Donnerstag, 13. Juni 2013

Scherben bringen Glück...

sagt man.
Soso. Ich soll es also als Glücksfall sehen, dass mein wunderschöner Terracotta Blumenkasten, samt Inhalt, das Fliegen gelernt hat, aber die Landung leider nicht überstand?
Wenn ich ehrlich bin (und das bin ich immer, Finger hinterm Rücken kreuz), dann betraure ich das Dahinscheiden des Blumenkastens wirklich, allerdings nicht dessen Inhalt. Der hatte sich nämlich schon verabschiedet. Und zwar mit den ersten Frostnächten des, erst kürzlich, vergangenen Winters. Ich holte den Kasten nebst Inhalt zwar sofort (also nach einer Woche) ins Warme, aber das war dem Pfenningbaum nicht schnell genug. Nun es gibt ja auch keine Pfenninge mehr...
Was dann folgte war ein Trauerspiel - langsam starb das einst prächtige Pflänzchen dahin und mahnte mich meines Versagens als Fensterbrettgärtnerin. Und ich konnte dieser Schmach auch nicht entkommen, da ich in der Zwischenzeit diese vermaledeiten Krücken am Hals, bzw an den Händen hatte.

Der Täter beim verstecken: keiner rechts...

keiner links....

Gutes Versteck!

Als ich nun letzte Woche auf meiner Wohnzimmercouch fläzte, schoss Soleil wie ein geölter Blitz (ich muss mal googeln woher der Bergriff stammt, ich kann mir nicht vorstellen, dass man einen Blitz einölen kann) an mir vorbei, Richtung Flurfenster. Im voraus flog eine widerliche, dicke Fliege.
Und dann schepperte es auch schon. Das Flurfenster befindet sich in ca 1,50m Höhe und der Kasten hatte noch einmal eine Seitenwandhöhe von 15 cm. Soleil muss mit voller Sprungkraft auf dem Kasten gelandet sein, leider nur auf der Außenkante, was dessen Schicksal mit sofortiger Wirkung besiegelt hat.
Soleil schoss mit einem irren Blick, wie ihn nur zu Tode erschrockene Katzen haben können, zurück ins Wohnzimmer.
Irgendwie machen einen Katzen mit der Zeit fatalistisch. Ich glaube, dass ist der einzige Weg nicht ständig zu schreien. Katzenbesitzer nehmen es mit einer stoischen Gelassenheit hin, dass ihre Vierbeiner die Wohnung Stück um Stück zerlegen.
Also sah ich - mäßig interessiert - in den Flur und betrachtete aus der Ferne die *Bescherbung*, Soleil zu meinen Füßen, ganz Ohr, was von mir kommen würde.
Statt der Schimpftriade bekam er die Ohren gekrault und ich versenkte mich in die Planung der Schadensbeseitigung.
Nun, Katzen machen gelassen - ich muss das Schreiben ständig unterbrechen, da beide Kater meinen, die Laptoptastatur wäre perfekt zum drüber trippeln - und nach drei Tagen hatte ich es dann geschafft, den Tatort zu reinigen, trotz Krücken und Rücken (der Reim war nicht beabsichtigt).

Der traurige Rest
Gerade schlafen beide selig und lassen mir damit Zeit die Daily News zu tippen. Wahrscheinlich träumen sie von ihren nächsten Untaten und wie sie mir noch mehr Glück *bescherben* können.

schepper*

Kommentare:

  1. Übrigens machen einen nicht nur Katzen fatalistisch, sondern auch die anderen Biester, die auch mit "K" anfangen und sich auf Rinder reimen *der Reim war beabsichtigt*
    Ich hatte neulich auch so eine Glückssträhne, bei der ich die Wahl zwischen schicksalsergeben schweigen oder schreiend den Veitstanz zum besten geben hatte...
    Man kann es tausendmal sagen, aber trotzdem reist der Nachwuchs Packungen an, die geschlossen bleiben sollen, schmiert sich lagenweise pinken und schwarzen Nagellack über die Finger (nicht über die Nägel) und über den Küchentisch, nimmt eine Familienpackung Eis aus dem TK-Schrank um etwas direkt aus der neuen Packung zu essen, das ganze vielleicht ein paar Stunden versteckt im Zimmer stehen zu lassen und dann in flüssigem Zustand wieder in die Gefrierschublade stellen (Mutter merkts ja nicht...) usw. usf...
    Ohmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmmm
    SvL

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    1. Ah, ich wusste schon immer, dass das Kind eine Katze auf zwei Beinen ist, oder sind meine Katzer Kinder auf vier Beinen? Grübel....

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  2. Ja, wenn sie dann erst so zu Tode erschrocken sind und einen danach anschauen... da ist der Ärger dann schon wieder vergessen. So geht es mir auch immer.

    Schade, dass es nicht alle Fellmonsterchen so gut haben.

    Lieben Gruß, Martina

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    1. Hallo Martina,
      ja, mir bricht es auch immer das Herz, wenn ich sehe wie es manchen Tieren geht :(
      Und bei meinen beiden ist es eben so, dass ich sehr zu schätzen weiß, was sie mir geben-
      LG
      MAarianne

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  3. Meine beiden Haustiger sind so langsam in das Alter gekommen, wo das Toben als anstrengender Jugendwahn wahrgenommen wird und unter Ihrer Würde ist.. Zum Glück.. Das war auch mal ganz anders, da ist mein Freund wahnsinnig geworden, weil er jedes Wochenende Gardinen aufhängen durfte.. Bis wir ihnen dann ein Zimmer mit Tobekrams eingerichtet haben, was sie nicht von unserer Couch abgehalten hat, aber das allgemeine Energieniveau doch merklich absinken liess, nachdem man sich zu zweit ordentlich verausgabt hatte..

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    1. na ja, meine sind ja erst 5 - aber ganz schön fit :)

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