenteil.«

Nelson Mandela (* 18. Juli 1918, † 5. Dezember 2013)

2013 ist ein Jahr des Abschieds.
Fast jeden Monat geistern Meldungen durch die Presse, wer von den Helden meiner Jugendjahre gestorben ist.

Als mich die Nachricht ereilte, dass Nelson Mandela von uns gegangen ist, überraschte es mich nicht, aber es erfasste mich eine große Trauer.
Häftling 46664, ein Mensch, dem all die Qual die ihm zugefügt wurde, die Demütigungen des Systems, dieser Mann der mehr für uns getan hat, als es ist im ersten Moment greifbar ist.
Ein Kämpfer für die Gleichberechtigung aller Menschen.
Bescheiden, freundlich, wenn Kinder in der Nähe waren, immer zu einem Lachen bereit.
Ob ich ihn persönlich gekannt habe?
Nein, diese Ehre wurde mir nicht zuteil. Aber ich hörte seine Botschaft. Und ich versuche sie zu leben. Alle Menschen sind gleich - egal wie hell oder dunkel ihre Haut ist.

Durch meine frühere Mitbewohnerin Ina lernte ich unter anderem das Musical Sarafina kennen, dass sich gehen die Apartheit wandte. Und ihre wundervolle Freundin Helen, eine Südafrikanerin, die in Griechenland Medizin studierte. Durch ihren Aufenthalt in Deutschland lernte ich die nicht so schöne Seite Deutschlands und Europas kennen.
Ina musste Helen krankenversichern. Ina musst sich bereit erklären, alle eventuellen Kosten, die durch Helen entstehen könnten zu übernehmen. Die Österreicher ließen Helen nicht einreisen, weil ihre Papiere auf Griechisch waren.
Der wahre Grund war ein anderer.
Helen ist schwarz.
Eine wunderbarer, glänzender Braunton, wunderschöne, unendlich tiefe Augen und das fröhlichste Lachen das ich je gehört hatte.


Apartheit ist eines der größten Verbechen der Menschheit. Denn es ist Rassismus pur.
Wir sind alles Menchen.
Aber das scheinen viele  zu vergessen und pflegen ihre Vorurteile.

Nelson Mandela ist gegangen. Aber sein Geist bleibt uns erhalten.
Danke Nelson Mandela

R.I.P.

Brautkleid= Blaukraut (*vergessene* Gemüse)

Brautkleid bleibt Brautkleid
Blaukraut bleibt Blaukraut.
Versucht das mal. Ganz schnell hinter einander aussprechen. Ich sage euch: ihr werdet einen gordischen Knoten in der Zunge haben. Und auch wenn das nicht so ist werden unerkennbare Laute eure Lippen verlassen.
Aber um Zungenbrecher der verbalen Art geht es heute nicht. Es geht um:

Blaukraut.
Rotkraut.
Rotkohl.



Ihr kennt es wahscheinlich auch aus Kindertagen: die matschige Masse, die aber irgendwie herrlich nach Weihnachten schmeckte und meistens einherging mit fetter Gans, ganz fetter Soße und irgendeiner Knödelmasse. Oder Püree.
Ich liebe Blaukraut, aber ganz ohne Gans. Aber mit Kartoffelpürree. Und sonst nix.

Natürlich ist Rotkraut kein vergessenes Gemüse, aber manchmal denke ich, dass manche Menschen glauben, dass das Kraut im Glas gezüchtet wird -  denn so bereiten es die meisten zu:
Glas im Supermarkt kaufen, warmmachen, essen, lecker sagen.

?

Für mich gilt das nicht. Ich kaufe einen *Kopf*, den ich dann *schlachte*.
Ich esse den Kohl nämlich gerne roh. Mit Birnenschnitzen und in Apfelessig-Dressing eingelegt, Auf's Brot, zum Brot, mit Bratkartoffeln, pur.
Rezept?
Kommt am Ende.
Aber was wäre Blaukraut im Spätherbst ohne die Gewürze: Nelken, Lorbeer? Die Küche riecht feierlich nach Weihnachten, es blubbert in den Töpfen, die Katzen gucken doof. Keine Gans weit und breit und wenn, dann wäre sie sicher. Vor dem Bräter, aber nicht vor den Katzen.

Beide Rezepte hier:

Der rohe Kohl:

Für 4 Personen:
1 Birne
1/2 kleiner Rotkohl
 0,2 l Apfelsaft
 0,1 l Apfelessig
etwas Zucker
1 Tel Senf
Pfeffer
1-2 Eßl Walnussöl

Die Marinade mixen und in eine verschließbare Schüssel geben,
die Birne schälen, entkernen und klein geschnitten in die Marinade geben
den Kohl in feine Scheiben schneiden, unterheben und den Deckel drauf, ab in den Kühlschrank, durchziehen lassen, zwischendurch immer wieder mal vermengen.




Kokelores Weihnachtsgemüse

1/2 Rotkohl gehobelt
2 Äpfel, entkernt und geschnitten
1 1/2 gr0ße Zwiebeln, gehäutete und kleingehackt
1/2 große Zwiebel, gespickt mit Gewürznelken
Lorbeerblätter
Wacholderbeeren getrocknet
1/2 Liter Glühwein
Apfelessig
etwas Öl

Pfanne heiß werden lassen, öl rein, Zwiebeln rein, glassig dünsten
dann die Apfelstücke, den Lorbeer, die Wacholderbeeren, die gespickte Zwiebel dazu, das Ganze mit dem Kohl bedecken, den Essig dazu, erstmal dünsten,
dann nach und nach den Glühwein zugeben, immer wieder verkochen lassen und immer wieder wenden bis er für euch den richtigen Biss hat.

Ich liebe es mit Kartoffelstampf :)
*schleck*

Donnerstag, 5. Dezember 2013

In einer kalten Winternacht - Teil II

Gestern erzählte ich euch, wie ich entdeckte, dass sich eine Mäusepopulation bei mir ein quartiert hatte - gegen meinen Willen und dann auch gegen meinen erbitterten Widerstand.
Zuerst fing ich jeden Tag eine Maus mit der Lebendfalle - aber nach der fünften Maus, die ich aussetzte, war dann Schluss.
Ich sah nur noch Mäuse. Eines Abends, ich saß auf der Couch und sah fern, hörte ich eine rascheln, und so sehr ich alles absuchte - ich fand sie nicht, es trieb mich fast in den Wahn.
Als ich am nächsten Tag im Zug zur Arbeit saß und mein Studentenfutter aus der Tasche holte, hielt ich eine zernagte Tüte in der Hand, jetzt wusste ich wo die Maus gewesen war.
Die anderen Zuggäste sahen mich an, als sei ich irre, als ich meine Tasche umstülpte und den Inhalt auf den Boden leerte - alles angenagt, aber keine Maus.... ich kaufte mir in der Pause eine neue Tasche, und wusch mir ständig die Hände.
Ich hatte Mäuseparanoia.

Abends erledigt und hungrig, kochte ich mir etwas und hörte etwas unter der Spüle-
es klang seltsam. Pop-pop-pop dann Ruhe, dann wieder  Pop-pop-pop. Vorsichtig öffnete ich die Tür und spähte unter die Spüle - nichts.
So ging es eine halbe Stunde. Tür auf - Stille -Tür zu - Pop-pop-pop.
Ich riss die Tür auf. NICHTS!
Wurde ich kirre, irre, wahnsinnig?
Als es wieder poppte öffnete ich die Tür und entnahm den Eimer. Ich sah hinein und da sprang es mich an.

Schreiend warf ich den Eimer von mir um ihn sofort mit einem Tuch zu bedecken,
Ich hatte fast einen Herzinfarkt.
Im Eimer befanden sich 5 kleine Mäuschen, ganz klein, sie mussten über das Rohr gewandert sein, stürzten in den Eimer und kamen nicht mehr raus.
Was jetzt?
Aussetzen bei der Kälte? Ich sicherte den Eimer und erkundete die Nachbarschaft, gut eingemummelt. Ich fand ein Plätzchen, eilte nach hause und verließ im Dunkeln, heimlich mit dem Eimer das Haus und brachte die Mäuse zu ihrer neuen Heimstatt.
Aber so konnte es nicht weiter gehen. Kammerjäger?
Ich kaufte Totschlagfallen.
Zwei Tage später tapste die Muttermaus hinein. Gerade als ich das Zimmer betrat. Die Falle schlug mit so einer Wucht zu, das Falle und Maus einen doppelten Salto schlugen.
Vor meinen Augen.

Mir ging das dann ziemlich nach. Die Maus hatte ich zur  letzten Ruhe gebettet, mich bei ihr entschuldigt und mehrere Nächte schlief und träumte ich schlecht.
Die Schnappfallen blieben leer.
Keine Maus mehr.
Auf mein Taubentöter T- Shirt  (das ist eine andere Geschichte) ließ ich den Zusatz *Mäuseterminator* drucken und dachte ich hätte sie los...
bis ich Jahre später mir zwei Kater zulegte...

Manchmal springen die beiden mitten in der Nacht aus dem Bett, es poltert und rumpelt, dann ein kurzes fiepen und sie spielen die ganze Nacht mit der Leiche - die ich dann morgens entsorge....
Killzone.
Gestern Nacht haben sie wieder zwei um ihr Leben gebracht:

Die Moritat von James Soleil und dem grausamen Grey

einst, in einer kalten Winternacht
wurd' das Mädel umgebracht,
grausam jagt' der Mörder sie 
und zwang sie letztendlich in die Knie
Ihren Liebsten geschah es gleich
beide sind im Totenreich

Die Killer James Soleil 

und der grausame Grey 
jauchzten und riefen laut Juche
sie raubten mir den Schlaf 
ich fand die Leichen, klein und kalt
begrub sie Watte und das sehr bald.


*raschel*

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Überraschung - In einer kalten Winternacht (keine Weihnachtsgeschichte)

Es ist Jahre her, als ich morgens sehr früh, es war halb fünf, in einer kalten Winternacht, verschlafen in die Küche tapste, fröstelnd und nicht gerade gut gelaunt. Ich bin der festen Meinung, dann man NICHT vor dem Sonnenaufgang das Bett verlassen sollte. Schon gar nicht bei Minusgraden. Es war einer der wenigen gnadenlosen Winter die wir haben und die Sandsteinmauern meiner Altbauwohnung strahlten die, in ihr über die vergangenen Wintermonaten, gespeicherte Kälte mit wachsender Begeisterung ab.
Eine Begeisterung die ich nicht nachempfinden konnte.

Als meine linke Hand den Lichtschalter kippte und die Küche in hellen Licht erstrahlte schien selbst die Luft den Atem anzuhalten und Mircosekunden dehnten sich zur Ewigkeit. (So wirkt auch ein schwarzes Loch, das dehnt selbst die Zeit.)
Auf dem Fensterbrett stand eine große Tupperschüssel mit Biomüll, der vertrocknete Toast oben auf und auf dem saß erstarrt, aber mit zitternden Flanken eine kleine Maus, deren Knopfaugen vor Entsetzen fast aus dem Kopf quollen.
Dann geschah alles ganz schnell:
Ich schrie.
Die Maus flüchtete.
Und neben meinem Kopf stürzte sich ein andere Maus aus dem vierten Regalboden, aus ca 1,60m Höhe, zu Boden.
Ich schrie weiter und lauter, während ich versuchte der Maus auszuweichen, die bewunderswerter Weise den Sturz überlebt hatte.
Springt mal aus dem vierten Stock. Ihr rennt mit Sicherheit nicht einfach so davon.
Die Mäuse verschwanden hinter der Einbauküche und ich stand mit pochendem Herzen in der kalten Küche.

Mäuse! Ich hatte Mäuse! Leider nur in der Küche und nicht auf dem Konto.
Nach der Arbeit kaufte ich Lebendfallen und fing dann in den folgenden Tagen eine nach der anderen und ließ sie draussen, in der Nähe von Hecken, frei, nicht ohne Vogelfutter dazu zupacken. Wie gesagt, es war Winter und saukalt und ich hatte ein schlechtes Gewissen.
Aber: ich hatte ein Problem. Altbau ist schön, aber den wollte ich nicht unbedingt mit den - an für sich süßen - knopfäugigen Wesen teilen.
Was tun? Und woher kamen sie denn her?
Die pure Not schien sie in die Wohnung zu treiben.
Abends, ich saß eingemummelt auf der Couch, entdeckte ich das erste *Schlupfloch der Plage*, im alten Holzboden war ein Astloch und just aus diesem guckte jetzt eine Maus. Nur die Schnauze mit den zitternden Barthaaren, die aufgerichteten Öhrchen und die funkelden Knopfaugen ....  ich rührte mich nicht. Und die Maus verschwand wieder in den Untiefen der Schuttdecke.

Das Loch stopfte ich am nächsten Tag. Aber das war noch nicht das Ende der Mäuseinvasion. Wie es weitergeht?
Da müsst ihr bis morgen warten ....

Dienstag, 3. Dezember 2013

Der Knochenbrecher (Der grüne Westen)

Sie versteifte automatisch den Rücken. Seine großen Hände umschlossen ihren Kopf. Sie fühlten sich warm, weich und trotzdem kräftig an. Sie hatte Angst. Es gab kein Entkommen.
*Locker lassen*, seine melodische Stimme klang freundlich. Ja so kannte sie ihn. Sie verspannte sich noch mehr.
Etwas Ungeduld schlich sich in seine Stimme: *Dadurch wird es auch nicht besser!*, sie zwang sich die Halsmuskulatur zu entspannen - so weit es ging.
Und da war es - diese plötzliche Bewegung, ein furchtbares Krachen dicht unter dem Gehörgang, wie eine Explosion in ihrem Kopf.
*Sodele, jetzt noch mal von der anderen Seite*, die Stimme wirbelte fröhlich an ihr Ohr und ein zweites Krachen explodierte in ihrem Gehörgang.....

So ungefähr ist es, wenn ich bei meinem Chiropraktiker von meinen verklemmten Wirbeln erlöst werde. Von jetzt auf gleich sind die Beschwerden weg - wenn ich nicht zu lange  warte. Diesmal habe ich zulange gewartet. Zwar tat es nicht weh - das Einrenken, aber die Muskulatur ist immer noch hart wie Granit. Da helfen auch keine schnurrenden Kater als lebende Pelzstola.
Am meisten hat mich die Geschichte des jungen Mannes beeindruckt, den sie ein halbes Jahr durch alle erdenklichen Untersuchungen gejagt hatten - verdacht auf Herzbeschwerden und und und... Kein Facharzt fand etwas, der junge Mann ging durch die Hölle der Angst - Schmerzen in der Brust, Atemnot.
Wir saßen gemeinsam im Warteraum des Arztes und er fragte uns aus, wir fragten zurück. Die ältere Dame neben mir dann, ganz Fachmann: *Ha, do isch där Bruschdwirbäl varudschd* - was es dann auch war. Der junge Mann verschwand hinter der weißen Tür, kam zehn Minuten später sicherlich gelöst und erlöst wieder zur Tür heraus und atmete tief und befreit ein und aus.



Chiropraktik hat ihre Grenzen. Als das MRT zeigte, dass bei mir die Bandscheiben betroffen waren/sind, ließ der Doc seine Finger von meinen Hüften, aber an meinen Hals darf er noch und auch wenn sich ein anderer Wirbel auf Abwege macht, bis zur Taille darf er ran. Was sich im unteren Teil der Wirbelsäule abspielt ist ein Drama, bei dem er nicht mitspielen darf.

Die Praxis ist etwas anders. In allem. Im Keller eines Ärztehauses, Halb-Höhenlage, immer nur einen halben Tag geöffnet, und dann noch nicht mal eine Sprechstundenhilfe. Es ist ist immer ein Highlight, wenn ein Rückengeplagter zum ersten Mal hier auftaucht.
  1. verwirrter Blick
  2. fragender Ausdruck im Gesicht
  3. die Frage nach der Anmeldung 
Es erbarmt sich immer jemand, und erklärt den Ablauf.

  1. Fragen, wer der/die Letzte sei
  2. sich das Gesicht merken
  3. wenn die Person aus dem Behandlungszimmer kommt einfach reingehen
Die meisten behalten ihren verwirrten Gesichtsausdruck bis sie aus dem Behandlungszimmer kommen. Es ist köstlich. Es funktioniert aber auch so. Nur einmal habe ich länger als 1 1/2 Stunden gewartet und das war an einem Montag nach seinem Urlaub.
Warum er und kein anderer Chiropraktiker? - nun er hat früher sogar OP's an der Wirbelsäule durchgeführt, der Krankenhausalltag zermürbte ihn fast und er verließ die Maschinerie und machte seine Praxis auf.
Toller Doc, der Knochenbrecher.
Ihr findet ihn im Stuttgarter Westen, in der Nähe der russischen Kirche.
Adresse und Bewertung findet ihr hier

*Knack*

P.S. Allan von Two and a Half Man tut mir nur leid ^^ aber nicht, weil er Chiropraktiker ist....

Montag, 2. Dezember 2013

Letz Putz - Homeshopping einmal anders

Wer kennt sie nicht, diese Comercials, Homeshopping Europe oder wie sie heißen - Einkaufskataloge mit Moderatoren, die nichts an deres zu tun haben, als einem unmögliche Dinge zu einem unmöglichen Preis andrehen zu wollen. Alles was man braucht ist eine unbestimmte Prozentzahl des Alkoholspiegel und eine Kreditkarte.
Manche Nacht, wenn ich angeschickert nach hause wankte, stierte ich vor Jahren in die Glotze und war bereit alles zu kaufen, was man mir anbot - was allerdings immer daran scheiterte, dass wenn ich mich endlich entschloss etwas zu kaufen, selig entschlummerte.



Dann entdeckte ich Tupperpartys - und war auch einmal Gastgeberin, der Prosecco floß in Strömen, und viel Plastik fand ein neues Zuhause. Die Sachen habe ich heute noch.
Als dann eine Bekannte, bei der Apfelernte, auf mich zu kam und fragte: kennst du Pro Win?, und mir zwei Kataloge in die Hand drückte, musst ich schon ein wenig schmunzeln.
Als ich den Katalogen blätterte, fand ich die Sachen aber gar nicht schlecht und als ich mich im Bekannten- und Freundeskreis um hörte, bekam ich einhellig folgenden Satz zu hören:
*DER BACKOFENREINIGER IST SUPER! Wenn du ne Putzfete machst, dann bestelle den mir mit oder ich komme dazu.*
Das überraschte mich jetzt doch.
Also schrieb ich Michaela an und wir fanden noch einen Termin vor Weihnachten: den ersten Advent. Nun ja, dachte ich, ob das was wird?
Na gestern war die Bude voll, Lachen und Glühweinduft durchzogen die Wohnung und meine Katzen lösten sich in Nichts auf (Sabines Tochter saß dann auf den Bett und lockte beide hervor, vor allem Grey erlag dem Charme der *Leckerlies*).

Selbst Gimli war ganz Ohr und Auge
Da saßen wir nun, Walnussknackend, Punsch und Glühweinsüffelnd, Muffins verputzend und ließen uns *Beschwatzen*. Bei manchen Putzdingen fielen mir fast die Augen aus dem Kopf.
Michaela putzte meine Dunstabzugshaube und mein Cerankochfeld (beide trieben mich regelmäßig in den Wahnsinn...) und da war es um mich geschehen: den BACKOFENREINIGER WILL ICH HABEN!!! Ich glaube den haben wir alle bestellt. Der hat überzeugt. So sauber waren Herd und Abuzgshaube nicht mehr, seit dem ich sie zum ersten Mal in Betrieb nahm.
Michaela putzte noch Türen, Spiegel, Toilette (auch der Hammer!) und ich war baff. Und nicht nur ich.

Zwar wusste ich, dass ich ein Gastgeberinnengeschenk bekommen würde, aber nicht was, mir ging es eher um den Spaß - aber sie haben sich echt nicht Lumpen lassen.
Alle waren satt und zufrieden, auch Michaela, mein Wohnzimmer sah aus wie ein Schlachtfeld, aber der Rest der Wohnung blinkte vorweihnachtlich.....

Falls ihr an den Putzsachen interessiert seid und in der Stuttgarter Umgebung wohnt leite ich euch gerne an Michaela weiter - und nein, ich erhalte keine Provision, aber ich finde die Sachen teilweise den Knaller.

*schrubb*


Sonntag, 1. Dezember 2013

Dies und Das und Wirrwar (Sonntagsgedanken 48/2013)

Die letzten zwei Wochen war ich so beschäftigt und ab vom Schuß, dass ich kaum etwas vom täglichen Leben außerhalb meiner Blase mitbekommen habe. Internet nur morgens und abends, und das nur per LAN Kabel mit einer unirdischen Geschwindigkeit, kaum Handy Netz und schon gar kein Fernsehen,
Ich habe es überlebt und das auch ganz gut.

Trotzdem erreichte mich die Nachricht über den Koalitionsvertrag, das Streitgespräch zwischen Gabriel und Slomka.
Man mag über die GroKao denken was man mag, aber wie sich die Parteien dabei verbiegen ist schon fast bewundernswert. Und wie sie es schön reden.
Allein die Maut.
Madam M hatte dem Volk versprochen: die Maut kommt nicht.
Aber Mister S hat polemikt: Maut für Ausländer!
Madam M scheint dem Mister S irgendwie auch versprochen zu haben, er bekäme sein Spielzeug.
Und jetzt?
Die Maut kommt.
Nun.
Wundert mich nicht wirklich.
Was mich allerdings abstösst, ist das Verhalten des Monsieur G. Von Sozialdemokratie sehe ich da nicht mehr viel. Ob die Basis jetzt mit ja oder nein stimmt ist für mich nicht mehr von Belang. Ich habe mich schon vor Jahren von den Sozialdemokraten verabschiedet. Vor der Wahl wurde ich noch einmal umworben. Aber da ahnte ich schon, was dabei rauskommen würde und sagte - die? Nein Danke.

Nach der Wahl buhlten ja auch die Grünen um die Braut CDU und nicht nur mir entgleiste das Gesicht. Was auf Bundesebene nicht klappte ziehen sie jetzt in Hessen durch.
Ich sehe den Grünen die Mitglieder schon weglaufen wie der SPD.
Auch die Aussage eines Politikers, man dürfe vor einer Wahl keine Koalition ausschließen, das wolle der Wähler nicht. Aha. Schön, dass der weiß was ich will und was nicht.
Ich werde keiner Partei meine Stimme geben, die meint, sie müsse nach allen Seiten offen sein - wer nach allen Seiten offen ist ist nämlich nicht ganz dicht.

Nun denn: Monsignore K aus Baden Württemberg sprach gelassen aus um was es bei den Wahlen geht:
*Es geht nicht um Wahrheiten, es geht um Mehrheiten*.
Wahrscheinlich hat er Recht.
Was mir die Sache aber auch nicht sympathischer macht.

Augen auf bei der nächsten Wahl, lasst euch nicht *vermehrheiten*. in diesem Sinne: einen schönen Sonntag.

Samstag, 30. November 2013

Home, castle and cats

My home is my castle.



Und hier fühle ich mich auch wohl. Als ich dann gestern endlich zu hause gestrandet war, müde, mit mörderischen Rückenschmerzen - hier noch mal ganz vielen Dank an Paul, der den Umweg über Stuttgart gefahren ist, um mich abzuladen, waren die Schmerzen allerdings für die erste halbe Stunde ausgeschaltet -
denn ich wurde geflutet - mit Kopfstübern, Geschmuse, Gemauze, ich wurde förmlich überrannt und fast zu Tode geschmust. Noch in Jacke und Stiefeln saß ich in der Küche, der Koffer und der Rucksack im Flur einfach abgestellt und beide Fellknäuel verwandelten sich in Kletten und waren einfach nicht zu beruhigen.
Bis ich sie fütterte.
Dann war Ruhe im Karton....


Time spent with cats is never wasted



Ich weiß nicht mehr, wer das gesagt hat, aber es muss ein kluger Mann gewesen sein. (Ich habe gegoogelt und er heißt Sigmund Freud =^.^=, dass ich denn mal zitiere ...) Wie gesagt, die Schmerzen waren eine halbe Stunde wie weggeblasen, kamen dann aber wieder - ungebetene Gäste die keiner eingeladen hat. Sie schaffen es immer wieder sich herein zuschleichen und die Party zu torpedieren.
Also Wärmekissen, Katzen und Laptop mit ins Bett genommen und - die relative Schmerzfreiheit genießen.
Die Beiden Katzer eignen sich nämlich hervorragend als Wärmekissen und Tensgerät. Die Vibrationen, die sie beim Schnurren, aussenden haben ,nachgewiesenermassen, eine unterstützende Wirkung bei der Heilung. Wenn man nicht gegen Katzen allergisch ist eine feine Sache.
Eigentlich wollte ich heute zum Spiel der Kickers, aber der Rücken läßt es nicht zu. Beide Katzer weichen mir nicht von der Seite und drücken sich an den schmerzenden Rücken. So wie sie vor Wochen sich immer an die Beine gedrückt haben.
Love them.










Freitag, 29. November 2013

Freitag = Samstag



Eigentlich ist er Samstag der schreibfreie Tag, diese Woch ist es anders. Nur ein kurzes Hallo und Tschüss - der Koffer ist gepackt, das Zimmer wird gleich abgenommen, das LAN Kabel übergeben und um halb eins ist dann Abflug - Paul (Paul, sorry, dass ich erst Patrick schrieb...) nimmt mich mit und macht einen Schlenker über Stuttgart.
Also werde ich recht früh zuhause sein:
Vorher noch Auswertung der gesamten Tests und die Arztgespräche.
Ich bin gespannt.
Euch allen noch einen schönen Restwochentag.

Donnerstag, 28. November 2013

*Weltrettung*

Gestern ging es wieder heiß her - es ging um's Essen. Und dreimal um das vegan sein. Und dreimal war es nicht meine "Schuld".
Als  erstes: die Küche soll/muss für uns Veganer etwas extra zubereiten, nun ich bin genügsam, wenn ich auswärts bin, aber veräppeln lassen muss ich mich nicht. Als ich nachfragte hieß es.
"Menü drei: Sauerkraut mit Schupfnudeln".
Schupfnudeln? Sind mit Ei.
Das sagte ich dem Koch, der trotzig guckte.
Ich dann: *Dann geben Sie mir doch einfach etwas Brot, ich hole mir dann Salat* - na, ich bekam dann Brokkoli mit Tomatenreis und etwas Tomatensoße - und ne Clementine zum Nachtisch.....
Erste Hürde genommen. Am Tisch, bei meinen Leidensgenossen, sprach mich dann J. eben auf das vegan sein an.
Wieso vegan, vegetarisch reicht doch.... solche Diskussionen kennen ich, habe ich schon hundertfach hinter mir und sie war heftig, aber fair.
J. eröffnete die Diskussion mit folgenden Satz: (So in etwas lief die Diskussion ab)
Du verhungerst also lieber als dass du ein Tier tötest?
Ich grinste und antwortete:
Wenn ich am verhungern bin und ein Hühnchen vorbei kommt, dann drehe ich dem den Hals um und esse es, halte mich bitte nicht für einen Träumer. Aber ich kann gut in Deutschland vegan leben und ich verweigere mich eben dieser Lebensmittelindustrie
Kurz Ruhe.
Aber wieso vegan und nicht vergetarisch?
Kurze Erläuterung der Milchindustrie.
Aha, gegen das Leid der Tiere, aber die Menschen in der Dritten Welt sind dir egal?
Schwierig. Ich versuche mein Bestes, ich kann zwar nicht die Welt retten, aber ich kann mein Umfeld ein wenig besser gestalten. Und in Bezug auf die dritte Welt versuche ich auch mein Verhalten zu ändern.
Dann ist es doch sinnlos! Was bewirkst du als einzelner schon? Das hat doch keinen Sinn?
Das ist der Punkt, wo ich oft aus der Diskusssion aussteige, aber J. war so offen mich anzusprechen, also muss ich da durch, und ich erkläre ihm, dass ich nur für mich selbst verantwortlich bin und nur für mich ein Zeichen setzen kann. Wenn ich durch das, was ich tue, anderen ein Beispiel gebe und mir nur einer folgt, habe ich schon viel erreicht. Aber selbst wenn nicht, dann darf mich nicht beirren, dass alle anderen anders denken. Denn es geht um mich und wie ich die Wellt sehe und wie ich mich in ihr verhalte.
Ich fügte noch hinzu, dass ich niemanden vorschrreiben würde, wie er zu leben habe oder was er zu essen habe.
Und, J., einer muss immer den Anfang machen, wenn wir sagen: egal was ich mache, es ändert sich nichts, dann wird sich nichts ändern, auch nicht im Kleinen.
Da gebe ich dir recht.
Das hätte ich nicht erwartet. Er futterte seine Nudeln mit Hackfleischsoße auf und ich mein Gemüse und wir saßen friedlich nebeneinander.
Aber ich sagte drei.
Abends folgte ich einer Diskussion in einem veganen Forum: jemand hatte die *Schandtat* begangen etwas von Maggi zu erwähnen (wie kann man nur! gehört zum Nestlé Konzern und ist damit bääääh) und wurde darauf hin ganz schön angegangen.
Es gibt Menschen die vegan sein mit Weltrettung gleichsetzen. Die meinen sich den Talar des *besseren* Menschen überziehen zu müssen und in die Welt hinausziehen und anfangen zu missionieren.
Mich nervt so was. Egal von welcher Seite. wenn jemand mich anspricht und nachfragt bekommt er die Info, oder aber auch, wenn er mich davon überzeugen will wieder anders zu leben.
Manchmal beende ich in der Zwischenzeit die Diskussion mit den Worten *Lassen wie das doch bitte*.
Vergangenen Sommer habe ich gewaltig über die Stränge geschlagen, möchte ich aber nicht mehr, auch wenn das einigen nicht passen mag.
Und noch etwas:
Nein "wir Veganer" essen nicht nur Sojaprodukte und Sägespäne.
Und es gibt nicht "die Veganer".
seufz






Mittwoch, 27. November 2013

needfull little things - das Kabel-Ei



Hä? Von was schwaffelt sie denn jetzt? Ich habe s Kabel-Ei genannt - für mich nenne ich es immer nur *Das Ei* - weil es oval ist ist ich keine Ahnung habe wie die echte Bezeichnung ist.
Beruflich und privat war ich eine zeitlang sehr oft unterwegs und was habe ich ständig vergessen? Jepp: die Ladegeräte - egal ob Kamera, Handy - für jedes Gerät gibt es ein eigenes Ladegerät. nd wenn man dann mal eines braucht, dann findet man einige - aber garantiert nicht das Richtige.
Jedes Handy hat sein eigenes Ladegerät, jede Buchse ist anders, teilweise passt das Ladegerät des Vorgängermodells nicht - obwohl es sich um die gleiche Marke handelt.....

Dieses Ei nun passt in jede Handtasche, es alleine reicht nocht nicht auss, ihr braucht noch ein USB kabel, passend zu eurem Gerät (Handy, Cam ect... ) und so ein Kabel ist wesentlich leichter, nimmt weniger Platz weg und geht auch nicht so schnell kaputt.

Schreibfehleralarm ^^

Was aber auch ein wichtiger Punkt ist: Müllvermeidung: statt eine Schublade voller Ladegeräte (Wertstoffe und Plastik noch und noch) habe ich jetzt das Ei, oval, praktisch, günstig.
Jetzt kommt wahrscheinlich der berechtigte Einwurf:
Aber man bekommt doch immer ein Ladegerät dazu -jepp, wenn man die Geräte neu kauft. Aber ich habe mein aktuelles Smartphone und auch den mp3 Player gebraucht gekauft - ohne Ladegerät. Bei  meinem letzten Smartphone verreckten ständig die Ladegeräte ( und dann das Handy, aber natürlich NACH der Garantie, so ca zwei Monate danach).
Falls euch also  mal ein Ladegerät die Grätsche macht:
Kokelores empfiehlt:
Das Ei - gibt es auch eckig und ist ab 7,99 im Fachhandel oder ab 2,99 im Netz erhältlich.
Denkt aber daran: Euer Endgerät MUSS ein passendes USB Kabel haben.

Ei, ei, ei Verport... oh, falscher Tschingel *kicher


Dienstag, 26. November 2013

Vom leben mit einer Legende

...kann ich ein Lied singen. und ich hatte auch schon einmal darüber geschrieben ( guckst du hier). Frostbeulen leben hoch....


als ich am Freitag darauf wartete abgeholt zu werden und mich in der Nähe der Rezeption herumdrückte (mit dem Popo auf der Heizung) hüpfte eine junge Frau an mir vorbei, quietschte ausgelassen und meinte: *Gott sei Dank, ich bin nicht die einzige, die bei diesem Wetter noch mit Chucks rum rennt*.
An ihren Füßen türkisfarbene, an meinen schwarze Chucks.
Lebensmüde.
Man muss einfach lebensmüde sein, wenn man Ende November mit Chucks an den Füßen in den Schwarzwald fährt. Oder total durchgeknallt.
Und jetzt kommt es:
Die machen auch noch Werbung damit. Nicht mit Carmen und mir, aber mit dem Edikett *durchgeknallt*:


Dazu ist zu sagen: auf dem Plakat sind es bestimmt Ledersneakers, wir hatten tapfer STOFFsneakers an den Füßen (ich mit zwei paar Socken und Stulpen - aber was hilft das bei 10 cm Neuschnee?)

Gut, mich hat auch schon einmal ein Wintereinbruch am Bodensee erwischt, da stapfte ich dann auch mit Stoffsneakern durch den Schnee - ohne Stulpen. Und ich überlebte, sogar ohne Lungenentzündung oder Blaseninfekt.
Diese Woche bin ich vernünftig und trage Winterboots - draußen, drinnen habe ich - hüstel - Chucks an.
Ich sitze gerade auf meinem Zimmer und höre den Hausmeister den Schnee schippen - und Danke ihm, dass er das macht.
Über das Wochenende taute ja der Schnee weg, und als wir gestern Morgen hier ankamen, lag kein Schnee und die Sonne schien. Zwei Stunden später tanzten schon die Flocken vor den Fenstern ihren wilden Reigen.
Scheint an mir zu liegen....





Montag, 25. November 2013

Gänsehaut - Lesetipps

Alfred Berger liest BRAIN FUCK


Nichts für schwache Nerven. Eine Kurzgeschichtensammlung von Alfred Berger namens Brain Fuck ist nichts für zartbesaitete Seelchen. Aber sie sind eingängig und ein Stück weit - in meinen Augen - schon fast obzön.
Und A.Berger liest auch selbst aus seinem Werk vor - und das auch noch gut und fesselnd. Das Buch ist im Luzifer Verlag erschienen und Nomen est Omen - oder so.
Jedenfalls hatte ich das Vergnügen gestern einer seiner Lesungen beiwohnen zu dürfen und habe den Entschluß gefasst ihm mein Wohnzimmer zur Verfügung zu stellen - für eine Lesung - also merkt euch schon einmal den Januar vor - an einem der vier Wochenenden gibt es dann Horror vom Feinsten in meinen vier Wänden:
allerdings wird das Buffet dazu sehr unblutig sein. Hm, vegan und blutrünstig (ich). Geht. Es geht immer alles.

Und was alles geht und was man alles überleben kann, schildert Alfred Berger sehr eindringlich in einer  Kurzgeschichte aus einem anderen Buch.
Einer Kurzgeschichtensammlung der etwas anderen Art. Über Sucht und Obsessionen. Teilweise autobiographisch, teilweise erdacht, aber dann von Personen begleitet, die sich mit der Materie auskennen.
Sehr authentisch, sehr bewegend, von verschiedenen Autoren:
Wir saßen, lauschten und staunten und in mir wuchs Achtung und Respekt.
Alfred Berger, jahrelang schwer Drogen und Alkohol abhängig, in der Zwischenzeit 7 Jahre clean, und seine Mitautoren schildern aus unterschiedlichen Blickwinkeln ihre Obsessionen, teilweise aber auch ihre Befreiung aus diesen Gefängnissen, schonungslos ehrlich entblößen sie ihre Seele vor dem Leser, der sich fast wie ein Voyeur vorkommt, stellenweise beschämt, wenn man sich bei dem Gedanken erwischt, wie man vielleicht schon einmal abfällig über einen gestrauchelten oder gefallenen Mitmenschen ein Urteil gesprochen hat.
Auch dieses Buch ist nichts für Seelchen, die sich lieber in Liebesromanen und leichter Literatur sonnen und eintauchen, es ist harter Stoff, der einen bis ins Mark erreicht.
Das Leben schreibt die schrägsten Stories und manchmal werden sie festgehalten.

Für Liebhaber des erfundenen Horrors: 
Brainfuck, erschienen im Luzifer Verlag, kostet 13,95 und eignet sich als kleines Mitbringsel ebenso wie schön verpackt unter dem Weihnachtsbaum zu landen.

Für Menschen die offen für fremde Erfahrungen und Untiefen sind:
Von tausend Schatten, erschienen im Selbstverlag, kostet 9,90, wer Interesse hat - einfach melden, ich leite die Bestellung weiter - oder ihr hüpft auf die Facebookseite Brainfuck oder Von tausend Schatten und nehmt direkt Kontakt auf.
Er beißt nicht - jedenfalls nicht gleich.