Dienstag, 16. April 2013

4 Jahreszeiten - nicht nur zwei?

Wo ist er hin der Frühling? Erst wollte der Winter nicht gehen, dann fiel der Sommer ins Haus. Nur die Nächte sind noch nicht lau. Aber wo ist der Frühling abgeblieben?

morgendliche Leere im frühlingshaften unteren Schloßgarten
Der sanfte Übergang der frostig, kalten Tage zu zarten, leichten Lüftchen? Jetzt heißt es den Sunblocker aktivieren und in den Schatten gehen - in dem es noch empfindlich kühl ist.
Auf Facebook wimmelte es vor drei Wochen nur so von Bildern der ermordeten Frau Holle und gestern las ich: *der erste der über die Wärme mault, bekommt eine in die Fresse*.
Wenn ich so etwas lese, denke ich immer wieder:
a) wo hat der/die denn die gute  Kinderstube genossen?
b) wer nur Sommer will, soll in die Sahara ziehen!
c) schon mal was von Klimaveränderung gehört?
Was mich an der ganzen Sache stört, ist gar nicht so sehr die Tatsache, dass es plötzlich zu so warm wurde, sondern das Dummherumgerede darüber.
*Von wegen Klimaerwärmung* *endlich regnet es nicht mehr* *Ah, von mir aus könnte es immer so sein*,
so etwas macht mich nachdenklich.
Der Winter war lang, ungemütlich, aber er war nicht ungewöhnlich kalt und es gab nicht wirklich viele Niederschläge - jedenfalls nicht bundesweit.

auch der Spätwinter hat seinen Reiz - hier im Moor
Er war grau. Er war lang. Er ging uns alle auf den Wecker.
Und endlich scheint die Sonne - auch ich freue mich.
Kommt jetzt ein Aber? Ja. Er war zu sonnenarm und er war zu trocken. Und letztes Jahr war der Frühling auch zu trocken, sehr zum Ärger der Obstbauer - jedenfalls der empfindlicheren Sorten wie die Kirsche.
Nicht umsonst heißt es: Ist der Mai kühl und nass, füllt's dem Bauer Scheun und Fass. Und dann kam dieser nasse Sommer - das Aus für die Kirschen. 2011 habe ich so viel Kirschen gefuttert wie noch nie in meinem Leben. 2012 nicht eine einzige.
Das Maiengrün der Wiesen und Wälder ist auch ein Produkt eines feuchten Frühlings, ohne Wasser kein Gras, keine Blumen, in Mecklenburg Vorpommern vertrocknen regelmäßig die Saaten auf den Feldern.
Aber wir schreien: SONNE.

Der blaue Himmel täuscht - es war a****kalt und wir haben uns das Gesicht verbrannt
Doch in die Sahara ziehen?
Und der lange Winter kann auch ein Vorzeichen der Sterbens des Golfstroms sein und wenn der weg ist, dann gute Nacht Mittel und Nordeuropa. Klimamodelle sind komplex, kompliziert, ich verstehe einiges nicht, was ich verstanden habe ist, dass die Erderwärmung nicht gleichmäßig kommt, dass wenn wir Pech haben eine neue Eiszeit droht ... WAS???? höre ich den Aufschrei. Also doch Sahara?
Versteht mich nicht falsch: ich liebe es an lauen Sommerabenden mit Freunden abzuhängen, mich entspannt im Schatten zu räkeln, Biergarten ist auch ein gutes Stichwort.
Vielleicht täte uns allen ein wenig mehr Gelassenheit im Umgang mit dem Wetter gut.
Es ist wie es ist. Eine alte Bauernweisheit:
Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist.

*bruzel*

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