Dienstag, 30. April 2013

Frühling - die erste *Einmachzeit* des Jahres

Was macht man mit 10 kg Orangen, 5 kg je Zitronen & 5 kg Mandarinen? Ich höre euch schon sagen: Essen! Okay, mache ich ja, pur, im Salat und als Saft. Manche mögen denken: *Orangen um diese Jahrezeit?* Jepp, die haben Saison, jedenfalls ins Portugal. Aber müssen jetzt schnell auf den Tisch, denn sie sind reif geerntet. Und zuckersüß.

Mandarinen-Zitronensaft ist der Vitaminschub pur:
5 Mandarinen & 1 Zitrone auspressen und kalt trinken.

Okay, aber ich möchte ja nicht bis in den nächsten Winter  Orangen essen.
Gestern habe ich also angefangen *einzuwecken*. Zuerst habe ich die Orangen heiß abgeschrubbert, dann die Haut mit einem Sparschäler   abgezogen und über Nacht bei 50° getrocknet. Was ich damit mache, schreibe ich euch die nächsten Tage.

Macht Laune: Alle Früchte haben Saison und deswegen auch Aroma
Die Orangen habe ich dann filetiert, 700g, dann mit 300g Erdbeere und 500g geschälten Rhabarber klein geschnitten und püriert - dann mit Gelierzucker vermischt und erst einmal ziehen lassen.
Dann das Ganze - hopp - auf den Herd in einem großen Topf und aufkochen lassen. Wundert euch nicht, wenn sich Schaum bildet (falls ihr das Rezept nachkocht), den Schaum kann man ganz einfach abschöpfen. Füllt ihn nicht ab, der Geschmack ist zwar nicht Bäääh!, aber auch nicht Hmmm!.
Wenn man das erste Ergebnis testet, weiß Frau wieder warum sie sich die ganze Arbeit macht --- da kommt kein Supermarktprodukt ran...

Schmeckt auch auf Dinkelvollkorn, mit Alsana.

Die Farbe ist ein sattes Orange, der Geschmack ist süß, erdbeerig und ein bisschen Bitter, die Orange kommt am Rande vorbei und küsst den sauren Rhabarber - eine Offenbarung.
Wie ihr es esst, auf Toastbrot, auf Vollkornbrot, auf Brötchen oder Croissant - bleibt euch überlassen, falls ihr etwas abbekommt ...

*schleck*

Montag, 29. April 2013

Lecker essen gehen in Stuttgart II - Frühstücken

Wenn man wie ich kein Auto - und auch keinen Führerschein hat  - entwickelt man sich zu einem Kiezhocker:
Frau lebt hauptsächlich in ihrem Viertel und kennt dann eben hier auch richtig gute Plätze, um abzuhängen, Kaffee zu genießen, Mojitos in der Abendsonne zu schlürfen oder eben zu Frühstücken.

Für jeden etwas dabei, die Latte ist mit Sojamilch und Kokos

Das Cafe, das ich euch heute vorstellen möchte ist mehr eine Art großes Wohnzimmer, mit Sesseln, Stühlen und Tischen unterschiedlichster Art, kein Möbelstück *passt* zum anderen, an der Theke stehen Bonbongläser mit Cookies, und Brezeln türmen sich unter Glashauben auf einem oldfashioned *Servierständer* - keine Ahnung wie die Dinger heißen, ein Flair der guten alten Zeit wabert ein wenig herum und verbündet sich mit mit dem hellen Lachen und dem Gemurmel der Gäste, die entweder frühstücken, snacken, ihre Mittagspause in freundlicher Umgebung verbringen oder einfach nur einen Kaffee trinken.
Jean kümmer sich um seine äste in einem Umfeld in dem der Stilbruch der Stil ist
Jean - der Besitzer - versteht es dem Rahmen ein freundliches Gesicht zu geben  (ein Cleverle ist er auch noch) und seine Mitarbeiter sind lässig, freundlich und aufmerksam. Erwartet keine *eifrigen Diener*, sondern Lockenköpfe in Jeans und Shirt.
Das Schöne hier: es ist bunt, fröhlich und irgendwie herrscht eine Wohnzimmeratmosphäre. Bei schönerem Wetter kann man vor dem Cafe in der Sonne die Seele baumeln lassen und obwohl eine Cityringstraße keine 20 m entfernt ist, stört es nicht. Der Platz vor dem Cafe ist letztes Jahr neu gestaltet worden - die alten Bäume wurden mit einbezogen, und was früher eine großer Hunde*nunjanichtsehrerfreulichduftender*Platz war bietet heute Rastmöglichkeiten im Schatten der nicht ganz so jungen Bäume.

Die Kuchentheke und Keksgläser gut gefüllt
Jean hat es nicht verpasst, sich auf die neue Zeit einzustellen und neben dem üblichen Angebot ist es kein Problem jedes Heißgetränk mit Sojamilch statt mit Kuhmilch zu bekommen. Es gibt butterfreie Croissants, glutenfreie Brötchen und vegane Kuchen. Hier existieren alle *Essensformen* nebeneinander OHNE den üblichen Zwist und man kann ihn gemischten Gruppen etwas schnabulieren gehen.
Hä?, höre ich manche fragen: wieso soll das ein Problem sein? Es ist ein Problem, glaubt mir: was will ich in einem Restaurant in dem es nichts Veganes gibt , oder bringt mal nen Omnivoren der überzeugter Steakfan ist, mit in ein veganes/vegetarisches Restaurant zu gehen. Seufz.
Diese Problem existiert hier nicht: es gibt für jeden etwas.
Und es ist lecker.

Frau hat einfach was zum gucken - und shoppen 

Bei den ersten Besuchen braucht ihr nichts zum Lesen, wenn ihr alleine kommt: es gibt ganz viel zu gucken und ich rolle gleich mal den Berg runter, den es ist nicht weit weg von meiner Wohnung - sehr günstig, wenn Frau noch an Krücken *Gehhilfen* herum humpelt.


See you there

Oh, jetzt hätte ich fast den Namen des Cafes zu schreiben vergessen.
Das Zimt&Zucker ist einen Besuch - und nicht nur einen - wert.

Samstag, 27. April 2013

Orangenträume werden wahr

... ich war gestern schon ganz hippelig, denn endlich sollte meine zweite Ladung Orangen aus Portugal eintreffen. Und weil der erste Orangentransport so ein Erfolg war hat Matthias jetzt richtig -  alle Hände voll - zu tun.Natürlich ist es bequem sich die Zitrusfrüchte nach Hause liefern zu lassen, aber auch zuviel für den Transporteur. Er bat uns *Kooperativen* zu bilden und seit gestern sieht es deshalb in meiner Küche so aus.

40kg Zitrus - Vitaminschock pur


Es ist zu hoffen, dass keine achtbeinigen Krabbeltiere dabei sind, aber ich habe ja zwei Spinnenterminatoren um mich.
*Um Gottes willen, was macht sie denn mit all den Orangen?* Hört auf die Hände über den Kopf zusammen zu schlagen, ich verrate es euch ja.
 Nun ja, eine Kiste geht an Tine, eine an Sonja, Petra bekommt ein kleines Päckchen und da ich Salat liebe:

Flor de Sal & Orangen aus Portugal - Direktimport
Olivenöl aus Spanien - Mitbringsel
Erdbeeren und Salat vom Markt
Lecker essen geht ganz einfach.
Das Rezept für die Salatsoße:
2 Eßl Orangensaft
1 Tl Senf
Pfeffer, Salz
ein guter Schüß Kürbiskernöl oder Olivenöl
guten shaken und über den Salat


Fruchtig, bunt und lecker.

Aber man kann ja nicht zehn kg Orangen als Salat essen  Und ich habe ja auch Zitronen und Mandarinen bestellt und geliefert bekommen.

Was ich damit mache, verrate ich euch aber erst an den folgenden Tagen, aber als kleines Schmankerl:
Da die Orangen unbehandelt sind, kann man auch die Schalen verwenden, deswegen schrubbe ich die Orangen erst gut ab und schäle erst die dünne Orangenhaut vorsichtig, um möglichst wenig *weiß* mit abzuschälen:


Orangenschalen

Die Haut wandert getrocknet und zerrieben in feinen Zucker oder Salz, werden in Öl eingelegt - dass nachdem es tagelang in Dunkelheit die Zeit hatte das Aroma aufzunehmen, abgeseiht wird - und last but not least werde ich eine Art Orangen Limocelli herstellen, mal sehen ob das klappt.

Rezepte gibt es auf Nachfrage :)

*schleck*

Donnerstag, 25. April 2013

Lecker essen in Stuttgart II - ein kleines bisschen Japan

Das letzte mal habe ich euch zu Adam und Körle entführt, bzw ich wurde dorthin eingeladen und ich habe euch jede Menge Bilder mit wunderbaren Essen gezeigt. Lecker war es.
Aber manchmal will man nicht *groß* essen gehen, aber man hat Hunger, man hat es ein wenig eilig, vor allem mittags, man will nicht in eine der großen Ketten - und Fast Food ist eh out.
Und nun?
Wie wäre es einmal mit Japanisch? *Wie, Sushi, ist doch nichts besonderes (mehr)!* höre ich einige sagen. Nun - es geht auch nicht um Sushi, sondern um echte *Hausmannskost* - und den kleinen Laden, den mir Dora zeigte ist es was ganz besonderes, so wie der Wirbelwind, der ihn betreibt:
Das SoyoSoyo.

Das Haus, in dessen Kellergeschoss sich der Imbiss befindet, ist gerade von einem Gerüst umrankt und nie im Leben wäre ich auf die Idee gekommen, dass sich jemand mit dem Pizzaexpress, die Küche und die Ladenfläche teilt.
Die erste Überraschung ist die Eigentümerin und Köchin: eine junge Japanerin, in einer lustigen Karoschürze und einem Polkadots-Kopftuch, zu den Jeans und T-Shirt sehr stylisch. Ihr Lachen steckt ab dem ersten Moment an. Und sie heißt Scheiffele mit Nachnamen.

Frau Scheiffele

HÄ?
Jawohl, und nein, sie ist nicht mit einem Deutschen verheiratet, sondern mit einem Japaner, aber das ist eine andere, aber sehr lustige Geschichte.
Also jetzt sind wir hier, in einem Imbiss, in dem man einerseits Pizza bekommen kann - oder aber echte Bentos. Und eine Japanerin, lustig verpackt mit einem schwäbischen Namen ( nein die könnt ihr nicht mitnehmen) . Das alleine wäre schon ein Grund zu ihr zu pilgern.
Aber dann würde man etwas außer acht lassen: das Essen. Lecker. Ich dachte bei Japan auch immer nur an Reis und Sushi und Walfleisch. Und dann wurde ich eines Besseren belehrt:

Die Menükarte
Im Angebot sind immer 3 Menüs, wöchentlich neu, mit einer genauen Beschreibung was sich in der Bentobox befindet. Ein Gericht mit Fleisch, eines mit Fisch und ein vegetarisches. Aber nicht genug: zu dem Essen bekommt man eine Notiz, in der alles noch einmal erklärt wird und gleich noch etwas Wissenswertes über das Essen.
Jedes Menü kostet incl. Getränk 7€ und ich finde den Preis mehr als fair.

Das vegetarische Bento
Was mich schon beim ersten Besuch überrascht hat: man isst die Bentos traditionell kalt. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich darauf einlässt erfährt man einen Gaumengenuss der etwas anderen Art. Es ist auch so nett, weil man etwas über die Kultur erfährt -in einem zwanglosen Gespräch, ohne die übliche *Gastronomie-Atmosphäre* Es ist fast so, als würde man in der Küche einer Freundin rumhängen, gemütlich einen Happen zusammen essen und dann wieder in die eigenen 4 Wände zurückkehren.
Satt, zufrieden und unterhalten.

KAWAII !! Japanisch für *süß* im Sinne von niedlich.
Liebevoll handbemalte Gläser und Schüsselchen aus Japan
Martin, mein Begleiter, erzählte uns noch von dieser asiatischen Comicfigur, einer Roboterkatze, die es in Deutschland aber leider nicht zu sehen gibt, aber im asiatischen Raum wohl so berühmt ist wie bei uns die amerikanische Maus mit den lustigen schwarzen Ohren.

Ach ja: der gebrannte grüne Tee war eine Offenbarung. Ich kannte bis dato grünen Tee nur anders. Frau lernt nie aus. Und das nächste mal kaufe ich mir das Hand bemalte Glas mit der Katze (Neko) drauf.
Als wir aufbrechen wollten kamen zwei junge Japanerinnen, mit einem 7 Wochen alten Baby, herein.
 Das kleine Baby absolut *kawaii*, *cute*, süß. Und Japanisch klingt sehr melodiös - und lustig. Für mich als Europäerin zumindest.

Liebevoll erklärt was Soyosoyo bedeutet


Domo arigato, Frau Scheiffele, bis bald.

*verneig*




Stuttgarts goldenes Licht - Turmfalken, Mauersegler und Käuzchen

Wer jetzt irgendeinen Werbeslogan, hinter der Überschrift, vermutet liegt vollkommen daneben. Es geht wirklich um das Licht. Dieses besondere Licht ist nicht alltäglich und am intensivsten nach einem spätnachmittäglichen Sommergewitter - und selbst dann nicht immer.
Es ist gar nicht so oft zu sehen.
Eine Freundin, die mehr im Westteil der Stadt wohnt (der Stuttgarter Westen ist Kult, der Süden wild . Dreimal dürft ihr raten in welchem Teil ich wohne,) schwärmte mir unlängst von dem *roten Licht* vor.
Ich fragte: *Rot? Nicht gold?* Sie beharrte auf der Farbe rot. Vielleicht liegt es am Standort, aber beide waren wir uns sicher, dass es mit dem Feinstaub zu tun hat. Wenigstens etwas Gutes was das Zeugs hat.
Es ist schwer dieses Licht einzufangen.
Heute morgen habe ich es versucht :

Täubchen beim morgendlichen Sonnenbad
Naja, auf diesem Bild kommt es nicht so gut rüber, aber vielleicht auf dem nächsten, aber es kann auch nicht wieder geben wie intensiv dieses Licht ist.

Als wenn jemand Farbe über die Häuser auskippen würde
Aber das ist nicht das einzige, was ich in den frühen Morgensstunde im Sommer, genieße - auch lausche ich mit gespitzten Ohren den stadtuntypischen  Lauten den Morgens: irgendwo in der Nachbarschaft haust ein Käuzchen und und *wohu-t* bis die ersten Kinderstimmen auf der Straße es verstummen lassen. lingt fast so, als sei es ein Engländer, der immer wieder fragt *Who- who?*
Gegen Mittag -und trotz des Stadtlärms - kann ein aufmerksamer Städter den schrillen Ruf des Turmfalkens hören. Auch wenn die Baumassnahmen für S21 letztes Jahr ein Nest, der geschützten Art, bedrohten und deshalb für die Brutzeit der seltenen Vögel in diesem Bereich gestoppt werden mussten - sie sind unter uns und jagen Tauben. Manche Stuttgarter nennen ja das Graugefieder auch *Ratten der Lüfte*.
Es wird langsam, aber sicher Frühling, die Bäume in meiner Straße bekommen zarte, maigrüne Blätter, Martin und ich sitzen wieder auf den Treppenstufen von Doras Galerie und plauschen, aber etwas fehlte noch. Und während ich den Artikel hier schrieb, wusste ich plötzlich was fehlte, denn es war da. Nur wenige,  nur vereinzelte -der hohe Ruf des Mauersegler.
Meine geliebten Luftakrobaten, die zwischen den Häusern herum flitzen wie kleine, schwarze Kobolde auf Speed, im Sturzflug an meinen Fentsern vorbeijagen , um im letzten Moment noch die Kurve zu bekommen.Mir stockt manchmal der Atem, wenn ich sie beobachte. Und meine Kater drehen bestimmt durch ....
Von mir aus können die Wetterfrösche verkünden was sie wollen - wenn ich diese kleinen Luftakrobaten höre, weiß ich es ist Frühling.

*Tschilp*

Dienstag, 23. April 2013

Das Teehaus - Stuttgarts schönste Plätze II


Das Teehaus
 Wenn man in Stuttgart lebt erschließen sich seine Schönheiten nach und nach - wenn man sich darauf einlässt. Als Besucher hat man vielleicht das Glück jemanden zu haben, der einen die Sehenswürdigkeiten zeigt. Und die stillen Plätze.
So ein Glück hatte meine Besucherin letztes Jahr im Herbst - ob sie es zu schätzen wusste, dass ich wegen ihr mitten in der Nacht aufstand, um ihr ihren geliebten Sonnenaufgang in einer hügeligen Stadt zu ermöglichen - ich weiß es nicht.
Wer in Stuttgart Rast macht sollte das kleine Teehaus besuchen. Es ist bequem per U-Bahn ( Haltestelle Bopser) und einem gemütlichen Fußmarsch von vielleicht zehn Minuten zu erreichen. Allerdings nicht für Sesselpupser, denn es geht bergauf.
So schleppte ich sie also früh morgens quer  durch Stuttgart und nachdem ich nach einer halben Stund fast erfroren war zeigte sich endlich die Sonne:

Das Stuttgarter Wahrzeichen im herbstlichen Morgendunst
Diese frühen Morgenstunden im Herbst haben etwas magisches an diesem Ort. Es ist friedlich, leise, man kann über die gerade erwachende Stadt sehen und die Farben sind etwas ganz besonderes.
Im Sommer geht es hier oben trubelig zu - das Teehaus ist ein beliebter latz:
man kann ins Cafe gehen oder aber sein mitgebrachtes Bier auf einer Parkbank trinken und über die im Smog versinkende Stadt betrachten. Oder man legt sich auf den kurz gemähten Rasen und lässt die Seele baumeln und geht mit den Augen bummeln.
Im Herbst wird es still hier oben und wenn man dann die Steintreppe zum Mamorsaal (beliebter Ort für festliche Feiern) hinunterschlendert fühlt man sich leicht in eine andere Zeit versetzt.

Abstieg vom Teehaus zum Mamorsaal
Es lohnt sich - etwas mehr Zeit zu investieren und etwas genauer hin zu sehen. Stehen zu bleiben und die morgendliche, kühle Luft zu atmen. Wer nur de Hügel hochwetzt, um den Sonnenaufgang zu fotografieren, dem entgehen die kleinen Schönheiten dieses Ortes:
Wenn ihr Zeit habt, schaut vorbei. Nehmt euch die Zeit für eine Auszeit. Zu jeder Jahreszeit hat dieser Ort seinen Reiz.

-enjoy-


Montag, 22. April 2013

Komma oder Koma? Deutsche Sprache, schwere Sprache....

 Man (Mann bzw Frau) kann ins Koma fallen, kann aber auch ein Komma unter den Tisch fallen lassen. Was dem Komma nicht weh tut, aber den Leser manche Option überlässt. Das Koma kann man zwar sprachlich unter den Tisch fallen lassen, aber man wird es unter dem Tisch vergeblich suchen, außer man liegt im selbigen unter selbigen.
Aber wenn man das Komma mit *doppel M* entfallen lässt "es manchmal auch hübsche Ergebnisse bringt". Eines der schönsten Beispiele:
*Wir essen gleich Opa!* statt *Wir essen gleich, Opa!*
Wer den Unterschied nicht bemerkt hat die gleiche (oder selbe?) Grammatikschwäche - wie ich.
Mühsam habe ich den Unterschied von wie und als gelernt. Im Dialekt setzt man ja das wie wie für das als ein. (Was für ein Satz -kicher). Das es das Wörtchen als gibt, wurde mir sehr spät bewusst und es ist meinem Freund Henning zu verdanken, dass sich dieses Mysterium  mir enthüllt hat. Nicht entblößt. Das ist wieder etwas anderes. Das Wörtchen als setzt man ein, wenn etwas nicht gleich ist. So einfach.
*Du bist dicker wie als ich* = ungleich, *Du bist sie dick wie ich* = gleich. Das Fiese: im Dialekt passt beides. Und irgendwie hatte ich das in der Schule verpennt. Unbedarft wuchs ich noch mit Tunwörter (Verben), Hauptwörtern (Substantiven) und - keine Ahnung wie die hießen:  - Adjektiven auf, also mit der deutschen Bezeichnungen. Moment: das WIE-Wort. Eigenschaftswort! Wie ist die deutsche Sprache? FIES!!!!
Irgendwann wurde dann mit Adverben, Genetiv und Dativ um sich geworfen und ich ging in Deckung und tauchte ab. Dann die Begriffe Präsenz, Futur und was weiß ich noch alles, doch, halt:
Plusquamperfekt! Was für ein Wort. Welche entengleiche Eleganz.
Fragt mich nicht wie ich meine zehn Punkte in dem Fach Deutsch zusammen bekam, ich folgte nur meinem Instinkt und meine schöne, aber unleserliche Handschrift rettete mir wahrscheinlich auch manchen Punkt. Und das fast buchstäblich.
Nächstes Manko als Süddeutsche: die wo/der wo. Die wo ist die Umschreibung im Dialekt für welche oder welcher. Die Frau, die vor der Kirche steht. Versteht jeder. Welche Frau? Und der/die Süddeutsche siegesicher: DIE WO! Die wo vor der Kirche steht. Ich erwische mich manchmal selbst noch und amüsiere mich dann immer über mich selbst.
Die Beherrschung der Landessprache in Wort und Schrift hat auch Vorteile: Oder wolltet ihr euren Opa essen? Nein? Dann vergesst dieses verdammt Komma nicht!
Sagt die Richtige! - werden einige von euch jetzt denken. Und ich sage: Recht habt ihr!
Ich übe (schwöre es bei meiner BloggerInnenEhre) (natürlich mit gekreuzten Fingern) und werde mich bemühen.
Ihr dürft bei der ganzen Thematik eines nicht vergessen: jemand der richtig schreiben kann muss nicht unbedingt sehr intelligent sein und jemand der intelligent ist muss nicht unbedingt in der Schriftsprache sattelfest sein. Vergesst das bitte nicht.
Man tappt schneller in die Rechtschreibfalle als einem lieb ist. Und wenn man sich, wie ich (nicht als) mit einer Rechtschreibschwäche durch die Schulzeit gekämpft hat, weiß man das auch. Und vor allem weiß man das Korrekturprogramm zu schätzen. Aber man weiß auch: fast alles ist erlernbar. Und man kann mit der deutschen Sprache (wahrscheinlich mit allen Sprachen dieser Welt) herrlich Schabernack treiben. Immer noch betrauere ich den Tod eines wahren Sprachkünstlers - Heinz Erhardt. Seine Filme allerdings - ohje, Nicht meines. 
 Die Deutsche Sprache hat manchen zu Kapriolen veranlasst. Unter anderen Ringelnatz und Morgenstern. Beide liebe ich heiß und innig und unerwidert, denn beide sind schon längst zu Staub zerfallen.
Aber auch hier wieder und wider.
*wenn er wieder stand* ist nämlich etwas ganz anderes als wenn man sagen würde *wenn er wider stand*:
Was ich manchen Menschen ins Stuttgart gerne auf die Stirn tätowieren würde.

Wie um Himmels Willen bin ich zu diesem Thema gekommen? Ich saß mit einer Freundin beim Kaffee und wir redeten über dies und das und das Bloggen und sie furztrocken: ein paar mehr Kommas würden dir schon gut tun.

*hihi*


Sonntag, 21. April 2013

Träume - Dreams ein Bild für Ina

Dreams Acryl/Marker auf Leinwand

Seit längeren habe ich ja starke Probleme mit dem Rücken und wurde seit Januar dreimal am rechten Knie operiert. Beides ist nicht gerade sehr förderlich, wenn man malen und zeichnen möchte, vor allem bei Großformaten,
Ein Freund hat mich eine wunderbare Staffelei geschenkt, damit ich stehen malen kann - nur wie malt man mit Krücken im Stehen?
Also zurück zu Kleinformaten, 50x40-
Zwischen all den Schmerzen wuchs der Wunsch nach Ruhe und Entspannung. Und der triste Winterhimmel schrie nach Farbe.
Da lag diese Leinwand vor mir und starrte zurück. Kein Idee in meinem Kopf, aber der Wunsch zum Malen in meinem Herz.
Also setzte ich einfach den Bleistift auf das Papier und fing an zu *kritzeln*:

Bleistiftsskizze
Mit Marker sieht es schon gleich ganz anders aus
Ich weiß, dass viele Maler ihre Skizzen in klein machen und dann erst auf die Leinwand übertragen. Ich zeichne gleich auf die Leinwand und verändere dann was mir nicht gefällt. Was auch manchmal richtig schief geht.

Kaum hatte ich die erste Farbgebung auf meiner FB Seite gepostet, kam schon eine Email von meiner früheren Mitbewohnerin und Freundin Ina, ob ich schon etwas mit dem Bild vor hätte. Da wusste ich, dass es einen Platz haben würde, wo es geliebt werden würde.
Und etwas schöneres kann ich mir nicht wünschen.

Wenn euch die einzelnen Entwicklungschritte des Bildes interessieren, dann klickt hier: Dreams

*klecks*




Samstag, 20. April 2013

Dies und das und jenes und alleweil - gepupst wird überall

Als ich - vor ein paar Tagen - auf meiner privaten Facebookseite fragte:
Kann man Katzenpupse abfackeln?
war die Resonanz sehr groß. Das geneigte Publikum lachte und riet mir eher ab. Mein Kater Grey schafft es manchmal mit einem einzigen Pups ein Zimmer für mehrere Stunden *unbegehbar* zu machen, denn man müsste durch die Giftgaswolke gehen, um das Fenster zu öffnen.
Ich fand es lustig die Reaktionen zu lesen, einer meinte *lass das lieber, sonst sausen deinem Kater mit flammenden Hintern durch die Wohnung, jemand anderes meinte *nicht, dass die Katze zur Nacktkatze wird*. Nun ja, interessieren würde es mich schon. Nur mag ich meine Stinker. Aber vielleicht würde sich die Nato für die Bio-Kampf- Abgase meiner Kater interessieren. Unglaublich wie die stinken können. Und dabei unschuldig gucken wie Lämmer. Und sich dann noch gegenseitig den Hintern abschnuffern. (Um kurz danach mir feuchte Nasenküsschen geben zu wollen --- bääääh)
Wenn unsereins so eine Stinkbombe in der Rush Hour der U-Bahn ziehen lassen würde - Frau hätte bestimmt Platz.
Alleine das Gedankenspiel macht mir Spaß.
Stellt euch einen U-Bahnwagon vor:
Am einen Ende eine Frau, still vergnügt und der Rest klebt - mit grünen Gesicht - am anderen Ende. Ich würde sofort in eine andere Stadt ziehen, wenn mir so etwas - als Verursacherin - passieren würde.

Kennt ihr den Ausdruck: einen Koffer abstellen? Oder *Du hast gekoffert, ich riech's genau!!!* ?. Nein? Nun: das sind auch Umschreibungen für Pupse und das Pupsen.
Ich mag das Wort Pups. Furz ist ein wenig derber, aber nicht ganz ohne Reiz. Zum Beispiel:
Der Hirnfurz. Ich weiß nicht mehr ob Bruder oder Paps dieses Wort ins Spiel brachten und ob sie es nicht aus dem Fernsehen hatten, aber das Wort Hirnfurz geistert mir die letzte Zeit öfters einmal durch den Kopf, wenn ich so mitbekomme, was manche Politiker ablassen.
Nur heiße Luft, und manchmal mit Geschmack. Der Hirnfurz ist eine Flatulenz, die nicht in den Eingeweiden rumort, aber auch eine Art Störung ist, nur eben auf einer höheren Ebene.
Das Hirnfürzle. So nennt man bei uns zuhause eine nicht ganz ausgereifte Idee. Wenn sich zum Beispiel ein Kind ein rotes Handtuch als Cape um den Hals bindet und mit den Worten *auf auf und davon!* vom Garagendach hüpft. Soll alles schon vorgekommen sein.

Es soll ja Menschen geben die ganz ungeniert pupsen. Auch wenn es heutzutage nicht mehr gesellschaftlich anerkannt ist. Längst Vergangenheit sind Luthers Worte:
*Warum furzet und rülpset Ihr nicht, hat es Euch nicht geschmacket?* 
Anscheinend war es und ist es noch bei einigen Völkern Usos dies zu tun, und wer es unterlässt beleidigt den Gastgeber. Ich glaube diese Gastgeber würden nie wieder verlangen, dass jemand bei ihnen pupst, wenn sie einmal meine Kater gerochen hätten.

Kümmel und Fenchel helfen, vor allem Fenchelsamen. Aber wir bekomme ich die jetzt in meine Kater?

*pfffffffffffffffffffft*

Freitag, 19. April 2013

Wecker...


dein Kuss ist so sanft zur frühen Morgenstund
der Himmel draussen noch so bodenlos
dein Kuss so fein und sanft
deine Stimme gar so tief an meinem Ohr
-
 ich steh ja schon auf und füttere dich, aber erst wenn du die Krallen aus meinem Unterarm ziehst ^^

Manchmal überfällt mich der Wunsch meinem Kater ins Ohr zu singen *Aufstehen! Spielen! Sofort!*
Soleil kratzt an der Bettdecke, bis ich ihn mehrmals in hohen Bogen aus dem Bett werfe, während Grey beobachtet. Oder er setzt sich auf mich, am Besten an einer Stelle die nachgibt und potenziert sein Gewicht ins Unermessliche. Wenn ich dann noch dem Aufstehen trotze - meist ist es vor halb sechs, setzen sich beide vor das Bett und beginnen ein Konzert, dass nicht nur mich aus dem Bett fegt.
Die Trompeten von Jericho waren dagegen ein Kammerkonzert.
Wenn ich dann wie ein Zombie in die Küche tapse - mit Krücken Gehhilfen, dann sind die beiden plötzlich weiche Fellknäule, die so um meine Beine schnurren, dass ich aufpassen muss, nicht auf sie zu treten.
Das einzige Mittel sie los zu werden ist ihr Futter. Bis dahin wird *geköpft* *rangeschmusst* und *behaart* was das Zeugs hält.
Wie werdet ihr denn geweckt? Durch Kinder, Partner, Hund? Oder auch Katze? Briefträger? Würde mich interessieren.

=^.^=


Huch, ich glaube, ich habe etwas verpasst....

Donnerstag, 18. April 2013

Wer zahlt?

Als ich gestern - quer durch die Stadt - zum Klammernentfernen nach Bad Cannstatt fuhr gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. In der U-Bahn waren viel kleine Knöpfe mit ihren Betreuerinnen unterwegs, die Luft war erfüllt von Lachen und Kichern, die Sonne am Himmel versuchte ihre lange Abwesenheit vergessen zu machen. Es war ein buntes Völkchen, was da um mich herumschwirrte wie ein munterer Mückenschwarm, ganz Hier und im Jetzt und ließen mich vergessen, dass ich in Kürze 30 Klammern aus dem Bein entfernt bekommen würde.
Hello again
 In der Klinik angekommen hatte ich noch einige organisatorische Dinge zu erledigen - Nachsorgetermine, ect und setzte mich dann in den Wartebereich und tat das was man in so einem Wartebereich macht:
Ich wartete. Und wartete. Und wartete,
So was ist ärgerlich, aber kommt vor. Und weil ich auch weiß, dass die Stationsärzte eben auch in der Ambulanz arbeiten - während ihr Kollegen operieren, bin ich hier sehr gelassen.
Also wanderte ich etwas herum und las - nicht zum ersten mal - folgendes Plakat:


Da der Text auf dem Plakat schwer zu lesen ist, hier noch einmal direkt abgelichtet.



Da ich das dritte mal in der Klinik stationär war, und weiß wie viel Personal rumschwirrt, aber selten genug, was alleine für meine Wundversorgung an Material notwendig war, gab mir das zu denken.
An anderer Stelle hing folgendes Plakat:


Den Rest der Wartezeit verbrachte ich sehr nachdenklich. Überlegen wir gesetzlich Versicherten eigentlich noch, was wie viel kostet? Ich glaube kaum. Als es hieß *Frau K., es wäre besser, wenn wir das operieren*, habe ich keinen Gedanken daran verschwendet, was das wohl kostet. (3 x OP, insgesamt 22 Tage Klinikaufenthalt, etliche Physiotherapie und Lymphdrainagen, Medikamente, Infusionen, uns usf)

Kurz danach wurde ich in das Behandlungszimmer gerufen, die Klammern wurden entfernt - unangenehm, aber nicht wirklich schmerzhaft, die Beweglichkeit des Kniegelenks war gegeben und ich durfte davon hüpfen.
Wieder war ich verblüfft, dass die Ärzte in dieser Klinik nie gehetzt wirken, (okay auf der Station war ein zweimal etwas Ungeduld zu spüren, aber eher wegen Patienten die meinten unbedingt mit Drainagen eine rauchen zu gehen, oder wenn die Botschaften absolut nicht beim Patienten ankamen), freundlich sind und mit einem auf Augenhöhe begegnen (das habe ich schon ganz anders erlebt):

Auf jeden Fall finde ich es gut, dass sich die Kliniken für eine gerechte Bezahlung einsetzen - nein es geht hier nicht (nur) um Ärztegehälter. Es geht um mehr.

Auf dem ersten Bild sind auch Rettungsassistenten zu sehen. Hier ist die Situation ähnlich. Was würden wir ohne sie tun?

Wer zahlt?

Dienstag, 16. April 2013

4 Jahreszeiten - nicht nur zwei?

Wo ist er hin der Frühling? Erst wollte der Winter nicht gehen, dann fiel der Sommer ins Haus. Nur die Nächte sind noch nicht lau. Aber wo ist der Frühling abgeblieben?

morgendliche Leere im frühlingshaften unteren Schloßgarten
Der sanfte Übergang der frostig, kalten Tage zu zarten, leichten Lüftchen? Jetzt heißt es den Sunblocker aktivieren und in den Schatten gehen - in dem es noch empfindlich kühl ist.
Auf Facebook wimmelte es vor drei Wochen nur so von Bildern der ermordeten Frau Holle und gestern las ich: *der erste der über die Wärme mault, bekommt eine in die Fresse*.
Wenn ich so etwas lese, denke ich immer wieder:
a) wo hat der/die denn die gute  Kinderstube genossen?
b) wer nur Sommer will, soll in die Sahara ziehen!
c) schon mal was von Klimaveränderung gehört?
Was mich an der ganzen Sache stört, ist gar nicht so sehr die Tatsache, dass es plötzlich zu so warm wurde, sondern das Dummherumgerede darüber.
*Von wegen Klimaerwärmung* *endlich regnet es nicht mehr* *Ah, von mir aus könnte es immer so sein*,
so etwas macht mich nachdenklich.
Der Winter war lang, ungemütlich, aber er war nicht ungewöhnlich kalt und es gab nicht wirklich viele Niederschläge - jedenfalls nicht bundesweit.

auch der Spätwinter hat seinen Reiz - hier im Moor
Er war grau. Er war lang. Er ging uns alle auf den Wecker.
Und endlich scheint die Sonne - auch ich freue mich.
Kommt jetzt ein Aber? Ja. Er war zu sonnenarm und er war zu trocken. Und letztes Jahr war der Frühling auch zu trocken, sehr zum Ärger der Obstbauer - jedenfalls der empfindlicheren Sorten wie die Kirsche.
Nicht umsonst heißt es: Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauer Scheun und Fass. Und dann kam dieser nasse Sommer - das Aus für die Kirschen. 2011 habe ich so viel Kirschen gefuttert wie noch nie in meinem Leben. 2012 nicht eine einzige.
Das Maiengrün der Wiesen und Wälder ist auch ein Produkt eines feuchten Frühlings, ohne Wasser kein Gras, keine Blumen, in Mecklenburg Vorpommern vertrocknen regelmäßig die Saaten auf den Feldern.
Aber wir schreien: SONNE.

Der blaue Himmel täuscht - es war a****kalt und wir haben uns das Gesicht verbrannt
Doch in die Sahara ziehen?
Und der lange Winter kann auch ein Vorzeichen der Sterbens des Golfstroms sein und wenn der weg ist, dann gute Nacht Mittel und Nordeuropa. Klimamodelle sind komplex, kompliziert, ich verstehe einiges nicht, was ich verstanden habe ist, dass die Erderwärmung nicht gleichmäßig kommt, dass wenn wir Pech haben eine neue Eiszeit droht ... WAS???? höre ich den Aufschrei. Also doch Sahara?
Versteht mich nicht falsch: ich liebe es an lauen Sommerabenden mit Freunden abzuhängen, mich entspannt im Schatten zu räkeln, Biergarten ist auch ein gutes Stichwort.
Vielleicht täte uns allen ein wenig mehr Gelassenheit im Umgang mit dem Wetter gut.
Es ist wie es ist. Eine alte Bauernweisheit:
Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.

*bruzel*

Sonntag, 14. April 2013

Wach geküsst und nieder geschmust


Neun Tage. Nur neun Tage. Und es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Als ich gestern Mittag die Tür aufschloss kam sofort eine weiß-rote Pfote durch den Spalt und ein klägliches *meow* begleitete den Ausbruchsversuch. (meine Freundinnen Sabine vom Liebstöckelschuh und Rosemarie hatten sich rührend um die beiden Racker  gekümmert, aber sie taten natürlich so, als hätten sie nichts zu futtern bekommen und waren auch ganz eingefallen - so um die Augen herum).

Das beste Bett ist immer noch mein Dosenöffner
Seit diesem Moment - als ich die Tür aufschloss - bis jetzt, klebt meine Pelzsonne Solei an mir - nur wenn er auf' Kistchen muss trennt er sich von mir. Selbst wenn ich auf die Toilette gehe folgen mir zwei Schatten und sitzen dann vor mir und starren mich an. Manchmal sind mir die beiden Stalker Kater unheimlich. Selbst jetzt bin ich umzingelt.

Der Druckerkarton hat erst einmal als Schlafstätte ausgedient
An mich gequetscht, auf mir liegend - heute morgen wachte ich mit dem Gesicht an der Wand auf, beide Kater eng an meinen Rücken gepresst, der Rest vom Bett leer und verwaist... seufz. Eingeschlafen bin ich auf der anderen Seite im Bett, beide Kater lagen schnurrend im Arm, als ich einmal aufwachte, weil ich auf die Toilette musste, lagen beide auf dem Kissen und ich daneben. Und sie folgten mir auch hier. Ich bin besser bewacht als die Kronjuwelen im Tower zu London....

Heute morgen dann - 5 Uhr! - ging es los:
Grey beschmusste meinen Hals und schnurrte wie ne Dampflok und Soleil beschnufferte mein Gesicht (auf der Schulter sitzend) mit vielen feuchten Küsschen und kitzelte mich mit den Barthaaren: Ich machte den Fehler die Augen zu öffnen, denn ich sah folgendes:

küssende Kater in Angriffstellung

Eine Sekunde später hatte ich eine Pfote im Auge .... voll gehaart bin ich seit gestern.
Aber um Nichts in der Welt wollte ich es missen.

=^.^=




Samstag, 13. April 2013

Frühlingserwachen

die Müdigkeit sitzt tief im Herzen
baut' im Winter ihr Nest in mir
mit den ersten Sonnenstrahlen
streckt sie die Fühler aus
und lenkt mich schnellen Schrittes
zur nächsten grünen Wiese

dort bette ich mein müdes Haupt
ins frisch ergrünte Kissen
der Sonnenschein hüllt sanft mich ein
so warm und weich und neckisch leicht
schon streck' ich meine Glieder aus
und schließe meine Augen

auch wenn ich's träum'
bin doch zuhaus
hör' ich die Bienen summen
ganz leise zwar, doch auch recht laut
hör' auch das Gras ich sprießen
schon wächst es fast ins Ohr hinein

im Traum trag' ich den Frühlingskranz
aus kleinen, weißen Blüten
verwachsen mit dem Boden schon
will ich nicht mehr erwachen
so ruhe ich  still und  seltsam ruhig
der Wind singt mir sein Lied

der Tag neigt sich dem Ende zu
die Sonne küsst den Boden
die Nacht greift klamm mit dunkler Hand
und kühlt auch noch das Gras
so öffne ich dann doch die Augen
und höre auf zu ruh'n

m-k. 2013









Freitag, 12. April 2013

Prüfungen

Nein nicht ich,,,, aber hier in der Klinik finden gerade die Abschlußexamen für die Physiotherapeuten statt und es werden natürlich *Übungs- und Vorführobjekte* gesucht.
Ich war eines davon - von den Objekten. Das erste mal am Dienstag, Und bei den Prüfern hatte sogar ich Angst - hui, da ging es mal ganz schnell auf die Zeitreise und ich war wieder in meiner mündlichen Prüfung auf der Modeschule.
Ich musste meiner Mathelehrerin eine *doppelseitig genähte Pattentasche* erklären und die hat es nicht kapiert. In meiner Verzweiflung faltete ich den ganzen Krempel aus Papier und sie *ah, jetzt habe ich es kapiert....*
Aber zurück zu den Prüfungen hier. Am Dienstag taten mir die Prüflinge echt leid, aber die werden ja dann auch auf Menschen wie mich losgelassen und könnten, wenn sie nicht gut sind, einiges versauen.
Gestern war eine andere Schule zu den Prüfungen hier und die Ausstrahlung war eine ganz andere. Klar, Prüfungen machen immer Angst, Prüfer müssen streng sein, aber die hatten eine freundlich strenge Ausstrahlung - so wie der alte Dumbledore aus Harry Potter, nur weiblich.
Das Mädel, bzw die junge Frau, war sicher und sehr straight und hat es gut überstanden - so wie ich auch. Was ich wirklich nett fand, war als die Prüfer mir zum Schluss ein kleines Dankeschön überreichten - dafür, dass ich mir anderthalb Stunden Zeit genommen hatte -

Kleines Geschenke erhalten.....
 Wir haben ja nicht nur Krankengymnastik, sondern auch *Beinschiene* sieht aus wie ein Folterinstrument, aber man kann im Bett liegen bleiben und das Bein wird bewegt:

Folter der modern Art
Die Beinschiene soll die Beweglichkeit des Beines fördern .... und ist nicht halb so anstrengend wie die Physio.

Ich hoffe ja, dass ich am Samstag gehen darf - wenn das Bein abschwillt... es ist schon schmäler geworden, aber ich werde jetzt jeden Abend *Mumifiziert* - Schwester K. hat mir gestern einen professionellen Kompressionsveband verpasst, da wackelte nichts mehr :

*Mumie on the bed*
Sieht nicht besonders aus, aber hilft. Und ich will heim.
Jeden Abend stehe ich am Fenster, hebe den rechten Zeigefinger und murmle:

*nach Hause telefonieren*


Donnerstag, 11. April 2013

schief gewickelt und falsch verbunden

Waren wir gestern sauer, empört, auf 180!
aber von Anfang an.
Wir Mädels auf dem Zimmer lachen viel miteinander, und nehmen die kleinen Tragödien der anderen auf und zerpflücken sie solange mit Witzen bis es wieder gut ist.
Gestern war es dann so weit, dass uns der Kragen geplatzt ist.
Es sind fast alle hier, Ärzte, Schwestern, Physios nett, hilfsbereit, kompetent, aber ein faules Ei hat man immer. Auch hat jeder mal nen schlechten Tag. Ist so und nicht weiter schlimm....
Der Arzt B. - nein nicht der B., ein anderer B. - ordnete bei mir einen *Kompressionsverband* an, damit das Bein abschwillt. Ich darf ja deswegen auch erst am Wochenende heim, und eigentlich hätte ich heute gehen sollen.
Ich kenne diese Verbände noch von meiner Großtante. Als Kind fand ich es immer seltsam, dass unter der Kittelschürze die Haut so seltsam aussah. So grob und faltig. Das war natürlich nicht die Haut, sondern die hautfarbenen Kompressionsverbände. Später lernte ich auch diese Verbände selbst zu legen.
Nun, dachte ich, wenn's hilft und schön macht.... Dr. B. machte ne Notiz und ich harrte der Dinge....
Die Abendschwester machte keine Anstalten etwas zu wickeln, erst nachdem ich sie dazu auffordert stutzte sie, dann kam: aber wegen dem Eisbeutel, blabla,,,, irgendwie kam es so rüber, als wolle sie nicht., hm, wir guckten uns an, na gut, dann eben die Nachtschwester... die dann nicht kam, erst als ich um neun nach ihr klingelte.
Ich bat sie den Kompressionsverband anzulegen,
Begeisterung sieht anders aus, dachte ich. Sie wickelte, wir beobachteten sie dabei... als sie draußen war erscholl dreifaches Gelächter...
DAS war kein Kompressionsverband, das war ne Zumutung. Als ich aufstand rutschte der komplette Verband nach unten und Claudia kippte vor lachen fast aus dem Bett -*beige Mumie*, *Rückkehr der Zombiemumie*. Als ich auf die Toilette humpelte gab der Verband ganz auf und gab der Schwerkraft nach.
Eigentlich war mir nicht zum Lachen.Ich war stinksauer. Schließlich soll über den Druck die Flüssigkeit aus dem Gewebe gedrückt werden...
Also Laptop wieder auf, gegoogelt, das Bein abgewickelt und selbst neu verbunden. Die Mädels *bewunderten* mein Werk. Natürlich hätte ich nochmal nach ihr klingeln können, aber ob sie es beim zweiten mal anders gemacht hätte? Wir diskutierten es aus. Fanden das aber dann die beste Lösung.
Heute Morgen kam bei der Visite kein: wie sieht das denn aus? Der Verband wurde gelöst UND
das Bein ist abgeschwollen und zwar richtig.
*bisschen stolz guck*
Die Schwester die mich gestern schief gewickelt hatte hat schon mal einen Verband bei mir so mistig gewickelt,  dass der Physio, der mich für die Lymphdrainage auswickelte ziemlich sauer guckte und auch was zur Schwester sagte, also bilde ich es mir nicht ein.
Ich werde ihr das auch noch sagen. Aber nicht vor den Mädels im Zimmer, dass muss nicht sein. Aber es ist Job. Und den sollte sie schon richtig machen.... weil irgendwann sagt das eine Patient einem Arzt, und dann bekommt sie echt Ärger, was auch nicht sein muss..

*Autsch*

Mittwoch, 10. April 2013

3x V: Verlängerung, VFB, Verflixt

Irgendwie habe ich es mit der Zahl drei.
zum 3x im Krankenkaus, 3x operiert, 3Bettzimmer, ect. Mein behandelnder Arzt ist ja der der Sportarzt des VFB Stuttgart und anscheinend ist das Verlängern ins Blut über gegangen..... und mein Aufenthalt wurde verlängert. ...... verflixt nochmal, aber das Knie meint nicht abschwellen zu müssen und ich glaube die haben auch Angst, dass, wenn sie mich zu früh hüpfen lassen, ich sehr schnell wieder komme.

Sicherheit, Liebe, Pille, Treue
Das einzige was mir daran stinkt ist, dass ich meine Kater nicht sehe :( ..... meine Katzer fangen ja schon an ihre Gastbetreuer zu umwerben... untreue Kerle. Typisch Mann....

Die Krankenhauslangeweile bringt mich dazu zu malen, die Plaids wachsen, das Buch ist fast ausgelesen und die letzte DVDs von *six feet under* liegt im Player. Aber ich habe ja noch einen Skizzenblock dabei und kritzle ein wenig herum, sehr zur Freude von Dora. Hier geht es zu ihrem Blog

Dora gehört zu meinem Leben wie Stuttgart und Katzen

Wirre Träume

Aber: wir haben das Fenster offen, die Vögel trillern (für Conny: die Bigel - kleiner Insider), ab sofort habe ich zweimal am Tag Physio - die wollen mich mit Gewalt fit machen - und wir Mädels werden heute Abend eine Riesenpizza bestellen ....


*schleck*

Dienstag, 9. April 2013

Hex Hex....

..... ich bin die Hexe Pimpernell
ich hexe gut und hexe schnell
stehe stumm, dreh dich nicht um,
es ist kein Traum, du bist ein Baum.....

Nein ich drehe nicht ab, aber jetzt im Krankenhaus habe ich Zeit ganz entspannt zu lesen - wenn mich die Drogen nicht gerade in den rosaroten Elefantenhimmel schießen....
Und da gibt es ja einen Welt, die Scheibenwelt, die auf dem Rücken von vier Elefanten ruht (der fünfte ist irgendwann mal abgestürzt) und die Elefanten stehen auf dem Rücken einer Schildkröte die durch das weite All fliegt...
Hä? werden die einen sich fragen, während die anderen begeistert ausrufen
Terry Pratchett !!!!!


Ich liebe ihn und seine *Novels of the discworld*  und lese gerade eine Geschichte mit der jungen Hexe Tiffany Weh *Das Mitternachtskleid*, es ist der dritte Band mit der jungen Hexe und ein reines Lesevergnügen, weil die kleinen Großen wieder mit dabei sind und die ganze Zeit Potzblitz rufen, sich raufen, lügen und streiten, und die Kelda in ihrem Bau und und und ....
die Besprechung des Buches bleibe ich euch aber heute schuldig, denn dazu müsste ich euch erst einmal die Geschichte Tiffanys erzählen und damit würde ich schon mindestens drei Artikel füllen.
Aber soweit verrate ich es euch: es geht um Angst, was Angst auslöst, wie man die Angst besiegt, es geht um das Querdenken, das Unvermutete und die Liebe,
Hiermit gelobe ich euch euch irgendwann in die Tiefen des Pratchett Universums einzuführen.
Wer Douglas Adams dunkle Stunde des 5 Uhr Tees liebt wird Terry Pratchetts Scheibenwelt auf alle Fälle mögen. Zuhause warten noch zwei weitere Bände darauf von mir visuell verspachtelt zu werden....

Am Donnerstag darf ich ja sehr wahrscheinlich nach Hause, der Schmerzpegel ist diesmal erträglich, ich gucke die erste Staffel von Six Feet under, wenn ich nachts nicht schlafen kann, auf dem Laptop, und tratsche mit meinen Zimmergenossinnen, während ich weiter an meinem Granny Plaid häkle:


So langsam gehen mir die Wollreste aus:
Also, wenn ihr zuhause etwas rumliegen habt: hier ist eine dankbare Abnehmerin :) ob Glanz, Wolle, Baumwolle, alles her zu mir.

Sabine und Rosemarie versorgen mich mit Geschichten von meinen zwei - sehr untreuen - Katzern, Rosemarie schickte auch ein Foto, und ich hatte Pippi in den Augen, so sehr vermisse ich die Beiden.
Aber es hat was nicht die ganze Zeit mit Soleil um die Wolle kämpfen zu müssen.... es hat etwas sehr verlorenes, nicht seinen spitzbübischen Blick hinter der Lehne zu sehen, wie er ganz unbeteiligt an den Wollkorb schlendert, um blitzschnell zuzuschlagen und den erbeuteten Wollknäuel in Flur einen Freifahrtschein in den Wollhimmel zu besorgen ....
Ich verlasse euch für heute und wünsche euch schöne Träume

*Hex hex*

Lass die Sonne rein...

...und der erste der sich beschwert bekommt von mir eines mit dem Wok über gebraten ... das klingt dann ca so: *klonk*
Heute ist es zwar etwas grau vor dem Fenster, aber die Vögelein haben heute morgen um fünf einen Heidenkrach verantstaltet - und ich lag im Bett und freute mich einfach. Und als ich die Augen aufschlug stand da:

Lass die Sonne rein :)

der Blumenstrauß, den mir Rosemarie am Samstag in Krankenhaus schleppte. Und ich freu mich immer, wenn ich ihn ansehe, denn er singt leise: ich bin der Frühling und ich trag' dich im Herzen.
Natürlich singt er nicht und ich habe keinen an der Waffel, auch wenn viele das etwas anders sehen.

Hilft auch bei der Genesung :) veganes Fruchtgelee
Es sieht gut aus - dass ich bald raus darf, aber ich werde nicht drängeln, sie wollen sicher gehen, dass alle Schrauben halten (wer jetzt den Witz mit den lockeren Schrauben denkt soll vom Blitz gebizzelt werden) und das die Metallplatte da bleibt wo sie hingehört.
Geplant ist schon einmal der Donnerstag und jetzt kommt das erfreuliche:
ich muss nicht noch einmal 8 Wochen komplett an Krücken  humpeln, sondern ich darf in zwei Wochen auf das halbe Körpergewicht belasten, und in sechs Wochen dann zur Röntgenkontrolle, mein Chirurg, Oberarzt B. war kurz bei mir, guckte sich das Bein an und zeigte sich sehr zufrieden (was mich etwas beunruhigt: er sieht ein klein wenig aus wie mein Kumpel Heiner - und er ist genauso gut drauf).

Der Chef der Physiotherapiepraxis hatte mich fragen lassen, ob ich mich für eine Examensprüfung zur Verfügung stellen würde - und klar bin ich dabei. Die haben mir so geholfen, dann kann auch ich ein wenig zurückgeben.

Heute ist ein Guter Tag. Das Kinderlachen vom Kinderspielplatz klingt hell zu uns hoch, es ist nicht kalt, das Essen war gut und die Schmerzen halten sich echt in Grenzen. Und wenn ich Donnerstag heim darf soll es mir recht sein.

*lach*






Montag, 8. April 2013

*Private Praxis* in Stuttgart

Seit gestern habe ich eine nette Zimmernachbarin, die gerade unter Dr. B's Händen auf dem OP Tisch das Knie korrigiert bekommt. Ich hoffe für sie, dass sie es gut übersteht.


Bei mir ist der letzte Tropf durch (Juhu) und der Zugang wurde auch gezogen, über der Wunde ist nur noch die Folie, Dr. B hat mich zwar nicht operiert, aber er war kurz im OP Saal bei mir und hat reingeschaut - hat er mir jedenfalls erzählt - und alles sah gut aus, der Schaden war nicht so schlimm wie befürchtet. Ich wurde ja auch von einem Dr. B operiert, bzw von zwei- Dr. B und Dr. B haben operiert und Dr. B kam gucken - ich muss selbst lachen, wenn ich das lese. Allen gute Dinge sind drei, und für Dr. B gilt : nett, fähig und *hach*. Jetzt müsst ihr nur herausfinden welchen der Drei ich meine .... kicher
Ja, ich bin etwas albern heute, aber ich bin ja auch voll legal voll auf Droge (nur kein Neid, dafür muss man sich ja auch aufschneiden lassen).
Mit der Wochenendruhe ist es jetzt vorbei:
Mein Stundenplan:


7°° Visite und Wundbeschau, Fiebermessen, Blutdruck
7.30 Frühstück
8:30 Bewegungsschiene
9:30 Physiotherapie
11.30 Mittagessen
13°° Bewegungsschiene
14°° Lymphdrainage
16:30 Visite
17°° Abendessen
19°° Abendversorgung und Spritze
Alles nicht so ohne, oder?
Na ja, es könnte schlimmer sein. Hauptsache die Drainagen sind draußen. Und bei der Physio waren sie wirklich zufrieden, weil die Streckung gut geht und auch das Abwinkeln, meine  Krücken Gehhilfen sind besser eingestellt und wenn es gut läuft bin ich am Wochenende wieder draußen :)
Dann wird der Reha Antrag gestellt. Zur Reha kann ich ja erst, wenn ich wieder voll belasten kann und das dauert ca 2 Monate......

bis dahin spiele ich Käpt'n Ahab, klonk klonk klonk ,,,,,

Sonntag, 7. April 2013

Immer wieder Sonntags...

... lacht die Sonne.


Über mich und euch.
Gestern verbrachte ich die meiste Zeit des Tages in einem halb wachen Zustand, die Nacht auch, wach, schlafen, Schmerz, Schwester rufen, Drogen, schlafen, wach, Schwester rufen.... die ist aber ein kleiner Engel ....
Heute dann zum Frühstück das fröhliche Trällern einer anderen Schwester: Heute ziehen wir die Drainagen nach der Visite (drei, ich hatte drei) ... der liebenswerte Arzt aus Unterösterreich mit seinem charmanten Akzent, gab da Go und weniger Minuten später hallte mein Schmerzensschrei durch die frühmorgendliche Gänge der Station.
Zwar wollte ich tapfer sein, aber heute ging es nicht ohne Tränen ab. Und dann riskierte ich einen Blick - der mich fast in die Ohnmacht schickte. Nein - ich beschreibe es euch nicht, aber das Frühstück war gelaufen.....
Ich schlief noch einmal ein, durfte, bzw musste dann zum Röntgen - also rauf auf die Krücken und ins Erdgeschoss - auch das überlebte ich, merkte aber, dass ich diesmal viel schmerzempfindlicher bin.....
seufz. Und dann stand auch schon das Mittagessen da, das ich aber nicht anrührte..... ich schlief bis einer der netten Physiotherapeuten mich weckte und mir die Lymphdrainage verpasste. Jetzt bin ich schon wieder müde.....
deswegen heute nur kurz.
Aber die Sonne scheint und alles wird fein - aber ich vermisse meine beiden Katzer.

Samstag, 6. April 2013

Auf ein Neues - alles gute Dinge sind drei

Welcome back Sportklinik.
Am Mittwoch habe ich ja erfahren, dass ich noch einmal am Bein operiert werden muss. Zum dritten Mal. Alles auf Anfang. Örgs.
Seufz, aber was war das für ein Hallo. Und auf das *Warum*, nach der Infoweitergabe waren alle nur noch im Tröstmodus und sehr liebevoll. Aber eine Postfachadresse scheint uns allen nicht notwendig.
Es kam NICHT schlimmer als erwartet, es ging sogar glimpflicher über die Bühne, aber die Schmerzen sind nicht lustig.
Swen, mein Lieblingspfleger hat Urlaub (es sei ihm gegönnt), der nette Physiotherapeut war auch schon da und entschuldigte sich dafür, dass er keinen Wochenenddienst hat, meine Zimmernachbarin schnarcht, dass die Farbe sich an den Wänden runter rollt und ich liege wach. Sie darf morgen gehen, ich danke dem Schicksal aus tiefsten Herzen.
es ist drei Uhr morgens....
Aber:
Die Geschenke !
Sabines Tochter, Tizi, die neue Liebe meines Katers Grey, hat mir eine schön verpackte Kleinigkeit mitgegeben, postoperativ zu öffnen. Tizi: Der Inhalt hat das Öffnen nicht überlebt und befindet sich jetzt mit den anderen Kalorienengeln im Süßigkeitenhimmel :)


Als ich nach der OP einmal meine Augen öffnet glaubte ich diesen nicht zu trauen - Petra schlenderte herein und leistet mir etwas Gesellschaft, außerdem brachte sie auch etwas mit:
Musikkalorien von Zam Helga, einem Stuttgarter Musiker, der wirklich was kann - Danke Petra, dass ließ die Sonne am grauen Himmel scheinen!


Vor der OP hatte ich ja den Chirugen angebettelt, wenigstens meine Hüfte in Ruhe zu lasen, der sollte ein Knochenstück entnommen und als Spaltfüller für den Oberschenkel genutzt werden. *Haben Sie nicht irgendetwas im Fundus?* flehte ich ihn an und er taste unberührt an meinem Hüftspeck run - *Ich sehe mal, was sich tun lässt, um ihnen ihr Bäuchle zu lassen.  Er hat Wort gehalten und meine Wampe ist unversehrt
Das Bein liegt unter einem dicken Verband auf einem weichen Kissen und von einer Stofforthese stabilisiert. Statt zwei Drainageschläuche sind es diesmal drei - was mich etwas beunruhigt, aber der junge - und wie hier immer - gut aussehende Arzt, hatte gute Nachrichten: Das Gelenk war-komplett okay, also mussten sie *nur* an den Oberschenkel ran.
Ich würde gerne an meine Bettnachbarin ran. Mit einem Kissen. Auf das Gesicht. Ihr schnarchen wird nur vom Raucherröcheln - schön schleimig - unterbrochen, so was von ekelig. Aber ich bin etwas muffelig, da ich Stundentakt aufwache.
Ich versuche nochmal ne Mütze voll Schlaf zu bekommen und freu mich auf das Kindergepiepse auf dem Spielplatz unten im Hof, auch wenn das Wetter nicht so dolle ist. Aber ich kann eh nicht raus,

*gähn*