Dienstag, 29. Oktober 2013

Vom Lachen und Weinen - (Das verflixte Knie und gute Doc's)

Trotz der Schmerzen in den letzten Monaten, zuerst war es ein Ping Pongspiel zwischen rechten Knie und Rücken, in der Zwischenzeit mischt auch noch das linke Knie mit, also spielen sie nicht mehr Ping Pong, sondern Völkerball, auch Prellball genannt, wurde es Stück für Stück besser.
Eigentlich ging es langsam, aber stetig aufwärts: Ende Juni hieß es: Sie dürfen auf Vollbelastung.(Endlich ohne Krücken).
Nach fünf Monaten lernte ich in der Reha wieder laufen, auch wenn es die verkehrte Rehaform war - statt in ein rein orthopädisches hatte man mich in das MBOR (medizinisch berufsorientierte Reha) Programm gesteckt. Trotzdem machte ich meine ersten Schritte und Friedhelm schleppte mich durch Bad Sooden-Allendorf. Als ich das erste mal wieder, seit einer gefühlten Ewigkeit, barfuß über eine Wiese ging und danach eine Treppe hoch krauchte, war ich ein wenig stolz und glücklich. (Könnt ihr bei den Blogeinträgen im Juli nachlesen.
Und es wurde noch besser. Ich besuchte das ZAR (Zentrum für ambulante Rehabilation) und absolvierte mein IRENA  (Intensive Nachreha) Programm.
Alles Gut? Pustekuchen.
Undefinierbare Schmerzen setzten ein. Zusammen mit meiner Physiotherapeutin erforschten suchten wir nach den Ursachen. Mitte September schickte sie mich zum Arzt, der wieder in die Sportklinik. Das Röntgen ergab nicht wirklich viel, also CT. Jetzt bekommt man nicht gleich einen Termin, weder in der Klinik, noch in der Röntgenpraxis. Und wieder Sportklinik, dann ging es aber schnell. Und diesmal durfte ich in die heiligen Hallen der Ambulanz II. Da kommt nicht jeder hin.



Was ich an den Doc's der Sportklinik schätze: die schicken Leute auch mal weg - ohne OP, auch ohne Spritze, aber sie suchen, sie suchen nach der Ursache des Schmerzes. Und dann heißt es auch mal:
Bitte Gewicht reduzieren.
Bitte Sport machen.
Bitte Physiotherapie.


Diesmal war ich bei einem Oberarzt mit österreichischen Dialekt. Kannte ich noch nicht. Den Stationsarzt kannte ich aber schon. Alle anderen waren im Urlaub. Haben sie sich auch verdient.
Meine Güte, nahm der mich ran. Aber nicht so, wie ihr vielleicht denkt.
Als das Wort Röntgen fiel, sagte ich: Bitte nicht, mein rechtes Bein leuchtet schon im Dunkeln.
Nach einem verdutzten Schweigen schallte lautes Gelächter durch den Behandlungsraum.
Sie begnügten sich mit den CT Bildern und den Röntgenbilden und, was ich sehr an ihnen schätze (schon wieder) - die lassen nicht locker, bis sie wissen warum etwas wie ist.
Der erste Verdacht: statt Knochen- Knorpelwachstum : nicht bestätigt.
Der zweite Verdacht: verzögertes Knochenwachstum: bestätigt, aber im Rahmen.
Und nun?

Die Metallplatte und die Schrauben sitzen, wackeln und haben Luft.
Und jetzt?

Ich durfte dann im rechten Einbeinstand in die Kniebeuge gehen. Das ging komplett schief, ein Schmerzensschrei und ein AHA! von den Ärzten. Dann wurde gezogen, gezerrt gedrückt - von ihnen. Ich pinste, schnaufte und gab kleine Auas von mir.
Tun Sie jenes, machen Sie dies, tut es hier weh, oder das, leisten Sie Widerstand (das kann ich!), wurde mir gesagt. Ich gab mein Bestes. 

Die Platte ist wahrscheinlich schuld. Muss aber noch drin bleiben, bis der Knochen fest ist. Zieht die Kniescheibe aus ihrer Fuge, der Muskel arbeitet dagegen, ist aber zu schwach und verkrampft. Das ganze führt wahrscheinlich eine Entzündung im Gelenk, was das ganze noch verschlimmert.
Aha. Und jetzt? Und die Schmerzen?
Erst mal den Schmerz ausschalten, wenn es dann nicht besser wird muss man reingucken (NEIN!NEIN!NEIN!)

Spritze. Ins Kniegelenk. Um den Schmerz zu eliminierren, damit ich den Muskel aufbauen kann, damit es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt. Und ich endlich wieder einigermaßen laufen kann. Alles. alles, nur keine weitere OP!



In einem sterilen Raum, unter sehr sauberen Bedingungen, saß ich dann mit heruntergelassener Hose, bedeckt mit sterilen OP Papier und der Stationsarzt nahte, gewandet in OP Häubchen, Mundschutz und Handschuhen. Sieht lustig aus.
(Seid da vorsichtig. Einfach so mal was reinspritzen? Kann ganz schön ins Auge, bzw ins Gelenk gehen. Wenn der Arzt nicht sauber arbeitet - eine Infektion im Gelenk ist etwas sehr unangenehmes und vor allem sehr schwer wieder in Griff zu bekommen.)
Ich versuchte noch zu flüchten, wurde aber eingefangen, denn ich hatte die Einwilligung schon unterschrieben. (Das spielte sich natürlich nur in Gedanken ab. Nur im Pulli und Socken zu humpelnd zu flüchten ..... es gab schon besser Fluchtpläne.)
Ich hatte Angst. Spritze ins Knie? Im Sitzen?
Und was macht er und die Krankenschwester? Plaudern mit mir, versuchen mir die Angst zu nehmen und halten mich bei Laune.
Es tat weh, aber nicht sehr, es war unangenehm, aber auch bald vorbei.





Und keine Minute später begann meine schmerzfrei Zeit. Ich konnte es nicht fassen.
Ab zum Training, den Muskel trietzen und aufbauen. Und Anfang Dezember wieder in die Sportklinik, zum Nachgucken. Mal sehen.

*hüpf*





Kommentare:

  1. Das muss man jetzt nicht verstehen, oder? Scheißegal. Hauptsache es tut nicht mehr weh.
    Du hast da ganz schön was mitgemacht. Ich lese bei dir noch nicht so lange mit, aber auf einmal warst du ganz viel kniekrank.
    Saublöd.
    Lass dich nicht unterkriegen!
    LG
    Sabienes

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Alles fing damit an, dass eine Unfallorthopädin nach einem Arbeitsunfall 2008 nicht erkannte, dass das Kreuzband abgerissen war und als ich nach sechs Wochen sagte: das ist nicht stabil sie erwiderte: Sie sind auch keine 20 mehr. Mein ? wurde geflissentlich überhört und übersehen, die Folgegeschichte wird von der BG nicht anerkannt, weil es zwei Jahre dauerte bis ein anderer Orthopäde erkannte was Sache war.
      Ich habe den Salat, die Schmerzen und das Theater. Juckt nur keinen. Außer mich und meine Krankenkasse, die seit fast einem Jahr zahlt und zahlt und zahlt.
      Einen Prozess gegen die Frau Doktor zu führen wäre sinnlos, die hat diesen Satz ja nirgends aufgeschrieben.
      Seufz.
      Und ich lass mich nicht unterkriegen :)
      Danke Dir
      LG
      Marianne

      Löschen