Donnerstag, 8. August 2013

Die Schnitzel-Schlacht: Nicht ohne meine Wurst!

Als der kollektive Aufschrei durch das Netz schallte, war ich dann doch etwas irritiert. Das Sommerloch und ein polemischer Artikel in einer landesweit erscheinenden *Zeitung* reichten aus, um die Nation zu spalten.
Ob ich die Idee zum Veggie-Tag gut finde oder nicht steht auf einem anderen Blatt.
Vorneweg: kein Aas hat es vor Jahren gestört, wenn man mir als einziges Essen für Veganer Pommes mit Salat angeboten hat und dann lagen die Eier oben auf und das Ganze war in Joghurt ersäuft.

Gleichberechtigung? Freiheit?
Ziemlich hoch gegriffen, wenn es um das liebe Essen geht.
Kein Aas hat es je gekümmert, wenn Vegetarier gucken mussten, wie sie an was Essbares gekommen sind. Dann hieß es:
*Die Nachfrage regelt das Angebot*
*Du Spinner*
*Immer ne Extrawurst machen, oder was?*
Heute ist es besser. Das Angebot. Selbst in den Kantinen. Bei den Bratkartoffeln muss man aufpassen: schön im Butterschmalz golden gebraten und mit Speck.
Kaum sagt da jemand: hey, einmal die Woche... schon beginnt der Sturm im Wasserglas.
Man(n) spricht von Freiheitsentzug. Manche Frau auch.
*Mir schreibt keiner vor, was ich zu essen habe und was nicht!!!!*

Ich staunte. Diese Reaktion hätte ich bei Prism, Tempora und BND erwartet, aber hier?
Als sich dann die sogenannte Verbraucher(schutz) Ministerin dazu entblödete Fisch praktisch mit Gemüse gleich zusetzen fiel ich gänzlich vom Glauben ab. Wer schützt uns vor solchen Politikern?

Auf Facebook brach der Krieg aus - man hat sich *entfreundet*, die CDU und FDP organisierten spontan Grillabende, getarnte Demonstrationen der Ohnmacht mit handgemalten Pappschildern: *Wir grillen gerne!*- Ich auch. Aber ich grille was anderes.
Um das geht es aber gar nicht. Heute ist ein guter Artikel dazu in der Zeit online erschienen. Zum Nachlesen:
 http://www.zeit.de/lebensart/essen-trinken/2013-08/veggie-day-gruene-veraenderungen-gesellschaft?fb_action_ids=4738861364224&fb_action_types=og.recommends&fb_ref=facebook.zonarticle.klick.article.recommend&fb_source=other_multiline&action_object_map=%7B%224738861364224%22%3A399650380144814%7D&action_type_map=%7B%224738861364224%22%3A%22og.recommends%22%7D&action_ref_map=%7B%224738861364224%22%3A%22facebook.zonarticle.klick.article.recommend%22%7D.

Jahrelang haben sich Vegetarier still und leise ihre Stullen mit zur Arbeit gebracht. Ich habe keine handgemalten Schilder gesehen. Und aß weiter mein Schnitzel mit Pommes. Regte mich über die Plakatwände von Peta auf und fühlte mich angep*****.
Als ich umschwenkte ging das praktisch über Nacht. Silvester noch Buletten gemacht, eine Woche später vegetarisch, zwei Monate später vegan.
Nicht, weil es nicht schmeckt. Nicht ohne *Ausrutscher*.
Nein, ich denke nicht, dass andere auf Fleisch verzichten sollen und müssen.
Etwas Reduktion würde mich aber freuen.
Weil es meine Überzeugung ist?
Nein. Oder vielleicht auch.
Als Zeichen gegen die Massentierhaltung in Deutschland.
Für etwas mehr Selbstverantwortung.

Lest den verlinkten Artikel. Denkt nach und entscheidet für euch selbst. Denn jeder ist für sich selbst verantwortlich. Auch einen Veggietag in der Kantine kann man überleben.




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