Donnerstag, 25. April 2013

Stuttgarts goldenes Licht - Turmfalken, Mauersegler und Käuzchen

Wer jetzt irgendeinen Werbeslogan, hinter der Überschrift, vermutet liegt vollkommen daneben. Es geht wirklich um das Licht. Dieses besondere Licht ist nicht alltäglich und am intensivsten nach einem spätnachmittäglichen Sommergewitter - und selbst dann nicht immer.
Es ist gar nicht so oft zu sehen.
Eine Freundin, die mehr im Westteil der Stadt wohnt (der Stuttgarter Westen ist Kult, der Süden wild . Dreimal dürft ihr raten in welchem Teil ich wohne,) schwärmte mir unlängst von dem *roten Licht* vor.
Ich fragte: *Rot? Nicht gold?* Sie beharrte auf der Farbe rot. Vielleicht liegt es am Standort, aber beide waren wir uns sicher, dass es mit dem Feinstaub zu tun hat. Wenigstens etwas Gutes was das Zeugs hat.
Es ist schwer dieses Licht einzufangen.
Heute morgen habe ich es versucht :

Täubchen beim morgendlichen Sonnenbad
Naja, auf diesem Bild kommt es nicht so gut rüber, aber vielleicht auf dem nächsten, aber es kann auch nicht wieder geben wie intensiv dieses Licht ist.

Als wenn jemand Farbe über die Häuser auskippen würde
Aber das ist nicht das einzige, was ich in den frühen Morgensstunde im Sommer, genieße - auch lausche ich mit gespitzten Ohren den stadtuntypischen  Lauten den Morgens: irgendwo in der Nachbarschaft haust ein Käuzchen und und *wohu-t* bis die ersten Kinderstimmen auf der Straße es verstummen lassen. lingt fast so, als sei es ein Engländer, der immer wieder fragt *Who- who?*
Gegen Mittag -und trotz des Stadtlärms - kann ein aufmerksamer Städter den schrillen Ruf des Turmfalkens hören. Auch wenn die Baumassnahmen für S21 letztes Jahr ein Nest, der geschützten Art, bedrohten und deshalb für die Brutzeit der seltenen Vögel in diesem Bereich gestoppt werden mussten - sie sind unter uns und jagen Tauben. Manche Stuttgarter nennen ja das Graugefieder auch *Ratten der Lüfte*.
Es wird langsam, aber sicher Frühling, die Bäume in meiner Straße bekommen zarte, maigrüne Blätter, Martin und ich sitzen wieder auf den Treppenstufen von Doras Galerie und plauschen, aber etwas fehlte noch. Und während ich den Artikel hier schrieb, wusste ich plötzlich was fehlte, denn es war da. Nur wenige,  nur vereinzelte -der hohe Ruf des Mauersegler.
Meine geliebten Luftakrobaten, die zwischen den Häusern herum flitzen wie kleine, schwarze Kobolde auf Speed, im Sturzflug an meinen Fentsern vorbeijagen , um im letzten Moment noch die Kurve zu bekommen.Mir stockt manchmal der Atem, wenn ich sie beobachte. Und meine Kater drehen bestimmt durch ....
Von mir aus können die Wetterfrösche verkünden was sie wollen - wenn ich diese kleinen Luftakrobaten höre, weiß ich es ist Frühling.

*Tschilp*

Kommentare:

  1. Komisch ich habe auch immer mal in Stuttgart einige Zeit verbracht, dieses Licht habe ich leider nie erlebt.

    Mauersegler sind einfach unglaubliche Vögel. Bei uns gibt es zurzeit noch keine aber meine Familie und ich warten jedes Jahr auf ihre Rückkehr. Wenn sie dann endlich da sind, freuen wir uns besonders im Sommer über ihre herrlichen Flugkünste.

    Vor ein paar Monaten sah ich eine Doku über die Mauersegler. Dort wurde gezeigt, dass Mauersegler, die auf der britischen Insel nisten, bei ungünstigen Wetterlagen nicht genug Futter in England finden. Sie fliegen dann bis zu 300 km weit, meist nach Holland und bringen den Fang nach England. Irre!

    LG und schöne Restwoche,

    Manni

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  2. Schade, dass du dieses Licht nie zu sehe bekommen hast, aber es ist auch nur im *Kessel* und bei bestimmmten Wetterlagen *sichtbar*
    :)

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