Donnerstag, 24. Oktober 2013

Die Eberhard ( die hippe Mitte)

Eigentlich mag ich shoppen. Aber ich mag keine Fußgängerzonen.
Uniformierte Konsumenten strömen unter gestutzten Platanen in Massen in uniform gestalteten Shoppingtempel, mit genormter Musik, trainierten Verkaufspersonal - immer leicht gestresst und genervt, wenn auch freundlich - und kaufen Massenware.
Klingt komisch? Ist aber so.
Gut ich könnte im Netz bestellen, aber ich mag shoppen. Und ich finde auch: wenn alle im Netz bestellen, dann gibt es bald nur noch diese Massenkonsumtempel.
Und nun?
Nun jede Stadt hat ihre Ecken in denen sich der klassische Einzelhandel ansiedelt, zwar gibt es auch hier die *Ketten*, aber ....
Meist nicht in den Fußgängerzonen, da in diesen Stadtbereichen die Mieten in galaktische Höhen getrieben wurden, nur die Großkonzerne können überleben oder wirklich einzigartige Fachgeschäfte - aber auch die passen sich dem Massenwunsch an.
Klar ist das Ziel eines Ladens Umsatz, aber es geht auch anders.
Und solche Läden finden man in der Eberhardstraße in Stuttgart.
Wenn man mal die Kebab und andere Freßbuden hinter sich gelassen hat, stolpert man schnell in einen fantastischen Kaffeeladen.



Wer hier einen Kaffee trinkt, sollte Zeit mitbringen. Denn Kaffee machen ist hier ein Ritual. Aber Zeit sollte man haben, wenn man shoppen geht. Und das stört mich eben an den Massenphänomen shoppen: alles rennt und ist gestresst. Nicht hier.
Wenn man den Laden betritt, nachdem man schon vor der Tür die Verkaufstische betrachtet hat, lockt schon ein leichter Duft nach Kaffee, Schokolade und eine freundliche Atmosphäre empfängt einen mit offenen Armen.
Das scheinbare Durcheinander lädt zum Stöbern ein und mir entrangen sich immer wieder kleine, leise Quietscher, jedesmal wenn ich Sachen entdeckte, die meine Begehrlichkeit weckten.
Zottaschokolade, edle Kaffeebohnen, zierliche Tassen und witzige Pötte, italienischen Torrone - - - - -
kurz bevor ich hyperventilierend in einer Ecke lag, fragte ich den netten Mann hinter der Theke, ob ich Fotos machen dürfe und unterhielt mich ein wenig mit ihm.
Hier kann man sich beraten lassen, welcher Kaffee zu einem passt, kann schnuppern, probieren. Fein. Sehr fein.


Na ja, und ich hatte eine gute Entschuldigung etwas zu kaufen. Ich kann doch nicht einfach über so einen Laden gehen, über ihn schreiben ohne ihn erhalten zu wollen.
Neben meiner kleinen Geisha Tasse aus dem Teeladen steht jetzt ein Kaffeebecher mit einer entzückenden Katze darauf. War auch gar nicht teuer.
Ehrlich.






Kommentare:

  1. Ich finde es ganz schlimm, wie die Innenstädte immer mehr ausbluten und man in jeder x-beliebigen Fußgängerzone die üblichen Optiker und Apotheken findet. Vielleicht noch ein großes Buchgeschäft. Und da lobe ich mir die kleinen Läden, die einfach durchhalten.
    LG
    Sabienes

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    1. Ja, mir geht es genauso. Die Innenstädte sind austauschbar. Aber die Masse rennt eben dem *Billig* hinterher. Gegen den Strom :)

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