Donnerstag, 31. Oktober 2013

Kürbisse pflasterten ihren Weg



Heute ist Halloween. Und wer kennt nicht das Wahrzeichen dieses Tages? Jawohl der Kürbis!
Wer dieses Gemüse mag muss unbedingt noch die Gunst der Stunde nutzen und nach Ludwigsburg pilgern. Die große Kürbisaustellung läuft noch bis zum 3.Novermber und kostet 8€ Eintritt für Erwachsene, Kinder 3,90 - allerdings für den gesamten Schlossgarten des Ludwigsburger Schlosses. Und es lohnt sich allemal.
Dieses Jahr steht die Ausstellung unter dem Motto olympische Spiele. Und die Bastler und Bauer haben sich wieder einmal selbst übertroffen:


Mir viel Fantasie und einigem handwerkliches Geschick werden hier hunderte, wenn nicht gar mehr Kürbisse *geopfert*. Aber nicht nur das: man kann Kürbisse und die daraus hergestellte Produkte probieren, verputzen und kaufen.
Ob die Kürbisse an für sich, Kürbisgewürz, Kürbisschaumwein, Kürbiscutney, Kürbisöl, Kürbismarmelade: man kann alles erwerben.
Auch Kochbücher, Broschüren und gebrannte Kürbiskerne. (Mensch Rose, dass haben wir dann doch verpasst!).
Zur Stärkung, nach der Reizüberflutung durch die Kürbisse, gibt es Kürbisflammkuchen, Kürbissuppe, Kürbismaultaschen, Nudeln mit Kürbis, Kürbiskernbrot....


Der Wettergott war uns gnädig, und auch wenn es recht frisch war, stromerten wir nicht nur durch die Ausstellung, sondern auch noch in anderen Bereichen des herrlich angelegten Gartens. Kleiner Tipp: ab nächster Woche - ab dem 4.11 - könnt ihr ohne Eintritt hier schlendern und die Anlage genießen, dann aber eben nur ohne Kürbisse. Was schade wäre-
denkt doch an den kleinen Helden aus Peanuts, der kleine Bruder von Lucy - Linus - der mit der kleinen Schwester - Sally -  von Charlie Brown die Nacht im Kürbisfeld verbrachten und auf den großen Kürbis warteten. Umsonst.
Ich liebte die Geschichten von Charles M Schulz haben mir manchen Lacher beschert und ich war traurig als 77jährig aufhörte zu zeichnen. Seine Beagle Comicfigur Snoopy hat Geschichte geschrieben-

Meine Ausbeute heute:


Ich bin wirklich gespannt, wie sie schmecken. Denn jedes Jahr probier ich andere Kürbisse. Ich werde die Kürbisse nach und nach verarbeiten und euch berichten. Jede Menge Kürbis.
Bekannt sind ja:
Muskatkürbis und Hokaido: wird gerne für Suppen genommen.
In der Zwischenzeit auf den Vormarsch: Butternut (auch gut roh zu essen) und die Bischofsmütze.
Alles sehr leckere Sorten.
Falls ihr nicht nach Ludwigsburg könnt: auf dem Stuttgarter Wochenmarkt gibt es seit mehreren Jahren einen Marktstand, der fast ausschließlich Kürbisse führt - hier könnt ihr die Frucht auch in Portionen kaufen.
Falls ihr auch das nicht könnt: fragt mal auf euren Märkten nach.
Kürbis ist lecker, gar nicht teuer und sehr gesund.

*schleck*




Mittwoch, 30. Oktober 2013

Die STAdTISTEN sind los! Das Manifest.

Die was? Die Stadtisten. Mit kleinem d.
Nicht Statiker, Sadisten, Statisten.
STAdTISTEN.

Es begann vor ein paar Monaten, dass sich ein paar Stuttgarter abends Gedanken machten, das wie und was in dieser Stadt, die Resümee zogen über das, was die neu Landesregierung versprochen hatte - mehr Bürgerbeteiligung -, über Ansätze neuer Parteien - mehr Transparenz -, der OB-Wahlkampf vor ein paar Monaten, der ein Personenwahlkampf war, dominiert von dem S21 Projekt, der Spaltung der Stadt, der starren Positionierung.
Ich war da nicht dabei, aber ich kenne sie. Zum Teil schon etwas länger, zum Teil habe ich sie die letzten Wochen kennen gelernt.

Man redete nicht nur, sondern man spann neue Gedankenstränge, man diskutierte, hinterfragte und die Idee entstand: hey, wir wollen nicht länger Zuschauer sein, nur wählen und dann zusehen.
Natürlich kann man sich auch anders in die Politik einmischen:
Berzirksräte, Elternbeiräte machen das schon, und viele von ihnen leisten gute Arbeit.
Man kann auch eine Bürgerbewegung gründen. Oder eine frei Wählervereinigung.

Die Gruppe wurde größer und fing an Menschen, Ideen, Anregungen, Fragen und Argumente einzusammeln. Der Name war relativ schnell gefunden: Die STAdTISTEN.
Nicht nur Statist sein, sondern ein aktiver Städter. Der Teaser ging ins Netz. Hier klicken.
Der klein Film transportiert schon einmal die Grundidee und drückt aus, was wir sind und was wir wollen.
Vielleicht fällt es manchen von euch auf, dass aus dem "sie" ein "uns" wurde. Ja, ich mache da auch mit. Vielleicht nur im Kleinen, aber mitmachen ist eben doch schöner als daneben zu stehen, auch wenn es anstrengender ist.

Ganz ehrlich: ich  hatte keine Ahnung davon, was man alles beachten muss, wenn man in die Politik will. Und das "nur" auf Kommunalebene. Aber wir haben Leute an Board die sich auskennen, die jemanden kennen der sich auskennt.
Wir haben etwas sehr wichtiges: Motivation und Freude. Und die Kommunalwahl als Ziel. Nicht als Partei, sondern als freie Wählergemeinschaft.

Endlich ist unsere Webseite on (schon seit mindestens einer Woche) und unser Manifest. In dem steht alles über die Grundidee. Es gab auch schon Resonanz.
Hier könnt ihr es nachlesen:  STAdTISTEN - Alles weitere (Themenparpiere, Programm, Personenvorstellungen) kommen nach und nach. Es wird auch eine Facebookseite geben.
Und die STAdTISTEN sind auch im echten Leben zu treffen. Im Reallife. Wer das möchte kann sich gerne an uns wenden, wir beißen nicht, nehmen gerne Ideen Anregungen und Kritik an. Ich leite es gerne weiter. Wer Interesse hat, dem das Manifest gefällt, sich einbringen will - nur zu.
Ran an die Stadt.

Auf Facebook fiel schon einigen die vielen kleinen "d"s auf, die plötzlich auf Profilbildern und Titelbildern auftauchten. Nun, ihr könnt davon ausgehen, dass da ein STAdTIST dahinter steht.




Dienstag, 29. Oktober 2013

Vom Lachen und Weinen - (Das verflixte Knie und gute Doc's)

Trotz der Schmerzen in den letzten Monaten, zuerst war es ein Ping Pongspiel zwischen rechten Knie und Rücken, in der Zwischenzeit mischt auch noch das linke Knie mit, also spielen sie nicht mehr Ping Pong, sondern Völkerball, auch Prellball genannt, wurde es Stück für Stück besser.
Eigentlich ging es langsam, aber stetig aufwärts: Ende Juni hieß es: Sie dürfen auf Vollbelastung.(Endlich ohne Krücken).
Nach fünf Monaten lernte ich in der Reha wieder laufen, auch wenn es die verkehrte Rehaform war - statt in ein rein orthopädisches hatte man mich in das MBOR (medizinisch berufsorientierte Reha) Programm gesteckt. Trotzdem machte ich meine ersten Schritte und Friedhelm schleppte mich durch Bad Sooden-Allendorf. Als ich das erste mal wieder, seit einer gefühlten Ewigkeit, barfuß über eine Wiese ging und danach eine Treppe hoch krauchte, war ich ein wenig stolz und glücklich. (Könnt ihr bei den Blogeinträgen im Juli nachlesen.
Und es wurde noch besser. Ich besuchte das ZAR (Zentrum für ambulante Rehabilation) und absolvierte mein IRENA  (Intensive Nachreha) Programm.
Alles Gut? Pustekuchen.
Undefinierbare Schmerzen setzten ein. Zusammen mit meiner Physiotherapeutin erforschten suchten wir nach den Ursachen. Mitte September schickte sie mich zum Arzt, der wieder in die Sportklinik. Das Röntgen ergab nicht wirklich viel, also CT. Jetzt bekommt man nicht gleich einen Termin, weder in der Klinik, noch in der Röntgenpraxis. Und wieder Sportklinik, dann ging es aber schnell. Und diesmal durfte ich in die heiligen Hallen der Ambulanz II. Da kommt nicht jeder hin.



Was ich an den Doc's der Sportklinik schätze: die schicken Leute auch mal weg - ohne OP, auch ohne Spritze, aber sie suchen, sie suchen nach der Ursache des Schmerzes. Und dann heißt es auch mal:
Bitte Gewicht reduzieren.
Bitte Sport machen.
Bitte Physiotherapie.


Diesmal war ich bei einem Oberarzt mit österreichischen Dialekt. Kannte ich noch nicht. Den Stationsarzt kannte ich aber schon. Alle anderen waren im Urlaub. Haben sie sich auch verdient.
Meine Güte, nahm der mich ran. Aber nicht so, wie ihr vielleicht denkt.
Als das Wort Röntgen fiel, sagte ich: Bitte nicht, mein rechtes Bein leuchtet schon im Dunkeln.
Nach einem verdutzten Schweigen schallte lautes Gelächter durch den Behandlungsraum.
Sie begnügten sich mit den CT Bildern und den Röntgenbilden und, was ich sehr an ihnen schätze (schon wieder) - die lassen nicht locker, bis sie wissen warum etwas wie ist.
Der erste Verdacht: statt Knochen- Knorpelwachstum : nicht bestätigt.
Der zweite Verdacht: verzögertes Knochenwachstum: bestätigt, aber im Rahmen.
Und nun?

Die Metallplatte und die Schrauben sitzen, wackeln und haben Luft.
Und jetzt?

Ich durfte dann im rechten Einbeinstand in die Kniebeuge gehen. Das ging komplett schief, ein Schmerzensschrei und ein AHA! von den Ärzten. Dann wurde gezogen, gezerrt gedrückt - von ihnen. Ich pinste, schnaufte und gab kleine Auas von mir.
Tun Sie jenes, machen Sie dies, tut es hier weh, oder das, leisten Sie Widerstand (das kann ich!), wurde mir gesagt. Ich gab mein Bestes. 

Die Platte ist wahrscheinlich schuld. Muss aber noch drin bleiben, bis der Knochen fest ist. Zieht die Kniescheibe aus ihrer Fuge, der Muskel arbeitet dagegen, ist aber zu schwach und verkrampft. Das ganze führt wahrscheinlich eine Entzündung im Gelenk, was das ganze noch verschlimmert.
Aha. Und jetzt? Und die Schmerzen?
Erst mal den Schmerz ausschalten, wenn es dann nicht besser wird muss man reingucken (NEIN!NEIN!NEIN!)

Spritze. Ins Kniegelenk. Um den Schmerz zu eliminierren, damit ich den Muskel aufbauen kann, damit es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt. Und ich endlich wieder einigermaßen laufen kann. Alles. alles, nur keine weitere OP!



In einem sterilen Raum, unter sehr sauberen Bedingungen, saß ich dann mit heruntergelassener Hose, bedeckt mit sterilen OP Papier und der Stationsarzt nahte, gewandet in OP Häubchen, Mundschutz und Handschuhen. Sieht lustig aus.
(Seid da vorsichtig. Einfach so mal was reinspritzen? Kann ganz schön ins Auge, bzw ins Gelenk gehen. Wenn der Arzt nicht sauber arbeitet - eine Infektion im Gelenk ist etwas sehr unangenehmes und vor allem sehr schwer wieder in Griff zu bekommen.)
Ich versuchte noch zu flüchten, wurde aber eingefangen, denn ich hatte die Einwilligung schon unterschrieben. (Das spielte sich natürlich nur in Gedanken ab. Nur im Pulli und Socken zu humpelnd zu flüchten ..... es gab schon besser Fluchtpläne.)
Ich hatte Angst. Spritze ins Knie? Im Sitzen?
Und was macht er und die Krankenschwester? Plaudern mit mir, versuchen mir die Angst zu nehmen und halten mich bei Laune.
Es tat weh, aber nicht sehr, es war unangenehm, aber auch bald vorbei.





Und keine Minute später begann meine schmerzfrei Zeit. Ich konnte es nicht fassen.
Ab zum Training, den Muskel trietzen und aufbauen. Und Anfang Dezember wieder in die Sportklinik, zum Nachgucken. Mal sehen.

*hüpf*





Montag, 28. Oktober 2013

Vergessenes Gemüse


Noch gibt es regionales Gemüse, aber die Zeit wird knapp. Aber auf den Märkten und im Supermarkt, bei den Discountern ist es gemüsetechnisch das ganze Jahr über zu bekommen. Globalisierung sei Dank, oder ist es ein Fluch?
Auf alle Fälle habe ich mich entschlossen wieder regionaler und Jahreszeit abhängiger zu kochen und vergessene Gemüsefreuden wieder zu entdecken.
Vielleicht werde ich mich auch an Rosenkohl trauen. Ich finde ja, dass er sehr gut aussieht, aber er schmeckt eben *bäääh*. Also mir, mag sein, dass es andere Meinungen gibt. Sonst gäbe es ja keinen Rosenkohl mehr in den Läden.
Viele halten ja Kürbis für ein Modegemüse. Ist es aber nicht. Es war früher ein Armeleute-Gemüse. Heute ist es hipp Kürbis zu essen. Ist ja auch lecker.

Aber heute geht es noch einmal spätsommerlich an den Herd.
Wer kennt denn noch Mangold? Eigentlich nur Geniesser und Esser der *gehobenen* Küche. Ich mag Mangold als Spinat*ersatz*. Sein nussiger Geschmack und seine Konsistenz haben mich für ihn eingenommen.


Wenn man ihn blanchiert kann man die leuchtend grüne Farbe erhalten. Muss man aber nicht,
Ich mach mir gerne eine *Mangoldpfanne.

Rezept für vier Personen:
1 Mangold
2 handvoll Egerlinge (braune Champignons)
1 halber roter Paprika
2 violette Zwiebeln
3 Knoblauchzehen
1 Tl Geschmackneutrales Öl
Pfeffer, Salz, Muskatnuss, wer mag Liebstöckel

Mangold waschen, Stiele entfernen (für etwas anderes verwenden), braune Stellen entfernen, in schmale Streifen schneiden
Paprika waschen, entkernen, die eine Hälfte wegpacken, die andere Hälfte würfeln.
Pilze
Zwiebeln und Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden.
Pilze *ent-erden* in schmale Scheiben schneiden.


Öl in die Pfanne, warm werden lassen, dann das Gemüse schichten:
erst Zwiebeln und Knoblauch, Paprika und Pilze, würzen, dann den Mangold oben auf, noch einmal würzen Bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
Der Mangold fällt in sich zusammen, wenn er soweit ist.
Jeder kann selbst entscheiden wie bissfest er das Gemüse haben möchte.

Durch*rühren*. fertig.
Wer mag kann (pflanzliche) Sahne zugeben.
Dazu passen super Salzkartoffeln.
Wer mag kann sich ja noch etwas dazu braten. Mir reicht das Gemüse mit den Kartoffeln.

-lecker.


Sonntag, 27. Oktober 2013

Stuttgart schönste Plätze V - der Pragfriedhof



Wenn ihr eine stille Stunde sucht, etwas ruhe, mitten in der Stadt, dann empfehle ich euch einen vielleicht finden das jetzt einige makaber - Friedhof.
In den frühen Morgenstunden, auch wenn Grabpfleger euch begegnen, sind sie die besten Plätze, um sich zu erden, denn es wird einem sehr bewusst wie endlich alles ist.


Ich nutzte einen sonnigen Morgen vergangener Woche aus, und auch dass ich verhältnismäßig schmerzfrei war, schnappte mir meine Kamera und fuhr zum Pragfriedhof.
Eigentlich kommt man mit der 15 ganz gemütlich dort hin, aber wegen Bauarbeiten von S21 fährt diese nicht mehr die schleife und man steigt nicht am Haupteingang aus der Bahn, sondern am Eckardshaldenweg. Es sind nur ein paar Schritte mehr.


Jetzt im Herbst, wenn das bunte Laub der bäume schon die Wege bedecken, Eicheln und Buchecker unter den Schuhen knacken, wenn sich das Jahr dem Ende zuneigt, dann herrscht eine eigentümlich friedvolle Stimmung zwischen den Gräbern.
Ich wandelte zwischen den Inschriften, verweilte und betrauerte manchen Unbekannten.



Diese Engel aus Stein. Anrührend in ihrer Erstarrung, Ausdruck der Sehnsucht nach Heilung und Erlösung. Ausdruck der Verzweiflung und der Trauer. Doch gehört der Tod zum Leben. Und wo wird es einem besser bewusst wie auf einem Friedhof. Hof des Friedens. Eigentlich ein schönes Wort.
Trauer gehört dazu, zum Abschied. Aber auch die Freude an den Erinnerungen an eine schöne Zeit.


Auf dem Pragerdriedhof reist man durch die Zeit. Auch durch das eigene eben. Wenn man es denn zulässt.




Sonntagsgedanken 43/2013

Den Sonntag nutze ich um die Woche Revue passieren zu lassen. Ernsthafter als die Wochenbeiträge. Die vergangene Woche hatte wieder viel zu bieten
Abhöraffäre. Die Kanzlerin regte sich auf, dass ihr Handy abgehört wurde. Entschuldigung, aber da lache ich mir einen Ast.

Liebe Frau Merkel,
es ging Ihnen am Popo vorbei, als es hieß, dass *Ihr* Volk ausgespäht wird, Ihr innen-Fritzchen fuhr (flog) auf Steuergelder nach Amiland und bewirkte nichts und ein gewisser Po-Falla erklärte das Thema als beendet.
Sie sind empört?
Ach?
Liebe Frau Merkel,
wenn ich Sie wäre, würde ich die Webcam Ihres Laptops abkleben, Sie wissen ja, Freunde und Spyprogramme und so.


Dabei fing die Woche für mich gut an. Das CT ergab, dass der Worse Case nicht eingetreten ist. Mein Bein, mein rechtes Bein heilt einfach nur schlecht, bzw der Schnitt im Knochen. Warum ich mich so darüber freue? Nun, es ist keine zusätzliche Operation nötig. Wenn ich könnte, würde ich durch die Wohnung tanzen.
Aber das geht noch nicht. Immer noch nicht. Und die Schmerzen sind immer noch nicht angenehm.
Wäre ich doch nur eine  Masochistin, dann hätte ich da ein kostenloses Vergnügen.
Aber was sind meine Beschwerden gegen das was auf dieser Welt schief läuft:
Fukushima kommt nicht zur Ruhe. Es wurden an der amerikanischen Westküste Blauflossenthunfische gefangen, die erhebliche Strahlenwerte aufwiesen.
Dann erschütterte ein Erdbeben das Japan. Was nicht weiter verwunderlich ist. Hier stoßen vier tektonische Platten aneinander.
Aber keine weltweite Aufregung.
Alles in Ordnung, gehen Sie weiter shoppen.
Frankreich und Großbritannien setzen weitere auf auf den *günstigen* Atomstrom. Steuersubventioniert .
Womit der nächste Aufreger schon unterwegs ist:
Oettinger. Das Sprachtalent aus Schwaben, der Ex-Ministerpräsident Baden-Württembergs hat Zahlen geschönt. Muss er gehen, wird er an den Pranger gestellt? Ne, der feiert seinen Geburtstag für 40.000 Euro (keine Ahnung wer das bezahlt hat) in Fellbach... gehypt von seiner Partei. Der Mann, der von sich gab, dass westlich von Paris nur noch Kühe und der Atlantik... unser Mann in Brüssel. Armes Europa.

Aber was dem Fass den Boden ausschlug, war etwas ganz anderes. Nein nicht dieser Bischof. Auch nicht die gehorteten Reichtümer der kath. Kirche.
Zwischen den ganzen Skandalen ist etwas ganz leise über die Bühne gegangen:
Die Bundeswehr darf im Innern eingesetzt werden. Obwohl es im Grundgesetz anders steht. Die Süddeutsche hat dazu einen guten Artikel veröffentlicht: Bundeswehreinsätze im Innern. Eine Bekannte schrieb dazu:

"Es gibt immer so Moment in der Geschichte, an denen man erkennen kann, in welche Richtung es geht. Das ist so ein Moment. Das kann niemand leugnen, auch wenn sie es später alle tun werden. JETZT ist es gekippt."

Ähnliches schwirrte mir durch den Kopf. Und mir geht ein der Anfangsszenen aus dem Film *Watchman* nicht aus dem Kopf. Eine Friedesnaktivistin steckt einem Soldaten eine Blume in den Gewehrlauf - kurz darauf fallen Schüsse. (Watchmen)

Die Welt tanzt zur Zeit auf einem Pulverfass. Und irgendjemand hat immer Streichhölzer in der Tasche. Hoffentlich hat auch jemand einen Feuerlöscher dabei.
Ob ich Angst habe? Nicht mehr.
Was sich aber sehr schnell ändern kann - und was zu befürchten steht






Freitag, 25. Oktober 2013

Alle guten Dinge sind drei (die hippe Mitte)

Diese Woche habe ich es wirklich mit dem Shoppen. Mit dem Shoppen in kleineren Läden. Kann man das *Fair-Shopping* nennen? Oder *Anti-Groß-Konzern-Shopping*? Egal.
Ich erzähle euch heute eine *self-made-man* Geschichte. Von einem Mr. Minit Stand in irgendeinem Kaufhaus zu einem kleinen, schmucken Laden in der Eberhardstraße. Wer gestern den Blogartikel gelesen hat, kann jetzt aufmerken.
Wenn man vom Rotebühlplatz kommt, die Königsstraße links liegen lässt und dann in die Eberhardstraße einbiegt steht ganz am Anfang das Hegelhaus - das Geburtshaus von Hegel. Interessierte klicken auf den Link.
In diesem Haus befindet sich der witzigste Schlüsseldienst den ich kenne:


Den Besitzer kenne ich durch Zufall: er wohnte Tür an Tür mit einer Freundin. Als sie mir damals erzählte, dass er sich mit einem Schlüsseldienst- und Schuhreparaturladen selbstständig machen wolle, waren wir beide skeptisch. Aber: der Laden ist eine Wucht und er ist sehr clever.
Wenn man also in die Straße einbiegt, liegt links das Haus und davor steht die Sitzbank mit dem Aufdruck: Hebold am Hegelhaus.
Und nun vergesst mal alles was von Schlüsseldiensten wisst.
Wenn man den Laden betritt wirkt er erst einmal voll, aber geordnet, modern.


Hier habe ich meine Lieblings Flipflops erstanden, es gibt alles mögliche - Von Handtaschen, Schuhputzsets, Schlüsselanhänger, Hausschuhe, alles adrett *angerichtet*, es lädt ein, sein Geld da zulassen. Nein, diesmal war ich brav und habe nur Schlüssel nachmachen lassen.
Es gibt nämlich auch bunte Schlüssel...an meinem Bund hängen zwei davon, einer übersät mit Herzen, der andere voller Wolken und fliegenden Hüten. Kostete etwas mehr, aber ich kann sie auseinanderhalten.

Meister Hebold bei der Arbeit. 
Nun, was soll ich sagen. Ich quassle dann immer noch mit dem Meister der Schlüssel und der Schuhsohlen, über dies und über jenes.
Ja, ich mag shoppen, wenn es so geht wie in dieser Woche.
Drei besondere Läden.
Denkt daran: wer nur billig kaufen will, bekommt irgendwann nur noch billig.
Dann lieber weniger, aber bessere Qualität.



Donnerstag, 24. Oktober 2013

Die Eberhard ( die hippe Mitte)

Eigentlich mag ich shoppen. Aber ich mag keine Fußgängerzonen.
Uniformierte Konsumenten strömen unter gestutzten Platanen in Massen in uniform gestalteten Shoppingtempel, mit genormter Musik, trainierten Verkaufspersonal - immer leicht gestresst und genervt, wenn auch freundlich - und kaufen Massenware.
Klingt komisch? Ist aber so.
Gut ich könnte im Netz bestellen, aber ich mag shoppen. Und ich finde auch: wenn alle im Netz bestellen, dann gibt es bald nur noch diese Massenkonsumtempel.
Und nun?
Nun jede Stadt hat ihre Ecken in denen sich der klassische Einzelhandel ansiedelt, zwar gibt es auch hier die *Ketten*, aber ....
Meist nicht in den Fußgängerzonen, da in diesen Stadtbereichen die Mieten in galaktische Höhen getrieben wurden, nur die Großkonzerne können überleben oder wirklich einzigartige Fachgeschäfte - aber auch die passen sich dem Massenwunsch an.
Klar ist das Ziel eines Ladens Umsatz, aber es geht auch anders.
Und solche Läden finden man in der Eberhardstraße in Stuttgart.
Wenn man mal die Kebab und andere Freßbuden hinter sich gelassen hat, stolpert man schnell in einen fantastischen Kaffeeladen.



Wer hier einen Kaffee trinkt, sollte Zeit mitbringen. Denn Kaffee machen ist hier ein Ritual. Aber Zeit sollte man haben, wenn man shoppen geht. Und das stört mich eben an den Massenphänomen shoppen: alles rennt und ist gestresst. Nicht hier.
Wenn man den Laden betritt, nachdem man schon vor der Tür die Verkaufstische betrachtet hat, lockt schon ein leichter Duft nach Kaffee, Schokolade und eine freundliche Atmosphäre empfängt einen mit offenen Armen.
Das scheinbare Durcheinander lädt zum Stöbern ein und mir entrangen sich immer wieder kleine, leise Quietscher, jedesmal wenn ich Sachen entdeckte, die meine Begehrlichkeit weckten.
Zottaschokolade, edle Kaffeebohnen, zierliche Tassen und witzige Pötte, italienischen Torrone - - - - -
kurz bevor ich hyperventilierend in einer Ecke lag, fragte ich den netten Mann hinter der Theke, ob ich Fotos machen dürfe und unterhielt mich ein wenig mit ihm.
Hier kann man sich beraten lassen, welcher Kaffee zu einem passt, kann schnuppern, probieren. Fein. Sehr fein.


Na ja, und ich hatte eine gute Entschuldigung etwas zu kaufen. Ich kann doch nicht einfach über so einen Laden gehen, über ihn schreiben ohne ihn erhalten zu wollen.
Neben meiner kleinen Geisha Tasse aus dem Teeladen steht jetzt ein Kaffeebecher mit einer entzückenden Katze darauf. War auch gar nicht teuer.
Ehrlich.






Mittwoch, 23. Oktober 2013

Güldener Glanz in altem Gemäuer ( der wilde Süden)


Ganz versteckt liegt sie, die kleine Goldschmiedewerkstatt. Ein Schild in der Schlosserstraße weist zwar darauf hin, aber wenn man nicht weiß, was hinter den Namen steht, dann wird wohl die breite Masse gerade aus laufen und nicht in den malerischen Hinterhof einbiegen, um der Neugier zufolgen.
Nun, a) bin ich neugierig, b) liebe ich Stuttgarts Hinterhöfe und c) hatte ich zwei der Goldschmiedinnen beim Flyern kennen gelernt. Eines Tages schneiten sie bei Dora vorbei und wurden da schon von uns beiden nach Strich und Faden ausgefragt.
Auch hatte ich versprochen einmal vorbeizuschauen. Und als ich aus dem Städle nach hause trabte, blieb mein Blick am ihre Werbeschild hängen, ich linste um die Ecke und dachte: den Innenhof wolltest du schon immer mal fotografieren...


Also frischen Mutes einfach mal der Nase nach. Und ich erspähte schön die nächsten Hinweisschilder und kam mir ein klein wenig wie bei einer Schnitzeljagd vor, denn der Laden liegt echt versteckt, eingekuschelt im verwinkelten Hinterhof.


Wobei ich mir nicht ganz sicher war/bin, ob das LAYER Schild etwas mit der Goldschmiede zu tun hat. Aber die Richtung stimmte.
Ich sage sehr bewusst Goldschmiede und nicht Laden, denn auch wenn man hier die Schmuckstücke erwerben kann, soll, darf ( JA! Das war eine Aufforderung.) so ist es das, wie ich mir schon immer eine kleine Werkstatt vorstellte.
Als erstes klingelte ich an der Tür, es ging ein paar Stufen nach unten, und dann stand man mitten im Arbeitsreich.
Wie genau das dann aussieht - da müsst ihr schon selber gucken gehen.
Die beiden haben mich sehr nett empfangen, Tee angeboten und mir einen Teil ihrer Arbeiten gezeigt. Die Dritte im Bunde war, mir einem Großteil ihrer Arbeiten, gerade auf einer Ausstellung, deswegen diesmal nur ein kleiner Ausschnitt der Arbeiten - sie ziehen sogar ihre Goldfäden selbst, arbeiten mit ungewöhnlichem


Material - unter anderem Gummi. Die Holzbroschen sind handbemalt.
Ganz nebenbei habe ich etín bisschen über die Goldschmiedekunst erfahren um kam mir vor wie eine Elster im Paradies - aber ich habe natürlich nichts mitgehen lassen, werde aber mir selbst zu Weihnachten aus dem Laden schenken. Ich habe da eine Idee für kleine Ohrstecker....
Natürlich kann man hier suchen und kaufen, man kann aber auch mit eigenen Ideen kommen, sie durchsprechen und umsetzen lassen. Alles was hier verkauft wird wird auch hier hergestellt. Die Preise fand ich angemessen. Es handelt sich um individuelle Schmuckstücke, die nur in kleiner Auflage hergestellt werden, nix Massenware, nix billig.

Wo ihr es genau findet, dass kleine Schmucklädchen? Na, hier im wilden Süden Stuttgarts, in der Nähe der Haltestelle Österreichischer Platz: Schlosserstr.11a , im Hinterhof. Und nach dem Einkauf geht man noch ins *Zimt und Zucker* um die Neuerwerbung zu feiern.


Da freuen sich welche, wenn ihr euch vom Herbstwind hinein wehen lasst - und: bald ist Nikolaus.

*kling Glöckchen....*




Montag, 21. Oktober 2013

Hall of Fame ( der coole Norden)

Wenn man die Stadt Richtung Cannstatt mit den U-Bahnen 2 oder 1 verlässt und auf der Mercedesbrücke mitten auf dem Neckar aussteigt, dann steht man da erst einmal - Was aber nicht bedeutet, dass man da stehen bleiben muss. Aber um an das Ufer des nahen Neckars zu kommen, muss man in den Untergrund.
Das ist typisch für Stuttgart, die U-Bahn fährt ganz viel überirdisch. Aber um über die Straße zu kommen ohne unter die Räder zu kommen sollte man dann doch lieber eine Unterführung nutzen.
Unterführungen sind oft einfach nur bäh: sie sind düster, riechen nach den Hinterlassenschaften gewisser Leute. Man hält sich dort nicht gerne auf. Frau erst recht nicht.
Lange, lange bin ich nicht an der Mercedes Straße ausgestiegen, wenn ich auf Konzerte in der Schleyerhalle oder auf den Wasen gehe, nehme ich normalerweise die Sonderlinie 11 und fahre einfach durch. Oder ich fahre bis zum Wilhelmsplatz. Oder ich nehme die alte, überdachte Holzbrücke. (Danke S21, dass die auch noch wegkommt. Grrr)
Dieses eine mal nicht.  Dieses einmal bin ich hier ganz bewusst ausgestiegen. Aber auch nur, weil die U11 noch nicht fuhr.
Zwar wusste ich, dass hier sich viele Sprayer austoben, aber ....


..... wie sich das Ganze entwickelt hatte habe ich einfach nicht erwartet.
Hier kann man Kunstwerke bewundern und vergisst fast wo man ist.
Seht selbst:


Natürlich gibt es auch die üblichen *Spühereien*, was mich so fasziniert ist die Farb- und Leuchtkraft mancher Wandbilder,
süß fand ich aber auch Folgendes....


Diese Unterführung ist riesig, aber man muss nicht meinen, dass die Kunst vor dem Licht zurückweicht, eher bricht sie aus dem Untergrund aus:


Legale Sprayflächen zu finden ist in Stuttgart nicht einfach, aber was hier entstanden ist - ist einfach sehenswert.
Es war ein grauer Tag, als wir vor Ort waren, aber im Halbdunkel tobten die Farben und die Formen und ließen uns staunen.

Mehr Bilder könnt ihr hier ansehen: Hall of Fame. Oder ihr fast euch ein Herz und fahrt einmal hin.

Danke an die unbekannten Kreativen.

Sockenwahn


Socken verfolgen mich schon mein Leben lang. Auch wenn manches Sockenmysterium noch nicht geklärt werden konnte, wobei es eine rege Diskussion und einen reichhaltigen Ideenaustausch auf meiner privaten Facebookseite gab.
Und es kam zu lustigen Theorien. Aber das Verschwinden der einzelnen  Socken ist bis heute nicht zufriedenstellend geklärt. Solange ich keine Lösung gefunden habe hilft nur eines: Nachschub.
Aber kaufen ist langweilig. Der Herbst ist da und ich finde:
JEDER hat warme Füße verdient und wenn die auch noch bunt eingepackt werden, dann wird nicht nur der große Zeh warm, sondern auch das Herz.
Am Anfang steht immer der Wolleinkauf. Dafür bieten sich Stuttgart einige kleiner und größere Wollgeschäfte an. Meine Beute diesmal: bunte Sockenwolle und Anleitungshefte für Mützen.
(Die Patchworkdecke, welche zu sehen ist ist komplett handgenäht. Von mir. Es dauerte Jahre bis ich sie fertig hatte.)
Meine Lieblingsstricknadeln sind entweder aus Rosenholz oder aus Birkenholz. Metall und Plastik waren gestern,



Stricken kann Frau überall. Und in den Wartezimmern der Ärzte ganz besonders. Und leider sitze ich da seit einem Jahr immer wieder. Wenn ich dann aber nadle, dann nutze ich die Zeit wenigstens sinnvoll. Im Sommer habe ich lieber gehäkelt, aber jetzt klappere ich wieder mit einem Nadelspiel - so nennt man es, wenn man mit 5 Nadeln rundstrickt.


Vor kurzem stubste mich Martin einmal an und erzählte mir, dass Frauke von der Imme ihm gesagt hätte, dass sie so gerne selbstgestrickte Socken hätte und Martin hat ihr dann natürlich gleich gesteckt, dass ich das könne. Also stricke ich jetzt für Frauke Socken. Und für sie habe ich auch die perfekte Wolle gefunden. Bunt, fröhlich, weich, und das Muster ist auch *frech*.


Als dann Harald das mitbekam kam ein: *Oh, selbstgestrickte Socken hätte ich auch gerne mal, aber zwei unterschiedliche!`*
Harald hat Schuhgröße 44. Da nadle ich noch eine Weil.

*klapper, eins rechts, eins links, oh schon wieder eine weniger.....*




Sonntag, 20. Oktober 2013

Sonntagsgedanken 42/2013

Manchmal habe ich nicht wirklich ein Thema, auch wenn mich vieles bewegt. Im Moment bewege ich mich nicht viel, liege mehr und verfluche mein rechtes Bein, was herum zickt wie eine Diva und sich schmerzend ins Gedächtnis ruft. Als wenn das nötig wäre. Es ist mir zu bewusst, dass ich es habe.
Eigentlich wollte ich auf das Krautfest nach Leinfelden und danach mich mit einer Freundin treffen. Ist nicht. Seufz.

Aber was mich mehr schmerzt, ist die  Erkenntnis, dass es mehr Undingdenken in meinem Bekanntenkreis gibt, als vermutet. Nun, die Gedanken sind frei und man kann immer noch getrennte Wege gehen, wenn sie ausgesprochen wurden. Manchmal macht man das dann auch, nicht ohne das es noch ein lautstarkes Intermezzo gibt. (In den Sozialen Netzwerken in Form des Imperatives, gerne mit dem mehrmaligen Setzens entsprechender Satzzeichen, permanenten Großschreibens ganzer Wörter. Das ersetzt die lautstarke verbale Auseinandersetzung im normalen Leben.
Zum Beispiel: WAS MEINT DU DENN DAMIT, HÄ????!!!!!!!

Letzte Woche war voll davon. Themen:
  • Kindsmissbrauch.
  • Grünenpolitik.
  • S21.
  • Flüchtlingsthematik.


Und manchmal alles zusammen. Da wird vermischt, verquirlt, vermengt, nicht richtig gelesen oder zugehört, unterstellt, rein interpretiert, übertragen, unterstellt und ganz viel Recht gehabt.
Ich bin da auch nicht frei von. Wer ist das schon? Aber manche treiben es echt auf die Spitze.
Wenn man dann aus der Diskussion aussteigt und/oder sich letztendlich dazu entschließt betreffenden Personen den Zutritt zum eigenen Leben zu verweigern, ist es dann, als ob man Öl ins Feuer gießen würde.
Man hat  gar nicht die Chance etwas richtig zu machen.
Nur wenn man dem anderen Recht geben würde, hätte man seine Ruhe. Im wahren Leben geht man sich dann eben aus dem Weg und im Sozialen Netzwerk *entfreundet* man sich. Was dann zu neuem Streit führt. Weil das ist dann auch wieder nicht recht.

Während ich hier liege und schreibe, kuschelt sich Kater Grey an meine linke Seite, was sehr hinderlich ist - für uns beide. Mich schränkte es beim Schreiben ein, und sein Köpfchen, das in meiner linken Armbeuge ruht wird ständig hin und her bewegt. Aber wenn er kuscheln will, dann will er kuscheln.
Ab uns zu entringt sich seiner Brust ein abgrundtiefes Seufzen, als würde die ganze Last der Welt auf ihm liegen und nur in dieser Position - Kopf in der Armbeuge, den Körper um den Ellbogen gewickelt, den Rücken an meine Rippen gepresst - findet er Ruhe und Frieden. Und ich gleich mit.
Da streite ich erst gar nicht mit ihm oder versuche ihn vom Gegenteil zu überzeugen.
Katzen habe immer Recht.
In diesem Punkt sind sie sehr menschlich.

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Freitag, 18. Oktober 2013

Der Kachler von Stuttgart (Stuttgarter Street Art - ob wild, hipp, grün oder cool)

Wenn man in Stuttgart herumgeistert und nicht mit den Augen am Smartphone klebt, wenn man wie ich ein *Hans guck in die Luft ist* und von einer Neugier  Wissbegierde beseelt ist, die einen genauer hinsehen lässt, dann stolpert das Auge ab und zu über eine andere Art der Streetart in Stuttgart.
Ich habe bis jetzt nur drei entdeckt und die eine konnte ich noch nicht einmal fotografieren, da sie ein Sammler schon entfernt hat.


Ich weiß nicht, wer die Person ist, die mir die Augenschmankerl bescherte, aber ich bin begeistert von seinem Werk.
Statt Wände zu besprühen bringt es der Künstler fertig Fotografien auf Kacheln zu verewigen und die werden, in der Zwischenzeit außer Reichweite gieriger Sammlerhände, an Hauswänden verewigt.
Anscheinend nennt er sich Harry Gelb. Dieser Name ist einem Roman von Jörg Fauser entnommen, *Die Harry-Gelb-Story*. Wusste ich bis dato auch nicht. Das Buch steht jetzt aber auf meiner Leseliste.


Als ich das erste mal eine seiner Kacheln entdeckte war ich verblüfft. Zuerst dachte ich es sei wieder ein *geleimtes Bild*, auch eine klasse Idee, statt zu sprayen, werden vorgefertigte Bilder oder Figuren per Kleister an die Hauswände angebracht, aber dann entdeckte ich: Mensch, das ist ne Kachel!
Und war begeistert und erzählte das meinen Freunden und die: Ja, wissen wir. Aha, ich war mal wieder die Letzte die was bemerkt hatte.


Anscheinend hüpft dieser Harry Gelb (warum muss ich immer an Harry Klein aus Derrick denken?) eigentlich in Berlin herum, den seine Flickr Seite ist mit Harry Gelb Berlin vermerkt.

Auch in Kassel wurden seine Werke entdeckt und auch der Stuttgarter Kolumnist Joe Bauer hat schon über ihn geschrieben. 2012 entdeckte ich das erste mal eine Kachel von ihm und ich suche mehr.

Wenn ich in Stuttgart unterwegs seid und sie Augen offen haltet, eine Kachel entdeckt, dann seid doch so nett und fotografiert sie und schickt mir das Bild.
Entweder über Facebook per PN oder über Mail, mit Ortsangabe. Ich würde mich sehr freuen und einen Kaffee spendieren.




Donnerstag, 17. Oktober 2013

Wenn der Postmann 3x klingelt

...will er nichts von mir, sondern nur etwas abgeben. Er hat auch nichts von Jack Nicholson.
Der DHL Mann unseres Vertrauens ist in der Nachbarschaft sehr beliebt, und das nicht ohne Grund. Er ist aufmerksam, freundlich und clever. Dank ihm muss kaum noch einer zum weit entfernten Postamt. Wir hatten ja ein Postamt ums Eck. Aber das wurde - wie so viele andere - wegrationalisiert.
Wenn ich schnell ein Päckchen aufgeben muss, hüpfe ich zu Micha über die Straße. Er hat eine Annahmestelle für Hermes.
Falls ich ein Päckchen, bei dem für mich zuständigen, Postamt abholen möchte, laufe ich entweder 20 Minuten dorthin oder ich muss einmal mit der Bahn umsteigen und dann trotzdem einen Berg hoch tappern. Und wer sich wie ich Katzenstreu liefern lässt - 30 kg auf einen Streich -  der bräuchte dann trotzdem ein Auto. Dann könnte ich es auch gleich direkt kaufen. Aber ich habe ja kein Auto. Weshalb ich es ja liefern lasse. Eine verflixte Situation.

Aber wie gesagt. Er ist clever und hat ziemlich schnell heraus gefunden wer von uns am besten zu erreichen ist und weil er so freundlich ist, nimmt man dann auch schon mal das Päckchen des Nachbarn an. Das Päckchen?
Manchmal stapeln sich die Pakete bei uns wie auf der Post. Wenn ich sie bunt einwickeln würde, würde es hier aussehen wie beim Weihnachtsmann am Nordpol. Und meinen Katern müsste ich kleine Geweihe ankleben und die Nasen rot anmalen.
Wenn es Päckchen für die Nachbarn aus dem Haus sind, haben wir eine Ablage im Treppenhaus - bis jetzt kam noch nie etwas weg. Was für die Hausgemeinschaft spricht.
Aber manchmal fragt er auch für andere Häuser in der Nachbarschaft an.
Da auch für mich schon mal jemand anders aus der Straße etwas entgegengenommen hat - einmal, hm, eher des öfteren - mache ich es natürlich auch. Und lernte dann Menschen persönlich kennen, die ich des öfteren schon auf der Straße gesehen hatte.

Irgendwie finde ich es lustig und auch ein klein wenig *herzerwärmend*.
In unserer schnelllebigen Zeit und in dieser Stadt gibt es so etwas wie eine Nachbarschaftshilfe. Zumindest was die Post angeht. Fast wie auf einem Dorf. Dora nimmt ja in ihrer Galerie ständig Pakete für uns alle anderen an.
Wenn man dann die Päckchen holt, bleibt man ein Weilchen und quatscht, tauscht News aus.
Mir ist es schon passiert, dass ich auf dem Nachhauseweg abgefangen wurde. Praktisch ums Eck wurde mir mein Päckchen in die Hand gedrückt und eine Unterschrift entlockt.

Es ist typisch für das Viertel. Die Menschen sehen sich an, nehmen sich wahr und grüßen sich.
Und unser DHL Mann ist nicht nur der Dienstleister, sondern eben ein Mensch. Im Hochsommer musste der mir mal wieder 30 kg Katzenstreu in den ersten Stock schleifen, die Hitze war mörderisch und ein zaghaftes:  *Hätten Sie mir ein Glas Wasser?* brachte mich aus der Fassung. Ich hätte ihm einen Kasten hingestellt.
Viele wissen ja nicht, dass die meisten der Fahrer einen knall harten Job haben und nicht wirklich viel verdienen.
Warum nicht ihnen und den Nachbarn ein klein wenig das Leben leichter machen?
In diesem Sinne euch einen schönen Tag.


Mittwoch, 16. Oktober 2013

Rückenwind

Klar ist das ein etwas irreführender Titel, denn es geht um Bohnen. Nicht um die Blauen, nein, um die essbaren Hülsenfrüchte, die einen gewissen Ruf haben.
Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen.


Wenn man Kater hat, die ab und zu leise Stinker absetzen und dann einen mit einer Nonchalance eines königlichen Herrschers ansehen - dann sinnt man manchmal auf Rache.
Aber das ist nicht der Grund.
Ich mag Bohnen - jeder Art.
Pinto-, Wachtel-, Riesen-, Wachsbohnen. Black beans. Kidney Bohnen.
Energie und Eiweißlieferant.
Nun ja und Gasproduzent.


Ich liebte den Eintopf meiner Mutter, den sie aus weißen Bohnen kochte. Aber auch saure Bohnen mit Kartoffeln. Oder mexikanisches Bohnenmus.
*schleck*
Als ich auf einem kleinen dörflichen Markt frische, gefleckte Bohnen bekam schlug ich gnadenlos zu.
Ein ganzes Kg zu einem nicht gerade geringen Preis. Frisch aus Italien.
Dazu kaufte ich gleich noch frischen Knoblauch, dessen herrliches Aroma jetzt noch in meiner Tasche weilt und getrocknete Tomaten. Denn ich hatte einen Plan.


Die frischen Bohnen kochte ich 20 min in Salzwasser, schüttete sie ab und stellte sie zur Seite. Dann dünstete ich kleingehackten Knoblauch und die getrockneten Tomaten in Olivenöl an, mit etwas Salz, Chilie, schwarzem Pfeffer fügte ich dann die Bohnen dazu und *briet* sie an.
Dazu gab es frisches, schwäbisches Bauernbrot.
Ein einfaches Gericht, aber extrem lecker.
Manchmal braucht es nicht mehr.



Und es war die erste Nacht seit langen, dass meine Kater mich alleine schlafen ließen.

Dienstag, 15. Oktober 2013

Positiv gedacht im Oktober



Viele werden sofort depressiv, wenn der Herbst um die Ecke lugt. Da sind die Sabine vom Liebstöckelschuh und ich anders. Wir können uns sogar für herbstlichen Nieselregen begeistern.
Im Herbst bin ich wie ein Murmeltier, eigentlich ein Frühaufsteher kann ich im Herbst an der Matratze kleben, bis sie mich assimiliert. Allerdings sollte das trübe Wetter nicht zu lange dauern.
Tolle Tage für das Backen und für Eintöpfe. Aber falls man das nicht unbedingt genießen kann, kann sich eine Liste machen. Mella von den Trampelpfaden hat diese Blogaktion ins Leben gerufen, aber ich stolpere immer über Sabienes darüber.


gefreut: das ich wieder Netz und Telefon habe. Es geschehen noch Zeichen und Wunder.
gelacht: über vieles und manchmal sehr laut
geschafft: Kekse so aufgepimpt, dass man durch die Decke bricht, wenn man sie nur kostet
gefunden: auf einem kleinen Markt in der Provinz fantastische bunte Bohnen, ganz frisch aus Italien.
geholfen: einem Freund beim Streuobst sammeln und entsaften
gegönnt: ein langes, heißes Schaumbad, mit Buch und Rotwein
gekriegt: viele Päckchen, eines davon eine süße Überraschung, ich habe schon drüber gebloggt
gelobt: eine andere Bloggerin
gelernt: das vieles so kommt, wie es kommen soll
geplant: einen 14 tägigen Aufenthalt im Schwarzwald


Der Himmel ist grau. Es ist nass und kalt. Aber meine zwei Kater halten mich warm und tanzen  mir auf der Nase herum. Das Leben ist schön.



Montag, 14. Oktober 2013

Auf'm Rummel


*Auf'm Rummel* sang schon Nina Hagen.
Kirmes, Dom, Wasen oder Wies'n, wer kennt sie nicht die kleinen Freuden aus den Kindertagen, Losbuden, Zuckerwatte, Kettenkarussell, gebrannte Mandeln, Boxautos.
Und dann die angeschlossenen Krämermärkte.



Als ich vor ein paar Tagen mit einer Freundin zum Fotografieren auf dem Cannstatter Wasen war, stand ich auf einmal vor dem Karussell meiner Kindertage. Es war einen Moment lang so als wäre es wieder 1972, wir kamen gerade von der Kreichgauer Oma, die Taschen voller Silbergeld für Süßes und die Fahrgeschäfte, aufgeregt.




Der kleine *Mengelser Maimarkt* war für uns ein riesiger Dschungel voller Versuchungen.
Nicht zu vergleichen mit dem Wasen, oder der Wies'n. Hier konnten wir Kids noch alleine zwischen den Buden hin und herflitzen, trafen Verwandte, Bekannte und klebten nach 5 Minuten wie der gesamte Zuckerbestand eines Süßwarenhändlers- Der Maimarkt fiel immer mit dem Muttertag zusammen.


Hier ein Foto aus alten Zeiten: das war 8 Jahre vor meiner Geburt, 1957, mein Onkel, meine Cousine und mein ältester Bruder, das Karussell noch nicht aufgepimt, was man immer wieder vergisst: es war erst 12 Jahre  nach dem Ende des 2. Weltkriegs.
Heute erscheint es uns wie in einem anderen Zeitalter.
Heute sind dem Karussell Spiegel eingesetzt und es ist zum 100sten mal neu Be- und übermalt. Teile ausgetauscht. Aber so wie es auf dem Cannstatter Wasen steht, so kenne ich es aus meiner Kindheit.


Ich mag die Stimmung am frühen Morgen, wenn die Buden noch geschlossen sind, nur vereínzelt Besucher und Security durch die Gassen zwischen den Buden laufen und wenn es dann noch regnet - wenn das Neonlicht noch nicht falsche Versprechungen macht und noch keine Musik aus jeder Ecke dröhnt - wenn die Kirmes noch schläft und halb träumt. Das ist meine Zeit. Jetzt kann man mit  den Schaustellern reden, ein Smalltalk hier, ein Lächeln da.
Abseits des Trubels ist das Leben. Mit all seinen Facetten.


Abends dann, wenn die  Lichter wieder blinken, es klingelt, scheppert und die entzückten Entsetzensschreie der Achterbahnfahrer, das Grölen der Betrunkenen aus jeder Ecke hallt, die Menschen lachen, sich durch die Masse schlängeln und mancher nicht mehr das bei sich halten kann, was er vorher zu sich nahm, dann ist nicht meine Zeit. Das überlasse ich den anderen.