Dienstag, 23. Juli 2013

Die Bahn und wie man mit ihr heimkommt

Zuhause. Tatsächlich zuhause. Die letzten zwei Tage vergingen quälend langsam, gestern wurde ich noch von einer vertrockneten **** angemeckert, weil ich ins Handtuch gewickelt mit quietschenden Flip-Flops aus dem Therapiebeckenbereich nach draußen in den Park wackelte.... ihr *unmöglische Persohn* klingt noch in meinem Ohr nach, die Empörung klingelt mir heute noch zwischen den Lauschern, -nun ich war nicht die einzige die es genauso machte, und das sagte ich ihr auch. Sie: *Ich musste das jetzt aber mal loswerden*, warf den Kopf in den Nacken (ich hörte ihre Halswirbel knirschen) und verschwand in den Untiefen der uferlosen Gänge der Werraklinik.
Ich wollte nur noch heimfahren. Wurde aber heute morgen noch einmal getaped und musste dann noch etwas warten. Und konnte mich noch von F verabschieden, der sich gestern noch den halben Fuß - bzw den Fußnagel abgerissen hat und mit einem fetten Verband durch die Gänge humpelte.
Dann - husch  husch - mit dem *Kliniktöfftöff* zum Bahnhof Bad Sooden-Allendorf und gleich weiter mit der Regionalbahn nach Göttingen.
Dort empfing mich die Durchsage: *Der ICE BLBLALA Abfahrt 11.17 hat heute 10 min Verspätung und fährt in wenigen Minuten an Gleis 10 ein.*
Eigentlich sollte ich den ICE um 11.47 nehmen.
Aber das Wörtchen eigentlich existiert für erfahrene Bahnfahrer nicht.
Und glaubt mir: ich bin eine erfahrene Bahnfahrerin. Fragt diverse Bahnangestellte an diversen Servicepunkten in bestimmten Bahnhöfen. Vor allem die in Heidelberg, dass ich da nicht mal verhaftet wurde wundert mich heute noch.
Bahn fahren. Bahn fahren kann Spaß machen, habe ich gerüchteweise gehört. Wenn man bestimmte Regeln einhält:
Wähle immer die Verbindung ohne Umsteigen. Gibt es die nicht: weiche auf Flugzeug, Bus oder den Jakobsweg aus.
Reise mit leichten Marschgepäck, ausreichend Wasservorräten, Energieriegeln und einer Klopapierrolle.
Und nimm den ersten Zug der kommt.

(Beste Lektüre für Bahnfahrten: *Thänk ju vor trävelling*... selten so gelacht.)
Also nicht lange überlegt und an Gleis 10 gesprintet - nun ja, eher gewackelt und dann kam der Zug auch schon, ich bekam einen Platz im Schwerbehindertenabteil - für was hat man denn auch sonst die Gehhilfen? - und die Klimaanlage funktionierte. Sie funktioniert so gut, dass wir rote Nasen bekamen.
Geplante Ankunft des von mir verschmähten ICEs wäre 15.08 gewesen und was soll ich sagen -  ich kam um 15.06 in Stuttgart an.
Obwohl wir mit 20 min Vorsprung, zu dem geplanten Zug losdüsten, hielt sich die Bahn an die Zeiten, die auf meinem Fahrtenplan verzeichnet waren.
In Stuttgart angekommen empfing uns die Hitzeglocke der Stadt mit einer herzlichen Umarmung und wärmte unsere unterkühlten, Klimaanlagen geschädigte, Knochen binnen von Sekundenbruchteilen auf.
Vor dem Bahnhof stauten sich die Taxis und die Wärme und weil das viel Spaß macht, auch der restliche Verkehr.
Ich war zuhause angekommen.
Endlich.


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