Samstag, 9. Februar 2013

Abenteuer - mit Krücken durch den Schnee

Als ich heute morgen, nachdem mich mein roter Katzer Soleil, zärtlich - aber unererbittlich  aus dem Schlaf geküsst hat (immerhin nicht mehr um halb fünf, es hat mich Wochen gekostet ihn auf halb sieben zu trainieren) sah ich diesen Himmel. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und Himmel= wissen welches Wetter hat Frau dann im Blut. Manche auch nicht. Eigentlich die meisten nicht. Auch egal. Wo war ich stehengeblieben? Ach ja, Himmelfarbe. Dieses helle, verwaschene Grau mit einem ganz kleinen Stich ins Blaue bedeutete nichts Gutes für mich Krückengänger, und dieses nervtötende Kratzen von Metal auf Stein und das begleitende Fluchen in allen Sprachen auch nicht.
Und auf den Leitungen, an denen in unserer Straße die Lampen hängen, kleine, weiße Gebirge.
Normalerweise liebe ich Schnee.
Alaska ist mein Traumland.
Einmal mit einem Hundeschlitten durch die kanadische Wildnis, ja, ich weiß, Alaska gehört zu den USA, und einen Mounti (ihr wisst schon: diese feschen Kerle in den beigen Reiterhosen, den roten Jacken und den lustigen Hüten) retten.
Ich stelle mir das gerade bildlich vor - mit einem fetten Grinsen im Gesicht.
Aber zurück zur Realität.
Ich bin nicht in Alaska oder Kanada.
Meine Schlittenhunde sind zwei verfressene Katzer (die, nach dem sie gefuttert haben, wieder friedlich schlafen).
In Stuttgart gibt es keine freilaufenden Mountis (nur meinen Schnee räumenden Vermieter ).
Hier liegen nur 15 cm und nicht 1,5 m Schnee.
Und last but not least: ich gehe im Moment an Krücken.
Nun, werden einige jetzt denken: dann bleib eben zuhause. Gerne, antworte ich dann: aber was mache ich mit den beiden hungrigen Stubenlöwen, die zuerst herzerweichend gucken, um, wenn das nichts hilft, kläglich zu mauzen, um dann meine Knöchel anzunagen? Mit Entsetzen hatte ich nämlich festgestellt, dass das Nassfutter der beiden Pelzkugeln alle war. Der zweite Entsetzenschrei entfuhr mir als ich aus dem Fenster sah.
Weiß.
Soweit das Auge reicht: weiß.
Zugeschneite Gehwege, Autos, tief vermummte Gestalten.
Mich, innerlich verfluchend, schnell anziehen, Krücken schnappen und zur Tür humpeln -es sah eher nach Flucht aus - war eins, die Haustür, ein Stockwerk tiefer zu öffnen, das andere.
Und da stand ich, vierbeinig, atmete tief durch und dachte: einfach Step by Step.
Nach den ersten paar Schritten fing es an Spaß zu machen und - ich rutschte weniger als alle anderen!!! Die Krücken gaben zusätzliche Stabilität.
Und der Weg zum Markt - ganze 500 m -  war in Rekordzeit geschafft. Für den Rückweg ließ ich mir Zeit, schaute noch bei Micha's  Lädchen vorbei (einem wunderbaren Zeitungs-, Zigaretten-, Krimskramsladen ), um farbigen Karton zukaufen und ein wenig zu *babbeln*, außerdem krault man automatisch seinen wunderbaren Hund,
Letztendlich war alles gut. Die Treppe zu meiner Wohnung ist auch kein Problem mehr. Da standen dann auch schon die beiden Futtervernichtungsmaschinen, plärrend, und ich ganz devoter Dosenöffner, als erstes in die Küche, um die Schalen zu füllen.
Nanu, dachte ich, wieso steht da nur einer? Und dann hörte ich das herzzerreißende, laute Gejammer im Treppenhaus: Soleil, der Vorwitzige, war mir doch tatsächlich zwischen den Krücken durch nach draußen entwischt und musste feststellen:
a) kalt
b) kein Futter
c) doof
Ich ließ ihn - natürlich - rein. Wie dankbar doch so ein Fellknäul sein kann. *Schmunzel*
Jetzt sitzen wir alle drei auf der Couch, zufrieden, und gucken den fallenden Schneeflocken zu. Ich bin etwas stolz auf mich, dass ich draußen war und werde heute nachmittag einen zweiten Ausflug wagen.

love it -




Kommentare:

  1. Paß auf Dich auf, auch Krücken kommen ins Rutschen ;-)

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    1. ^^ huiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii *schepper*

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  2. Was für ein Glück, dass Soleil dann nicht auch gleich noch mitgegangen ist ;-)... stell dir mal vor, er hätte auf halbem weg hinter dir hergemaunzt ^^
    Mein Kater früher hat mich oft die halbe Straße lang begleitet, wenn ich morgens aus dem Haus ging, hat dann aber glücklicherweise kehrt gemacht, bevor wir an der Hauptstraße ankamen

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  3. na,dass war ja erst beim Heimkehren. Der Kleine ist ja nicht unbedingt ein Held ^^

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