Sonntag, 12. Mai 2013

Der Mai begrünt mein Fensterbrett

Dieses Jahr leider nicht. Mit beiden Händen seit drei Monaten fest an den Krücken war und ist es mir leider nicht möglich dieses Jahr meine Fensterbänke oder unseren kleinen, verwilderten Hinterhof zu bekräutern.

Den Hinterhof haben wir - meine damalige Mitbewohnerin und ich - vor ein paar Jahre unserem Vermieter abgequatscht. Er ist nur durch ein Fenster im Treppenhaus zu erreichen, man klettert also praktisch aus einem Fenster auf ein Zwischendach.

Blogparade: KüchenkräuterDas hat schon jede Menge böse Beulen gegeben - nach entsprechenden Partys. Aber auch jede Menge Gelächter.
Und wer kann sich schon seine Kräuter direkt neben dem Grill aus dem Topf (nun ja, einem Zement-Mischeimer) pflücken?
Aber dieses Jahr werde ich da leider vermutlich erst im Herbst herum klettern, also muss ich mir meine Kräuter irgendwo anders organisieren.
Da mein Radius etwas eingeschränkt ist, ich aber nicht auf frische Zutaten verzichten möchte, greife ich - sehr zur Freude meiner zwei Fellnasen - zu den eingetopften Kräutern im Supermarkt um die Ecke. Wenn ich nicht aufpasse, *ernten* meine zwei Kater die Kräuter schneller ab, als ich sie essen kann.
Allerdings habe ich jetzt schon einen Ausflug zum Markt geplant, kommenden Dienstag.
Dort bietet ein älteres Gärtnerehepaar Freilandkräuter an - die Pflanzen haben einen sehr intensiven Geschmack. Gebündelt liegen sie da herum und jedes Kraut zu seiner Zeit. Wenn es die ersten Bohnen gibt bekommt man immer einen Bund Bohnenkraut dazu, Liebstöckel bekommt man auch frisch. Ich freu mich schon darauf - und wahrscheinlich werde ich es nicht vermeiden können, bei meinem Lieblingspflanzenstand englische Pfefferminze und Thaibasilikum zu kaufen - im Topf. Die Kräuter im Bund wandern sofort - nein, nicht in eine Vase, sondern in den Klimax von Tupperware und in den Kühlschrank. Trotzdem verarbeite ich sie innerhalb von zwei Tagen.
Nur wenn es gar nicht anders geht kaufe ich Tiefkühlkräuter, aber - eigentlich kein aber - ich habe immer einen Vorrat an getrockneten Kräutern im Küchenschrank. Oregano, Majoran, Rosmarin, Liebstöckel  - gehören für mich in den Gewürzschrank ebenso wie die verschiedenen Kümmelsorten und Fenchelsamen. Hier kommt mir nur noch Bio in die Küche.


Mit frischen Kräutern wird auch ein Tomatenbrot eine kleine Gourmet Exkursion. Noch etwas Butter oder Alsana, etwas geschroteten Pfeffer, Sal de Mar und fertig ist ein leckere *Stulle* für Zwischendurch.
Zur Zeit bin ich verrückt nach Tomatenbrot - es gibt so tolle neue/alte Tomatensorten, dass ich gar nichts anderes mehr brauche.
Die Kräuter in den Töpfen, die aus dem Supermarkt, sind allerdings auch nicht sehr lange haltbar, denn sie sind für den Verbrauch gezüchtete Sorten und nicht für den Garten. Mehrere Auswilderungsversuche sind kläglich gescheitert. Maximal eine Woche lang lasse ich den grünen Schönlingen - immer zwischendurch eines Stengels  beraubt - , bevor  ich den Rest zu selbstgemachter Kräuterbutter verarbeite:
Alle Kräuter fein hacken/schneiden/rupfen, etwas Salz und zerstoßene, getrocknete Chilischotten in die zimmerwarme Butter (für die vegane Alternative Alsana) rühren, mindestens einen Tag *ziehen* lassen und dann hat man schon eine Grillzutat oder einfach fein auf's Brot.
Oder ich mache ein Pesto:
Eine handvoll Haselnüsse, etwas gutes Olivenöl, Salz, klein gehackte Kräuter in den Mixer werfen und gut durch mixen. Ob auf's Brot oder auf die  Pasta - beides beliebt bei meinen Freunden. Ah Pasta mit frischer, selbstgemachter Salbeibutter... Hält sich auch im Kühlschrank etwas länger. Hier bin ich dankbar für meinen Turbo Zauberstab von Bosch - der geht ab wie Schmitz Katze und bekommt aber auch die härteste Nuss klein. Er ersetzt mir eine Küchenmaschine, seitdem ich das komplette Zubehör nachgekauft habe. Sogar Eis macht er klein - für leckere Mojitos - mit frischer Minze.


Wenn sich aber die Gelegenheit ergibt, lasse ich mir Kräuter aus dem Süden mitbringen. Eine Freundin hat mir vor ein paar Wochen Rosmarin aus Spanien mitgebracht, selbst vom Feld geräubert. Den Rosmarin habe ich direkt entstielt und mit Salz vermischt. Jedesmal, wenn ich das Glas öffne steigt mir das Aroma in die Nase. Fein Für Bratkartoffeln.
Die restlichen Mitbringsel sind schon längst aufgefuttert.
Allerdings habe ich Bärlauchsession dieses Jahr ganz verpasst - auch ein Umstand, denn ich meinen Krücken verdanke. Wildkäuter sammeln geht eben nur, wenn man gut zu Fuß ist und die Hände frei hat. Spitzwegerich, Sauerampfer oder Giersch - man sollte nur darauf achten, wo man  sie erntet. Aber sie sind eine Bereicherung für Salate oder um Suppen zu würzen. Beim Sauerampfer aufgepasst: er ist nicht ohne Grund so sauer - es ist eine Warnung: zuviel ist einfach nicht gut.
Nächstes Jahr wieder.

Und jetzt lese ich gleich mal nach, was andere mit ihren Kräutern so veranstalten, bei der  19.Blogparade von Küchenatlas, die Sabine vom Liebstöckelschuh ist bestimmt auch wieder dabei.





Kommentare:

  1. Klar bin ich dabei! Mit so einem Blognamen ist man ja fast gezwungen mitzumachen ;-)

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  2. :) "Gutes" Olivenöl - irgendwie hab ich das erwartet. Dein Brot/Kräuter/Tomatenbild sieht Klasse aus, da möchte ich sofort auch eine Scheibe Tomatenbrot. Kann ich die haben? Dankeschön.
    Liebe Grüße,
    Sabo

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    1. Hi Sabo :)
      Das Licht war günstig für das Bild :)freue mich über das Lob.
      Liebe Grüße
      Marianne

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