Dienstag, 10. September 2013

Ins Bild gestolpert

Morgens schreibe ich meine Artikel, kurz nach dem Aufstehen, außer ich habe sie schon länger geplant oder ich sehe etwas, was mich so fasziniert oder auf was ich Lust habe, dass ich mich sofort hinsetze und schreibe. Und über gute Eingebungen ist jeder dankbar, der jeden Tag schreibt. Als ich mir heute endlich die Zeit nahm, mal die gesammelten Artikel von S.v. Liebstöckelschuh nach zu lesen, stieß ich gerade noch rechtzeitig auf eine Blogparade. Aber selbst wenn ich für die Parade zu spät gewesen wäre, hätte ich über dieses Thema geschrieben.

*Was fasziniert dich an der Fotografie?* fragte der Betreiber der Seite www.bhoffmeier.de und nachdem ich nach gelesen hatte purzelten Wörter und Bilder schon wild in meinem Kopf hin und her.

Ja was eigentlich? Ich bin zum Knipsen gekommen, wie manche Mutter zu ihrem Kinde: spontan, nichts ahnend und unwissend.
Sehr lange hatte ich keine Kamera und für Urlaubsfotos lieh ich mir von anderen einfach eine aus. Als ich dann in New York war, packte mich das Fieber und ich robbte im Guggenheim Museum auf dem Boden herum bis ich die gewünschte Kameraeinstellung hatte - mir war es egal, dass die Leute mich schräg ansahen wie ich so auf dem Rücken lag. Dabei hatte ich eine furchtbar schwere Olympus einer Freundin, die ich ständig falsch bediente - die Kamera, nicht die Freundin.


Wenn ich die Bilder betrachte, dann rückt mir die Erinnerung näher, und ich höre die Geräusche und rieche die Umgebung wieder. So wie ich die kalte Mailuft auf der Fähre von Jersey zurück nach NY City wieder spüre, das Wasser rieche und wieder dieses unglaubliche Gefühl durchlebe, als wir auf die Skylinie von Big Apple zufuhren.


Dann hatte ich mein erstes Smartphone mit einer Kamera und knipste drauf los.
In Berlin letztes Jahr machte ich sage und schreibe über 400 Bilder - innerhalb einer Woche. Durch den Sucher sehe ich die Welt und ihre Details einfach anders, und manchmal war ich regelrecht verblüfft, was mir ins Auge stach, sobald ich meine kleine Handycam vor selbiges hielt. Ein Freund, dem ich ständig dann die Bilder per Whats app schickte sagte mir dann, dass ich ein gutes Auge für Motive hätte, er würde zwar nichts davon verstehen, aber die Bilder würden ihm wirklich gut gefallen . Natürlich schmeichelte es meinem Ego, auch wenn ich mich für einen furchtbaren Laien halte.
Allein im Berliner Hauptbahnhof hielt ich mehrmals stundenlang auf und knipste, knipste, knipste.


Oder an de Spree. Ich hatte gerade entdeckt, dass ich mit dem Handy auch Schwarzweißfotos machen konnte. Ich mag es, wie sich die Stimmung ändert, wenn man die Farben ausblendet.


Natürlich ist die Qualität der Bilder stark beeinträchtigt: die Smartphones machen zwar hübsche Schnappschüsse, aber wenn man nicht gerade ein iPhone oder ein Gleichwertiges wie das S4 von Samsung hat - nun, dann hat man das Problem der Auflösung, wie ich mit meinem Ace, aber es erfüllte seinen Zweck.
Ich besitze zwar noch ein sehr schönes Sammlerstück von Leica - eine kleine Retrokamera, die allerdings in Sachen Gewicht schwer wiegt und deswegen nicht oft ausgeführt wird . Die habe ich geerbt und halte sie in Ehren.
Aber in der Zwischenzeit gehe ich (fast) nie ohne Kamera aus dem Haus, weil es mich ärgert, wenn ich ein Motiv verpasse - und die Welt ist voller Motive. Manchmal eine kleine, blühende Pflanze, die sich durch einen Riss im Asphalt quetscht und der Betonwelt trotzt, manchmal ein Stück Himmel oder eine Szene.
Dazu nutze ich meine kleine Canon Powershot, für 89€ ergattert, wohnt sie in meiner Tasche und leistet mir wirklich gut Dienste, egal ob innen:




oder außen:




Ich möchte diesen Moment einfangen, diese Stimmung, mir alles später noch einmal ansehen und die Momente durch leben können. Und das macht mir das Fotografieren möglich. Auch ohne High-Tek-Kamera und Dunkelkammer. Auch wenn beides bestimmt reizvoll ist, so genieße ich die Möglichkeit der Bildbearbeitung am Computer und die niedrigen Kosten.
Da mein älterer Bruder leidenschaftlicher Hobbyfotograf war, weiß ich wie teuer die traditionelle, analoge Fotografie war und ist. Und wie aufregend und schön, auch wen manches  Bild nicht gelingt.
Und was für Meisterwerke manche Meister*knipser* geschaffen haben!

Für mich sind Fotos eine Möglichkeit des Reisen - über all Schranken hinweg, Reise durch Zeit und Raum. Ich nehme Teil am Leben anderer Mensche und lasse andere Mensche an meinem visuellen Leben teilnehmen.
Das fasziniert mich am Fotografieren begeistert: einfach die Welt zu betrachten - durch welche Augen auch immer.






Kommentare:

  1. Ach da fällt mir ein: Wollten wir nicht mal kurz vor Sonnenaufgang losziehen um zu knipsen??? Oder war das eher kurz vor Sonnenuntergang!?
    LG
    SvL

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    1. mit dir zu jedes Tageszeit :)

      Grüssle s'Mariannsche

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    2. Zum Sonnenuntergang würd ich gern mit :-)
      Fühlt euch beide gedrückt
      s'Rosmariesche

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    3. Kurz vor Sonnenuntergang wär ich gern dabei.
      Fühlt euch gedrückt, alle beide :-)
      s'Rosmariesche

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    4. aber sicher, du bist dann unser Fotomodell :D

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  2. Sehr schöne Fotos!
    Aber am Liebsten mag ich natürlich die aus NY, weil ich diese Stadt so liebe!
    Ich habe mich an der Blogparade auch beteiligt (mit dem Traumalbum), ich fand die Frage sehr gut.
    LG
    Sabienes

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    1. Oh Danke für das Lob! Wobei ich London New York vorziehe. Und ich werde deinen Artikel mal durchstöbern :)
      Ja, die Fragestellung fand ich auch klasse.
      LG
      Marianne

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  3. Vielen Dank fürs mitmachen Marianne! Und es ist schön zu sehen, dass nicht alle die von Fotografie fasziniert sind auch die teuerste Ausrüstung kaufen, sondern einfach nur der Fotografie und Fotos wegen losziehen und diesem Hobby fröhnen.

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  4. Der Artikel ist wirklich klasse geschrieben.
    Mann kann die Freude an der Fotografie richtig rauslesen.
    Die Auswahl deiner Schnapschüsse gefallen mir auch gut.
    Gruß
    Stephan

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    1. oh Danke, schön, das ältere Artikel auch noch gelesen werden, und ja, meine kleine Kompaktkamera ist nicht ohne Grund immer dabei :)
      LG
      Marianne

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