Sonntag, 17. Februar 2013

London calling - mein erstes mal...

Auch wenn ich 2012 nicht in London war:
Der VisitBritainShop  lieferte (portofrei!!!!) diese Teekanne
Viele von euch wissen schon, dass ich unglaublich in London verliebt bin. Oder ihr wisst es ab jetzt. Und ich hatte das Glück lange Jahre immer wieder einen Freund in London besuchen zu können.
Der erste Trip nach London bleibt mir unvergesslich, es war einer der aufregendsten Tage in meinem Leben.
Henning war schon zwei Jahre in London und ich hatte mehrere Einladungen in den Wind geschlagen. Irgendwann kam er an: "Es wird dir gefallen!" und ich antwortete: "Das befürchte ich ja. Wahrscheinlich will ich nie wieder weg." ( Was dann auch so eintraf, ich habe selten an einem Flughafen so oft geheult wie in London - eigentlich ist Heathrow der einzige Flughafen an dem ich je geheult habe ....).
Nicht auf den Mund gefallen, mit guten Englischkenntnissen, Kreditkarten und Handy bewaffnet, die Adresse gut verwahrt, gültigen Ausweis und Ticktet in der Tasche machte ich mich also todesmutig und alleine auf den Weg. Und weil er mir versprochen hatte mich am Flughafen abzuholen blieb ich auch innerlich ruhig, genoss den Flug mit British Airways (ich gebe es ja zu, ich bin sehr anglophil).
Alles klappte, das Gepäck war auch schon auf dem Kofferband - und da stand ich nun. Etwas verloren - und schaute nach Henning. Nur: kein Henning in Sicht. Aber eine SMS. *Sorry Dear, can't pick you up*.
Der Text ging noch weiter. Eine genaue Beschreibung mit welcher Tube ich wie weit fahren und wo ich umsteigen bzw aussteigen sollte. Mit meinem Köfferchen im Schlepptau machte ich mich auf den Weg, etwas unsicher, neugierig. Gegen den Stuttgarter Flughafen wirkt Heathrow gigantisch. Und ich - verunsichert wie ich war, übersah sogar das *Underground* Schild. Fragte mich aber hartnäckig durch und kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Aber das Gemeinste war: ich musste an einem Punkt von der Tube auf die Circle Line umsteigen - mehrere Linien auf einem Gleis und das nur per Ansage ---- jedenfalls habe ich das so in Erinnerung ---
Ich lauschte angestrengt den Ansagen, verstand immer nur *Mind the gap* und *Doors are closing*  aber sonst nichts, da stand ich nun, verlassen, klein, demütig und sehr, sehr einsam und verzweifelt, wie sollte ich je zur Edgware Road kommen?
Aber dann war es wie im Film: ein Mann in Uniform sprach mich an:
*May I help you?* und ich dankte innerlich allen Göttern im Universum für diesen Retter. Nachdem ich mein Problem geschildert hatte bekam ich ausführliche Anweisungen, bedankte mich herzlich und .....verstand die Ansagen immer noch nicht.
Dieser Mann war aber sehr hilfsbereit und aufmerksam, als der richtige Zug einfuhr packte er mein Köfferchen und schubste mich praktisch durch die Tür, rief noch "Leave the train at....." und winkte mir fröhlich nach.
Irgendwie fand ich dann auch den Ausgang, das Wohnhaus meines Gastgebers, bekam beim Concierge den Schlüssel mit einem warmen *Welcome* überreicht.
Als dann der Aufzug mit mir sprach war ich endgültig überfordert (Door is closing, door is opening, third floor... usw). Ich machte es mir erst einmal in dem kleinen Apartment bequem und wartete auf meinen Gastgeber.
Heute lache ich darüber, aber damals suchte ich nach der versteckten Kamera.
Henning kam dann endlich und zeigte mir eine Woche lang seine Stadt, nicht nur das übliche Touristenprogramm (wofür ich ihm ewig dankbar sein werde) und nach einem Tag traute ich mich dann auch alleine loszuziehen (ehrlich gesagt- es blieb mir nichts anderes übrig, mein Gastgeber musste arbeiten), mit einem Tubeplan und das Handy immer griffbereit (Henning: ich weiß nicht wo ich bin - ich glaube ich habe mich verlaufen).
Klar, London lernt man nicht an einem Tag kennen gut kennen, auch nicht in einer Woche - nicht nach x-Besuchen.
Ich hatte mich in diese Stadt verliebt bevor es mir bewusst wurde. Ob es nun die Fahrt mit dem London Eye war, oder die Ecke an dem die Jack the Ripper Tour startet, der Einkaufsbummel durch die Oxford Street, Westminster Abbey, Big Ben, auf den Spuren der Beatles, the Tate Gallery, der Comic Store in der Nähe des British Museums, der Abend im Pub oder in diesem fantastischen kleinen Restaurant in Kensington ..... ich könnte ewig so weiter machen. Und so lange ich lebe und es irgendwie hin bekomme werde ich regelmäßig Gast in dieser Stadt sein - und einen kleinen süßen Laden (dessen Namen ich immer vergesse, den ich aber immer wieder finde) aufsuchen, in dem ich meine erste *englische* Teetasse kaufte:

Alles was Spaß macht und aufregend ist geht irgendwann mal zu Ende, aber dieses Ende war erst der Anfang. In der Zwischenzeit habe ich sogar einmal Weihnachten in London verbracht, besitze eine Kreditkarte von Britih Airways und finde mich immer wieder in London ein. Der nächste Trip ist geplant - und gebucht, dauert zwar noch ein wenig, aber ich werde darüber schreiben.
Soviel sei schon verraten:
Es geht um Depeche Mode, Shakespeare, Shopping und ( Selfridge, Top Shop; Harrods werden nebenbei überfallen  nachdem wir Camden Market und den Virgin Mega Store leer gekauft haben)
 ... London an für sich genießen :)
Ihr werdet es schon abwarten müssen.

London?
love it -

Kommentare:

  1. Wow, toller Artikel! Da bekomme ich ja richtig Lust auch mal eine Städtereise nach London zu buchen!
    LG
    Sabine v. Liebstöckelschuh

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  2. Ach ja, London. Mein erster Kontakt mit der Stadt war meine Hochzeitsreise vor gefühlten 100 Jahren. Es gab noch kein London Eye - das Silver Jubilee lag noch keine 10 Jahre zurück - und Flüge nach Heathrow waren für ein Studentenpaar nicht bezahlbar. Stattdessen ging es mit Dan-Air nach Gatwick, in einer BAC 1-11,auf deren Tragflächen sich regelmäßig noch Mechaniker mit Schraubenschlüsseln tummelten, während die Passagiere schon auf ihren Plätzen saßen und das Schauspiel mit gemischten Gefühlen beobachteten. Nun ja, ich bin Fatalist und zudem fest davon überzeugt, dass auch der Pilot am Abend wieder nach Hause fahren will, aber meine Frau war im 4. Monat schwanger und "not amused". In Gatwick angekommen ging es mit dem Vorortzug vorbei an befremdlich trostlosen britischen Hinterhöfen nach London.

    Meine Frau hatte bereits anderthalb Jahre während des Studiums in Großbritanien verbracht und war trotz einer Mischung aus Übelkeitsanfällen und Heißhungerattacken eine gute Führerin. Seit dieser Zeit liebe ich London, bin ebenfalls regelmäßig dort und kann deine Schilderung gut nachvollziehen. Anfang des Jahrtausends hatten wir zudem eine Schwesterfirma und später ein Büro in London.

    Tja, was soll ich sagen, von meiner Frau lebe ich seit einigen Jahren getrennt, aber die Liebe zu London ist geblieben. Der Antiquitätenmarkt in der Portobello Road, Shopping in der Oxford Street, Nachmittagstee bei Fortnum & Mason, Camden Markets, Carnaby Street, die Westfield Stratford City, Galerien, Theater, Museen, Clubs, Pubs - nein, ich habe auch noch nicht alles gesehen in London. Aber das habe ich ja nicht mal in meiner Heimatstadt geschafft bisher.

    Oops, so lange sollte der Kommentar gar nicht werden. Egal, ich freue mich für dich, dass du bald wieder dort sein wirst. Viel Spaß.

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    1. ^^ ich schicke dir ne Postkarte, versprochen :)

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    2. Das will ich doch schwer hoffen. ;-)

      Ach ja, falls du Spielwarengeschäfte magst und noch nie dort warst, gehe unbedingt zu Hamleys in der Regent Street. Ein absolutes Muss für Nerdinen und Nerds, auch wenn man solche Geschäfte sonst nicht unbedingt auf der Favoritenliste hat. :-)

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