Donnerstag, 17. Oktober 2013

Wenn der Postmann 3x klingelt

...will er nichts von mir, sondern nur etwas abgeben. Er hat auch nichts von Jack Nicholson.
Der DHL Mann unseres Vertrauens ist in der Nachbarschaft sehr beliebt, und das nicht ohne Grund. Er ist aufmerksam, freundlich und clever. Dank ihm muss kaum noch einer zum weit entfernten Postamt. Wir hatten ja ein Postamt ums Eck. Aber das wurde - wie so viele andere - wegrationalisiert.
Wenn ich schnell ein Päckchen aufgeben muss, hüpfe ich zu Micha über die Straße. Er hat eine Annahmestelle für Hermes.
Falls ich ein Päckchen, bei dem für mich zuständigen, Postamt abholen möchte, laufe ich entweder 20 Minuten dorthin oder ich muss einmal mit der Bahn umsteigen und dann trotzdem einen Berg hoch tappern. Und wer sich wie ich Katzenstreu liefern lässt - 30 kg auf einen Streich -  der bräuchte dann trotzdem ein Auto. Dann könnte ich es auch gleich direkt kaufen. Aber ich habe ja kein Auto. Weshalb ich es ja liefern lasse. Eine verflixte Situation.

Aber wie gesagt. Er ist clever und hat ziemlich schnell heraus gefunden wer von uns am besten zu erreichen ist und weil er so freundlich ist, nimmt man dann auch schon mal das Päckchen des Nachbarn an. Das Päckchen?
Manchmal stapeln sich die Pakete bei uns wie auf der Post. Wenn ich sie bunt einwickeln würde, würde es hier aussehen wie beim Weihnachtsmann am Nordpol. Und meinen Katern müsste ich kleine Geweihe ankleben und die Nasen rot anmalen.
Wenn es Päckchen für die Nachbarn aus dem Haus sind, haben wir eine Ablage im Treppenhaus - bis jetzt kam noch nie etwas weg. Was für die Hausgemeinschaft spricht.
Aber manchmal fragt er auch für andere Häuser in der Nachbarschaft an.
Da auch für mich schon mal jemand anders aus der Straße etwas entgegengenommen hat - einmal, hm, eher des öfteren - mache ich es natürlich auch. Und lernte dann Menschen persönlich kennen, die ich des öfteren schon auf der Straße gesehen hatte.

Irgendwie finde ich es lustig und auch ein klein wenig *herzerwärmend*.
In unserer schnelllebigen Zeit und in dieser Stadt gibt es so etwas wie eine Nachbarschaftshilfe. Zumindest was die Post angeht. Fast wie auf einem Dorf. Dora nimmt ja in ihrer Galerie ständig Pakete für uns alle anderen an.
Wenn man dann die Päckchen holt, bleibt man ein Weilchen und quatscht, tauscht News aus.
Mir ist es schon passiert, dass ich auf dem Nachhauseweg abgefangen wurde. Praktisch ums Eck wurde mir mein Päckchen in die Hand gedrückt und eine Unterschrift entlockt.

Es ist typisch für das Viertel. Die Menschen sehen sich an, nehmen sich wahr und grüßen sich.
Und unser DHL Mann ist nicht nur der Dienstleister, sondern eben ein Mensch. Im Hochsommer musste der mir mal wieder 30 kg Katzenstreu in den ersten Stock schleifen, die Hitze war mörderisch und ein zaghaftes:  *Hätten Sie mir ein Glas Wasser?* brachte mich aus der Fassung. Ich hätte ihm einen Kasten hingestellt.
Viele wissen ja nicht, dass die meisten der Fahrer einen knall harten Job haben und nicht wirklich viel verdienen.
Warum nicht ihnen und den Nachbarn ein klein wenig das Leben leichter machen?
In diesem Sinne euch einen schönen Tag.


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