Montag, 30. September 2013

Herbststöne

Seit Tagen ging es mir nicht besondern und ich sagte einiges ab, aber langweilte mich dann doch ein kleines bisschen. Und da fiel mir beim Aufräumen im Badezimmer die Färbung in die Hände. Nicht für Kleidung, nein für die Haare. Sie lag da, seitdem ich vorletzte Woche eine Frau mit einer ganz entzückenden Haarfarbe gesehen habe. Ich marschierte direkt in den nächsten Drogeriemarkt, stand unentschlossen vor den Färbungen und griff schließlich ins Regal und legte die kleine Farbbombe erst auf das Kassenband und dann in die Tasche. NACHDEM ich eine Drogeriefachverkaeuferin um Rat gefragt hatte. Sie versicherte mir, dass das ganz bestimmt als kupfer herauskaeme. Ganz sicher. Kein Zweifel.
Irgenwie traute ich dem Farbversprechen aber nicht ganz und vergaß die Färbung bis -nun ja bis gestern. Seitdem brauche ich kein Licht mehr in meiner Wohnung. Kein Sonnenuntergang leuchtet schöner:


Ich klagte mein Leid auf Facebook und meine Gemeinde hatte vor allem eines für mich: Mitleid? Fehlanzeige.
Sie hatten ihren Spaß und ich den Spott. Selten so gelacht. Als dann noch Angelika den Kommentar abließ, ich könne mich als Bibliothekar in der unsichtbaren Universität bewerben - ein Terry Pratchett Fan Insider - lag ich lachend auf dem Bett.
Allerdings erschrack ich heute morgen, als ich ganz unbedarft in den Badezimmerspiegel äugte - eine blendende Helligkeit schlug mir entgegen.

Einen kleinen Überblick über die Kommentare meine Freunde:
Lotti Karotti!
Du wirst mir den Montag Morgen erhellen!
Soooooooooooooooooooooooo schlimm ist es doch nicht wieder!
Für sone Farbe hab ich schon mal nen Haufen Geld bezahlt, also alles Gut! (Danke Susann)
Sieh's mal so: du bringst nen Haufen Farbe in das trübe Herbstwetter,
Leuchtturm!
Apfelsinchen!
Come on baby light my fire.
Bea schrieb: Marianne, lasse die Farbe so... finde es toll!Trau dich! Erinnert mich an die einzigartigen  Hernstsonnenuntergaenge.

So lange mich Strassenarbeiter nicht einfangen und als Warnlampe zwangsverpflichten....
ich mach mich mal auf die Socken, einer Drogeriemarktverkäuferin heimleuchten.

Euch allen einen erleuchtenden Wochenanfang


Sonntag, 29. September 2013

Der freundliche Samstag (Sonntagsgedanken)

Samstags ist mein schreibfreier Tag. Was nicht heißt, dass ich nicht schreibe, es heißt nur, dass ich nicht veröffentliche. Manchmal schreibe ich Samstags ganz viel und kann dann die Woche danach darauf zurückgreifen. So auch letzte Woche. Und es war auch gut so.
Mir ging es einfach nicht so gut, das Aufstehen war eine Qual. Nicht das Wachwerden. Das Aufstehen vom Stuhl, Hocker, Bett - genau: mein Knie machte Zicken, und weil es sich zu zweit gleich besser zickt sprang das linke Aas dem rechten Trotzkopf bei und weil alle guten gemeinen Dinge drei sind, das Gesetz der Regelmäßigkeit, stimmten die Lendenwirbel mit ein.

Es ist nun mal wie es ist und mit den Dreiergeschehen habe ich ja genug Erfahrung. Wie vor kurzen, als meine Provider das Netz nicht mehr unter Kontrolle hatte, der Router den Jordan überschritt und mein Smartphone folgte.
Jetzt fragt sich manch einer: meine Güte, die hat aber Pech. Jepp, kann man so sehen. Oder auch nicht. In solchen Sachen bin ich in der Zwischenzeit eher fatalistisch. Shit happens. Und es hätte schlimmer kommen können. Das hat mich das letzte Jahr gelehrt. Und ausnahmsweise bin ich über die Lektionen des Lebens dankbar, denn wenn man sie annimmt hat man manchmal Tage wie gestern.

Der freundliche Samstag
Ich wachte gestern früh auf, fütterte die Tiger und legte mich wieder ab. Die Woche lastete schwer auf mir. Die Schmerzen entziehen mir manchmal jegliche Kraft und Motivation. Ich habe immer noch kein Netz, aber kann bei Martin mit surfen, ein bis zwei Balken, dass reicht gerade um bei Facebook mitzulesen.
(Momentan sitze ich bei Martin im Büro - jede Vogelscheuche würde mich um meinen heutigen Look beneiden)
Letzte Woche hatte ich schon gestreut, dass ich ein gebrauchtes Smartphone suche, aber leider hatte sich nicht ergeben.
In der Zwischenzeit hatte mir Rose ein fast neues, kleines Samsung gegeben, das mich mit der kleinen Tastatur nervte - aber ich hatte Kontakt zur Außenwelt! Ein Benachrichtigungston wies mich auf einen Link an meiner Chronik hin.
Parla hatte mir einen Status aus der Gruppe *Stuttgarter helfen Stuttgartern* an meine *Pinnwand* gepostet. Jemand verkaufte sein IPhone 4, da er ein 5er geschenkt bekommen hatte zu einem wirklich fairen Preis.
Das fand ich so nett, dass sie an mich gedacht hatte, als sie das las und sofort reagierte. Überhaupt hatten sich immer wieder Freunde und Bekannte gemeldet, um mich auf die Spur eines Smartphones zu bringen.
 Ich meldete mich und weil ich schnellste war und bereit war, das Mobil sofort abzuholen bekam ich den Zuschlag.
Trotz der Schmerzen zog ich mich an, und fuhr mit der S-Bahn los. Die Übergabe klappte, das Ding funktioniert - super. Auf der Fahrt war es schon lustig. So etwas hatte ich noch nie in der S-Bahn erlebt. Irgendwie lag Lachen in der Luft. Eine Frau fragte, ob sie in der richtigen Bahn sei, um nach Soundso zu kommen. Jemand sagt: ne, die fährt nach Da-und-da. Der Frau blieb fast das Herz stehen. Mir auch. Denn dann wäre ich auch falsch gewesen, dann haut der sich an die Stirn und fängt an zu lachen: ne Quatsch!!!!
keiner regte sich auf wie üblich oder guckte genervt aus dem Fenster, sondern plötzlich brach ein lautes Lachen los und die wildfremde Menschen quasselten wild durcheinander.
Ich war amüsiert und irritiert zugleich und fand es fast schade die S-Bahn verlassen zu müssen.
Die Heimfahrt verlief ähnlich, diesmal umringt von Kids, die auf den Wasen wollten, ab dem Stuttgarter Hauptbahnhof war die Bahn plötzlich leer, aber irgendwie klang das Lachen noch nach.
Auch der Tausch bzw der Verkauf des Telefons war nett. Wir unterhielten uns ein wenig, er erklärte mir ein paar Dinge zum Telefon, ich wollte ihm mehr geben als er verlangte, er nahm es nicht an.
Diese Tauschgruppen in FB sind etwas sehr, sehr feines. Klar gibt es auch welche, die versuchen viel Kapital daraus zu schlagen, aber die meisten wollen einfach Dinge günstig weitergeben, weil sie sie nicht mehr brauchen.
Der ganze Tag war irgenwie freundlich. Die Kassierin beim Discounter lächelte sogar. Ob es an meinem Parfum lag?

Irgendwie liegt sogar heute morgen noch ein Lächeln in der Luft.

Und Lächeln ist die beste Art der Welt die Zähne zu zeigen. Nach dem Zähneputzen natürlich.







Freitag, 27. September 2013

Haarspaltereien (Produkttest, nicht gesponsert)

Haare.
An den Haaren herbeigezogen. Haarige Angelegenheit. Katzenhaare.
Ich sehe zur Zeit manchmal aus wie der berühmt berüchtigte Struwelpeter. Oder noch schlimmer.
Eher wie ein aufgeplatztes Sofakissen.
Nein, ich füge kein Foto davon ein!
Alles fing damit an, dass ich einen längeren Zeitraum Heparin spritzen musste. Dieses Blutverdünnungsmittel wirkte auf meine Haare, als hätte ich in eine Steckdose gefasst.
Das Dilemma nahm seinen Lauf. Meine Haare neigen eh zum *kruseln*, da ich wie mein Papa sehr früh viele Weissanteile habe. Alte, ganz alte Damen haben ja so Feenhaar, ich nicht, dass sind Drahtborsten. Ber ich bin ja auch noch nicht alt. Aber auch nicht weise. Oder gar weiß.
Als werbegeschädigte Konsumentin fiel ich den Versprechungen der bunten Bildchen zum Opfer und kaufte ein.
Unter anderen diese Pflegeproduktserie:



Mein Haar wurde unglaublich weich, geschmeidig, glänzte wie poliert -
stand aber nach wie vor nach allen Seiten ab, die Spitzen waren nicht zu retten und ich sah keinen Deut besser aus als vorher. Aber ich bin zäh. Ich gebe nicht auf. Ich bin Kokelores!!!!

Also in die Apotheke und dort gesucht und gefunden:


Okay. Fühlte sich im ersten Moment scheußlich an, es entwickelte sich kaum Schaum. Aber dann - das Ergebnis war besser als bei der Schwarzkopfserie. Zufrieden aber war ich lange noch nicht.
Immer noch trauerte ich um mein dichtes, dickes, leicht gewellte Haar.

Durch das Heparin waren mir ja auch sehr viele Haare ausgegangen. Teilweise hatte ich morgens das Gefühl im Fellwechsel zu sein, zusätzlich zu den Haaren auf dem Kissen bürstete ich mir jeden Tag jede Menge aus.
Irgendwann stand ich verzweifelt bei Lush im Laden und bettelte um Hilfe. Und ich wurde erhört.
Hier die Erlösung:


In dieses Shampoostück möchte man fast rein beißen.
Das feste Shampoo für extrem gestresste Haare und die Spülung in der Flasche. EIN TRAUM. Riecht gut. Frau kann mit gutem Gewissen sich die Haare waschen - da die Sachen mit fair gehandelten Rohstoffen, ohne Tierversuche und vegetarisch sind. Fein.
Auch kaum Verpackung. Das Shampoo bekommt man von einem großen Block abgeschnitten und ich verwahre es in einer Metaldose. Es gibt aber auch runde Shampoostücke für die es dann passende Dosen kaufen kann. D.h. man kauft sie einmal und benützt sie immer wieder.

Und die Wirkung? Einfach SUPER!!!!

Für das Finish benutze ich Kakaobutter, die ich in eine alte Dose von Bodyshop abfülle. Und was soll ich sagen?


Ich wasche mein Haar einmal die Woche, es glänzt, *dickt* wieder ein, ist nicht mehr so spröde und es erholt sich.

Fazit:


  1. Schwarzkopf Serie: Preisleistung mittel, Werbeversprechen nicht erfüllt
  2. Freiöl: teuer, Wirkung ok
  3. Lush: teuer, Wirkung super (und riecht am besten)
Testsieger: LUSH









Donnerstag, 26. September 2013

Heiße Schnecken und süße Stückchen

HA! Ich weiß genau, an was manche von euch gedacht haben und es bringt mir das erste Grinsen des Tages auf das Gesicht. Aber ihr müsst euch noch etwas Gedulden, bevor ich das *Rätsel* löse.
Letzte Woche stand ich vor der Aufgabe für einen Haufen hungriger Mäuler auch etwas zum Futtern mitzubringen und Suppe lässt sich so schlecht transportieren und auch schlecht aus der Hand  schnabulieren.
irgendwann ist mir mal eine Pizza bim Transport verrutscht und damals kam ich auf die Idee:
PIZZA SCHNECKEN:


Wenn die ausgebacken sind, sind es entzückende, kleine Teilchen und der Fantasie sind keine Grenzen gesteckt. Was ihr aber braucht ist ein Pizzateig, ob gekauft oder selbst geknetet.
Die Rezepte stehen am Ende des Artikels.
Und es ist immer eine Freude dann die üblichen Verdächtigen mit Krümeln im Mundwinkel zu erwischen.
Wenn die Schüssel dann leer ist, weiß ich, dass ich mal wieder eine gute Kombi gezaubert habe.


Pizzaschnecken - die Grundlage ist der Hefeteig:
(Oder ihr kauft einen)

Trockenhefe oder frische Hefe (je ein Pack, bitte oder, nicht und)
handwarmes Wasser
etwas Zucker (ca ein halber Teelöffel)
Salz
wer mag Olivenöl ( ca ein Eßl)
Mehl (ca 2-3 Tassen)
Genauere Mengenangaben? Hüstel - kann ich nicht unbedingt bieten, aber ihr versteht gleich warum:

Den Zucker (ca 1 halber Teelöffel) im warmen  (ca 1 Tasse) (kein HUMPEN!!!) Wasser auflösen und die Hefe zugeben, verrühren, zudecken und *gehen lassen* bis sich Blasen gebildet haben.
Mehl einsieben und salzen, verrühren. Dieser Teig soll noch *matschig* bleiben, es ist der Vorteig. Lasst der Hefe Zeit, haltet sie warm und sie wird sich blähen. 20 Minten müssten reichen.
Jetzt die Knethaken an den Mixer schrauben und mehr Mehl unterarbeiten, hier auch das Olivenöl und das Salz zugeben, bis der Teig zäh zerreißt.
Meine Oma sagte immer: die Hefe will es warm, braucht ihre Zeit und will bearbeitet werden. Und dann walkte sie den Teig, bis dem Hören und Sehen verging. Ihr hättet mal ihren Bizeps sehen sollen!
Schüssel mit einem Tuch  bedecken. Gehen lassen. Warm halten. Gut zureden.
Wenn der Teig sich gebläht hat, auswalzen.




Die Schnecken:
Den Teig aus wellen, wenn es geht ca rechteckig. Dünn soll er sein.
Dann alles drauf was ihr euch auf einer Pizza wünscht, aber klein geschnitten. Und notfalls vorgegart. Könnt ihr auch schon einen Tag vorheer vorbereiten.
Ich nehme passierte Tomaten, Lauchzwiebeln, Oregano, Salz, Chiliflocken.
Den Teig mit Belag eng aufrollen und in 1cm, 2cm oder 3 cm dicke Scheiben schneiden, auf das Backpapier setzen und bei 180°C auf der zweitobersten Schiene goldbraun backen.
Sind sie schwarz, nun, dann habt ihr den richtigen Moment verpasst sie aus dem Ofen zu nehmen

Die etwas andere Schnecke, Belag:
Den Teig aus wellen, dick mit geschroteten Sesam bewerfen, klein gehackte Frühlingszwiebel dazupacken, und jetzt kommt es: Currypulver, Chiliflocken fett darüberstreuen, salzen und  den Teig mit Belag eng aufrollen und in 1cm dicke Scheiben schneiden, auf das Backpapier setzen,  ab in den Ofen, diesmal aber bei 200 Grad, dann werden sie schön rösch.

Lust bekommen?
Dann ran an das Mehl
- schleck -

Mittwoch, 25. September 2013

Kunst im Kubus (die hippe Mitte)



Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul - sagt man so - und als eine Freundin aus dem Schwarzwald sich meldete und meinte: du, ich habe da zwei Karten für die Kunstausstellung im Stuttgarter Kubus gewonnen, magst du mit, freute ich mich aus mehreren Gründen:
  1.  Martina wieder zu sehen
  2. endlich mal den Kubus von innen (und nicht den Vorraum) zu besichtigen
  3. Kunst mag ich eh
  4. ah! 
  5. usw usf
Es ist meistens anders und anders als man denkt. Die Tücke des Objekts liegt meistens im Detail und wir hatten gleich zweimal hintereinander zwei sehr unhöfliche Details in Form von unwilligen Mitarbeitern des Museeums an der Backe. Der eine ließ uns noch nicht einmal die Frage ausformulieren, sondern winkte uns hinfort wie lästige Mücken, der andere (am Kassenthresen) unterbrach nach einigen Sekunden unwillig sein Telefonat, schob uns zwei rote Aufkleber (viereckig mit dem dem Wort Kunst darauf) zu und wandte sich gleich wieder ab. Das alles geschah ohne ein Wort zuviel, also kein Hallo, kein Bitte, kein Danke.
Wie anders sind da die Angestellten in den britischen Museen ... Heimweh! (schnüff).
Da ich allgemein als etwas dreist gelte, dachte ich: mach mal deinen Namen alle Ehre und hinderte froh gelaunt den guten Mann am weitertelefonieren. Und ich bekam meine Auskunft.
*Dritter Stock* und *Geben Sie ihre Taschen ab!* Aha. War wohl bei der Bundeswehr der gute Mann.
Also gaben wir unsere Taschen ab und nahmen den Fahrstuhl - mit meinem Knie hätte es Tage gedauert die Stufen zu erklimmen.

Aber dann wurde es a) lustig, b) interessant und c) begneten wir wirklich netten Mitarbeitern des Museeums. Alle weiblich, die Freundlichen. Wir begegneten noch einem männlichen, aber der war - trotz der luftigen Höhe - genauso muffig wie seine Kollegen in der Tiefe.

Die Ausstellung - der Kunstpreis der Sparda Bank - überraschte dann und das positiv. Als sich die dunkle Schiebetür öffnete, waren wir erst einmal verunsichert. Wir standen in einem hellen, lichten Raum mit kahlen Wänden. Ich wunderte mich über den grafischen Teppich am Boden und wir strebten der gegenüberliegenden Tür zu und standen wieder auf der Galerie mit Ausblick über den Schlossplazt.
Leuchtende Fragezeichen schwebten über unseren Köpfen und wir suchten die nächste Türe und standen wieder in dem erwähnten Raum. In der Ecke lauerte, mit freundlichem Lächeln, eine Angestellte.
Sie erlöste uns aus unserem ratlosen Zustand und eliminierte unser Nichtwissen.
Wir waren als Kunstbanausen entlarvt, aber das Fragezeichen über unseren Köpfen verkrümelte sich und machte einem Ah mit Ausrufezeichen Platz.

Der Teppich war die Installation!

Die Bilder hat mir Martina Gröhne zur Verfügung gestellt, Danke 
Eine Etage darunter fanden wir dann noch einen weiteren Bereich, und noch eines Etage darunter noch einen weiteren Bereich.
Viele der ausgestellten *Sachen* fand ich super spannend. Andere total verkopft.
Und bei einigen viel mir eine Badewanne ein, die von einer Putzfrau geschrubbt wurde und damit den Künstler in eine Krise stürzte.

Und wir fanden sogar heraus für was die roten Aufkleber, mit dem Wörtchen Kunst darauf, gedacht waren: Die klebt man sich gut sichtbar an den Pulli - dann wird man nicht ständig nach den Eintrittskarten gefragt.

Und wenn sie nicht gewaschen wurden, dann kleben sie noch heute.

Dienstag, 24. September 2013

Asien im Garten -

Wenn man Glück hat und einen kleinen Hinterhof inmitten der Stadt begrünen kann und ihn als *Grill-Lounge* und *Abends-draußen-sitzen-Plätzchen* nutzen kann, dann hat man Glück.
Und wenn man wie ich ein grünes Däumchen besitzt noch mehr.

Der Zugang zum Gartenreich

Pech, wenn man Nachbarn hat, die dann nicht gießen, wenn man in der Reha ist.
Meine geliebter Haselnuss hat es nicht überlebt. Ich hatte sie aus einem armlangen Ast, den ich einem Haselnussstrauch mit einem scharfen Messer entfernt hatte, gezogen und gepäppelt bis sie Schulterhoch war.
Als ein gemeiner Virus sie befiel und ihre Blätter im Frühjahr letzten Jahres den *Rost* erlagen, sägte ich ihren Stamm ab, vernichtete das befallene Gestrüpp und was tat mein kleine Haselnussstrauch - er trieb wieder aus.
Diesen Sommer und den *netten* Nachbarn (die zwar alles mit nutzen, aber nichts dafür tun) sei Dank weilt mein kleiner Strauch im mistigen Jenseits des Kompostes.

Aber ich bin ja zäh. Und auch ein Glückskind. Denn mich ereilte die Nachricht, dass ein Freund  Ableger seiner Bambuskulturen verkauft. Wer einen Bambus mal im Baumarkt oder im Gartencenter kaufen wollte, weiß wie teuer das Grünzeugs ist.
Nein - ich habe keinen Panda, weder mit vier Rädern noch mit Fell, aber Bambussprossen esse ich gerne und das Rascheln der langen Halme im Wind ist Musik in meinen Ohren.
Also Rose angerufen: ich brauche Dich! (Und auch dein Auto). Und dann düsten wir los. Beim Anblick der Bambuspflanzen klappten unsere Kinnladen nach unten.
Andreas kringelte sich und wir erholten uns erst einmal vom ersten Eindruck dieser Mammutbäume bei einem Espresso.
Rose hat einen Kombi und irgenwie bekamen wir das Bäumchen in das Auto. Nur war da kein Platz mehr für mich. Ich saß also nicht neben Rose, sondern dahinter. Wie groß das Ding ist? Seht selbst:



Ich habe in Benny getauft. Und er steht hell, windgeschützt. Und soll wachsen! Er bekommt einen größeren Kübel. Und wird bemuttert werden.
Wieder ein Grund sich auf den nächsten Sommer zu freuen.
Und wer so einen Bambus haben möchte kann mit mit Kontakt aufnehmen, ich vermittle euch gerne weiter.

Mit den Krücken konnte ich da nicht raus

Bis zum Frühjahr bleibt das Fenster zu, außer ich gieße den Rest der Überlebenden.

-raschel



Montag, 23. September 2013

Nachlese: die Bild bellte .....


Am Samstag vor der Wahl wurde allen Haushalten in der Bundesrepublik Deutschland *Zwangsverteilt*. Ich hatte es verpasst meine Empörung und Ablehnung darüber dem Springerverlag mitzuteilen, aber - irgendjemand im Haus ließ den Postboten nicht rein und so landete die Bild auf unserer Werbeprospektablage, missachtet, wie auch die gelben Seiten, aber nicht in unseren Briefkästen.

Klar haben wir einen Presse- und Meinungsfreiheit und das ist gut und soll sich bitte auch nicht ändern. Aber ich muss nicht alles gut finden, was unsere freie Presse so schreibt, denn unabhängig ist sie schon lange nicht mehr.
Viele verwechseln ja frei mit unabhängig und unabhängig mit neutral. Ich erwarte nicht unbedingt Neutralität von einer Zeitung. Aber eben keine *Meinungsmache*.

Jeder, der weiß wer hinter der Bildzeitung steht, weiß im Prinzip auch für wen  was die Bildzeitung steht. Die Macher leugnen es ja noch nicht einmal. Aber den Abschuss haben die Macher der Bild mit dem Veggietag der Grünen gebracht:
Aus dem Vorschlag auf freiwilliger Basis(!) einen Veggietag in den Kantinen des öffentliches Dienstes wurde eine Zwangsvegetarisierung aller deutschen Kantinenbesucher. Jedenfalls fassten dies viele Leser so auf. Ich habe den Artikel nicht gelesen, deswegen kenne ich die Formulierung nicht. Aber viel Menschen verstanden es genauso.
Und die Diskussion, die daraufhin entbrannte, war weder sachlich noch förderlich, schadete den Grünen ohne Ende und jemand im Hintergrund muss sich die Hände gerieben haben. (Reine Spekulation natürlich!)
Einige FDP'ler riefen ja zum Protestgrillen auf. Sehr lustig. *nicht ohne meine Wurst!* oder *freies Grillen für freie. Bürger*. Keine Ahnung, ich sah die Bilder im Netz und lachte mir einen. Hans-Wurst und Hans-Peter mit gewölbten Bauch über der Hose verkündeten den neuen Wurstliberalismus. Bevor mich jemand verklagt: es gab auch junge, schlanke Damen und Herren auf den Bildern.
Nein, ich bin keine Grüne - trotzdem fand ich diese Aktion schäbig. Auch von denen, die sich ohne wenn und aber an die Aktion gehängt haben,Aber das ist mein ganz persönlicher Eindruck.

Nun ja, diesmal lautete die Schlagzeile anders und als ich an dem - unberührten - Stapel vorbeiging riskierte ich einen Blick. Ich war gerade auf dem Weg in mein Wahllokal und sah dann die Schlagzeile:
*Prost Wahlzeit*.
Aha.
Liebe Macher der Bildzeitung,
ich brauche keine Erinnerung, dass man wählen gehen soll.
Schon gar nicht von euch.



Aber wie gesagt: das ist meine ganz persönliche Meinung. Ich kaufe das Blatt nicht.
Wie schrieb eine Bekannte auf Facebook: zuviel Druckerschwärze um sich den Popo damit abzuwischen.
Ein anderer schrieb:
"Im Briefkasten steckt eine Bild, und ich habe keine Kneifzange im Haus!"
Fast 80% der kommentierenden Menschen schrieb:
*Abfackeln* nur eine fragte: *wie, ist die aus dem zweiten Stock nicht zuhause?*

Wer die Bild lesen möchte -es soll ja Menschen geben, die das machen, weil sie wissen wollen, wie die anderen ticken - soll es tun, aber das ist jetzt schon das zweite Mal, dass ich dieses Blatt ungewollt bekomme. Ich werde jetzt wohl doch den Aufkleber auf meinen Briefkasten fest*bäbben*.

In meinem Wahllokal war schon richtig was los. Trotz der Aktion der Bild. oder deswegen?
Ich sage - Papierverschwendung.




Sonntag, 22. September 2013

Welches Merkel hätten'S den gerne? (Sontagsgedanken)



Kokelores wird politisch? Nein, sie war es immer. Aber ich mache keinen Wahlkampf, nicht auf Bundes- oder Landesebene.
Am letzten Sonntag fotografierte ich ein am Boden liegendes Wahlplakats des OB Kampfes um Stuttgart. Die eine Seite warb mit Brezeln und die andere Seiet verweigerte das Brezelessen bis die Wahl zu Ende war. Und das in Stuttgart, der Welthauptstadt im Brezel essen!


Aber mir stößt einiges auf. Und manches ganz schön bitter. Mit sehr viel Nachgeschmack. Und was bleibt ist die Nachdenklichkeit und auch Zorn. Warum denn?, werden jetzt einige Fragen und das auch zurecht.
Ich bin sauer. Frustriert.
Da werden Banken gerettet, die sich verzockt haben, aber für andere, soziale Projekte gibt es kein Geld-
Man wird überwacht und keinen interessiert sich dafür. Huhu, NSA, ich freue mich über eure Blogaufrufe, aber lasst die Finger von meinen Emails, ja?
Und die Parteien sprechen von Vertrauen.
Prism. Tempora?


Der Euro-Rettungsschirm wird gespannt und man überspannt einiges andere.
Aber das ist es nicht, das mir die Zornesröte ins Gesicht treibt. Das passiert, weil es ein Wahlkampf war, in dem sich die Parteien nicht über ihre Programme profilierten, sondern nur darüber, wie sie mit Dreck nach den anderen warfen.
Es war eine Schlammschlacht wie sie mir seit Strauß nicht untergekommen ist.
Alles gipfelte dann in den Skandal über den angeblichen Phädophilen-Dulder Trittin. Wie sich da ein paar christlich gesinnte Gesellen das Maul zerrissen und dabei vergaßen, dass ihre Partei vor gar nicht so langen Jahren nichts gegen die Vergewaltigung in der Ehe unternehmen wollten.
Oder der angebliche Veggiezwang durch die Grünen, dass Aufarbeiten jeden Tritts ins Fettnäpfchen des Kanzlerkandidaten der SPD, der darin gipfelte, dass Steinbrück in Tränen ausbrach. Kaum das dies gegessen war, versuchte man ihn mit einer angeblichen Putzfrau Affäre zu diffamieren.
Mutti blieb unberührt und ungerührt. Sie lächelte alles weg. Auch den armen Fipsi, der nur noch fiepste und zum Schluss Bettelbriefe um Zweitstimmen verschicken ließ.
Mutti ließ dann verlauten: Zweitstimme für die CDU.
Partnerschaft gilt nichts mehr -
Dazu las ich auf Twitter:
*Na, FDP wie fühlt es sich an, wenn man nicht weiß, ob der befristete Vertrag verlängert wird?* Sehr schöne Spitze auf den neoliberalen Umgang der neuen FDP Führungsriege mit den Sorgen von vielen Menschen in der BRD die nicht wissen, ob sie ihre Verträge verlängert bekommen oder ob sie übernommen werden.
Ich sah diesem Treiben zu und dem Knappen der Politik, der willfährigen Presse und steckte meine Nase in die Wahlprogramme, ließ die Vergangenheit an mir vorbeiziehen uns seufzte das eine
oder andere mal schwer und jedesmal wurden die Seufzer tiefer.
Da wird vor der Linken gewarnt, als seien die roten Khmer kurz davor in Deutschland einzumarschieren und wer es wagt für  die AfD seine Stimme zu erheben wird als Nazi betitelt. Es wird das grün-rote Desaster beschworen und ... und, ... ja was und?
Selten haben sich Kabarettisten und Cartoonisten mehr über eine Kanzlerin lustig gemacht als zur Zeit. Es ist ein gefundenes Fressen für alle Galgenhumorler.
Als mir eine Freundin einmal ankündigte, mich würde abends das Grauen vor meiner Wohnungstür erwarten, legte sie mir eine Kopie von Merkels Wahlplakat vor die Tür.
Ich erschrak mich nicht, aber ich habe herzlich gelacht.
Wenn Gesten, Kleidungsstil und Meinungsmache mehr zählt als der Inhalt...
Wieder schwerer Seufzer.
Mein Fazit:
Das Wahlvolk bekommt das was es möchte, nichts anderes.
Und wer nicht wählt stimmt dem zu. Wie schon Erich Kästner sagt:
*Jeder ist mit verantwortlich für das, was geschieht und für das was unterbleibt*
Ob es mir und ein paar anderen nun passt oder nicht ist nebensächlich.

Ich werde heute Abend mit Freunden in der Imme sein, um mir den Showdown anzusehen. Vorher werde ich noch mit Totenkopfshirt und Cucks die Wahlhelfer meines Viertels erschrecken gehen und in der Wahlkabine irre kichern -
etwas Spaß muss sei.

Wir werden feiern, was auch immer. Und zwar feste.




Freitag, 20. September 2013

Nicht jedes Boot braucht einen Eisberg um zu sinken (Das Ende einer Freundschaft)



Die Luft atmet schwer die letzten Sommertage. Es herrscht eine unglaubliche friedliche Stimmung auf dem See, dessen Oberfläche glatt wie ein Spiegel im spät nachmittäglichen Licht dahin träumt. Kaum ein Mensch kennt diesen See und heute scheinen wir ganz alleine zu sein. Ab und zu eine Welle, die ein Paddel unseres Ruderbootes losschickt, und die sich in der Weite des Wassers verliert, fast ohne Geräusch.
Unsere Wein umnebelten Gedanken kreisen träge und plätschern dahin. Libellen schießen wie Minihubschrauber mit lauten Surren haarscharf an unseren Köpfen vorbei. Um uns herum schwirren unzählige, winzige Mücken. Die Luft ist erfüllt von Leben. Und friedvoll.
Es riecht nach Sommer, auch wenn ein Hauch von Herbst schon in der Luft liegt, die Grillen am fernen Ufer zirpen ohne Unterlass, manchmal jäh unterbrochen durch ein lautes Quaken.
Gold, denke ich, das Licht ist wie Gold.
Der Frieden wird kühl gestört. Das Boot ist alt und das Holz nicht vertrauenswürdig. Die eisernen Riemenhalter sind angerostet und durch die alten Hohlplanken sickert, fast unmerklich, aber stetig, kaltes Seewasser zu unseren Füßen.
Unsere Knöchel sind schon fast bedeckt und ich möchte gerne an das Ufer zurück. Ich bekomme langsam Angst und sage es dir auch. Dein Gesichtsausdruck, eben noch entspannt und verträumt verändert sich. Groll und Ablehnung machen sich bemerkbar. Aber kein Ton kommt über deine Lippen, statt dessen blinzelst du in die Sonne und zuckst mit den Schultern.
Ich mag das nicht. Ich mag es nicht, wenn man meine Befürchtungen, meine heraufziehende Angst nicht ernst nimmt. Aber ich entschließe mich, erst einmal noch zu schweigen.
Wir haben die Flasche Rotwein und die Gläser mitgenommen, aber eigentlich trinkst nur du und ich werde immer nüchterner.
Die Zeit vergeht und das Wasser nutzt sie, um weiter durch die Bootswände zu uns zu kommen, es ist fast so, als würde der See wollen, dass wir ihn verlassen. Auch steht die Sonne schon tief und das Licht wechselt seine Farbe von Gold fast zu Kupfer. Wunderschön, aber das sichere Ufer verlockt mich mehr als das Licht.
Vorsichtig mahne ich Zeit und Wasser an und ernte einen Blick, der mich frösteln lässt.
Langsam werde ich wütend und fordere nun etwas eindringlicher die Rückkehr zu dem Schilf umsäumten Ufer, dass sich matt und schmutzig gelb vor dem dunklen Waldrand dahinter abhebt.
Auf deiner Stirn bildet sich eine Zornesfalte und dein Blick ist voller Verachtung. Du nennst mich Angsthase und Spielverderber. Ich würde dich behindern, ausbremsen. Ich mit meiner Angst, mit meinen ständigen Bedenken. Nie könntest du sein wie du bist, weil du Rücksicht nehmen müsstest. In Deiner Wut bewegst du dich heftig und das Boot fängst an zu schauckeln, die Weinflasche kippt um und der Rioja vermengt sich mit dem Seewasser. Mit dir ist nicht zu reden.
Ich nehme die Riemen auf und fange an das Seeufer anzusteuern, als du aufstehst und auf mich zukommst. Das Boot schaukelt wie wild und ich erkenne was du vorhast – du willst mir die Ruder entreißen. Und schon hast du deine Hand an einem der Ruder und der Kampf darum bringt uns fast zum kentern. Du lachst laut und dreckig, nennst mich Angsthase und Spaßverderber, ziehst höhnisch deine Augenbrauen hoch und ergötzt dich an meiner heraufsteigenden Panik, die sich deutlich in meinem Gesicht abzuzeichnen scheint.
Ein Ruder landet laut platschend im See, an das andere klammere ich mich fest entschlossen zu siegen. Mit einem Ruck zerrst zu mich vom Holzbalken, das Boot kippt und während du dich auf die andere Seite wirfst falle ich ins Wasser.
Schnell sinke ich, über mir die Licht umschmeichelte Wasseroberfläche mit dem keilförmigen Schatten des Bootes. Ich entsinne mich und strebe der Oberfläche entgegen, durchbreche diese nach Luft schnappend und sehe direkt in deine Augen in denen die Besorgnis dem Trotz weicht, meine Bluse und meine Shorts zerren schwer an mir.
Gerade noch rechtzeitig weiche ich dem zweiten Paddel aus, dass du nach mir wirfst. Du lachst laut und höhnisch, drehst mir eine Nase, ich strample, dass ich oben bleibe.
Das Wasser ist kalt und mit schon klammen Fingern schaffe ich es irgendwie den Shorts und der Bluse zu entschlüpfen.
Du singst und lachst und johlst.

Mir bleibt nichts anderes übrig, als auf das Ufer zu zu schwimmen, ich sage mir immer wieder: bleibe ruhig, schwimme, schwimme. Atme. Atme gleichmäßig, bete ich mir in Gedanken selbst zu. Das kalte Wasser spüre ich fast nicht mehr. Arme nach vorne, strecken, zu Seite, Beine anziehen, abstoßen. Einatmen, ausatmen.
Fast vergesse was geschieht und bin nur noch.
Doch dauert es nicht lange, da höre ich dich rufen:
Du könntest nicht schwimmen, ich solle zurück kommen. Jetzt. Sofort. Du befiehlst es mir. Die Wut macht deine Stimme rauh. Du schreist jetzt, das Wasser würde steigen und die Ruder wären weg. Ich könne das doch nicht machen. Ich solle sofort zurück kommen.
Das Ufer ist noch weit, noch könnte ich zum Boot zurückschwimmen.
Deine Stimmte kippt. Wie hässlich sie klingt. 
Du nennst mich verschroben, egoistisch, belegst mich mit Tiernamen. Ich schwimme weiter. Versuche nicht hinzuhören, als die Panik dich und deine Stimme in Besitz nimmt. Die Angst vibriert in jedem deiner Worte.
Jetzt drehe ich mich zu dir und trete Wasser. Die Bootskanten ragen nur noch wenige cm aus dem Wasser, du siehst elend aus. Bis zu den Knie reicht das kalte Nass. Mir fröstelt, nicht nur durch das Seewasser. Selbst wenn ich wollte, ich könnte dich gar nicht bis ans Ufer ziehen.
Also wende ich mich ab und schwimme, jetzt noch entschlossener, Richtung Ufer. Die Sonne neigt sich dem Horizont zu und die Frösche werden laut.
Dein Kreischen dröhnt in meinen Ohren, als ich das Schilf erreiche und mir einen Weg zum festen Boden bahne. So erschöpft ich auch bin, drehe ich mir dir zu und sehe wie du jetzt mit den Armen auf die Wasseroberfläche einschlägt, sehe wie deine Bewegungen langsamer, kraftloser werden, wie du versinkst und dich mit letzter Kraft noch einmal über die Wasseroberfläche drückst.
Du hat schon längst aufgehört zu schreien.
Ich warte.
Die letzten Wellen verlaufen sich und der See liegt  wieder friedlich in der Abendsonne, als wären wir nie da gewesen. Und laufe dann zurück zu unseren Rädern, die vor dem Schilf liegen. In der Tasche finde ich mein Handy. Ich muss der Polizei einen tragischen Bootsunfall melden.

Kurzgeschichte. 2010. Reine Fantasie. 

Donnerstag, 19. September 2013

20.000 Meilen unter dem Meer

befinde ich mich nicht. Auch nicht 20.000 Meilen über der Erde.
Aber ich habe drei gute Gründe heute zu feiern:
Über 20.000 Blogaufrufe (Danke, Danke, Danke!), meine kleines Onlinetagebuch wird immer mehr gelesen und das liegt an euch - weil ihr es lest, und das gibt mir natürlich ein gutes Gefühl.

Meine Kokelores Seite auf Facebook  wird heuer auch ein Jahr alt und wächst langsam aber sicher.
Immer.  wenn ich auf dies Seite gehe denke ich: ich muss mehr malen. Es spucken Entwürfe in meinem Kopf herum wie Geister in einem alten Schloss.
Zur Zeit arbeite ich an zwei Bildern, das eine ist für Dora, ein Porträt meiner virtuellen Freundin und Gastgeberin. Im Büro ihrer Muse Martin sitze ich gerade ( meine Güte ist das früh, es ist gerade kurz vor acht Uhr):

noch nicht ganz fertig
*Dora mit Katze*
50x70
Acryl auf Leinwand
Und da alle gute Dinge drei sind: meine beiden Katzer sind seit ca einem Jahr bei mir. Danke Ruth, dass du mir das Vertrauen geschenkt hast. Ich gebe die nicht mehr her. Meine Wonnepropper und Stinkepupser.
Zwar wir mir vorgeworfen, dass ich seitdem die Kater bei mir Einzug hielten ich nur noch Katzen malen würde, aber ich muss das verneinen. Das habe ich auch schon vorher getan.


Narürlich würde ich auch schreiben und  malen, wenn ich kein Publikum hätte, aber so macht es mehr Spaß.
Danke für eure Aufmerksamkeit und euer Feedback, hier und auf FB.
>>Knicks<<.

Mittwoch, 18. September 2013

Reduktion

Stellt euch vor:
Ihr habt kein Festnetz, weil ihr alles über euer Mobiltelfon macht, aber ihr habt einen Internetanschluß.
Ihr meldet euren Kabelvertrag ab, weil ihr alles über das Internet macht, auch Radiohören, da ihr in einem Funkloch liegt.
Dann kackt euer Internetanschluß ab und den einzigen Netzkontakt nach draußen habt ihr noch über euer kleines, heiß geliebtes Smartphone, dass zwar schon die beste Zeit hinter sich hat, dafür aber schrullig wird und mit jedem Tag mehr Macken an selbigen legt, aber Frau hat ja schon Pläne, kann bei einem Nachbarn mit surfen, also alles halb so wild.
Was Frau dabei vergaß: das Gesetz der Serie.
Zuerst antwortete nur der DNS Server meines Providers nicht.
Dann zerlegte es den Router.
Zur Krönung verabschiedete sich mein Smartphone dann für immer ins Jenseits.
Und nun?
Kein Fernsehen, kein Radio hören, kein Internet, außer ich hopple zu Martin in sein Büro nach unten (ich wohne praktisch dort im Moment).
REDUKTION
ist das Zauberwort. Ich höre Musik, lese, ärgerer meine Katzer und sie mich, und irgendwie fühlt sich alles etwas seltsam an. Was ich als erstes bemerkte: ich bekomme nicht mehr viel mit - ob es sich nun um die neueste Schmutz-Kampagne gegen die Grünen geht, oder wer gerade gestorben ist - ich lebe die meiste Zeit auf einem Eiland der glückseligen Unwissenheit. Und langsam fange ich es an gut zu finden.
Aufgrund der Folgen mehrere Operationen muss ich ja immer noch (aber hoffentlich nicht mehr lange) den Ball flach halten, aber dadurch, dass ich selbst kein Netz mehr habe, übe ich praktisch den Alltag bei Martin im Büro.
Als mein Hilfeschrei durch das Netz hallte:
*Suche dringend ein gebrauchtes Smartphone* wurden mir innerhalb eines Tages drei Stück angeboten, aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, zu absolut fairen Preisen. Auch wenn ich mit dem Gedanken spiele, meine mobile Internetflat abzuschaffen.
Ich habe etwas bemerkt - schon in der Zeit in der ich noch an Krücken lief - ich brauche nicht wirklich ein mobiles Internet. Jetzt, da ich selbst die  Augen wieder für andere Sachen offen habe fallen mir die vielen Menschen auf, die mit gebeugten Haupt auf die kleinen Bildschirme starren - egal wo sie sind, egal was sie machen.
Ich sehe es.
Auch habe ich keine Eile, mit dm Providerwechsel. Allerdings steht es fest: weg mit der blonden Zicke Alice.
Mein Fernseher (gerade mal ein Jahr alt, so ein Flachbildschirmmonster) wandert am Samstag zur Imme Vierzehn, wir wollen die Wahlergebnisse zusammen gucken. der Fernseher bleibt dann erst einmal dort.
Ich finde es im Moment ganz lustig, ich bin gerne bei Martin unten. Gut ich schreibe meinen log morgens später, da ich nicht in einem Pyjama in einem rund herum verglasten Büro sitzen möchte (außer Sonntags).

Mein Fazit der letzten Tage ist ganz einfach.
Es ist anders ohne zu leben. Entspannter. Man verabredet sich auch wieder wie früher. Man macht etwas aus und geht da hin und sagt nicht 5 Minuten vorher ab. Man merkt auch sehr schnell wie gut die
Entschleunigung tut und fängt es an zu genießen.
Auch wenn man wie ich im Moment sehr eingeschränkt in der sonstigen Mobilität ist.
Ich habe einen Haufen Bücher, die nach mir schreien, dass ich sie endlich lese, da steht die Staffelei, es  liegen angefangene Handarbeiten herum - keine Zeit? Stimmt nicht.
wer mutig ist probiert es mal aus.


Dienstag, 17. September 2013

Thrill, Knabbereien und keine Feuerwehr (der wilde Süden)

Nicht nur das ich schreibe, nein, ich lese auch gerne. Und noch lieber lasse ich mir vorlesen. Meistens mit einer sonoren Stimme, gerne männlich und vom Band, bzw von der Disc. Und meisten schlafe ich dann recht schnell ein, also wenn ich mir ein Hörbuch anhöre, meine Katzer sich an mich drücken und schnurren.
Einschlafen sollte man natürlich nicht, wenn einen die Handlung interessiert und wenn es spannend ist klebt man den Kopfhörern. Oder an den Lippen des Vorlesers oder der Vorleserin. Nur woher nehmen, wenn man niemanden entführen möchte. Und ob der/die Entführte wirklich Lust auf das Vorlesen hätte ist fraglich!
Also gehe ich, wenn ich die Gelegenheit habe, zu Lesungen (nicht zu Vorlesungen, obwohl das sicherlich auch spannend sein könnte, wenn es um Serienmörder geht).
Als dann also die Katzenhilfe zur Benefitzlesung im alten Feuerwehrhaus lud, war ich gleich Feuer und Flamme und überzeugte eine Freundin mit zu kommen.


Die AWO (Arbeiter Wohlfahrt) stellt die Räume in der alten Feuerwache gerne zur Verfügung. Noch nie hatte ich die Gelegenheit, mir das alte Gemäuer einmal von innen anzusehen und war angetan. Auch von den Preisen der Bar: das Glas Mineralwasser für 80 Cent. Ich kaufte eine Flasche und wir plünderten als erstes - aber nicht als Erste - den Häppchenstand.
Allerdings wurden alle Verfressenen Zweibeiner vertrieben und auf die Pause verwiesen.



Die Lesung war von der Krimiautorin Petra Busch mischte sich von Anfang an unter das Katzenliebhabervölckchen. Wir erfuhren sofort, dass sie wie wir den Samtpfoten hoffnungslos verfallen ist und auch wie wir anderen irgendwann von der Katzenhilfe zwei sogenannte Notfellchen übernahm. In der Zwischenzeit hat sie drei und übernimmt als Pflegestelle ein ganz kleines Kitten, um es mit der Flasche groß zu päppeln.


Sie ist ja auch Krimiautorin und was mich für sie einnahm war einfach die Tatsache, dass sie nicht nur aus ihrem neusten Werk vorlas, sondern auch beschrieb wie sie arbeitet. Und ich glaube sie hat mir einigen Vorstellungen aufgeräumt, die in unseren Köpfen herumhuschen, was das Thema: ich schreibe ein Buch!!!, angeht.
Sie erzählte auf eine angenehme, sehr charmante Art, auch von ihren drei Tiger, wie sie einen befreundeten Polizisten, der gegen liest, was sie schreibt oder ihre Ideen und Vorstellungen manchmal in der Luft zerreißen darf.

Von dem Buch verrate ich euch nur soviel, dass es um eine Entführung zweier Kinder geht, das eine Zuckerkrank. Und das es sehr bildhaft beschrieben ist. Auch das der eine Kriminalbeamte zwei Siamkater namens Bentley und Bugatti, für die er sogar kocht.
(Das würde mir gerade noch einfallen für meine beiden Vielfrasse auch noch zu kochen.)
Nach der Lesung konnte man das Buch vor ort kaufen und bekam sogar noch eine Widmung. Oder man erwarb eine Tasche, ein Poster, Kalender ect von der Katzenhilfe Stuttgart, die sich um Streuner und Fellchen in Not kümmert.

Das Buch liegt auf dem Nachttisch. Allerdings nicht meinem, sondern auf dem meiner Freundin Rosemarie. Aber wenn sie es gelesen hat, dann bin ich dran. Ich freu mich schon drauf: eingekuschelt in meine Fleecedecke, Soleil und Grey an meiner Seite, leises schnurren und das rascheln meiner rechten Hand in der Chipstüte.

Die Bücher von Petra Busch könnt ihr natürlich im Laden oder online kaufen.


Montag, 16. September 2013

Der Kessel kocht - von Villen und Occupy und Märchen ( der ehrliche Osten - Stuttgart)

...hat in Stuttgart eine doppelte Bedeutung. Durch die Kessellage der Stadt. Und ich als Kesselianerin - ich wohne ganz weit unten an der Talsohle und bekomme es immer live mit, wenn was geht - oder nicht.
Und in Stuttgart geht gerade sehr viel. Die Menschen hier sind bewegt und gespalten, raufen sich und manchmal auch zusammen. Es geht was hier in dieser Stadt, seitdem ein Teil der Bürger wegen des Bahnhofs den Aufstand probten und immer noch nicht locker lassen.
Aber es geht nicht um den Bahnhof - es geht um eines der Kleinode der Stadt. Eines, dass sich den Namen mit einem Mineralbad teilt:

Die Villa Berg.


In ihr befindet sich der denkmalgeschützte Aufnahmesaal des SWR, ich hatte das Glück einmal ein Konzert dort erleben zu dürfen und die Akustik war übewältigend.
Die Villa und die neu dazugebauten Gebäude (was heißt hier neu, die Gebäude haben auch ein paar Jährchen auf den Buckel, aber im Verhältnis zu Villa sind es junge Rabauken zu einer einer sofisticated lady) stehen zum Verkauf und es gibt noch nicht wirklich Pläne - oder es gibt sie, aber es ist nicht wirklich bekannt - wie die alte Dame und ihre Ableger genutzt werden
Inmitten eines wunderschönen, mancherorts märchenhaft anmutender Parks, schläft die Villa ihren Dornröschenschlaf, vernagelt und vergittert nagt die Zeit an ihr und die Patina des Verfalls überzieht alles, ohne das es marode oder morbide wirkt, eher wie eine Decke des Vergessens.


Und es fanden sich, wie in jedem guten Märchen, ein paar bewegte Menschen, die Träume haben und für diese Träume einstehen. Sie trafen sich und nannten sich *Occupy Villa Berg*. Obwohl es eben nicht nur um die alte Dame, sondern auch um ihre jüngeren Nachbarn geht.
Teilweise haben die Gebäude drei (3!) Untergeschosse, funktionierende Studios. Junge Musiker und Bands suchen dringend Proberäume. Hier wären sie schon fix und fertig für den Bezug und ich Musik geplagte Nachbarin - über mir leben Musikstudenten - hätte auch etwas davon. Und so brachte ich denn meinen Vorschlag auch mit ein.
Aber nein sie besetzten nicht die Villa, sie trafen sich zu ihren Füßen, in ihrem Schatten und Veranstalteten sogenannte Planungspicknicks, aßen und tranken zusammen, genossen den Park, lachten, spannten Wäscheleinen, zeigten Bilder der Innenräume, diskutierten mit Spaziergängern, fragten nach deren Wünschen und Ideen für die Verwendung. Denn die Stadt interessiert sich für die Villa, die Nachbargebäude und das Gelände.


Das kleine Grüppchen bewegter Bürger, sammelt seit Wochen die Vorschläge, sortiert sie und wird sie dem Bürgermeister  Fritz Kuhn demnächst übergeben. Denn auch sie möchten mit reden, mehr als nur mit einem Stimmzettel zur Wahl.
Bürgerbeteiligung ist das große Wort, das zur Zeit die Runde macht.
Bürgerbeteiligung kann viel bedeuten. Volksabstimmung, Bürgerentscheid, aber da geht es es ja immer um das Absegnen oder Ablehnen von Vorschlägen. Die Occupy Villa Berg Bewegten möchten im Vorfeld schon mit Ideen an die Stadtoberen herantreten.
Gestern war das dritte Planungspicknick und ich sah es mir an. Und war verblüfft. Viele Spaziergänger guckten erst neugierig aus der Ferne, kamen dann näher, betrachteten sich die aufgehängten Bilder und schriftlichen Vorschläge, betrachteten sich die Luftaufnahme des Gebiets, die als großes Poster auf den Boden geklebt war, kamen ins Gespräch mit den schon Anwesenden und fragten nach, fingen an sich zu unterhalten und ich konnte einigen guten Diskussionen lauschen.



Und ich dachte: was für eine feine, unkomplizierte Art mit den Bürgern dieser Stadt ins Gespräch zu kommen, ohne schreiende Parolen auf buten Wahlplakaten und hohlen Versprechungen. Ich betrachtete das Treiben noch ein Weile und zog dann mit meiner Kamera los und genoss den Park und das Staunen über das Kleinod.

Wenn ihr mehr über die Villa Berg und ihre Occupy dann klickt ihr hier:
Facebook
Website der Occupier

Sie freuen sich über euren Senf, den schriftlichen. Und - auch wenn es euch nicht interessiert, was damit geschieht: seht es euch an und lasst euch von diesem Park und seine Ausstrahlung gefangen nehmen - denn wer weiß, was damit wird.

Sonntag, 15. September 2013

Gestrandet im Nirgendwo - ohne Netz und Außenwelt

Nun ja, ohne Außenwelt bin ich nicht. Nur ohne das www. Danke du blonde Schönheit, die du den Riesen O2 gehelicht hast. Die Problemanalyse des PCs ergab:
*der DNS Server antwortet nicht* Irgendwie musst ich an Apollo 13 denken. Und nein: der Freitag der 13. hat damit NICHTS zu tun: es ging am Donnerstag, den 12. los.
Allerdings schmierte mir mein Laptop am Freitag noch ab und ließ sich nicht mehr neu starten und es kostete mich drei Versuche es wieder hoch zu fahren - mein Schreibtisch hat seitdem hübsche, halbrunde Abdrücke - die Spuren meines Gebisses.
Also - ich bin seitdem ohne Internet und dies bedeutet in meinem Fall: kein Radio, kein Fernsehen, keine Bildbearbeitung, kein Social Network.
Jedenfalls nicht in meiner Wohnung. Aber in Doras Büro - und das liegt direkt unter meiner Wohnung. Da sitze ich gerade mit einem Thermosbecher Kaffee und Schlafanzug, an meinen Füßen Chucks: das Büro ist rundherum verglast. Nur ab dem Knie bis Kinnhöhe ist Milchglasfolie angebracht. Ach ja: der Pyjama ist schwarz mit Nadelstreifen und meine Haare spielen gerade mal wieder Struwelpeter.
Ohne Netz.
Verbannt aus dem World Wide Web. Das Grauen.
Oder doch nicht?
Am Morgen des dritten Tages finde ich es gar nicht mal mehr so schlecht, ich habe meinen alten iPod rausgekramt, höre Musik und nutze die Zeit, die ich sonst im Netz abhänge, anders.
Trotzdem:
Ich fühle mich beschnitten und ausgegrenzt. Allein gelassen. Verlassen. Es fühlt sich fremd an und doch bekannt.Schließlich hatte ich das Theater auch in Bad Sooden-Allendorf.
Dieses Wochenende war/bin ich viel unterwegs, Rehasport und Wassergymnastik, Krimilesung durch die Autorin, Freunde getroffen - es hat mich jemand mit zum Casiopeia genommen, sonst wäre das nicht gegangen - und das Spiel der Stuttgarter Kickers auf der Waldau (endlich haben wir gewonnen! Und gleich 3:0!) - also ist es zu ertragen. Und heute Abend gehe ich in die Imme Vierzehn Tatort gucken.
Es ist nicht schlecht seine Internetzeit zu begrenzen. Mein Handy nutze ich oft gar nicht mehr für das Internet - weil mich seine Langsamkeit nervt. Versteht mich nicht falsch: Langsamkeit an für sich nervt mich nicht (nur, wenn die Spieler der Kickers mal wieder Fußball mit Rasenschach verwechseln oder eine Hihghspeeeddatenverbindung Stunden braucht, um eine Seite zu laden).
Ich vermisse den schnellen Zugriff auf das Internet wirklich.
Vieles geht gerade an mir vorbei - aktuelle Nachrichten ect. Und das eine Woche vor der Wahl.
Manche sagen: macht nix, der Wahlausgang ist eh klar. Mitnichten: wenn die Kickers gegen eine stärkere Mannschaft 3:0 gewinnen können, dann darf man auch noch an Wunder glauben.
Was ich jetzt mit mit dem Netz mache? Ich  werde Alice die kalte Schulter zeigen und mich umsehen. Ich weiß im Prinzip auch schon, wen ich freien werde - aber der prüfe, der sich lange bindet.

Euch einen kuscheligen Sonntag.

Freitag, 13. September 2013

Freitag der 13. ( und andere Mythen)

ist normalerweise mein persönlicher Glückstag. Mir ist an einem Freitag, der auch gleichzeitig auch noch der dreizehnte des laufenden Monats war, noch nie etwas schreckliches widerfahren.
Weder sind irgendwelche Maskierten mit Kettensägen hinter mir her noch hat mich eine nervende Schwiegermutter heimgesucht. das liegt wohl daran, dass ich weder eine Schauspielerin in einem Horrorstreifen noch verheiratet bin.
Reinhard Mey hat ein wunderbares Lied dazu gemacht. Eben zu diesem Thema. Der Text ist einfach klasse. Auch wenn nicht auf deutsche Liedermacher stehen sollte: zum Reinhören einfach hier klicken.
Was ich damit sagen will: ich bin nicht (unbedingt) abergläubisch. Wenn eine schwarze Katze die Straße überquert, egal in welcher Richtung, dann überquert sie die Straße und nichts anderes. Und meistens hat die Katze dann Pech. Eines Tages.
Oder unter einer Leiter durchlaufen: klar kann einen dann etwas treffen: wenn der Handwerker den Hammer fallen lässt. So gesehen natürlich auch ein Unglück. Oder man reist die Leiter um und wird danach von dem Gestürzten gejagt und verprügelt.
Aber meistens sind eher die Menschen gefährdet, die auf der Leiter sitzen oder stehen. Mich hat es mal in eine Wand gepfeffert aus der 20 cm lange Metallstäbe ragten, in zweieinhalb Meter Höhe, weil eine junge Frau ihren Kinderwagen als Rammbock einsetzte. Junge Mütter müssen eine Kraftquelle besitzen von der andere nur träumen können, anders kann ich mir das nicht erklären. Sie flüchtete und ich schrie mir die Lunge aus dem Hals - im senkrechten Liegestütz, die Hände zwischen den Metallstäben, auf denn Außenkanten der Leiter balancierend. Kollegen retteten mich.
Die Mutter war entschwunden - sie wusste warum: ich wäre ihre Nemesis gewesen.
Zurück zu den *Unglücksbringern*: Es ist unsere Einbildung, unsere Angst, die uns in Bedrängnis bringt. Wenn wir Angst haben, werden wir unachtsam und treten in Löcher, brechen uns das Bein und schieben es auf das Datum, die Schwiegermutter oder des Nachbarn Katze.
Also wenn ich des nächtens auf dem Friedhof wandeln würde, hätten eher die Untoten - falls sie denn existieren würden - vor mir Angst, als umgekehrt. Dieses Wesen, dass da mit panisch rollenden Augen, wild um sich schlagend, mit zu Berge stehenden roten Haaren zwischen den Gräbern schreiend herum rennen würde - wer hätte da nicht auch Angst.
Der mensch gruselt sich gerne. Warum auch immer. Ich grusle mich in Kellern. Selbst wenn sie hell erleuchtet sind und mit sauberen Wänden. Vor allem diese alten Holzverschläge. In Gewölbekellern, mit Spinnweben und nackten Glühbirnen hinter Gittern. Da bekomme ich jetzt schon Gänsehaut.
Manchmal denke ich, der Mensch hat solche Unglücksbringer nur erfunden, um sich zu gruseln. Natürlich weiß ich, dass die Ursache eine andere ist.
Trotzdem.
Zum Beispiel spinnt meine Internet seit gestern - der DNS Server antwortet nicht. Und wieso kann ich dann bloggen? Weil ich auf Dora's Wlan mit surfe. Deswegen konnte ich auch eine Fehleranalyse machen. Und dann über eine Suchmachschine herausfinden, was ein DNS Server ist. Und habe nebenher erfahren, dass dieses Problem bei Alice/O2 bei vielen Usern bekannt ist.
Nun gestern war Donnerstag der 12.
Mist aber auch. Wäre es der 13. gewesen hätte ich es auf den Unglückstag schieben können. Das wird morgen der nette Mensch im O2 auch denken.....
Also: lasst euch nicht von schwarzen Katzen, Daten (heisst das Daten oder Datume? seltsames Wort) oder Krähen ins Bockshorn jagen. Vergesst das Weihwasser nicht. Und genießt den Tag.
Wish you well.

Donnerstag, 12. September 2013

Schokolade und mehr - ein Meister seines Fachs (Film)

Ich liebe Kino. Ich liebe Filme. Ich liebe Skurriles. Schräges. Hintergründiges. Düsteres. Und mit diesem einen Film hat einer meiner Lieblingsfilmemacher es geschafft, trotz der grellen, bunten Farben einen wahren Schatz des düsteren Films zu schaffen.
*Charlie und die Schokoladenfabrik* von Tim Burton (wenn ihr dem Link folgt, erhaltete ihr seine Biografie) ist wahrlich eine gelungene Literaturverfilmung des Kinderbuchklassikers von Roald Dahl und nicht nur Johnny Depp glänzt in einer der Hauptrollen, auch die anderen Darsteller wirken zwar auch überzogen, aber wirken eben dadurch irgendwie sehr authentisch. Die Kinder überzeugen durchweg.
Nein, ich werde hier nicht diesen Film nach erzählen, das haben schon etliche andere gemacht.
Auch muss ich wohl nicht unbedingt erwähnen, dass ich die Bücher von Roald Dahl liebe, makaber, voll schwarzen, aber feinsinnigen Humor. Meine Lieblinggeschichte befindet sich in einer Kurzgeschichtensammlung namens *Küßchen, Küßchen*. Sehr empfehlenswert, wenn man eben auf englischen Humor der dunkleren Art steht.

Auch schafft es Tim Burton immer mir ein kleines bisschen Grauen mit auf den Weg zu geben.
Und - auch wenn ich in einen seiner Filme im Kino ansehe, ohne zu wissen, dass er dafür verantwortlich ist, für den Film, nicht für meine Entscheidung mir diesen Film anzusehen - erkenne ich seine *Handschrift* immer. Es gruselt ohne zu schrecken. Und schreckt doch. Aber nicht auf die offensichtliche Art des Horrorfilms. Dieses Grauen ist feiner, tiefer. Und wird mit einer Brise Humor überzogen. Mit Tim Burton würde ich gerne einmal Kaffee trinken gehen,
Er ist verantwortlich für einige meiner Lieblingsfilme:
  • Nightmare before Christmas
  • Alice im Wunderland
  • Batman und Batmans Rückkehr
  • Mars Attacks!
Die Liste ist nicht vollständig. Und fast alle seine Filme wurden Blockbusters. Zu Recht. Manche habe ich mir nicht im Kino angesehen, aber andere sind ein Muss im Kino. Sonst wirken sie nicht halb so gut. Dazu gehören auf alle Fälle eben *Charlie in der Schokoladenfabrik* und auch *Sleepy Hallow* Er hat auch an der Originalfassung von Tron ( ein Meilenstein - für mich - des kombinierten Films: Animation, Spezialeffekte) mitgearbeitet, er spielte in Filmen wie The Muppets Movie eine Rolle, wie passend : ein Puppenspieler.

Ja, seine Art hat etwas Morbides, aber auch etwas *Aufdeckendes*. Ich kann euch gar nicht sagen wie oft ich mir *Charlie und die Schokoladenfabrik* angesehen habe, jedesmal habe ich noch etwas anderes entdeckt, noch ein kleines, grauenhaftes Detail getarnt durch Niedlichkeit.
So wie manche der schönsten Blumen giftig sind so tarnt sich das Gemeine auch hier. Und manchmal ist es einfach die Wahrheit die uns das Gruseln lehrt.
Aber wie gesagt: es ist ein schönes Gruseln, es ist ein tiefsinniges Grauen, dass einen über manches Nachdenken lässt.

Auf alle Fälle freue ich mich schon auf seinen neuen Film, der 2014 in die Kinos kommen soll und werde mir heute noch einmal *Charlie und die Schokoladenfabrik* ansehen - ideal für diesen grauen Tag. Träume von Schokolade. Ich bin ja immer noch auf Diät - *seufz*

Dienstag, 10. September 2013

Ins Bild gestolpert

Morgens schreibe ich meine Artikel, kurz nach dem Aufstehen, außer ich habe sie schon länger geplant oder ich sehe etwas, was mich so fasziniert oder auf was ich Lust habe, dass ich mich sofort hinsetze und schreibe. Und über gute Eingebungen ist jeder dankbar, der jeden Tag schreibt. Als ich mir heute endlich die Zeit nahm, mal die gesammelten Artikel von S.v. Liebstöckelschuh nach zu lesen, stieß ich gerade noch rechtzeitig auf eine Blogparade. Aber selbst wenn ich für die Parade zu spät gewesen wäre, hätte ich über dieses Thema geschrieben.

*Was fasziniert dich an der Fotografie?* fragte der Betreiber der Seite www.bhoffmeier.de und nachdem ich nach gelesen hatte purzelten Wörter und Bilder schon wild in meinem Kopf hin und her.

Ja was eigentlich? Ich bin zum Knipsen gekommen, wie manche Mutter zu ihrem Kinde: spontan, nichts ahnend und unwissend.
Sehr lange hatte ich keine Kamera und für Urlaubsfotos lieh ich mir von anderen einfach eine aus. Als ich dann in New York war, packte mich das Fieber und ich robbte im Guggenheim Museum auf dem Boden herum bis ich die gewünschte Kameraeinstellung hatte - mir war es egal, dass die Leute mich schräg ansahen wie ich so auf dem Rücken lag. Dabei hatte ich eine furchtbar schwere Olympus einer Freundin, die ich ständig falsch bediente - die Kamera, nicht die Freundin.


Wenn ich die Bilder betrachte, dann rückt mir die Erinnerung näher, und ich höre die Geräusche und rieche die Umgebung wieder. So wie ich die kalte Mailuft auf der Fähre von Jersey zurück nach NY City wieder spüre, das Wasser rieche und wieder dieses unglaubliche Gefühl durchlebe, als wir auf die Skylinie von Big Apple zufuhren.


Dann hatte ich mein erstes Smartphone mit einer Kamera und knipste drauf los.
In Berlin letztes Jahr machte ich sage und schreibe über 400 Bilder - innerhalb einer Woche. Durch den Sucher sehe ich die Welt und ihre Details einfach anders, und manchmal war ich regelrecht verblüfft, was mir ins Auge stach, sobald ich meine kleine Handycam vor selbiges hielt. Ein Freund, dem ich ständig dann die Bilder per Whats app schickte sagte mir dann, dass ich ein gutes Auge für Motive hätte, er würde zwar nichts davon verstehen, aber die Bilder würden ihm wirklich gut gefallen . Natürlich schmeichelte es meinem Ego, auch wenn ich mich für einen furchtbaren Laien halte.
Allein im Berliner Hauptbahnhof hielt ich mehrmals stundenlang auf und knipste, knipste, knipste.


Oder an de Spree. Ich hatte gerade entdeckt, dass ich mit dem Handy auch Schwarzweißfotos machen konnte. Ich mag es, wie sich die Stimmung ändert, wenn man die Farben ausblendet.


Natürlich ist die Qualität der Bilder stark beeinträchtigt: die Smartphones machen zwar hübsche Schnappschüsse, aber wenn man nicht gerade ein iPhone oder ein Gleichwertiges wie das S4 von Samsung hat - nun, dann hat man das Problem der Auflösung, wie ich mit meinem Ace, aber es erfüllte seinen Zweck.
Ich besitze zwar noch ein sehr schönes Sammlerstück von Leica - eine kleine Retrokamera, die allerdings in Sachen Gewicht schwer wiegt und deswegen nicht oft ausgeführt wird . Die habe ich geerbt und halte sie in Ehren.
Aber in der Zwischenzeit gehe ich (fast) nie ohne Kamera aus dem Haus, weil es mich ärgert, wenn ich ein Motiv verpasse - und die Welt ist voller Motive. Manchmal eine kleine, blühende Pflanze, die sich durch einen Riss im Asphalt quetscht und der Betonwelt trotzt, manchmal ein Stück Himmel oder eine Szene.
Dazu nutze ich meine kleine Canon Powershot, für 89€ ergattert, wohnt sie in meiner Tasche und leistet mir wirklich gut Dienste, egal ob innen:




oder außen:




Ich möchte diesen Moment einfangen, diese Stimmung, mir alles später noch einmal ansehen und die Momente durch leben können. Und das macht mir das Fotografieren möglich. Auch ohne High-Tek-Kamera und Dunkelkammer. Auch wenn beides bestimmt reizvoll ist, so genieße ich die Möglichkeit der Bildbearbeitung am Computer und die niedrigen Kosten.
Da mein älterer Bruder leidenschaftlicher Hobbyfotograf war, weiß ich wie teuer die traditionelle, analoge Fotografie war und ist. Und wie aufregend und schön, auch wen manches  Bild nicht gelingt.
Und was für Meisterwerke manche Meister*knipser* geschaffen haben!

Für mich sind Fotos eine Möglichkeit des Reisen - über all Schranken hinweg, Reise durch Zeit und Raum. Ich nehme Teil am Leben anderer Mensche und lasse andere Mensche an meinem visuellen Leben teilnehmen.
Das fasziniert mich am Fotografieren begeistert: einfach die Welt zu betrachten - durch welche Augen auch immer.






Pois - von Portugal zu uns

Heute ein klein wenig später, aber ich habe mit  einem Download, einem Virus und zwei pelzigen Nervensägen zu kämpfen gehabt - bzw mit den beiden letzteren immer noch.
Mein Rücken schreit seit Tagen wieder AUA, es regnet und es ist kalt. Das Bett ist eine große Verlockung an solchen Tagen, aber bei Rückenschmerzen muss man sich bewegen und der Himmel wird auch nicht blauer, wenn man im Bett bleibt.
Wie der Himmel jetzt wohl über Portugal ist?
Portugal. Weite Strände. Wein. Sonne.


Wirklich? Portugal hat es hart getroffen, die Wirtschaft liegt am Boden, das Land verarmt und ist pleite und die Bauern vor Ort können kaum noch von dem überleben was sie sich erarbeiten. Das bekommen wir zwar über die Nachrichten mit, aber Freunde von mir erleben es immer wieder live und in Farbe, da sie seit Jahren dort Urlaub machen. Sie freundeten sich mit ein paar der dort lebenden Menschen an und der Wunsch ihnen irgendwie zu helfen war bald da, aber wie?
Wir sind nun mal alle nicht unbedingt Rockefeller und unter Hilfe muss man nicht immer *Spende* verstehen.
Und Matthias und Tine hatten eine andere Idee: wenn die Biobauern vor Ort für ihre Orangen so gut wie nichts erhielten, aber Bio - Orangen in Deutschland für viele zu teuer waren - wieso nicht die Orangen irgendwie nach Deutschland bringen, für einen guten Preis - für alle? Produzent, Lieferant und Kunden? Sie fragten in ihrem Freundeskreis, auch über Facebook, und bald rollte der erste Transporter. Die zehn Kg Kiste Orangen für 25€. Oder Zitronen. Oder Mandarinen (die Echten mit Kernen).
Damals schrieb ich schon einen Bericht über sie -  hier zum Nachlesen, oder auch dort - es war ein Bombenerfolg und so erfolgreich, dass bald der zweite und dann der Dritte Transporter rollte. Und die Nachfrage wurde so groß, das es bald nicht mehr als Hilfsaktion für Freunde zu wuppen war. Außerdem sind Orangen Saisonfrüchte und was macht man in der übrigen Zeit?
Bei der zweiten Lieferung konnte man schon zusätzlich Honig, Meersalz, Marmelade und Süßkartoffeln erwerben.
Die beiden überlegten und machten irgendwann Nägel mit Köpfen - sie gründeten:


Und ab November kann man - wenn man den im Großraum Stuttgart wohnt, oder Beziehungen hierher hat - einiges direkt aus Portugal erwerben.
Matthias bürgt dafür, dass die Produkte von ihren Partnern an der Ostalgarve, der Quitnta da Fornalha, ausschließlich als nachhaltige Bioprodukte produziert werden.
Im Angebot wird es unter anderem folgende Produkte geben:
  • Karob Brotaufstrich mit Mandel
  • Feigenmarmelade und -chutney
  • getrocknete Feigen
  • Feigentrüffel
  • Flor de Sal
  • grobes Meersalz
Ich fand die Idee klasse und finde sie immer noch klasse und werbe gerne - unentgeldlich - dafür.
Weiter Infos könnt ihr euch direkt bei den Machern holen, über ihre Facebookseite:
oder ihr wendet euch direkt an sie:

Matthias Kästner
Trollingerstr.13
71364 Winnenden

Jetzt gibt es einen Grund sich auf den November zu freuen.

Montag, 9. September 2013

New Kid in Town - stylisch, bunt, retro: Imme Vierzehn (der wilde Süden)


Immer wieder Sonntags. Ja was? Der September fing an sich von seine herbstlichen Seite zu zeigen und der wolkenverhangene Himmel lud nicht gerade dazu ein sich nach draußen zu begeben. Allerdings war es warm. Und ich hing in den Seilen. Und verabredet war ich auch. Aber wohin sollten wir, das *Raussitzen* hat bald ein Ende und man sucht etwas anheimelndes für die kommende Jahreszeit.
Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Klar, die Imme Viezehn, gerade am Dienstag aufgemacht, Antrittsbesuch noch fällig und die Wirte hatten uns im Vorfeld schon einmal mit einer Flasche ausgeholfen, sprich sie haben Martin ausgeholfen, also war ich auch schon einmal externer Gast. Aber das ist eine adere Geschichte.


Um halb sechs wackelten wir also ums Eck - ich wohne da nämlich - und nach einer Minute standen wir vor der Kneipe (ich weiß gar nicht, ob das die richtige Bezeichnung für diese Location ist) und nach einer Minute und zwei Sekunden waren wir drin.
Und standen da erst einmal staunend. Kurz danach saßen wir auch schon in eine lauschigen Eck und guckten immer noch wie die Waschbären. Irgendwie passte alles und nichts zusammen und ergab aber so ein passendes Sammelsurium, dass es uns wirklich verblüffte.


Den Betreibern ist etwas gelungen, was man in der üblichen Gastrolandschaft in Stuttgart sehr selten findet:
aus verschiedenen Stilelemente etwa komplett Neues zusammen zu setzen, dass in seiner Ganzen Vielfältigkeit irgendwie verschroben wirkt, irgendwie zusammen passt und doch nicht. Ich weiß nicht wie ich es anders beschreiben soll.
Eckkneipe trifft Szenelokal? Kneipe mit Wohnzimmercharakter? Kiezkneipe nannte es Tine, und sie nennt uns ja auch ihre *Südfamilie*.


Die nächste positive Überraschung war die Karte, von der Aufmachung und vom Inhalt, und wir grinsten über das Damengedeck, Gleichberechtigung und total süßer Einfall:


Wir hatten Hunger, wir hatten Durst, die Wirtinnen super nett und offen, die Ecke in der Eckkneipe lauschig und heimelig - und klar haben wir das Essen probiert.Wo bekommt man als Snack bitte schön ein Schälchen Olivenöl mit Salz, ein paar Oliven und Brot? Für 2,50 - einfach klasse.
Ich entschied mich für den Kräutersalat mit Pilzen, Tine futterte Spiegelei auf Spinat mit Kartoffeln. Alles lecker, die Portionen reichten gut aus, die Preise mit 8,50 und 7,50 im absoluten Normbereich.
Man kann auch an der Bar essen - oder auch nur trinken.

na der Salat ist schon etwas zerpflückt, ich hatte Hunger, sorry
Fazit:
Lokation: Retro und stylisch
Essen: einfach und gut
Service: super nett und herzlich
Preise: niedrig bis Mittelfeld

Gesamtbewertung: Klasse mit Extrasternchen für die anheimelnde Atmosphäre. Meine Empfehlung des Monats.

See you there!











Sonntag, 8. September 2013

Schlaflos in Stuttgart (Sonntagsgedanken)

Was macht ihr, wenn ihr vor Müdigkeit nicht schlafen könnt? Oder trotz der Müdigkeit? Normalerweise nehme ich es einfach an. Ich nehme der Schlaflosigkeit ihre Wichtigkeit und döse einfach. Klappt meistens, aber seit einer Woche nicht mehr. Und langsam nervt es, morgens bin ich wie durch den Fleischwolf gedrückt (und sehe auch so aus), komme irgendwie nicht auf eine gute Betriebstemperatur und abends falle ich todmüde ins Bett und bin - wach.
Nun ja, es war die letzten Tage auch sehr warm, um nicht zu sagen heiß und im Stuttgarter Kessel schwappte die Schwüle wie zähflüssiger Sirup hin und her und nahm einem die Luft zum Atmen. Meine Kater lagen den ganzen Tag, platt wie Flundern, herum und tobten Nachts durch die Hütte.
Und ich: wach.
Alle Mittel halfen nicht - Schlaftee, Ruhe, lesen, warm duschen - ich war und blieb einfach wach. Nicht dieses *ich grüble, also bin ich wach* - sondern: *ich bin wach, was nun?*
Irgendwann nach zwei Uhr setzte ich einen Status im sozialen Netzwerk und siehe da - einige andere waren
 a) auch wach
 b) auch on

Irgendwann machen sich die Gedanken selbstständig und sie suchen sich dann ihren Weg. Bei mir landeten sie bei den STAdTISTEN . Ich hatte sie schon einmal kurz erwähnt. Den Teaser könnt ihr hier ansehen: http://www.youtube.com/watch?v=QDY3fI2LgcA.
Dieses Häufchen Stuttgarter Bürger, die sich aus mannigfaltigen Gründen zusammengefunden haben, unter anderem die Unlust weiter als als Statisten zu agieren und die Frustration über das Politikgeschehen. Es ist spannend es zu beobachten und das Nachdenken darüber vertreibt die Zeit.
Was genau es geben wird kann ich euch an dieser Stelle noch nicht sagen, dazu ist es zu früh, bzw es ist am Wachsen. Wenn es soweit ist berichte ich darüber.
Was mich aber an der Sache so begeistert ist die Tatsache, dass es Menschen gibt, die Lust auf Veränderung haben, sich nicht abschrecken lassen.  Die bereit sind ihre *Freizeit* zu investieren, ohne zu wissen, wie es enden wird. Die nicht mehr bereit sind, nur dabei zu sitzen und zu zugucken.
Als das Video zu den STAdTISTEN ins Netz ging war ich dabei - noch halb im Spaß, aber schon ahnend das da etwas im Enstehen ist, was sich lohnt - auch wenn der Ausgang offen ist.
Ich kann mir vorstellen, dass jetzt der ein oder andere jetzt denkt: *Von was faselt die denn die ganze Zeit? Der wenige Schlaf tut ihr nicht gut!* Das Zweite stimmt bestimmt. Googelt mal, es ist spannend was jetzt schon im Netz herumgeistert.
Auch zum Thema Bundespolitik:
In 14 Tagen ist Wahl. Bundestagswahl. Ich muss nicht viel darüber schreiben - mir geht es wie vielen anderen: Pest oder Cholera. So wird es von vielen genannt. *Es ändert sich eh nichts!* hört man von anderen. *Für was wählen?* kommt oft vor. Die Bürger stehen vor den Plakaten, auf denen leere Worthülsen in Großbuchstaben ihre Nichtbotschaft in die Straßen schreien.
Wenn ich die Nachrichten ansehe packt mich manchmal die nackte Wut und das kalte Grausen:
Der Umgang mit den Themen NSA, NSU, Mollath und Syrien, um nur vier zu nennen. Da wird abgewiegelt, beschönt, hin gebogen, abgeleugnet, zurecht gestutzt und man spricht von Vertrauen in die Märkte, in die NATO-Partner, in die Gesetzgebung und manch deutscher Michel sitzt vor der Glotze und versteht die Welt nicht mehr. ich schreibe mich gerade in Rage und muss mich bremsen.

Ob ich trotzdem wählen gehe? Aber sicher! Nicht wählen ist für mich keine Option. Auch wenn uns seit Wochen der Sieger schon auf dem Silbertablett präsentiert wird. Am liebsten würde ich die Nichtwähler an die Urne treiben, aber eigentlich ist auch ihr *Nichtwählen* sehr aussagekräftig. und so ist es eben in einer Demokratie: man hat die Freiheit sich zu verweigern.
Mal sehen was kommt.

Freitag, 6. September 2013

Septemberblues

Den Blues muss man im Moment noch nicht schieben, denn es ist noch sonnig, heiß, aber ein leichter Hauch Herbst weht schon um die Nasen, die Tage werden kürzer, die Abende recht schnell kühl, in den Supermärkten tauchen schon die ersten Dominosteine und Lebkuchenherzen auf.
Der Winter scheint sich hinter dem noch so grünen Blättern zum Aufbruch zu rüsten. Hoffen wir mal, dass ihm die Puste ausgeht.
Da kommt die Blogaktion von Mella von Trampelpfade genau richtig. Noch scheint die Sonne, noch lacht der Himmel, wenn nicht jetzt positiv gedacht, wann dann?
Und vor kurzen habe ich in einem Artikel gelesen, dass das Gehirn seine Synapsen auch umbauen kann... na dann!





gefreut: habe ich mich diese Woche, dass ich das erste mal seit Monaten relativ normal eine Treppe nach unten laufen konnte, auch wenn es nur einmal war, zeigt es den Fortschritt

gelacht: über meine beiden Kobolde, die wir die Irren beim Betten machen geholfen haben

geschafft: endlich Rechnungen bezahlt und Verträge gekündigt, ein Bild fertig gestellt und an einem anderen weiter gearbeitet, endlich mal Fenster geputzt ( nach 11 Monaten)

gefunden: beim Aussortieren alter Sachen endlich meine Nähbox wieder entdeckt

geholfen: wieder einmal Pakete für die Nachbarn angenommen und so dem netten Fahrer von DHL einen Weg erspart

gegönnt: trotz Diät einen Pudding gegessen und mich dabei super gefühlt

gekriegt: ein Päckchen mit ganz viel Honig (den ich verschenken werde)

gelobt: hm, gelten auch meine Kater?

gelernt: das sich Geduld nicht immer auszahlt und man sich manchmal selbst auf die Socken machen muss

geplant: einen Besuch, auf den ich mich sehr freue und fast nicht abwarten kann. Und mit einem Haufen verschiedener Menschen an einem Projekt zu arbeiten - wird spannend

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die das Herz singen lassen. Genießt die Sonne, nächste Woche soll es wesentlich kälter werden.... Meine Kuschelkater liegen mir zu Füßen und ich treffe mich gleich mit Freunden. Was will man mehr?






Donnerstag, 5. September 2013

Ei, Insel und seufzender Pudding (Buchbesprechungen)

Al Kind las ich alles. Alles in Griff- und Reichweite meiner Arme und meines Geistes. Ich wuchs auf zwischen den Welten Karls Mays, Readers Didgest Magazinen und Büchern, den SiFi-Hefttchen meines Vaters (Perry Rhodan - unser Mann im All. Aber ihn den habe ich mich nie verliebt. Das war dann Atlan.)
Als ich älter würde, Teenageralter, fiel mir das erste Charles Bukowski Buch in die Hände und ich lief mindestens eine Woche mit roten Ohren und seltsamen Fantasien durch die Gegend. Zu diesem Zeitpunkt, gerade 16, war ich schon für die normale Welt meiner Mitschülerinnen verloren und war in der Ecke der *Anderen* gelandet. An amerikanischen Schulen gibt es Nerds und Freaks.

Eines der Bücher, welches ich nie vergessen konnte war:
Das Ei und ich von Betty Mcdonald, und auch ihr Buch: Die Insel und ich. Was habe ich gelacht, als ich von dieser tolpatischigen Rothaarigen las, die sich dem Schicksal entgegenstellte und die das Leben so nahm wie es kam. Und irgendwie erkannte ich zum Teil mein Schicksal wieder. Ich dachte: wenn die das alles wuppte wuppe ich mein Leben auch.
Stellt euch vor: die zweite Tochter: in jeder Beziehung die zweite Tochter (sie steht ständig im Schatten ihrer bezaubernden Schwester) wird vom Glück erhört und heiratet, statt aber mit ihrem Mann glücklich in der Stadt zu wohnen, hängt der seinen sicheren Job an den Nagel und beschließt Hühnerzüchter zu werden.
Ganz entzückend - für den geneigten Leser, aber nicht für die Antiheldin - schildert Betty Mcdonald das Leben auf einer Hühnerfarm in einer entlegenen Gegend der USA in den 40/50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Mag sein, dass uns heute ihr Stil etwas angestaubt erscheint, aber wie sie ihre Kindheit und Jugend mit ihren zwei komplett unterschiedlichen Großmüttern schildert - einfach herrlich. Wenn man sich darauf einlässt ist es der absolute - leichte - Lesespaß. Und ganz nebenbei eine Gesellschaftsstudie der damaligen Zeit und der USA.

Nur der Pudding hört mein Seufzen, ist eines der Bücher von Erma Brombeck, auch Amerikanerin, die im Prinziep auch über ihr Leben schreibt. Ihr Leben als Hausfrau in einer amerikanischen Gemeinde, so wie man sich eben das Leben einer Vorstadthausfrau in den USA vorstellt - so wie sie in den 60/70igern gelebt haben. Hat nichts mit Desperate Housewives zu tun. genauso gut könnten die Geschichten auf einem anderen Planten spielen. Mit Figurproblemen, Hund und Kindern, zwischen Waschmaschine und Kosmetiksalon. Sie hat eine amüsante Art über die kleinen Und großen Probleme ihres Alltags zu schreiben, Ob es die liebreizende Nachbarin ist, die aussieht, als könne sie keine zwei Schrauben auseinander halten, aber sobald kein tüchtiger Mann mehr in der Nähe ist, die Ärmel hochkrempelt und Waschmaschinen repariert. Oder wenn die Titelheldin hoch erhobenen Hauptes den Kosmetikstudio verlässt, alle Blicke auf sie gerichtet - bis, ja bis eine Kosmetikerin ihr hinter her eilt und die Zewaspur von ihrem Absatz befreit.

Die Bücher gehören zur leichten Literatur, angenehm zu lesen, mit Kichergarantie. Ideal für Badewanne oder Liegestuhl. Betty Mcdonald ist *hochwertiger* und malt mit ihren Worten Bilder ihrer Zeit.
Sie bekommt von mir fünf von sechs Sternen, Erma Brombeck immerhin noch vier. Bücher von beiden bekommt man gebraucht schon ab 3€.