Donnerstag, 18. April 2013

Wer zahlt?

Als ich gestern - quer durch die Stadt - zum Klammernentfernen nach Bad Cannstatt fuhr gingen mir viele Gedanken durch den Kopf. In der U-Bahn waren viel kleine Knöpfe mit ihren Betreuerinnen unterwegs, die Luft war erfüllt von Lachen und Kichern, die Sonne am Himmel versuchte ihre lange Abwesenheit vergessen zu machen. Es war ein buntes Völkchen, was da um mich herumschwirrte wie ein munterer Mückenschwarm, ganz Hier und im Jetzt und ließen mich vergessen, dass ich in Kürze 30 Klammern aus dem Bein entfernt bekommen würde.
Hello again
 In der Klinik angekommen hatte ich noch einige organisatorische Dinge zu erledigen - Nachsorgetermine, ect und setzte mich dann in den Wartebereich und tat das was man in so einem Wartebereich macht:
Ich wartete. Und wartete. Und wartete,
So was ist ärgerlich, aber kommt vor. Und weil ich auch weiß, dass die Stationsärzte eben auch in der Ambulanz arbeiten - während ihr Kollegen operieren, bin ich hier sehr gelassen.
Also wanderte ich etwas herum und las - nicht zum ersten mal - folgendes Plakat:


Da der Text auf dem Plakat schwer zu lesen ist, hier noch einmal direkt abgelichtet.



Da ich das dritte mal in der Klinik stationär war, und weiß wie viel Personal rumschwirrt, aber selten genug, was alleine für meine Wundversorgung an Material notwendig war, gab mir das zu denken.
An anderer Stelle hing folgendes Plakat:


Den Rest der Wartezeit verbrachte ich sehr nachdenklich. Überlegen wir gesetzlich Versicherten eigentlich noch, was wie viel kostet? Ich glaube kaum. Als es hieß *Frau K., es wäre besser, wenn wir das operieren*, habe ich keinen Gedanken daran verschwendet, was das wohl kostet. (3 x OP, insgesamt 22 Tage Klinikaufenthalt, etliche Physiotherapie und Lymphdrainagen, Medikamente, Infusionen, uns usf)

Kurz danach wurde ich in das Behandlungszimmer gerufen, die Klammern wurden entfernt - unangenehm, aber nicht wirklich schmerzhaft, die Beweglichkeit des Kniegelenks war gegeben und ich durfte davon hüpfen.
Wieder war ich verblüfft, dass die Ärzte in dieser Klinik nie gehetzt wirken, (okay auf der Station war ein zweimal etwas Ungeduld zu spüren, aber eher wegen Patienten die meinten unbedingt mit Drainagen eine rauchen zu gehen, oder wenn die Botschaften absolut nicht beim Patienten ankamen), freundlich sind und mit einem auf Augenhöhe begegnen (das habe ich schon ganz anders erlebt):

Auf jeden Fall finde ich es gut, dass sich die Kliniken für eine gerechte Bezahlung einsetzen - nein es geht hier nicht (nur) um Ärztegehälter. Es geht um mehr.

Auf dem ersten Bild sind auch Rettungsassistenten zu sehen. Hier ist die Situation ähnlich. Was würden wir ohne sie tun?

Wer zahlt?

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