Freitag, 23. August 2013

Sommerchillen im Concha - Stuttgart geht aus ( die hippe Mitte)

Stuttgart ist eine geteilte Stadt. Aus mehreren Gründen. Autobahnbreite Straßen teilen die Stadt, die geografische Lage teilt die Stadt in Kesselianer und Halbhöhengedöns, die Bahnhofsgeschichte teilt die Menschen in Für und Gegner, und das merkt man auch den Kneipen, Restaurants und sonstigen Einrichtungen an. Zwar verirren sich manche *Hipster* in die Szenenkneipen, aber nur wenn das gerade chic, angesagt und hip ist. Oder man einfach einmal mutig sein will.
Aus dem Alter bin ich raus. Es gibt einfach Bereiche in der Stadt in denen ich nichts mehr verloren habe, weil ich mich dort verloren fühle.
Während sich *die Jugend* auf der *Theo* austobt, geht es am Wilhelmsplatz beschaulicher zu.
Auf der einen Seite des Platzes SPD Zentrale und Bürogebäude, hier sind das MONO und das Cibo Mato angesiedelt. (Und meine Rehaeinrichtung, wie praktisch.)


Auf der anderen Seite nur Altbauten, dahinter die *Rotlichtmeile* der Stadt.
Davor aber ein Sammelsurium an Kneipen und Lokalen.
Falsch: eigentlich nur eine Kneipe und ansonsten nur Lokale.
Das La Concha (keiner sagt La Conch, alles sagen nur: *gehe ma ins Conscha*) ist aus Stuttgart nicht weg zu denken. Ich weiß gar nicht wie lange es das Concha gibt. Irgendwie scheint es immer schon da gewesen zu sein und die Gäste auch.
Und wie ich diesen Laden liebe. Mögen ist zu wenig. Auch wenn man Plätze oder Dinge nicht unbedingt liebt. Aber hier mache ich eine Ausnahme.


Obwohl eine der viel befahrendsten Straßen Stuttgarts um die Ecke liegt, es ein *crowded place* ist - nirgends kann man besser an einem Sommertag chillen als hier - mitten in der Stadt meine ich, und die Skybar finde ich persönlich sehr unchillig, aber das ist Geschmackssache -, mitten in einem Bienenstock. Hier tobt das Leben. Nein, auch wieder nicht richtig ausgedrückt: hier pulsiert und chillt es gleichzeitig,
Mann und Frau sitzen - und sitzen oft lange. Ob man nun stundenlang an einem Bier trinkt oder eins nach dem anderen abzischt: jeder bleibt in seinem Takt. Ob der junge Hipster, der in die Jahre gekommene Szenegänger oder was auch immer: alle friedlich vereint.
Manche sitzen jeden Tag hier, andere spielen nachmittags Backgammon - man kann über das Choncha Seiten füllen, mit Geschichten und Legenden.
Innen eher klein und verraucht (ab 18!, da Raucherkneipe), eine schmale Metalltreppe führt in den 1.Stock zur Toilette und einen Tischfußball. Unten ist dir Theke und ein *lauschiges* Eckchen.
Aber im Sommer sitzt der Stuttgarter draußen. Auch im Frühling und im Herbst. Und an sonnigen Wintertagen auch. Dann eben im Mantel, mit Decke und Glühwein. Aber Hauptsache draußen.
Und wir haben (noch) Sommer.


Wir saßen diese Woche einmal Abends noch lange nach Sonnenuntergang und redeten. Es wurde aber schnell sehr frisch. Der Herbst kündigt sich an den Abenden schon an.
Im Concha ist es so, dass man zusammenrutscht - auch mit Menschen, die man nicht kennt. Man spricht miteinander und beim nächsten Mal grüßt man sich.
Friedlich ist es hier.
Selbst wenn man Hunger bekommt gibt es kein Problem. Man huscht in eines der Lokale nebenan, bestellt und bezahlt und holt sich dann das Essen ins Concha. Keinen stört es - aber man muss natürlich sein Geschirr wegbringen. Oder man holt beim Promodoro eine Pizza - kleine Pizzen gibt es ab 3,5!


Es ist wenn man auf der Terrasse mit Freunden zusammen sitzt.
Das macht es wahrscheinlich auch aus.

Für S., J., und F.
love it -


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