Donnerstag, 10. Oktober 2013

AUA

Thema heute: Schmerz. Nein nicht der Herzschmerz. Der tut auch weh, der hindert einen auch am Atmen, am Schlafen, am Lachen.
Mein Thema ist heute der körperliche Schmerz.
Nachdem ich die dritte Nacht praktisch stündlich wach geworden bin, weil mich entweder das Bein oder der Rücken unsanft geweckt hat, habe ich mich gestern Nacht *abgeschossen* habe.
So nenne ich es, wenn ich zu schweren Schmerzmitteln greife. Aber den Rest der Nacht schlief ich durch und wachte das erste mal seit Tagen schmerzfrei und einigermaßen ausgeschlafen auf. Und meine beiden Plagegeister ließen mich schlafen und weckten mich nicht um halb sechs, sondern lagen bei mir und beobachteten mich aufmerksam als ich die Augen aufschlug.
Wie sehr sich Schmerz auf das Alltagsleben auswirken kann, können alle Migränegeplagten bestätigen.
Was aber, wenn man Schmerzquellen im Körper trägt, die immer und ständig da sind, manchmal unterschwellig, manchmal nur bei Bewegungen? Wenn der Schmerz das ganze Leben bestimmt?
Seit gut einem Jahr mache ich das jetzt mit, zwischendurch habe ich etwas Luft, manchmal weil die Entzündung an den Wirbeln nachlässt, manchmal weil ich mit massiven Mitteln dagegen vorgehe.
Ich kann nur jedem raten, der länger als vier Wochen Schmerzen empfindet einen Arzt auf zusuchen und nicht locker zu lassen.
Der Schmerz ist ein Symptom, ein Warnsignal des Körpers und ich habe meine Einstellung dazu gründlich revidieren müssen.
In der Reha sagte einer der Ärzte zu uns:

*Sie kennen doch alle die Aspirin Werbung. Die Frau in der Umkleidekabine, die ihrer Freundin wegen schmerzender Beine eine Aspirin anbietet? Ja? Und? Kleben sie in ihrem Auto auch ein Pflaster über die rote Warnleuchte und denken: jetzt ist wieder alles fein? Und eines Tages bleibt ihr Auto stehen, Sie können sich ein Neues kaufen, aber einen neuen Körper gibt es nicht!*

Nach diesem Vortrag - der Satz war nur ein kleiner Teil davon - blieb ich nachdenklich zurück. Und als ich der Nach-Reha eine junge Frau kennengelernt habe, die eine Beinlähmung hat, weil sie ständig ihre Rückenschmerzen ignoriert hat, bin ich nur noch nachdenklich. Und froh, das mein Arzt rechtzeitig reagiert hat.
Aber auch ich habe zu lange gewartet und habe etwas, was man *chronisches Schmerzgedächtnis* nennt. Vor manchen Bewegungen habe ich regelrecht Angst. Und muss mich zwingen sie durchzuführen.
Wenn ihr Schmerzen habt, dann nehmt sie ernst.
Wenn jemand in eurem Umkreis ständig über Schmerzen klagt, nehmt es ernst und denkt nicht: Weichei, Heulsuse!
Nimmt euer Arzt sie nicht ernst geht zu einem anderen! Hört euch um, wendet euch an Selbsthilfegruppen.
Aber spielt nicht den Helden. Und nicht den Märtyrer.
Es gibt auch ein Leben mit chronischem Schmerz, aber man kann ihn in Schach halten.
Tut es.

Mein Hausmittel - zusätzlich zu den Schmerzmitteln - eine schnurrende Katze. Wenn ihr keine habt hilft auch ein Tenzgerät.
Wenn ihr Fragen habt: schickt mir eine Mail, kontaktiert mich über meine Facebookseite.
Euch allen einen schmerzfreien Tag,
und Gummistiefel --- es regnet ohne Ende.

Kommentare:

  1. Ach Mariannele, ich wünsche dir die allermeisten Tage ohne Schmerzen, am besten ALLE!
    Ich drück dich aus der Ferne.
    V.

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    1. Meine Liebe, trotz des Schmerzes ist mein Leben lebenswert :)
      Ganz liebe Grüße Richtung schwäbische Alb

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