Mittwoch, 25. September 2013

Kunst im Kubus (die hippe Mitte)



Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul - sagt man so - und als eine Freundin aus dem Schwarzwald sich meldete und meinte: du, ich habe da zwei Karten für die Kunstausstellung im Stuttgarter Kubus gewonnen, magst du mit, freute ich mich aus mehreren Gründen:
  1.  Martina wieder zu sehen
  2. endlich mal den Kubus von innen (und nicht den Vorraum) zu besichtigen
  3. Kunst mag ich eh
  4. ah! 
  5. usw usf
Es ist meistens anders und anders als man denkt. Die Tücke des Objekts liegt meistens im Detail und wir hatten gleich zweimal hintereinander zwei sehr unhöfliche Details in Form von unwilligen Mitarbeitern des Museeums an der Backe. Der eine ließ uns noch nicht einmal die Frage ausformulieren, sondern winkte uns hinfort wie lästige Mücken, der andere (am Kassenthresen) unterbrach nach einigen Sekunden unwillig sein Telefonat, schob uns zwei rote Aufkleber (viereckig mit dem dem Wort Kunst darauf) zu und wandte sich gleich wieder ab. Das alles geschah ohne ein Wort zuviel, also kein Hallo, kein Bitte, kein Danke.
Wie anders sind da die Angestellten in den britischen Museen ... Heimweh! (schnüff).
Da ich allgemein als etwas dreist gelte, dachte ich: mach mal deinen Namen alle Ehre und hinderte froh gelaunt den guten Mann am weitertelefonieren. Und ich bekam meine Auskunft.
*Dritter Stock* und *Geben Sie ihre Taschen ab!* Aha. War wohl bei der Bundeswehr der gute Mann.
Also gaben wir unsere Taschen ab und nahmen den Fahrstuhl - mit meinem Knie hätte es Tage gedauert die Stufen zu erklimmen.

Aber dann wurde es a) lustig, b) interessant und c) begneten wir wirklich netten Mitarbeitern des Museeums. Alle weiblich, die Freundlichen. Wir begegneten noch einem männlichen, aber der war - trotz der luftigen Höhe - genauso muffig wie seine Kollegen in der Tiefe.

Die Ausstellung - der Kunstpreis der Sparda Bank - überraschte dann und das positiv. Als sich die dunkle Schiebetür öffnete, waren wir erst einmal verunsichert. Wir standen in einem hellen, lichten Raum mit kahlen Wänden. Ich wunderte mich über den grafischen Teppich am Boden und wir strebten der gegenüberliegenden Tür zu und standen wieder auf der Galerie mit Ausblick über den Schlossplazt.
Leuchtende Fragezeichen schwebten über unseren Köpfen und wir suchten die nächste Türe und standen wieder in dem erwähnten Raum. In der Ecke lauerte, mit freundlichem Lächeln, eine Angestellte.
Sie erlöste uns aus unserem ratlosen Zustand und eliminierte unser Nichtwissen.
Wir waren als Kunstbanausen entlarvt, aber das Fragezeichen über unseren Köpfen verkrümelte sich und machte einem Ah mit Ausrufezeichen Platz.

Der Teppich war die Installation!

Die Bilder hat mir Martina Gröhne zur Verfügung gestellt, Danke 
Eine Etage darunter fanden wir dann noch einen weiteren Bereich, und noch eines Etage darunter noch einen weiteren Bereich.
Viele der ausgestellten *Sachen* fand ich super spannend. Andere total verkopft.
Und bei einigen viel mir eine Badewanne ein, die von einer Putzfrau geschrubbt wurde und damit den Künstler in eine Krise stürzte.

Und wir fanden sogar heraus für was die roten Aufkleber, mit dem Wörtchen Kunst darauf, gedacht waren: Die klebt man sich gut sichtbar an den Pulli - dann wird man nicht ständig nach den Eintrittskarten gefragt.

Und wenn sie nicht gewaschen wurden, dann kleben sie noch heute.

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