Freitag, 30. August 2013

Das Socken-Mysterium (Haushalts Sagen und Großstadtmythen)


Ob man durch eine Socke zu Tode kommen kann, weiß ich nicht, aber das manche Hausfrau, sich verzweifelnd in die Lockenwickler vom Kopf reißen, weil am Ende eines Waschwochenendes kein einziges Paar Socken mehr vollständig ist, kann man sich lebhaft vorstellen. Allerdings habe ich noch nie gehört, dass sich solch echauffierten Damen aus dem Fenster gestürzt hätten. Obwohl....

Wer kennt das nicht: man stopft seine Waschmaschine voll und packt auch die Socken dazu. Meistens paarweise. Und wenn man dann die Wäsche, entweder nass für die Leine oder trocken für den Schrank, dann aus der Trommel zieht, stellt man in 50% der Fälle fest: es fehlt eine Socke. Selbst das Abtauchen in das Flusensieb fördert sie nicht zu Tage.
Zwar habe ich mich daran gewöhnt, dass meine Waschmaschine regelmäßig die Fersen einer Socke anknabbert - nein, sie hat keine Vorliebe für Material, oder rechts/links, sie beisst wahllos, in unregelmäßigen Abständen zu - aber an das Verschwinden einzelner Socken werde ich mich nie gewöhnen können.
Es soll ja Menschen geben, die absichtlich zwei verschiedene Socken tragen. Nun, dieser Gattung Mensch gehöre ich nicht an, außer es ist kalt und in der morgendlichen Hektik finden sich keine zwei gleichen Exemplare.

Ein Tatverdächtiger
Meine Oma kannte das Problem auch schon. Anscheinend ist es so alt wie die Einführung der Waschmaschine. Sie knotete die Kniestrümpfe einfach zusammen. Aber bei ihr verschwanden Schlüpfer. (Altmodisch für Unterhose/Slip).

Eine Saarbrücker Freundin glaubt ja daran, dass sich Waschmaschinen während des Schleudervorgangs teilweise in anderen Dimensionen befinden. Für mich ist das keine zufriedenstellende Erklärung: wieso soll eine Socke in einer anderen Dimension aus einer geschlossenen Waschmaschine entschwinden.
Andere meinen es gäbe die Waschtrommelpiraten. Das halte ich allerdings für Unfug. Auch der Gedanken an die Strümpflinge, die in den Schubladen wohnen und sich aus einzelnen Socken ihre Kutten herstellen.

Meine Theorie geht eher in die Richtung eines Risses im Zeit/Raum Kontinuum innerhalb der Waschmaschine oder dem spontanen Auftretens eines kleinen Wurmlochs. Das Zweite würde auch erklären, warum ich ab und zu die fehlende Socke an so unmöglichen Orten wie unter dem Bett oder der Couch finde. Wochen später, NACHDEM ich mich dazu überwunden habe die  andere Einzelsocke zu entsorgen.

Morgendliches Sockengerangel
Was mich die letzte Zeit sehr nachdenklich macht, ist dass meine beiden Katzer so sockenfanatisch sind. Grey liebt es mir in die Fußzehen zu beißen - durch die Socken hindurch -  und Soleil schleppt ab und zu einzelne Socken durch den Flur.

Es würde mich interessieren, ob es noch andere Theorien gibt.
Ich gehe mal meine Wäsche machen.
Und den Kollateralschaden feststellen.

Nachtrag: gerade folgenden Tipp bekommen: http://www.sockstar.de/
Vielleicht hilft es ....


Donnerstag, 29. August 2013

Sammlerstücke

Als ich vor Jahren für die Firma in Schottland war - einem kleinen Nest namens Ayr, aber es war meine schönste Eröffnung - schlenderte ich in meiner Freizeit durch die Straßen, entdeckte neben einem Whiskey Store einen Keramik Laden. Leider habe ich keine Fotos von dem Laden, aber die Erinnerung ist noch sehr lebhaft.
Mir stachen die bunten Katzenfiguren ins Auge. Nein, damals hatte ich weder eine Katze noch den Plan mir eine zuzulegen.
Und eine dieser Keramikkatzen sprang mich förmlich an. Das Modell heißt Meadows. Übersetzt Wiese, Seltsamer Name für eine Katze? Nun eine Wiede ist normalerweise übersät mit Blumen. Und dieser Meadows eben auch.




Die Katze war sehr teuer, aber mit mit meinen Auslandsspesen konnte ich sie mir gut leisten. Und seitdem steht es bei mir, sicher vor seinen lebendigen Brüdern, im Regal.
Seitdem kaufe ich, wenn ich eine etwas andere, Katzenskulptur sehe, diese für meine Sammlung. Es muss nicht ein teures Exemplar sein und nach welchen Kriterien ich entscheide, dass sie zu den anderen passt, kann ich noch nicht einmal sagen.


Ich habe nur 4 Stück - und eine finde ich gerade mal wieder nicht (was wiederum sehr typisch für mich ist) und bin auch nicht böse, wenn es so bleibt. Also ich meine die Anzahl der Katzen, nicht, dass eine verschwunden ist.



Zwar habe ich auch eine kleine (aber feine) Rammsteinsammlung, aber diese werde ich auflösen. Unter anderem eine farbige Vinylplatte der Single mit dem Bild der Bandmitglieder: Mein Herz brennt. Nach dem Auftritt mit Heino muss ich mich wohl von ihnen trennen. Ich fand den Ausflug von Heino in die Rockmusik nicht witzig, ich finde ihn überhaupt nicht witzig, und dass die Kerle jetzt mit dem auf der Bühne standen *schauder*. Nein ich verstehe da keinen Spaß.

Sonst sammle ich nur Staubmäuse unter meinem Bett und Katzenhaare auf meiner Kleidung. Und ihr? Für was habt ihr eine Schwäche?

Mittwoch, 28. August 2013

Orange Träume, Kürbiszeit

Wenn es die ersten Zwetschgen gibt, bricht der Spätsommer an. Gibt es die ersten Hokaidokürbisse zu kaufen, ist der Herbst nicht mehr weit. Der Himmel über der Schwabenmetropole sagt seit Sonntag: Herbst. Ohne Gnade. Grau.
Was ist da besser als ein wenig Farbe in die traute Hütte zu bringen? Auch wenn man kein Fan der Holländer sein sollte und ihrem *Oranje!*Ruf, so ist das leuchtendes Orange des Kürbis eine Wohltat für das Auge in dieser trüben Zeit.
Und wie haben erst Ende August! Aber dieses Jahr ist eh anders.
Bei Kürbis denken viele automatisch an die amerikanischen Kürbisfratzen zu Halloween, der Nacht der Toten, die Nacht zu Allerheiligen.
Auch bei Kürbissen gibt es Stars und welche die in der zweiten Reihe stehen müssen. Fast jeder kennt den Hokaido oder den Muskatkürbis (das sind diese Riesendinger). Weniger bekannt, allerdings sehr lecker, ist der Butternut:



Das Fleisch ist fest, pastellorange, es gibt nur einen kleinen Kernbereich. Und er schmeckt sehr lecker - und das roh! Erinnert irgendwie etwas an Kohlrabi.
Also als Rohkost zu empfehlen.
Nun, ich bin aber auch ein Fan der Kürbissuppe. Es gibt ja mannigfaltig Rezepte - von klassisch, exotisch, scharf und auch ich habe meine Rezepte. Eines davon hier:

Mariannes Kürbissuppe:
1 kleiner Hokaido
2 kleine Kartoffeln
3 Paprikaschoten
1 Pepperoni
3 Knoblauchzehen
2 kleine Gemüsezwiebeln
Salz, Pfeffer, Chillieflocken
Sonnenblumenöl



Den Kürbis schrubben, entkernen, zerkleinern
Paprika waschen, entkernen, zerkleinern
Kartoffeln schälen, zerkleinern
Knoblauch und Zwiebeln schälen, kleinschneiden
Pepperoni längs teilen, entkernen (und nicht mehr mit den Fingern ins Gesicht, das brennt!)




Das Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch anschwitzen, sobald die Zwiebeln glasig werden das restliche Gemüse zugeben, kräftig anschmoren und das Umrühren nicht vergessen,
Salz, Pfeffer und Chillie zufügen. Mit Wasser aufgießen bis das Gemüse bedeckt ist, köcheln lassen.
Nach zwanzig Minuten prüfen, ob der Kürbis weich ist und dann mit dem Mixstab alles zu einer sämigen Masse pürieren.

Perfekt auch zum Vorkochen. Und zum Einfrieren. Oder zum sofort essen mit Freunden.
Hübsch garniert mit einem Klecks Sojasahne und etwas gehackter, glatter Petersilie.

sehr lecker.

Aber für mich im Moment tabu: ich trinke weiter meine Sojashakes und habe es eigentlich schon am zweiten Tag satt. Hunger habe ich nicht. Aber Schmackes. Seufz.





Dienstag, 27. August 2013

Das weiße Pulver (Produkttest, teilgesponsert)

Wer jetzt an etwas Schnupfbares denkt liegt falsch, nein kein Pulverschnee. Sojapulver. Mit Zusatz von Honig und Joghurt. Nein, nicht vegan, vegetarisch. Und ich habe sage und schreibe 5 Boxen hier stehen. Eine Freundin, die weiß, dass ich abspecken will, muss und werde gab mir den Tipp. Nun ja, trotzdem finde ich, dass man das mit Sport und einer ausgewogenen Ernährung auch gut hinbekommen kann, habe mich aber in einer schwachen Stunde dazu hinreißen lassen mich als Produkttester zu bewerben. Auch wenn ich nicht mit einer Zusage rechnete.
Jetzt habe ich den Salat - bzw das Pulver: 5 Packungen zu je 500g. Und werde es auch durchziehen. Ich habe gestern damit angefangen und bin etwas gespannt, ob ich das durchhalten werde.

Der Diätplan sieht folgendes vor:
1.Woche (Einstieg)
Dreimal täglich einen Shake aus Almasedpulver, dazu Wasser und Gemüsebrühe. Stündlich mindestens ein Glas Wasser trinken.
2.Woche - mindestens 6 Wochen lang (Reduktionsphase)
Zweimal täglich einen Shake, dazu Wasser und Gemüsebrühe, eine kohlenhydratreduzierte Mahlzeit am Tag, auf Früchte verzichten.
Ab der 6. Woche (Stabilisierungsphase)
Zwei Mahlzeiten am Tag, das Abendessen durch einen Shake ersetzen.

Gestern habe ich angefangen. Hunger hatte ich nicht. Das Zeugs ist nicht ganz so schlimm wie ich es mir vorgestellt hätte und lässt sich gut verputzen. Nebenwirkungen bis jetzt noch keine, außer, dass ich den ganzen Tag an Pizza denken musste.
Vorteil: der Kühlschrank bleibt leer und Geschirr fällt nicht an. Zwar musste ich nichts dafür bezahlen, aber im ersten Moment schrecken einen die 17€ pro Packung. Aber man isst ja auch nichts. Eine Packung soll für ca eine Woche reichen.
Wie gesagt, ich bin gespannt.

Fotos gibt es dann, wenn ich meine Kamera gefunden habe. Und keine Angst: ich schreibe nicht jeden Tag einen Artikel. Aber als Fußnote werde ich schon erwähnen, was passiert.
Ich mach mir mal mein Frühstück - einen Shake.





Montag, 26. August 2013

Stuttgarter Lokalderby (Degerloch - in luftigen Höhen)


Gestern regnete es als ich aufstand, es regnete als ich zu Mittag aß und es regnete als mich meine Kumpels abholten, um *auf die Waldau* zu fahren, zum Kickers Spiel.
Die Stuttgarter Kickers sind die weniger bekannten Fußballer Stuttgarts und spielen in der dritten Liga. Letztes Jahr wären sie fast noch weiter abgestiegen, aber das verzweifelte Flehen vieler Fans wurde erhört.
Es regnet immer noch, als  wir an der Waldau ankamen.



Das Stadion liegt im *Schatten* des Fernsehturms.
Im Moment ist der aus Brandschutzgründen geschlossen, etwas was viele Bürger Stuttgarts in den Harnisch treibt. Brandschutz ist in der schwäbischen Metropole ein Reizwort, denn die Gegner  von S21 hauen ihn den Befürworter des Bahnprojekts ständig um die Ohren und die keilen dann aus. Aber das ist ein anderes Thema.


*Wie, du gehst Fußball gucken?* wurde erstaunt gefragt, als ich vor ein paar Wochen zum ersten mal mit zu einem Kickersspiel bin. Ich lachte und faselte etwas von *Ehrensache*, aber der Grund war und ist ein ganz anderer.
Ich mag die Stimmung im Stadion, ich mag aber die  erste Bundesliga wegen ihres Kommerz und dem Tamtam nicht.
Die Waldau, bzw das Gazi Stadion, ist ein sehr altes Stadion, dafür aber gut in Schuss, alles ist überschaubar, hier oben finden auch die Spiele des amerikanischen Footballs statt. Wir Frauen sind Mangelware bei den Zuschauern, die sich mit Stadionwurst und Radler stärken (oder Apfelsaftschorle und Schokoriegel).


Irgendwie wirkt alles etwas - hm - jetzt bloß nix Falsches schreiben - rustikaler, handfester, (männlicher?)... mir fällt dazu immer nur der Werbespruch für eine Hundefuttermarke ein: ein ganzer Kerl Dank Chappi. Mit gutem Pansen. (Gibt es das denn überhaupt noch?).
Auf alle Fälle genieße ich die Stimmung im Block B, hier treibt sich auch Joe Bauer herum, der Kolumnist der Stuttgarter Nachrichten.
Es regnete und regnete und regnete. Der Himmel weinte und wir fast auch. Die Kickers spielten zwar besser als das letzte mal gegen Kiel, aber gegen den Stuttgarter VFB II schifften wir gnadenlos ab und verloren 0:2. Im Moment sind viele Spieler verletzungsbedingt nicht dabei und einer der Spieler hat eine Herzmuskelentzündung.
Aber was soll ich sagen: es macht trotzdem Spaß. Und wir habe noch Hoffnung.


Sonntag, 25. August 2013

Sonntagsgedanken

Der Himmel ist grau - meine Gedanken nicht, denn sie sind (noch) frei. Mal sehen wie lange noch. Nein, ich werde jetzt keine Verschwörungstheorien ins Land setzen. Aber es hat mich bedenklich gestimmt, dass so viele Menschen der Prism, Tempora Geschichte so desinteressiert gegenüberstehen.
In Diskussionen mit Freunden stellte sich heraus, dass das Thema wahrscheinlich zu abstrakt ist. Oder wie Dora es formulierte: *Nimm ihnen die Vorhänge ihrer Wohnungen weg und sie begreifen es.* Anderen ist es schlichtweg egal - nach dem Motto: ich habe nichts zu verbergen ( was ich bezweifle, jeder Mensch hat Geheimnisse) und wieder andere begreifen es schlicht einfach nicht, dass es einen Unterschied macht, ob ich meine Daten freiwillig hergebe ( mit Kreditkarte einkaufen, facebooken, Kundenkarten, oder Payback) oder ob man alles was ich tue verfolgt.
Stehen wir denn alle unter einem Generalverdacht?
(Seit gestern summe ich die ganze Zeit: die Gedanken sind frei, wer soll sie verbieten...
Was mich an der ganzen Geschichte so stört ist der Umgang der derzeitigen Regierung mit den ganzen Information. Auch Herr Pofalla hat sich ja mit Rum bekleckert. Mag er auf seinen Po fallen, mal sehen.
Draußen regnet es seit gestern Nacht, trotzdem werde ich gegen später mit Freunden zu dem Fußballspiel der Stuttgarter Kickers gegen den VFB Stuttgart II gehen, wir haben Stehplätze;  aber überdacht. Freunde treffen, etwas gemeinsam machen, die Welt etwas aussperren.
Die Woche hatte so viele schlimme Nachrichten gebracht, live, in Farbe, ganz bunt wurde via TV verkündet: vermutlich Giftgasangriff in Syrien.
Und dann das Wetter: hochsommerlich warm.
Zurück zum Alltag.
Irgenwie graut es mir dann.
Aber auch ich kehre dann zum Alltag zurück.
Flüchtlinge werden in Deutschland wieder mit dem Hitlergruß begrüßt, eine Wahlkampfveranstaltung der AfD wird überfallen und der Vorsitzende verletzt - das ganze Geschehen läuft so ab, dass man auf den Gedanken kommen könnte es sei inszeniert.
In der Presseschau der ARD wird über den Mainzer Hauptbahnhof diskutiert.
Irgendwie bin ich verwirrt.

Aber es gab auch gute Nachrichten diese Woche. In Stuttgart hat sich ein Häufchen bewegter Menschen zusammengetan, die im Kommunal Wahlkampf 2014 antreten werden. Die STAdTISTEN.
Mal sehen was dabei rauskommt. Der Video, der durch das Netz geistert hat mich schon einmal begeistert.  Seht selbst.

Und nun entlasse ich euch in den Sonntag. Macht das Beste draus.

Freitag, 23. August 2013

Sommerchillen im Concha - Stuttgart geht aus ( die hippe Mitte)

Stuttgart ist eine geteilte Stadt. Aus mehreren Gründen. Autobahnbreite Straßen teilen die Stadt, die geografische Lage teilt die Stadt in Kesselianer und Halbhöhengedöns, die Bahnhofsgeschichte teilt die Menschen in Für und Gegner, und das merkt man auch den Kneipen, Restaurants und sonstigen Einrichtungen an. Zwar verirren sich manche *Hipster* in die Szenenkneipen, aber nur wenn das gerade chic, angesagt und hip ist. Oder man einfach einmal mutig sein will.
Aus dem Alter bin ich raus. Es gibt einfach Bereiche in der Stadt in denen ich nichts mehr verloren habe, weil ich mich dort verloren fühle.
Während sich *die Jugend* auf der *Theo* austobt, geht es am Wilhelmsplatz beschaulicher zu.
Auf der einen Seite des Platzes SPD Zentrale und Bürogebäude, hier sind das MONO und das Cibo Mato angesiedelt. (Und meine Rehaeinrichtung, wie praktisch.)


Auf der anderen Seite nur Altbauten, dahinter die *Rotlichtmeile* der Stadt.
Davor aber ein Sammelsurium an Kneipen und Lokalen.
Falsch: eigentlich nur eine Kneipe und ansonsten nur Lokale.
Das La Concha (keiner sagt La Conch, alles sagen nur: *gehe ma ins Conscha*) ist aus Stuttgart nicht weg zu denken. Ich weiß gar nicht wie lange es das Concha gibt. Irgendwie scheint es immer schon da gewesen zu sein und die Gäste auch.
Und wie ich diesen Laden liebe. Mögen ist zu wenig. Auch wenn man Plätze oder Dinge nicht unbedingt liebt. Aber hier mache ich eine Ausnahme.


Obwohl eine der viel befahrendsten Straßen Stuttgarts um die Ecke liegt, es ein *crowded place* ist - nirgends kann man besser an einem Sommertag chillen als hier - mitten in der Stadt meine ich, und die Skybar finde ich persönlich sehr unchillig, aber das ist Geschmackssache -, mitten in einem Bienenstock. Hier tobt das Leben. Nein, auch wieder nicht richtig ausgedrückt: hier pulsiert und chillt es gleichzeitig,
Mann und Frau sitzen - und sitzen oft lange. Ob man nun stundenlang an einem Bier trinkt oder eins nach dem anderen abzischt: jeder bleibt in seinem Takt. Ob der junge Hipster, der in die Jahre gekommene Szenegänger oder was auch immer: alle friedlich vereint.
Manche sitzen jeden Tag hier, andere spielen nachmittags Backgammon - man kann über das Choncha Seiten füllen, mit Geschichten und Legenden.
Innen eher klein und verraucht (ab 18!, da Raucherkneipe), eine schmale Metalltreppe führt in den 1.Stock zur Toilette und einen Tischfußball. Unten ist dir Theke und ein *lauschiges* Eckchen.
Aber im Sommer sitzt der Stuttgarter draußen. Auch im Frühling und im Herbst. Und an sonnigen Wintertagen auch. Dann eben im Mantel, mit Decke und Glühwein. Aber Hauptsache draußen.
Und wir haben (noch) Sommer.


Wir saßen diese Woche einmal Abends noch lange nach Sonnenuntergang und redeten. Es wurde aber schnell sehr frisch. Der Herbst kündigt sich an den Abenden schon an.
Im Concha ist es so, dass man zusammenrutscht - auch mit Menschen, die man nicht kennt. Man spricht miteinander und beim nächsten Mal grüßt man sich.
Friedlich ist es hier.
Selbst wenn man Hunger bekommt gibt es kein Problem. Man huscht in eines der Lokale nebenan, bestellt und bezahlt und holt sich dann das Essen ins Concha. Keinen stört es - aber man muss natürlich sein Geschirr wegbringen. Oder man holt beim Promodoro eine Pizza - kleine Pizzen gibt es ab 3,5!


Es ist wenn man auf der Terrasse mit Freunden zusammen sitzt.
Das macht es wahrscheinlich auch aus.

Für S., J., und F.
love it -


Donnerstag, 22. August 2013

Irena und der ZAR


Mit dem Foto müsste wohl klar sein, dass es nicht um einen russischen Monarchen und seine Geliebte geht, sondern um mein Bein und meinen Rücken.
3x die Woche *hüpfe* ich hier herum.
Wenn man die Bilder und Hinweisschilder weglässt, dann wirkt das Reha-Zentrum eher wie ein großzügiges, neues Sportzentrum. Die Unterschiede sind allerdings auf dem ersten Blick sichtbar.
Zum Beispiel am *Empfang*

Eingangsbereich

Überall stehen auf dem Boden bunte Halterungen für Gehhilfen, umgangssprachlich Krücken, herum, überall wo Menschen stehend verweilen müssen sieht man Stehstützen.
Man ist hier auf gehandicapte Menschen wie mich eingestellt.
Hier steht die Heilung des Menschen im Vordergrund - auf alle Fälle wird einem dieses Gefühl vermittelt:
Egal ob man sich einer Reha-Maßnahme unterzieht, auf Rezept Sport treibt, wie ich im Nachsorgeprogramm ist oder privat mit Zehnerkarte trainiert: es sind immer gut ausgebildete Therapeuten in der Nähe, die auf ihre *Schäfchen* aufpassen.
Die Gymnastikgruppen sind klein, maximal 8 Personen plus Trainer und bis jetzt war jede Trainingseinheit anders gestaltet.


Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal solchen Muskelkater hatte, und auch an Stellen, die ich noch nicht kannte. Das dachte ich ja schon in der stationären Reha.
Aber nach der Flexibar Stunde wollte ich nur noch *sterben*. Dabei war der Muskelkater nicht einmal so schlimm, aber die Stellen.....
Aber wenn es hilft, soll es mir recht sein.

Und was ist jetzt mit Irena? IRENA bedeutet nichts anderes als "intensive Reha Nachsorge". Wir leben ja im Zeitalter der Abkürzungen.
IRENA bekommt man von der DRV, wenn die stationäre Reha nicht ausreicht und man nicht möchte, dass die erreichten Erfolge für die Katz sind.

Mitten in der Stadt, wer würde hier ein Rehazentrum vermuten
Viele können das Programm gar nicht wahrnehmen, da das nächste Zentrum nicht wirklich erreichbar ist, hier stehe ich unter einem guten Stern: mein Zentrum ist nur 5 Gehminuten von meiner Wohnung und zur Wassergymnastik fahre ich nach Bad Cannstatt, eine halbe Stunde Weg.

Und wer kann hier trainieren? Nun ja, entweder Menschen wie ich, die nach mehreren Operationen wieder auf die Beine kommen müssen, oder aber auch Menschen die vorbeugen wollen. Klar, man kann auch in einem normalen Sportstudio trainieren gehen, Hauptsache man macht etwas!





Mittwoch, 21. August 2013

Kleine Dinge die die Welt braucht? (Produkttest Essen, nicht gesponsert)

Ich habe es schon etwas länger im Schrank stehen, es war das Geschenk einer Freundin. Und als ich am Samstag Gemüse marinierte, für den Grill, dachte ich: super Gelegenheit, es auszuprobieren, auch wenn es eher für Salat ist.



Ich sprayte das Gemüse damit ein und war mit einmal alleine in der Küche, meine beiden Stubentiger hatten mich, mit zusammengekniffenen Augen, verlassen. So schnell sehe ich sie normalerweise nur verschwinden, wenn sie Zitrusöl riechen oder Putzmittel.
Ich spürte wie eine steile Falte sich auf meiner Stirn bildete.
Ich weiß nicht, was als Treibgas verwendet wird, auf der Flasche ist nur zu finden: Behälter steht unter Druck, nicht über 50°C erhitzen.
Und mir stellte sich die Frage: brauchen wir das denn überhaupt?
Wenn ich beim Italiener bin und das Olivenöl dickflüssig aus der Flasche über die Tomaten fließt stört es mich ja auch nicht. Auch die Umverpackung zeugt nicht gerade von Müllvermeidung.
Praktisch? Ohne Frage. Geschmacklich? Nun, schmeckt eben nach Bertolli Olivenöl.


Ich werde das Öl aufbrauchen und danach wieder Olivenöl in einer dunklen Glasflasche oder einem Blechbehälter kaufen. Das ist auf alle Fälle umweltfreundlicher. Auch wenn ich dann wieder zum Glascontainer tapern muss, aber es gibt bestimmt Schlimmeres.
Und Genau das mache ich jetzt: Altglas wegbringen.




Dienstag, 20. August 2013

Von Koffern und Menschen (Buchbesprechung)


An manche Bücher geht man nicht ran. Oder erst spät. Amanda und Wilhelm hatten mir das Buch geschenkt, als ich im Krankenhaus lag. Kliniken jeder Art sind ein guter Platz, um zu lesen. Das ist aber schon ein Weile her.
Skandinavier mag ich, auch einige ihrer Schriftsteller, ob Romane oder Thriller. Einige der besten Krimis, die ich gelesen habe, wurden von Schweden geschrieben.
Der Name des Autors Jonas Jonasson klingt etwas - nun ja, fast *zu schwedisch*. Was immer mich abhielt mich gleich auf das Buch zu stürzen, es tat diesem Wörterwerk Unrecht.
Ich folgte - mit wachsender Neugier - dem etwas trotteligen  einfältigen (?) Helden auf seinem Weg über das Land, amüsiert wie durch ihn, oder durch einen sein Reisegefährten ein Schurke nach dem anderen ums Leben kommt - unter anderem durch einen Elefanten.
Ich kenne zu wenige Schweden, um zu sagen: jepp, eine gelungene Gesellschaftsstudie, aber das will das Buch, glaube ich zumindest, gar nicht sein.
Irgendwann dachte ich an den Film: *Und Leichen pflasterten ihren Weg* und etwas später fielen mir Parallelen zu dem Buch eines finnischen Schriftstellers auf: *Der wunderbare Massenselbstmord* von Arto Paasilinna auf. Und hier fing es an für mich schwierig zu werden.
Keine Frage, der Roman *Der Hundertjähriger, der aus dem Fenster stieg und verschwand* ist definitiv witzig, unterhaltsam - über eine ganz lange Strecke.
Der geneigte Leser erfährt sehr viel über das Leben des Titelhelden, dem Hunderjährigen, der von einem Abenteuer in das nächste schlurft. Auf zwei Zeitebenen wird das Leben von Allan Karlsson beleuchtet - wer in seiner Nähe weilt lebt gefährlich, das wird dem Leser schnell klar.
Das Leben dieses Mannes, beziehungsweise seine Schilderung, ließen mich an den Baron von Münchhausen denken. Am Besten fand ich allerdings den Elefanten, der irgendwann aufkreuzt.
Auf so etwas muss man erst einmal kommen
Prinzipiell ist dieses Buch insgesamt lesenswert. Ich habe jede Menge Bücher gelesen, die an diese Erzählung nicht heran reichen. Trotzdem wurde es mit der Zeit *zäh*. Vielleicht waren meine Erwartungen auch zu hoch, so wie es von der Presse gelobt wurde.

Fazit: lesenswerte Zeitvertreib, wenn man fantasievolle Erzählungen mag.


Sonntag, 18. August 2013

Gartenparty und *Katzengrillen* ( der wilde Süden)

Facebook schätze ich aus mehreren Gründen:
Einfaches Kontakthalten mit Freunden rund um den Globus, einfaches *verbinden*, super easy Sachen organisieren. Eine dieser *Sachen* war das Organisieren der Catsitter für meine Rehazeit. Und als Dankeschön überlegte ich mir eine feine Grillerei, über die Nachrichtenfunktion trommelte ich alle Beteiligten zusammen, zwar habe ich keinen Garten, aber zwei der Engel boten ihren Garten bzw die Terrasse an. Als dann das Wort Pool fiel, fiel auch das Entscheiden nicht schwer. Zwar gehört der Pool einem Nachbar einer der Sitter, aber der Nachbar meinte nur: "Her mit den Leuten."


Gestern war der große Tag, morgens besorgte ich noch das Brot und Grillgut, auch für die Nichtvegetarier, bereitete die Grillspieße vor, Katzen wurde natürlich nicht gegrillt und sah besorgt zum Himmel hoch, als der sich gefährlich verdunkelte.
Aber wir hatten Glück. Es schüttete nur in Stuttgart Münster.
Um drei trudelten alle langsam zur Poolparty ein, allerdings war der Weg ganz schön steil und lang.
Aber es sollte sich lohnen und uns fielen die Kinnladen nach unten.
Wir hatten eher an so was Aufblasbares gedacht.


Der großzügige Nachbar und seine Freunde tummelten sich auch am Pool - aber je mehr Menschen desto mehr Spaß und nachdem der Grill angeheizt - Holzkohle, fast nicht übertreffen - war, wurde er auch umgehend bestückt:


Für alle etwas. Beim Grillen ist es wie beim Fondue: sich Zeit lassen und nach und nach. Es landeten neben den Gemüsespießen  später noch Maiskolben, Sojawürstchen, marinierte Zucchinischeiben, *normale* Würstchen im Rauch.
Es gab kalte Melone, wir tranken zwar auch ein Glas Prosecco, aber eher das hier:


Lange saßen wir, lachten viel, einige sahen sich zum ersten mal, alles Tierfreunde, alle total unterschiedlich, aber alle friedlich vereint an einem wunderschönen Tag, an einem herrlichen Ort.
um uns herum tollte eine witzige Bulldoge und ein einäugiger Kater, zutraulich und verschmust. Beide sind *Gerettete*, Gimli wurde als zwei Monate alter Welpen aus einem Papiercontainer befreit, mit seinen Geschwistern. Und Jack, der zierliche Kater hat nur noch ein Auge, was ihn aber nicht belastet und einen verwegenen Ausdruck verleiht.


Leider fehlten zwei der Sitter, aber wir werden uns eh wieder zusammenfinden.
Auf was wir angestoßen haben? Auf uns, das Leben und dass das nächste Katzensitten für einen Urlaub und nicht für einen Krankenhausaufenthalt ist.
Und ich gönne unseren Gastgebern von ganzem Herzen ihr schönes Zuhause und bin froh, dass wir diesen Tag hier verbringen durften.
Danke.


Für Sabine & Titzi, Martin, Sonja, Angelika, Markus und Rosemarie.


Freitag, 16. August 2013

Kühlschrankgeschichten


Gucke in einen Kühlschrank und du weißt was jemand isst. Gucke auf den Kühlschrank und du siehst eine Facette seiner Persönlichkeit. Nur einen kleinen Ausschnitt seines Seins, aber einen bildhaften.
Die Heldin eines meiner Lieblingsromane (Kitchen von Banana Yoshimoto) schläft sogar hinter einem Kühlschrank, aber ob der Magnete hatte weiß ich leider nicht (mehr).
Der oben abgebildete Fridge ist meiner, die Magneten sind zum Teil Geschenke - Mitbringsel aus dem Urlaub, zum Teil selbst gekauft. Auch Mitbringsel aus eine Urlaub.
Ich möchte nicht wissen, was ein Psychologe aus meiner Kühlschrank lesen würde, allerdings vermute ich das es folgendes nicht sein wird:
Die Besitzerin ist eine pedantische Person.

Mitbringsel aus Schottland (selbst!), Mitbringsel Roswell (Danke Henning!)
Selbstgekaufte, weil witzig
Warum pint man sich Magneten an den Kühlschrank wie an ein Infoboard? Nun ja, weil man sie geschenkt bekommt und sie relative praktisch sind, keine Löcher hinterlassen, sie keinen Platz wegnehmen und wenn sie einem nicht gefallen wirft man sie weg, verschenkt sie weiter (was peinlich werden kann, oder erinnert ihr euch daran welcher Magnet von wem verschenkt wurde?), verkauft sie auf dem Flohmarkt.
Falls es dem Verschenker auffällt, dass *sein* Magnet weg ist - nun der Magnet wurde schwach und fiel ab... die Katzen haben wohl mit ihm gespielt..... *hüstel*

Meine Lieblingspins sind:

Erinnerung an meine erste Londonreise und Camden Lock
still love it

Mitbringsel aus London
da hat jemanden meinen Charakter erkannt
Ich bewundere ja Menschen, die ihren Kühlschrank frei lassen oder ganz stylisch nur einen Kühlschrankmagneten anpinnen, oder oder oder.
Meine Magneten sagen schon viel über mich aus. Ich mag Skurriles, ich mag Comics - Marvel, DC und Art, ich liebe Kekse und ich glaube daran das da draußen irgendwas ist....
Unter anderen Bücherläden, und zu einem von diesen werde ich jetzt mal humpeln.
Vielleicht gibt es da so Bonbongläser, manchmal präsentieren sie so Magneten.....

Und wie haltet ihr es? Pint ihr auch?

Donnerstag, 15. August 2013

Prinzessin Kate und Prinz William im Heusteigviertel (der wilde Süden)


In der Zwischenzeit haben die beiden - also Kate und William - ihr Kind (was ist es denn eigentlich geworden?) und viele wissen, dass ich anglophil bin. Irgendwann sah ich ein Schild an der Straße die auf den *The English Tearoom* bewarb und ich nahm mir vor dort einmal vorbei und vielleicht auch hinein zu gehen. Vor ein paar Wochen war ja das Heusteigviertelfest und da sahen wir auch schon den Union Flag (ja, es heißt Union Flagg, nur an Bord einen Schiffes heißt es Union Jack. Fragt mich nicht warum, aber es ist so).


Was folgte war ein Ausflug nach klein Britanien und mein Herz schlug schnell und hoch.
Ich schreibe extra nicht *Little Britain*, denn das ist eine englische Komiker Serie die sehr abstrus ist und der Laden ist einfach nur entzückend.
Ich musste mich beherrschen nicht wie ein Meerschweinchen zu quietschen.
Normalerweise bewirten sie nicht ihre Gäste, aber man kann den Tee verkosten, den sie anbieten. Aber an diesem Sonntag gab es herrliche Gurkensandwiches und kleine Kuchen und einen fantastische Tee in entzückenden Teetassen. Der Verkaufserlös des Tages wurde gespendet.


Normalerweise hat das kleine Geschäft, das sehr liebevoll und mit geschickter Hand gestaltet ist, unter der Woche geöffnet, es gibt offenen Tee und englische Accessoires und Süßes zu kaufen, auch Teekannen und alles was es zu einer richtigen englischen Teatime benötigt wird.
Ebenso entzückend wie der Laden sind die Besitzer. Wirklich und echte Engländer, ein Ehepaar, dass es aus beruflichen Gründen in den wilden Süden verschlagen hat. Beide sehr britisch, ich fand sie einfach entzückend. (Ich weiß genau wer jetzt die Augen verdreht, wer mich kennt, weiß, dass das Wort entzückend einfach nicht zu mir passen will.)


Falls ihr nichts mit dem Schnick Schnack anfangen könnt: hier gibt es auch ganz klassische Teekannen, funktionelles Teegeschirr und vor allem: fantastischen Tee!  zu kaufen.

The English Tearoom
Weißenburgstr. 29
70180 Stuttgart
geöffnet nur Donnerstaggs von 11-19°°

Der kleine Laden ist etwas Besonderes, der es wert ist ihn zu bewahren.

Let's go shopping.

Mittwoch, 14. August 2013

Probeessen im Tialini (die hippe Mitte)

Wer geht nicht gerne mit Freunden essen? Man trifft sich in einem Lokal, einer Gaststätte, einem Restaurant, einem Imbiss, futtert, trinkt, redet, lacht. Manche kleckern (meistens ich).
Zum Abschluss kommt dann der nicht so nette Teil: die Rechnung.


Diesmal war es anders. Probeessen. *Was ist denn das?*, genau das fragte ich auch Salvia, als sie mit dem Vorschlag um die Ecke kam im Tialini *Probeessen* zu gehen. Sie hatte es durch Zufall entdeckt, gegenüber vom Palast der Republik (DIE Kneipe der Stuttgarter Szene), und als sie hineinspähte - sie ist ein neugieriges Ding - wurde ihr vom netten Personal das mit dem Probeessen erzählt. Natürlich hat sie schon darüber gebloggt.

Nein, ich spanne euch nicht länger auf die Folter: Es gab bestimmte Termine für die man reservieren konnte, und für jede Person  gab es einen Essensgutschein von 10€. Das Restaurant hat noch nicht geöffnet, man übte also mit den Probegästen den Ablauf des Personals und der Küche,
Witzige Idee, also reserviert und tatsächlich ergatterten wir noch vier Plätze.


Das Tialini ersetzt einen *Nobelitaliener*, dessen Geschäftsführer in meinem Viertel erschossen wurde. Genau, ich bekomme auch Gänsehaut, wenn ich darüber nachdenke. Nun. Das hat aber jetzt nicht mit der bevorstehenden Neueröffnung zu tun. http://www.tialini.com/de/start/aktuelles/detail/article/tialini-kommt-nach-stuttgart.html.


Das Probeessen überzeugte. Es hätte auch überzeugt, wenn es nicht den Gutschein gegebene hätte.
Das Ambiente gefällt. Jeder Tisch ist anders, die hohe Decke gibt Raum und Weite, selbst eine Terrasse ist vorhanden (die Stuttgarter sind *Draussensitzer*), der große Raum ist geschickt unterteilt und nimmt dadurch dem Ganzen den Charakter eines Warteraums. Durch den zweiten Ausgang gelangt man direkt in das Metropol Kino.


Jetzt aber zum Wichtigsten. Dem Essen. Gut. Wirklich gut. Und nett präsentiert.
Wir hatten Pizza, Bruschetta, Salat, Panna Cotta, also einfache Gerichte. Aber an denen merkt man an schnellsten was für eine Qualität man vor sich hat. Und das Essen war gut!
Das Preisleistungsverhältnis: absolut stimmig.
Ich glaube hier werde ich ab und zu vorbeischneien.
Wenn sie dann mal wirklich geöffnet haben.

AVANTI! Tialini, Bolzstr.10, 70173 Stuttgart

NACHTRAG 2014: leider haben mir Freunde gesteckt, dass das viel versprechende Angebot dann leider im Alltag keinen Bestand hatte. Ich konnte es bis jetzt noch nicht überprüfen, werde aber irgendwann dort aufschlagen und es testen.


Dienstag, 13. August 2013

Manchmal ..... (der wilde Süden)

...gibt es Tage, da will man nicht. Dann schmerzen die Muskeln, es knacken die Knochen, alles tut weh, die Kater nerven und der erste kühle Hauch quetscht sich durch den Spalt des gekippten Fensters und ruft fröhlich:

*Ich bin des Herbstes Herold, er kommt dann auch bald um's Eck*.

Das war gestern - Es war wie wenn eine Bleiplatte auf mir liegen würde, das Knie seit Sonntag richtig fies dick.
Aber es hilft ja alles nichts, bewegen, bewegen, bewegen.
An solchen Tagen, wer kennt sie nicht - vor allem nach feste Feste feiern - tickt die Uhr anders. Trotzdem habe ich es geschafft, einen Freund im Krankenhaus zu besuchen. Und der lag und liegt, na ja, eigentlich hüpft er schon wieder fröhlich durch die Gänge und flirtet mit den Schwestern - im alt ehrwürdigen Marienhospital.


Wer immer nur vom Haupteingang kommt verpasst das Beste: den alten Bau mit seiner herrschaftlichen Größe. Ich weiß nicht, ob in diesem teil überhaupt noch Krankenzimmer sind, aber der rote Sandstein hat was. Leider auch einen Glockenturm, der ohne Gnade  um 12 Uhr mitteilt, das er tatsächlich eine Glocke beherbergt. Wer die überhört weilt nicht mehr unter den Lebenden.
Aber man kann im Innenhof Kaffee trinken und mit dem Rücken zum Neubau den Altbau bewundern.


Das Marienhospital liegt ums Eck beim *Eiernest* oder *Nest*, so wird das Gebiet um die Eierstraße genannt. Beim Flyern hatte ich das Gebiet mal zugeteilt bekommen und es war überwältigend. Ein Teil von Stuttgart, der mir bis dato komplett fremd war. Leider gibt es hier viele Gebäude die dringend renoviert und saniert gehören und trotzdem hat die Ecke einen ganz eigenen Charme.


Allerdings finde ich es etwas makaber, dass keine 50 Meter vom Haupteingang ein Bestattungsunternehmen seinen Sitz hat. Ich hoffe, das sagt nichts über die Klinik aus.

Wenn man seine Stadt kennenlernen will, sollte man sie zu Fuß erwandern und man kann bequem vom Marienhospital zum Marienplatz laufen. Auf dem Weg dorthin kommt man an einem Zuganz zu einem Weinwanderweg vorbei (so viele Wege zu gehen...), aber zuerst muss man, will man dem Wanderweg folgen, eine der vielen Staffeln Stuttgarts erklimmen:


Es lohnt sich. Glaubt mir.
Auch wenn ich heute mein Bein hochlegen muss, mit Eisbeuteln.
Es ist eben auch ein Weg, den ich gehen muss. Manchmal.

Montag, 12. August 2013

Think Pink


Nein, ich schreibe nicht nur, ich lese auch und auch gerne in anderen Blogs. Einer davon ist *Sabienes Traumbilder* , der wird automatisch in meinem Dashboard angezeigt. Und als ich das Logo sah erinnerte es mich an etwas. Und als ich weiter las stolperte ich über den Namen Mella, dabei fielen mir die Schuppen von den Augen und einige Kronleuchter falmmten auf.
klar, da hatte ich schon einmal mit gemacht. Mella von den Trampelpfaden.
Eine wirklich gute Aktion. Mella gibt ein paar Worte vor und man schreibt es - in welcher Form auch immer - als einen Blogartikel nieder.
Heute lasse ich das Gerüst einfach so, wie ich es vorfand.

gefreut : habe ich mich Andreas im Krankenhaus besuchen zu können, wir hatten einen netten Tratsch.
gelacht:  auch das habe ich - und zwar viel die letzte Zeit, aber vor allem, über meine zwei Kater, wenn die wie die Irren durch den Flur rasen.
geschafft: endlich die Kündigung für meinen Kabelanschluss geschrieben und abgeschickt
gefunden : ein Lächeln in einem fremden Gesicht
geholfen : die üblichen Kleinigkeiten
gegönnt: am Samstag einen Caipi, den ersten seit längerer Zeit
gekriegt : Nach-Rehaprogramm und dadurch etwas mehr Beweglichkeit und Sicherheit auf den Beinen
gelobt: eine Freundin, die aber gar nix davon weiß - weil ich sie bei jemand anderen gelobt habe
 gelernt: einiges. Manches auch erst im zweiten oder dritten Anlauf.
geplant : eine Grillfete mit Freunden, die meine Katzen in meiner Abwesenheit gesittet haben

Aber auch wenn ihr nicht blogt: macht das doch einmal für euch, nur für euch, und seht was passiert. Es müssen ja nicht die mega Sachen sein.
Viel Spaß dabei.

Liebeserklärung (Katzen)

Ich liebe es morgens von ihm geweckt zu werden: entweder er geht ( wie ein ganzer Tiger) zielstrebig auf mich zu, befiehlt mir zur Seite zu rutschen, um sich dann zwischen Kinn und Brust einzurollen, vibrierend wie ein 12-Zylinder oder er bleibt vor dem Bett stehen, stämmig, ganz Kerl, um mit klagendem Mauzen sein Frühstück einzufordern. Aber auch nach dem Frühstück kommt er, drängelt sich an mich, wird zum kleinen Jungen und fordert Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten. Der Blick, den er dann *aufsetzt* ist einfach köstlich. Vollste Zufriedenheit.


Oder er *spielt toter Mann*, er liegt dann irgendwo in der Wohnung herum, auf dem Rücken und guckt in die Luft. Manchmal schläft er auch so und schnarcht dabei wie ein ganz Großer.
Er ist ja auch groß: er wiegt sieben Kg. Aber er ist nicht dick. Kompakt. Stämmig, Aber nicht dick!



Wenn ich am Laptop arbeite taucht er manchmal unvermittelt auf, auch wenn er kein Meister im Anschleichen ist. er klettert auch nicht gerne, bzw springt nicht gerne hoch, ist unsicher und ängstlich. Wenn er aber dann den Mount Everest erklommen hat dann fordert er auch eindringlich Aufmerksamkeit.
Niemand kann starren wie er.
Seine Haare sind fein wie Seide und weich wie ein Nerz, das tiefe, klare Grün seiner Augen ist durch nichts getrübt. Und er ist stimmgewaltig.
Nach einem Jahr hat er auch die Unsitte abgelegt in meine Ballerinas zu pinkeln oder auf Handtücher, die im Bad auf dem Boden liegen.
Nun, ich räume beides jetzt auch immer auf. Aber als ich letztens ein Handtuch liegen ließ, blieb es trocken.


Er ist dickköpfig, flauschig, wie ein kleines Kind. Und er klebt an mir wie Patex. Oder an seinem Bruder. Ich unternehme ab und zu Ausflüge mit den Beiden, allerdings einzeln, ins Treppenhaus. Wenn ich mit seinem Bruder zur Tür raus gehe plärrt er los und hört erst wieder auf, wenn wir beide zurück sind, dann schmust er uns beide fast zu Tode.

Auch wenn er manchmal etwas nervt: ich möchte nicht mehr ohne ihn sein.
Und auch nicht ohne seinen Bruder.

Wenn ihr Bilder von den Beiden sehen wollt: die gibt es regelmäßig hier: https://www.facebook.com/pages/SoleilGrey/288835487924664?fref=ts

Habt ihr so einen Vierbeiner, etwas Geflügeltes oder etwas mit spitzen Ohren im Haus oder im Garten? Dann hinterlasst eine Antwort. Würde mich freuen.

Übrigens ER heißt Grey, aber ich rufe ihn Stinker, Mausele, Buba, Schätzchen.