Freitag, 15. März 2013

Zwischen Marktstand und Internet


Als ich heute morgen mein Blogger-Dashboard aufrief stolperte ich bei einem abonnierten Blog über die neue Blogparade von Küchenatlas. Diesmal soll es um das Thema Einkaufen gehen und ich fing an darüber nachzudenken wie ich es jetzt mit meinen Einkäufen halte.

Küchen-Blogparade bei KüchenAtlas: Lebensmittel EinkaufenIn meiner Kindheit gab es noch die *Milchzentrale* einen kleinen Laden nur für Milch und Milchprodukte und meine Schwester und ich wurden mit der Milchkanne aus Blech dorthin geschickt - das beliebte Milchkannenschleudern (kreisförmige Bewegungen mit den Arm machen, so schnell, dass die Fliehkraft die Milch in der Kanne hält. Leider ging das nicht immer gut aus) gehörte zum Einkaufen dazu und auf dem Rückweg holten wir beim Bäcker frisches Brot für das Abendessen und knabberten die *Brotburtze* ab. Das ist zwar schon etwas länger her, aber Dank der Fragen der Blogger von Küchen-Atlas kamen die Erinnerung wieder und auch das fette Grinsen, weil mir einfiel, wie einemal meiner Schwester die Milchkanne entglitt und als erstes Ufo über die Hauptstraße des Dorfes flog.


Wenn Frau kein Auto hat, vegan-vegetarisch lebt, sich mit zwei befellten Ex-Katern (nein - die sind weder vegan noch vegetarisch) die Wohnung teilt und nicht gerade die Reichste unter den Reichen ist, stellt sich einkaufen nicht mehr ganz so einfach dar. In der Zwischenzeit weiß ich was ich wo bekomme. Und vor allem WO ich gerne etwas in den Einkaufswagen oder Korb packe, bei welchem Online Anbieter ich was bestelle und das Schönste: die Wochenmärkte abklappere oder mir bei einem Direktvermarkter etwas besorge.
Die Obst- und Gemüsekisten, die man sich nach Hause bestellen kann finde ich zwar eine witzige Idee, in Stuttgart gibt es den *Laiseacker* der Bioware auf diese Weise vertreibt, nur leider bin ich ein unbeständiger Mensch und weiß heute nicht was ich morgen essen mag - und bei diesen Kisten müsste ich dann essen was kommt .... irgendwie schmeckt mir das nicht.
Aber liefern lassen ist nicht unbedingt schlecht! Gerade jetzt erst habe ich eine Kiste Zitrusfrüchte aus Portugal mitgebracht bekommen, am Vortag auf einer kleinen Bioplantage an der Agave gepflückt und direkt in die Wohnung geliefert. Sehr lecker, mit €2,50 für Bioware nicht teuer und dann auch noch die Bauern vor Ort unterstützt, die wesentlich mehr für ihre Ware von und bekommen wie wenn sie an einen Großhändler verkaufen.Vorteil zwei: außer der kleinen Holzkiste fällt kein Verpackungsmaterial an. (Und sobald die Kiste leer ist sitzen die beiden Kater in der Kiste). Freunden, denen ich Probierorangen gab bestellen jetzt auch. 
Direkt von der Plantage auf den Tisch - Zitrusfrüchte, Honig und Erdnussbutter in Bioqualität

Natürlich kann ich nicht immer warten bis jemand aus meinem Bekanntenkreis so etwas organisiert, aber im Dezember bekam ich unter ähnlichen Umständen einen fantastischen Ziegenkäse aus einem sizilianischen Bergdorf. Und auch zu einem Spottpreis - und auch hier wieder das Gleiche: die Bauern erhielten von von trotzdem ein vielfaches als das was sie vom Zwischenhändler erhalten hätten.

Als nicht motorisiertes Mitglied in dieser Gesellschaft nutze ich  natürlich gerne alle Märkte in der näheren Umgebung und ich habe das Glück in einem Stuttgarter Viertel zu leben in der die *Marktdichte* sehr hoch ist. Zwischen Bäcker - gleich mehrere - Kiosken, Supermärkten und Discountern gibt es auch kleine,  sehr feine Läden: ein spanischer Lebensmittelladen um die Ecke, zwei Straßen weiter ein türkischer Bioladen, viele Getränkehändler und das Schönste: ein ganztägiger Biowochenmarkt auf dem nächsten Platz im Viertel, jeden Freitag. 
Hier kann man kosten bevor man kauft, und auch kleinste Mengen abnehmen. Keiner murrt, wenn man nur zwei Karotten, eine Zwiebel und eine handvoll Erbsen nimmt. Klasse statt Masse. Und es gibt Papiertüten. 
Trotzdem: ich mag auch die Riesensupermärkte wie zum Beispiel Real, Kaufland und Co. Diese sehen mich aber nur, wenn eine motorisierte Freundin mit mir die Tour macht - mit den Öffentlichen sind diese Läden selten gut zu erreichen und das nächste Problem: wie bringe ich die Einkäufe heim? 
Diese Ausflüge genieße ich förmlich und pirsche durch alle Gänge - hier lasse ich mir Zeit und komme mir vor wie ein Kind im Legoland - alles so schön bunt. Aber gekauft wird nur das was auf der Einkaufsliste steht.
Na ja, nicht ganz. Ich werde auch verführt ....



Saisongemüse und Obst hilft Plastikverpackung zu vermeiden 

Aber wie eingangs erwähnt kann ich aus finanziellen Gründen nicht nur Bio kaufen und Bio ist ja auch nicht Bio. Aber regional geht auch in den Supermärkten und Discountern. Hier ziehe ich die unverpackte Ware den abgepackten Verpackungen vor. Irgendwann fiel mir auf, dass das loses Obst und Gemüse um etliches günstiger ist als das Abgepackte. Außerdem spart man jede Menge an Verpackung, auch wenn auf die Saison achtet.
Erdbeeren, Spargel gibt es im Frühjahr, frisches Kraut ab dem Herbst, Äpfel und auch ein paar Sorten Birnen kommt jetzt noch aus den aktuellen Lagerbeständen, Orangen haben jetzt noch ihre Zeit und Champignons haben das ganze Jahr Konjunktur.
Wer zur Zeit Weintrauben kauft muss sich nicht wundern, dass sie nicht schmecken und nach 14 Tagen immer noch frisch aussehen.
Gut ich greife auch zu Bananen, Mangos und Avokados, aber nicht häufig. Schließlich bin ich weder heilig noch eine Kostverächterin.
Als Teilzeitveganerin (bei Käse werde ich schlichtweg immer wieder rückfällig) verzichte ich so gut wie ganz auf Covenience Food, da es mir ganz einfach zu mühsam ist das Kleingedruckte zu lesen und fast überall Milchpulver, Konservierungsstoffe und Hefeextrakt enthalten sind. Positiver Nebeneffekt: die meisten Lebensmittelskandale lassen mich vollkommen kalt.

Demnächst wird hier um die Ecke ein kleiner, veganer Markt eröffnen, *die Kichererbse* (Eröffnung ist am 27 April und zu finden ist der Laden hier: Möhringerstr Str 44b, Stuttgart Süd.
Darauf freue ich mich schon, denn ich bestelle nicht mehr so gerne im Internet - wer nimmt das Päckchen an, wenn ich nicht zuhause bin? Da müsste ich ja wieder selbst auf die Post und schleppe wieder? Nicht sehr sinnvoll. Hier schlage ich nur zu, wenn es um Spezialitäten geht, die ich im Handel vor Ort nur schwer bekomme.
Irgendwie mag ich meine Einläufe noch be*greifen*, er*schnuppern* und an*sehen*. Das kann ich nicht, wenn es verpackt und geliefert wird.

Wird Zeit, dass ich einkaufen gehe, mein Magen knurrt und der Bäcker um die Ecke hat fantastische Brezeln.

*knusper*







1 Kommentar:

  1. Oh, das hätte ich sehen wollen wie die Milchkanne als erstes UFO durch den Ort fliegt... habt ihr das damals nicht gleich mit dem Handy für youtube aufgezeichnet???
    LG
    Sabine v. Liebstöckelschuh

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