Sonntag, 22. September 2013

Welches Merkel hätten'S den gerne? (Sontagsgedanken)



Kokelores wird politisch? Nein, sie war es immer. Aber ich mache keinen Wahlkampf, nicht auf Bundes- oder Landesebene.
Am letzten Sonntag fotografierte ich ein am Boden liegendes Wahlplakats des OB Kampfes um Stuttgart. Die eine Seite warb mit Brezeln und die andere Seiet verweigerte das Brezelessen bis die Wahl zu Ende war. Und das in Stuttgart, der Welthauptstadt im Brezel essen!


Aber mir stößt einiges auf. Und manches ganz schön bitter. Mit sehr viel Nachgeschmack. Und was bleibt ist die Nachdenklichkeit und auch Zorn. Warum denn?, werden jetzt einige Fragen und das auch zurecht.
Ich bin sauer. Frustriert.
Da werden Banken gerettet, die sich verzockt haben, aber für andere, soziale Projekte gibt es kein Geld-
Man wird überwacht und keinen interessiert sich dafür. Huhu, NSA, ich freue mich über eure Blogaufrufe, aber lasst die Finger von meinen Emails, ja?
Und die Parteien sprechen von Vertrauen.
Prism. Tempora?


Der Euro-Rettungsschirm wird gespannt und man überspannt einiges andere.
Aber das ist es nicht, das mir die Zornesröte ins Gesicht treibt. Das passiert, weil es ein Wahlkampf war, in dem sich die Parteien nicht über ihre Programme profilierten, sondern nur darüber, wie sie mit Dreck nach den anderen warfen.
Es war eine Schlammschlacht wie sie mir seit Strauß nicht untergekommen ist.
Alles gipfelte dann in den Skandal über den angeblichen Phädophilen-Dulder Trittin. Wie sich da ein paar christlich gesinnte Gesellen das Maul zerrissen und dabei vergaßen, dass ihre Partei vor gar nicht so langen Jahren nichts gegen die Vergewaltigung in der Ehe unternehmen wollten.
Oder der angebliche Veggiezwang durch die Grünen, dass Aufarbeiten jeden Tritts ins Fettnäpfchen des Kanzlerkandidaten der SPD, der darin gipfelte, dass Steinbrück in Tränen ausbrach. Kaum das dies gegessen war, versuchte man ihn mit einer angeblichen Putzfrau Affäre zu diffamieren.
Mutti blieb unberührt und ungerührt. Sie lächelte alles weg. Auch den armen Fipsi, der nur noch fiepste und zum Schluss Bettelbriefe um Zweitstimmen verschicken ließ.
Mutti ließ dann verlauten: Zweitstimme für die CDU.
Partnerschaft gilt nichts mehr -
Dazu las ich auf Twitter:
*Na, FDP wie fühlt es sich an, wenn man nicht weiß, ob der befristete Vertrag verlängert wird?* Sehr schöne Spitze auf den neoliberalen Umgang der neuen FDP Führungsriege mit den Sorgen von vielen Menschen in der BRD die nicht wissen, ob sie ihre Verträge verlängert bekommen oder ob sie übernommen werden.
Ich sah diesem Treiben zu und dem Knappen der Politik, der willfährigen Presse und steckte meine Nase in die Wahlprogramme, ließ die Vergangenheit an mir vorbeiziehen uns seufzte das eine
oder andere mal schwer und jedesmal wurden die Seufzer tiefer.
Da wird vor der Linken gewarnt, als seien die roten Khmer kurz davor in Deutschland einzumarschieren und wer es wagt für  die AfD seine Stimme zu erheben wird als Nazi betitelt. Es wird das grün-rote Desaster beschworen und ... und, ... ja was und?
Selten haben sich Kabarettisten und Cartoonisten mehr über eine Kanzlerin lustig gemacht als zur Zeit. Es ist ein gefundenes Fressen für alle Galgenhumorler.
Als mir eine Freundin einmal ankündigte, mich würde abends das Grauen vor meiner Wohnungstür erwarten, legte sie mir eine Kopie von Merkels Wahlplakat vor die Tür.
Ich erschrak mich nicht, aber ich habe herzlich gelacht.
Wenn Gesten, Kleidungsstil und Meinungsmache mehr zählt als der Inhalt...
Wieder schwerer Seufzer.
Mein Fazit:
Das Wahlvolk bekommt das was es möchte, nichts anderes.
Und wer nicht wählt stimmt dem zu. Wie schon Erich Kästner sagt:
*Jeder ist mit verantwortlich für das, was geschieht und für das was unterbleibt*
Ob es mir und ein paar anderen nun passt oder nicht ist nebensächlich.

Ich werde heute Abend mit Freunden in der Imme sein, um mir den Showdown anzusehen. Vorher werde ich noch mit Totenkopfshirt und Cucks die Wahlhelfer meines Viertels erschrecken gehen und in der Wahlkabine irre kichern -
etwas Spaß muss sei.

Wir werden feiern, was auch immer. Und zwar feste.




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