Montag, 22. April 2013

Komma oder Koma? Deutsche Sprache, schwere Sprache....

 Man (Mann bzw Frau) kann ins Koma fallen, kann aber auch ein Komma unter den Tisch fallen lassen. Was dem Komma nicht weh tut, aber den Leser manche Option überlässt. Das Koma kann man zwar sprachlich unter den Tisch fallen lassen, aber man wird es unter dem Tisch vergeblich suchen, außer man liegt im selbigen unter selbigen.
Aber wenn man das Komma mit *doppel M* entfallen lässt "es manchmal auch hübsche Ergebnisse bringt". Eines der schönsten Beispiele:
*Wir essen gleich Opa!* statt *Wir essen gleich, Opa!*
Wer den Unterschied nicht bemerkt hat die gleiche (oder selbe?) Grammatikschwäche - wie ich.
Mühsam habe ich den Unterschied von wie und als gelernt. Im Dialekt setzt man ja das wie wie für das als ein. (Was für ein Satz -kicher). Das es das Wörtchen als gibt, wurde mir sehr spät bewusst und es ist meinem Freund Henning zu verdanken, dass sich dieses Mysterium  mir enthüllt hat. Nicht entblößt. Das ist wieder etwas anderes. Das Wörtchen als setzt man ein, wenn etwas nicht gleich ist. So einfach.
*Du bist dicker wie als ich* = ungleich, *Du bist sie dick wie ich* = gleich. Das Fiese: im Dialekt passt beides. Und irgendwie hatte ich das in der Schule verpennt. Unbedarft wuchs ich noch mit Tunwörter (Verben), Hauptwörtern (Substantiven) und - keine Ahnung wie die hießen:  - Adjektiven auf, also mit der deutschen Bezeichnungen. Moment: das WIE-Wort. Eigenschaftswort! Wie ist die deutsche Sprache? FIES!!!!
Irgendwann wurde dann mit Adverben, Genetiv und Dativ um sich geworfen und ich ging in Deckung und tauchte ab. Dann die Begriffe Präsenz, Futur und was weiß ich noch alles, doch, halt:
Plusquamperfekt! Was für ein Wort. Welche entengleiche Eleganz.
Fragt mich nicht wie ich meine zehn Punkte in dem Fach Deutsch zusammen bekam, ich folgte nur meinem Instinkt und meine schöne, aber unleserliche Handschrift rettete mir wahrscheinlich auch manchen Punkt. Und das fast buchstäblich.
Nächstes Manko als Süddeutsche: die wo/der wo. Die wo ist die Umschreibung im Dialekt für welche oder welcher. Die Frau, die vor der Kirche steht. Versteht jeder. Welche Frau? Und der/die Süddeutsche siegesicher: DIE WO! Die wo vor der Kirche steht. Ich erwische mich manchmal selbst noch und amüsiere mich dann immer über mich selbst.
Die Beherrschung der Landessprache in Wort und Schrift hat auch Vorteile: Oder wolltet ihr euren Opa essen? Nein? Dann vergesst dieses verdammt Komma nicht!
Sagt die Richtige! - werden einige von euch jetzt denken. Und ich sage: Recht habt ihr!
Ich übe (schwöre es bei meiner BloggerInnenEhre) (natürlich mit gekreuzten Fingern) und werde mich bemühen.
Ihr dürft bei der ganzen Thematik eines nicht vergessen: jemand der richtig schreiben kann muss nicht unbedingt sehr intelligent sein und jemand der intelligent ist muss nicht unbedingt in der Schriftsprache sattelfest sein. Vergesst das bitte nicht.
Man tappt schneller in die Rechtschreibfalle als einem lieb ist. Und wenn man sich, wie ich (nicht als) mit einer Rechtschreibschwäche durch die Schulzeit gekämpft hat, weiß man das auch. Und vor allem weiß man das Korrekturprogramm zu schätzen. Aber man weiß auch: fast alles ist erlernbar. Und man kann mit der deutschen Sprache (wahrscheinlich mit allen Sprachen dieser Welt) herrlich Schabernack treiben. Immer noch betrauere ich den Tod eines wahren Sprachkünstlers - Heinz Erhardt. Seine Filme allerdings - ohje, Nicht meines. 
 Die Deutsche Sprache hat manchen zu Kapriolen veranlasst. Unter anderen Ringelnatz und Morgenstern. Beide liebe ich heiß und innig und unerwidert, denn beide sind schon längst zu Staub zerfallen.
Aber auch hier wieder und wider.
*wenn er wieder stand* ist nämlich etwas ganz anderes als wenn man sagen würde *wenn er wider stand*:
Was ich manchen Menschen ins Stuttgart gerne auf die Stirn tätowieren würde.

Wie um Himmels Willen bin ich zu diesem Thema gekommen? Ich saß mit einer Freundin beim Kaffee und wir redeten über dies und das und das Bloggen und sie furztrocken: ein paar mehr Kommas würden dir schon gut tun.

*hihi*


Kommentare:

  1. Haha, höre auf deine Freundin. Hier die fehlenden Kommas ,,,,,,,,

    Eins ist an der falschen Stelle und darf recycelt werden.

    :-)

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    1. hahahhaha, dann wäre es nicht mehr von mir, aber ich habe vier fehlende Komas entdeckt ^^

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  2. Und die gleiche Freundin sagt: Bleib wie Du bist, Marianne! Als wie Du bist, würde sie es in Ihrem Heimatdialekt sagen.

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    1. :) in meinem Alter kann man nur noch Feinheiten ändern :)

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  3. "Plusquamperfekt! Was für ein Wort. Welche entengleiche Eleganz.", muhahahah.

    Ein sehr schöner Artikel, ich werde mein Grinsen gar nicht mehr los. Mit oder ohne Fehler (Kommas) konnte ich alles sehr flüssig lesen und Dialekt sprechen können ist doch toll. Das ist wie eine Fremdsprache mehr sprechen können.

    Bei uns in Hessen gibt es ja in den Grundschulen Deutsch als Fremdsprache. Da können auch deutsche Kinder dran teilnehmen wenn sie nur hessisch gelernt haben. ;-)

    LG
    Manni

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    1. finde ich auch :) es war wirklich mühsam die deutsche Schriftsprache zu lernen. Mein Bruder kassierte mal eine Ohrfeige, als er meine Mutter fragte: Moma, wie schraibd mon eig'ndlich gloffe? (Mama. wie schreibt man eigentlich gelaufen?) - es war eine andere Zeit ^^

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