Montag, 11. Februar 2013

Hüfte oder Knie? Brust oder Keule?

Es ist Montagmorgen. Und ihr werdet es vielleicht nicht glauben, aber es wäre mir in der Zwischenzeit wirklich lieber, früh morgens vom Weckerschrillen, unsanft, aus dem Schlaf gerissen zu werden, als ausschlafen zu können. Nur noch 14 Tage bis zur zweiten Knie OP, beide Katzer schlafen selig (einer auf der Bettdecke, der andere drunter, meine angewinkelten Knie dienen als *Zeltstangen*.)
Zwar kann ich seit vorgestern wieder einigermaßen ohne meine Zweitbeine - umgangssprachlich Krücken, korrekt: Gehhilfen - in der Wohnung rumschleichen, aber ..... belasten ist nicht wirklich. Nu, dann sitz' doch und male, höre ich manche sagen. Gerne, nur nach einer Stunde zerreißt es mir den Rücken, Bandscheibe.
Zwar bin ich keine zwanzig mehr, aber aufgrund eines Arbeitsunfalls, Leiter-ab-sturz, typischer Dekorateurenunfall, und die Spätfolgen momentan etwas behindert ( mit guten Aussichten auf Besserung, sowohl Bandscheibe als auch Knie, beides dauert eben nur ein bisschen ).
Als Frau, die es gewohnt ist ohne Hilfe aus zukommen bin ich zur Zeit mehr als froh eben diese in jeder Form von meinen Freunden und meiner Krankenkasse zu bekommen.
Nein ich motze nicht. Nicht über die Höhe des Krankengeldes, nicht über die Schicksalsfügung. Nur das ich nie Snowboarden werde, das zwickt mich ein bisschen.
Und die netten, älteren Damen, die auf der Straße meinen fragen zu müssen: Hüfte oder Knie? Klingt so ein bisschen nach: Brust oder Keule?
Man merkt, dass man nicht mehr als Twen durchgeht, wenn man an Krücken schwingt und die Leute nicht mehr fragen: Skiunfall? sondern: künstliches Gelenk? (innerlich raufe ich mir dann immer die Haare).
Und was mich wirklich aufregt, sind diese Jungmütter, die ihren Kinderwagen als Rammbock - ohne Rücksicht auf Verluste - einsetzen und mir schon ein-, zweimal im Vorbeirasen eine Krücke mitgerissen haben. *Dumme Nuss* ist meine Lieblingsbezeichnung für diese gehetzten Wesen  (gerade so laut gerufen, dass die so Bezeichnete es auch hört, aber theoretisch überhören kann), die mit ihrem Designer-Kinder-Transporteur die Straßen und U-Bahnen unsicher machen. Wer mir dann hilft ist meistens der junge Kerl, den man eher im Verdacht hat ein Gangster-Rapper zu sein. Schein und Sein sage ich da nur.
Wenn ich ein künstliches Gelenk bekäme könnte ich wenigstens sagen: hui: ich bin ein Cyborg. So bekomme ich *nur* das Bein begradigt, was genauso weh tut, aber nicht halb so chick klingt.
Na denn, es ist eben Montagmorgen, was erwarte ich? (Um ganz ehrlich zu sein: einen jungen, knackigen Kerl, der mir den Kaffee ans Bett bringt - *kicher*)

-gähn-



1 Kommentar:

  1. Auch ohne Gehhilfen gehen mir die Jungmütter zeitweilig auch gehörig auf den Senkel. Vor allem wenn sie zu zweit den Gehweg tratschenderweise versperren, meist dort, wo sowieso schon eine Verengung ist. Nennt man das nicht clustern, wenn sich Teilchen immer dort andocken, wo schon andere sind? Also wenn die Mülleimer und die Fahrräder schon da stehen, stellen sich noch zwei bis drei Kinderwagen schiebende Jungmütter dazu und die Verstopfung ist perfekt!

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