Samstag, 30. November 2013

Home, castle and cats

My home is my castle.



Und hier fühle ich mich auch wohl. Als ich dann gestern endlich zu hause gestrandet war, müde, mit mörderischen Rückenschmerzen - hier noch mal ganz vielen Dank an Paul, der den Umweg über Stuttgart gefahren ist, um mich abzuladen, waren die Schmerzen allerdings für die erste halbe Stunde ausgeschaltet -
denn ich wurde geflutet - mit Kopfstübern, Geschmuse, Gemauze, ich wurde förmlich überrannt und fast zu Tode geschmust. Noch in Jacke und Stiefeln saß ich in der Küche, der Koffer und der Rucksack im Flur einfach abgestellt und beide Fellknäuel verwandelten sich in Kletten und waren einfach nicht zu beruhigen.
Bis ich sie fütterte.
Dann war Ruhe im Karton....


Time spent with cats is never wasted



Ich weiß nicht mehr, wer das gesagt hat, aber es muss ein kluger Mann gewesen sein. (Ich habe gegoogelt und er heißt Sigmund Freud =^.^=, dass ich denn mal zitiere ...) Wie gesagt, die Schmerzen waren eine halbe Stunde wie weggeblasen, kamen dann aber wieder - ungebetene Gäste die keiner eingeladen hat. Sie schaffen es immer wieder sich herein zuschleichen und die Party zu torpedieren.
Also Wärmekissen, Katzen und Laptop mit ins Bett genommen und - die relative Schmerzfreiheit genießen.
Die Beiden Katzer eignen sich nämlich hervorragend als Wärmekissen und Tensgerät. Die Vibrationen, die sie beim Schnurren, aussenden haben ,nachgewiesenermassen, eine unterstützende Wirkung bei der Heilung. Wenn man nicht gegen Katzen allergisch ist eine feine Sache.
Eigentlich wollte ich heute zum Spiel der Kickers, aber der Rücken läßt es nicht zu. Beide Katzer weichen mir nicht von der Seite und drücken sich an den schmerzenden Rücken. So wie sie vor Wochen sich immer an die Beine gedrückt haben.
Love them.










Freitag, 29. November 2013

Freitag = Samstag



Eigentlich ist er Samstag der schreibfreie Tag, diese Woch ist es anders. Nur ein kurzes Hallo und Tschüss - der Koffer ist gepackt, das Zimmer wird gleich abgenommen, das LAN Kabel übergeben und um halb eins ist dann Abflug - Paul (Paul, sorry, dass ich erst Patrick schrieb...) nimmt mich mit und macht einen Schlenker über Stuttgart.
Also werde ich recht früh zuhause sein:
Vorher noch Auswertung der gesamten Tests und die Arztgespräche.
Ich bin gespannt.
Euch allen noch einen schönen Restwochentag.

Donnerstag, 28. November 2013

*Weltrettung*

Gestern ging es wieder heiß her - es ging um's Essen. Und dreimal um das vegan sein. Und dreimal war es nicht meine "Schuld".
Als  erstes: die Küche soll/muss für uns Veganer etwas extra zubereiten, nun ich bin genügsam, wenn ich auswärts bin, aber veräppeln lassen muss ich mich nicht. Als ich nachfragte hieß es.
"Menü drei: Sauerkraut mit Schupfnudeln".
Schupfnudeln? Sind mit Ei.
Das sagte ich dem Koch, der trotzig guckte.
Ich dann: *Dann geben Sie mir doch einfach etwas Brot, ich hole mir dann Salat* - na, ich bekam dann Brokkoli mit Tomatenreis und etwas Tomatensoße - und ne Clementine zum Nachtisch.....
Erste Hürde genommen. Am Tisch, bei meinen Leidensgenossen, sprach mich dann J. eben auf das vegan sein an.
Wieso vegan, vegetarisch reicht doch.... solche Diskussionen kennen ich, habe ich schon hundertfach hinter mir und sie war heftig, aber fair.
J. eröffnete die Diskussion mit folgenden Satz: (So in etwas lief die Diskussion ab)
Du verhungerst also lieber als dass du ein Tier tötest?
Ich grinste und antwortete:
Wenn ich am verhungern bin und ein Hühnchen vorbei kommt, dann drehe ich dem den Hals um und esse es, halte mich bitte nicht für einen Träumer. Aber ich kann gut in Deutschland vegan leben und ich verweigere mich eben dieser Lebensmittelindustrie
Kurz Ruhe.
Aber wieso vegan und nicht vergetarisch?
Kurze Erläuterung der Milchindustrie.
Aha, gegen das Leid der Tiere, aber die Menschen in der Dritten Welt sind dir egal?
Schwierig. Ich versuche mein Bestes, ich kann zwar nicht die Welt retten, aber ich kann mein Umfeld ein wenig besser gestalten. Und in Bezug auf die dritte Welt versuche ich auch mein Verhalten zu ändern.
Dann ist es doch sinnlos! Was bewirkst du als einzelner schon? Das hat doch keinen Sinn?
Das ist der Punkt, wo ich oft aus der Diskusssion aussteige, aber J. war so offen mich anzusprechen, also muss ich da durch, und ich erkläre ihm, dass ich nur für mich selbst verantwortlich bin und nur für mich ein Zeichen setzen kann. Wenn ich durch das, was ich tue, anderen ein Beispiel gebe und mir nur einer folgt, habe ich schon viel erreicht. Aber selbst wenn nicht, dann darf mich nicht beirren, dass alle anderen anders denken. Denn es geht um mich und wie ich die Wellt sehe und wie ich mich in ihr verhalte.
Ich fügte noch hinzu, dass ich niemanden vorschrreiben würde, wie er zu leben habe oder was er zu essen habe.
Und, J., einer muss immer den Anfang machen, wenn wir sagen: egal was ich mache, es ändert sich nichts, dann wird sich nichts ändern, auch nicht im Kleinen.
Da gebe ich dir recht.
Das hätte ich nicht erwartet. Er futterte seine Nudeln mit Hackfleischsoße auf und ich mein Gemüse und wir saßen friedlich nebeneinander.
Aber ich sagte drei.
Abends folgte ich einer Diskussion in einem veganen Forum: jemand hatte die *Schandtat* begangen etwas von Maggi zu erwähnen (wie kann man nur! gehört zum Nestlé Konzern und ist damit bääääh) und wurde darauf hin ganz schön angegangen.
Es gibt Menschen die vegan sein mit Weltrettung gleichsetzen. Die meinen sich den Talar des *besseren* Menschen überziehen zu müssen und in die Welt hinausziehen und anfangen zu missionieren.
Mich nervt so was. Egal von welcher Seite. wenn jemand mich anspricht und nachfragt bekommt er die Info, oder aber auch, wenn er mich davon überzeugen will wieder anders zu leben.
Manchmal beende ich in der Zwischenzeit die Diskussion mit den Worten *Lassen wie das doch bitte*.
Vergangenen Sommer habe ich gewaltig über die Stränge geschlagen, möchte ich aber nicht mehr, auch wenn das einigen nicht passen mag.
Und noch etwas:
Nein "wir Veganer" essen nicht nur Sojaprodukte und Sägespäne.
Und es gibt nicht "die Veganer".
seufz






Mittwoch, 27. November 2013

needfull little things - das Kabel-Ei



Hä? Von was schwaffelt sie denn jetzt? Ich habe s Kabel-Ei genannt - für mich nenne ich es immer nur *Das Ei* - weil es oval ist ist ich keine Ahnung habe wie die echte Bezeichnung ist.
Beruflich und privat war ich eine zeitlang sehr oft unterwegs und was habe ich ständig vergessen? Jepp: die Ladegeräte - egal ob Kamera, Handy - für jedes Gerät gibt es ein eigenes Ladegerät. nd wenn man dann mal eines braucht, dann findet man einige - aber garantiert nicht das Richtige.
Jedes Handy hat sein eigenes Ladegerät, jede Buchse ist anders, teilweise passt das Ladegerät des Vorgängermodells nicht - obwohl es sich um die gleiche Marke handelt.....

Dieses Ei nun passt in jede Handtasche, es alleine reicht nocht nicht auss, ihr braucht noch ein USB kabel, passend zu eurem Gerät (Handy, Cam ect... ) und so ein Kabel ist wesentlich leichter, nimmt weniger Platz weg und geht auch nicht so schnell kaputt.

Schreibfehleralarm ^^

Was aber auch ein wichtiger Punkt ist: Müllvermeidung: statt eine Schublade voller Ladegeräte (Wertstoffe und Plastik noch und noch) habe ich jetzt das Ei, oval, praktisch, günstig.
Jetzt kommt wahrscheinlich der berechtigte Einwurf:
Aber man bekommt doch immer ein Ladegerät dazu -jepp, wenn man die Geräte neu kauft. Aber ich habe mein aktuelles Smartphone und auch den mp3 Player gebraucht gekauft - ohne Ladegerät. Bei  meinem letzten Smartphone verreckten ständig die Ladegeräte ( und dann das Handy, aber natürlich NACH der Garantie, so ca zwei Monate danach).
Falls euch also  mal ein Ladegerät die Grätsche macht:
Kokelores empfiehlt:
Das Ei - gibt es auch eckig und ist ab 7,99 im Fachhandel oder ab 2,99 im Netz erhältlich.
Denkt aber daran: Euer Endgerät MUSS ein passendes USB Kabel haben.

Ei, ei, ei Verport... oh, falscher Tschingel *kicher


Dienstag, 26. November 2013

Vom leben mit einer Legende

...kann ich ein Lied singen. und ich hatte auch schon einmal darüber geschrieben ( guckst du hier). Frostbeulen leben hoch....


als ich am Freitag darauf wartete abgeholt zu werden und mich in der Nähe der Rezeption herumdrückte (mit dem Popo auf der Heizung) hüpfte eine junge Frau an mir vorbei, quietschte ausgelassen und meinte: *Gott sei Dank, ich bin nicht die einzige, die bei diesem Wetter noch mit Chucks rum rennt*.
An ihren Füßen türkisfarbene, an meinen schwarze Chucks.
Lebensmüde.
Man muss einfach lebensmüde sein, wenn man Ende November mit Chucks an den Füßen in den Schwarzwald fährt. Oder total durchgeknallt.
Und jetzt kommt es:
Die machen auch noch Werbung damit. Nicht mit Carmen und mir, aber mit dem Edikett *durchgeknallt*:


Dazu ist zu sagen: auf dem Plakat sind es bestimmt Ledersneakers, wir hatten tapfer STOFFsneakers an den Füßen (ich mit zwei paar Socken und Stulpen - aber was hilft das bei 10 cm Neuschnee?)

Gut, mich hat auch schon einmal ein Wintereinbruch am Bodensee erwischt, da stapfte ich dann auch mit Stoffsneakern durch den Schnee - ohne Stulpen. Und ich überlebte, sogar ohne Lungenentzündung oder Blaseninfekt.
Diese Woche bin ich vernünftig und trage Winterboots - draußen, drinnen habe ich - hüstel - Chucks an.
Ich sitze gerade auf meinem Zimmer und höre den Hausmeister den Schnee schippen - und Danke ihm, dass er das macht.
Über das Wochenende taute ja der Schnee weg, und als wir gestern Morgen hier ankamen, lag kein Schnee und die Sonne schien. Zwei Stunden später tanzten schon die Flocken vor den Fenstern ihren wilden Reigen.
Scheint an mir zu liegen....





Montag, 25. November 2013

Gänsehaut - Lesetipps

Alfred Berger liest BRAIN FUCK


Nichts für schwache Nerven. Eine Kurzgeschichtensammlung von Alfred Berger namens Brain Fuck ist nichts für zartbesaitete Seelchen. Aber sie sind eingängig und ein Stück weit - in meinen Augen - schon fast obzön.
Und A.Berger liest auch selbst aus seinem Werk vor - und das auch noch gut und fesselnd. Das Buch ist im Luzifer Verlag erschienen und Nomen est Omen - oder so.
Jedenfalls hatte ich das Vergnügen gestern einer seiner Lesungen beiwohnen zu dürfen und habe den Entschluß gefasst ihm mein Wohnzimmer zur Verfügung zu stellen - für eine Lesung - also merkt euch schon einmal den Januar vor - an einem der vier Wochenenden gibt es dann Horror vom Feinsten in meinen vier Wänden:
allerdings wird das Buffet dazu sehr unblutig sein. Hm, vegan und blutrünstig (ich). Geht. Es geht immer alles.

Und was alles geht und was man alles überleben kann, schildert Alfred Berger sehr eindringlich in einer  Kurzgeschichte aus einem anderen Buch.
Einer Kurzgeschichtensammlung der etwas anderen Art. Über Sucht und Obsessionen. Teilweise autobiographisch, teilweise erdacht, aber dann von Personen begleitet, die sich mit der Materie auskennen.
Sehr authentisch, sehr bewegend, von verschiedenen Autoren:
Wir saßen, lauschten und staunten und in mir wuchs Achtung und Respekt.
Alfred Berger, jahrelang schwer Drogen und Alkohol abhängig, in der Zwischenzeit 7 Jahre clean, und seine Mitautoren schildern aus unterschiedlichen Blickwinkeln ihre Obsessionen, teilweise aber auch ihre Befreiung aus diesen Gefängnissen, schonungslos ehrlich entblößen sie ihre Seele vor dem Leser, der sich fast wie ein Voyeur vorkommt, stellenweise beschämt, wenn man sich bei dem Gedanken erwischt, wie man vielleicht schon einmal abfällig über einen gestrauchelten oder gefallenen Mitmenschen ein Urteil gesprochen hat.
Auch dieses Buch ist nichts für Seelchen, die sich lieber in Liebesromanen und leichter Literatur sonnen und eintauchen, es ist harter Stoff, der einen bis ins Mark erreicht.
Das Leben schreibt die schrägsten Stories und manchmal werden sie festgehalten.

Für Liebhaber des erfundenen Horrors: 
Brainfuck, erschienen im Luzifer Verlag, kostet 13,95 und eignet sich als kleines Mitbringsel ebenso wie schön verpackt unter dem Weihnachtsbaum zu landen.

Für Menschen die offen für fremde Erfahrungen und Untiefen sind:
Von tausend Schatten, erschienen im Selbstverlag, kostet 9,90, wer Interesse hat - einfach melden, ich leite die Bestellung weiter - oder ihr hüpft auf die Facebookseite Brainfuck oder Von tausend Schatten und nehmt direkt Kontakt auf.
Er beißt nicht - jedenfalls nicht gleich.

Sonntag, 24. November 2013

Geduld (Sonntagsgedanken 47/2013)

War bestimmt nicht einer meiner Stärken - bevor vor einem Jahr der OP Marathon begann. In der Zwischenzeit bin ich geübt - im Warten, im Abwarten.
Warten kann einen mürbe machen: warten, dass es besser wird, warten, dass die Schmerzen nachlassen, warten auf den nächsten Termin, warten auf eine Genehmigung.
Geduld bezieht sich aber nicht immer auf äußere Einflüsse. Sondern bedeutet manchmal auch sich selbst Zeit zu lassen, für die Ausheilung körperlicher und seelischer Verletzungen, für das bewältigen einer Ausgabe.
Oder mit anderen. Mit ihrer Auffassungsgabe, für ihr Begreifen
Geduld bedeutet nicht lethargisch alles hinzunehmen, was einem geschieht oder  nicht aktiv zu werden - alles braucht seine Zeit.
Letzte Woche war eine sehr gute Übung. Nach einem Jahr im Krankenstand möchte ich langsam aber sicher mal wieder auf die Beine kommen und absolviere noch ein weiteres Rehaprogramm - und was machte ich? Genau: ganz viel warten. Zwischen den Terminen blieb mir auch nichts anderes übrig. Da ich überall stricke oder häkle, hatte ich bald nur noch grinsende Gesichter um mich herum und durfte mir einen dummen Kommentar nach dem anderen anhören - das Ergebnis letzter Woche:
Eine Mütze für Frauke und ein Paar Socken für Harald.

Geduld.
Geduld ist eine Tugend und nicht jedem gegeben.
Je geduldiger ich werde, desto mehr fällt mir die fehlende Geduld der anderen auf. Nicht aller anderen, aber vorallem m Straßenverkehr fällt es auf: radikales Herandrängeln und dichtes Auffahren, wildes Hupen, wenn es nicht so läuft,  wie es sich der betreffende Fahrer wünscht: geschieht gerne an Ampeln, wenn der Vorderman nicht schnell genug auf das Gas tritt, wenn die Ampel umspringt.

Da ich genug Zeit hatte, und habe, grübele ich über das Thema Geduld schon seit einiger Zeit und kam dann irgendwann zum Schluss, dass Geduld und Rücksichtnahme das Leben um einiges angenehmer gestalten würde, wenn man sich darauf einlässt:

  • Nicht davon ausgehen, dass der andere den gleichen Background hat, wie man selbst
  • Nicht gleich hupen, wenn einer an der Ampel nicht gleich los sprintet, als sei der Teufel hinter einem her 
  • Nicht von sich auf andere schließen
  • Das eigene Fehlverhalten mit einbeziehen
  • Selbstreflektion hilft ungemein
Geduld geht oft mit Rücksichtnahme ein her. Das Thema beschäftigt mich immer mehr.

Nun, meine Kater sind nicht geduldig und auch nicht rücksichtsvoll: die toben gerade auf mir herum, weil sie Futter wollen und danach wollen sie bespaßt und beschmust werden.
Aber das sind auch Kater. Die wissen genau wann es sich lohnt geduldig zu sein. Und wann nicht.

In diesem Sine euch allen einen entspannten Sonntag.



Freitag, 22. November 2013

Weihnachten

Ich habe den ultimativen Tannenbaum entdeckt:


Aber ich werde Weihnachten garantiert nicht darunter feiern. Ich werde dieses Jahr gar nicht feiern. Der Entschluß steht fest. Ich werde das erste mal freiwillig auf das ganze Feiertag-, Familien - und Freundesgedöns verzichten.
Huch, was ist denn nun wieder passiert? Nichts. Und mir ist ganz wohl bei dem Gedanken. Das heißt nicht, dass ich niemanden sehen möchte oder niemanden treffen werde, aber den 24.12 halte ich clean.
Geschenke wird es geben, für manchen lieben Menschen eine Postkarte, manchmal einen Brief und vielleicht auch ein Päckchen.
Und die nächsten Tage werde ich euch auch eine Zusammenfassung von hübschen kleinen Läden in Stuttgart und den einen oder anderen Internetshop nennen, damit ihr euch noch eindecken könnt.

Wieso ich zum Schluß gekommen bin dem ganzen aus dem Weg zu gehen? Es ist ein lange Kette an einzelnen Ereignissen und 23 Jahre im Einzelhandel - da kann man schon eine Aversion gegen bestimmte Feste entwickeln.....
Als ich dann auch noch erfuhr, dass Christus vermutlich im Sommer geboren wurde und man das Fest deswegen verschob, um ein heidnischees Fest zu assimilieren - nun, als Nihilistin muss ich sagen: bleibt mir weg mit dem Kram.
Auch der Konsumrausch der letzten Jahre schreckte mich immer mehr ab.
Das wichtigste im Leben kann man eh nicht kaufen und man sollte es nicht auf diese Zeit begrenzen.

Nächstenliebe.

Denkt daran, wenn ihr das nächste mal unterwegs seid. Es fängt damit an, dass man den Menschen die einem begegnen als erstes einmal respektiert und ihnen nichts unterstellt.
In diesem Sinne...
Last Christmas I gave you my heart...träller....

Donnerstag, 21. November 2013

Lost in Natur

Okay, Mann bzw Frau kann ja viel ertragen. Nebel, Mit*bürger*, auch die Einsamkeit der Berge, eine lahme Internetverbindung, dass man abends nicht ins Dorf rollt, weil man den Hang wieder erklimmen muss, aber bei mir hört der Spaß beim Essen auf.
Nachdem ich vorgestern in der Küche den Aufstand probte - was mir gut gelang, Ehrenwort - kam raus, dass ich nicht der einzige Veganer bin. Sojamilch wurde ja mit der Begründung abgelehnt, dass ich die einzige sei. Soso - wir sind immerhin 5.  Ausserdem gibt es hier auch noch Lactoseintolerante Menschen. Also wieso keine Milchalternativen? (seit ich ihm Edeka war, schleppe ich meine Hafermilch mit mir rum......)
Nun gut.
Ich bekam mein veganes Essen.
Wieso meinen denn manche Köche, dass veganes Essen nicht schmecken darf? Und bevor jemand jetzt blökt: alle sind unzufrieden, auch die Vegetarierer und die Omnivoren.
Zurück zu meinem Essen.
Grünkern-Frikadellen, gegrillte Tomate und Kartoffeln, Nachtisch: Obstsalat. Überreicht mit einem doofen Witz des Kochs----
Die Grünkern-Frikadelle täuschte, durch leckeres Aussehen, an, um dann im Mund zuerst furztrocken zu stauben, sich es dann aber blitzschnell überlegte und in einen undefinierbaren Brei verwandelte.... die Kartöffelchen hatten im Ansatz noch eine Chance, waren aber eher wie Gummibälle.
Die gegrillte Tomate war allerdings lecker. Aber sie war so klein. SOSSE??? Ich suchte den Teller ab, nüscht, und behalf mir dann mit der Salatsoße von der Salattheke.
Aber da ich nicht alleine den Aufstand probte geben sie sich jetzt wirklich Mühe und sie haben es tatsächlich geschafft in Folge etwas Genießbares zu fabrizieren:
Grillaubergine mit Tofutopping, Reis und einen (ich musste suchen , aber ich fand ihn) winzig kleinen Klecks Soße.
Seufz.
Der Obstsalat war okay, und heute abend habe ich mir mal wieder Obst gemopst. wobei die Küchenmädels echt - wie fast immer - die wahren Stars der Küche sind und wenn man mit ihnen lacht, organisieren sie einem (am Koch vorbei) so manches was man gerne hätte.
Ich gehe nicht mehr Frühstücken, bzw war es noch nie hier, da bleibe ich lieber liegen, trinke morgens Wasser und esse einen Apfel. Schadet mir bestimmt nichts. Und warum sollte ich denn hier früh raus? Entweder es ist dunkel vor der Türe oder es ist grau. Oder umgekehrt.

Ich habe Heimweh. Ganz schlimmes Heimweh.
Ganz arg.
Schnüff

Mittwoch, 20. November 2013

Der Nebel des Grauens


Etwas ungewöhnlich für mich: ich schreibe den Blog abends. Und da ist es finster vor dem Fenster, so ab 17 Uhr ist vor meinem Fenster das endlose Nichts der Nacht auf einem Berghang. Okay Hügel. Macht aber für mich keinen Unterschied, ich will hier raus.
GOTT SEI DANK darf ich am Wochenende heim.
Dann überfalle ich Dora und Martin, gehe auf ein Kickersspiel und lasse mich von Alfred thrillen. Mehr verrate ich zu Alfred aber erst nächste Woche. Und auch wer Hasü ist und warum Hasü kein Problem damit hat, dass Alfred und anderen thrillt.

Wehrmutstropfen des Tages: mein kleines Adoptivkücken (das eigentlich mich adoptiert hatte) ist heute abgereist. Seufz.
Gestern schien ja noch die Sonne und nachts spiegelte der Mond durch mein Fenster herin, aber heute war Suppe. Endlose Suppe. Graue Suppe. Ekelhafte graue Suppe. Bäh.
Wie schrieb Renata:


..go inside and close the doors! There is something in THE FOG!!




Könnte einer unserer Betreuer sein. Vernagelt die Türen, schliesst euch ein und betet.
Ob es noch nebelig ist? Ich weiß es nicht, ein unangenehmer Nieselregen hat eingesetzt, die Flure sind entvölkert - nur das *Casino* quillt über.
Das Essen ist - dazu morgen mehr, ihr sollt ja auch was zum lachen haben. Nur soviel: ich bin heute auf die Barrikaden gegangen. Also fett werde ich hier NICHT.
Jessas, wer hätte gedacht, dass ich mich mal nach Bad Sooden Allendorf sehnen würde.

Ich habe ein Ziel: die 2x5 Tage so schnell wie möglich hinter mich zu bringen.
Zurück in die Stadt, wo ich hingehöre, denn hier schreit die Stille nachts, hier wohnen keine Musikstudenten über mir - ich vermisse die echt - was fehlt, ist das Geräusch von Autos, von Menschen auf der Straße, kein Klirren, nichts, nada, noch nicht einmal ein Käuzchen.
Nur dunkles, finsteres Schweigen weht zum Fenster herein und trägt den Geruch nach kalter, feuchter Erde mit sich. Mir gruselt.
Natur?
Ich schreibe jetzt mal lieber nicht was ich denke....

Update:
heute Nacht ging der Nieselregen in Schnee über, dann in Schneegestöber, dann in Schneefall

der Nebel des Grauens hat sich in eine Schneehölle verwandelt....


Montag, 18. November 2013

Black Wood Forest


Manche reisen, weil es ihnen Vergnügen macht, ich weil ich mal wieder aus der Mitte meiner Lieben gerissen wurde. Besser gesagt gefahren. Denn eine Freundin hat sich meiner erbarmt und mich um halb sieben abgeholt und in den Nordschwarzwald befördert.
Schön ist es hier ja schon.
Aber so... nun ja... also wie soll ich es sagen, ohne jemanden auf die Füße zu treten. So ländlich. (Puh, mal gerade noch die Kurve bekommen).
Meine Kater haben natürlich Lunte gerochen, belagerten als erstes einmal den Koffer, anschliessend mich und sind heute morgen ganz aufgeregt um uns herumgestrichen.


wenn ich mich ganz klein mache, pass ich rein und verreise mit....
Hier ganz tiefes Seufzen.
Ob ich ohne Soleil einschlafen kann? Der liegt nämlich immer in der Armbeuge und dient mir als Kuschelkissen. Manchmal auch als Duftkissen, aber dann ist nichts mit Kuscheln. Wenn er duftet verdufte ich.
Also seit heute morgen, seit halb sechs, auf den Beinen, seit drei Uhr *frei*, aber dann die Schnappsidee gehabt, noch *schnell* runter zum Edeka zu huschen..... Hust. Runter ging es schnell, aber wieder hoch?????
Nachdem ich beim *Hausvater* mir einen Internetzugang organisiert hatte, postete ich auf Facebook folgende Statusmeldung:


Check:
Zimmer: etwas karg, aber ansonsten 
Essen  (erst mal die vegane Abteilung des Edekas geplündert, Hafermilch und Brotauftriche gekauft)
Edeka: Berg runter und dann beladen wieder hoch
(bin voll am Ar*** und das am A**** der Welt)
Mit*streiter* solche und solche, aber eher solche
Ralf - ich habe eine Kücken adoptiert 
Wlan - Pustekuchen, aber Lan Kabel bekommen, kostenloses Internet 
Bäckerei - best Laugebrötchen ever!
Betreuung - bis jetzt 
und wie es mir geht?
Ich bin mal wieder brettfertig ^^

Ich weiß nicht, wann ich das letzte mal mit so einem lahmen Internetzugang gearbeitet habe, aber immerhin habe ich Internet. Aber kein Fernsehen, dass packt die Leitung nicht, oder ich akzeptiere es, dass ich mit den Auswirkungen einen schwarzen Lochs zu kämpfen habe (Nerds wisssen was ich meine, oder wie Sheldon sagen würde: na, wie verhält sich die Zeit in der Nähe einer Singularität? Na? ). Den genauso verhalten sich die Bilder auf meinem Monitor.
Aber was soll's.

Es ist nicht ganz 19°° und mein Bett schreit nach mir und auch der Roman vom Schorlau. Mal sehen.
Gute Nacht meine Lieben.

Auswärts

ab heute bin ich für 2x 5 Tage weg - ab in den Blackwood Forest. Ob und wie weit ich Internet haben werde - mal sehen, ihr werdet mich lesen, wenn es so weit ist..... und warum: genau: Rücken und Bein, drückt mal die Daumen.
Bleibt mir treu, auch wenn ich vielleicht ein paar Tage vielleicht nicht hier bin,
cu

Sonntag, 17. November 2013

Zweierlei Maß (Sonnatgsgedanken 46/2013)

Was für eine Meinungsmache.
Zwei Nachrichten tickerten diese Woche über meinen Monitor und beide ließen mich durch die Decke gehen. Es wird geplant  Hartz IV Empfänger im Netz zu überwachen, um ihnen, falls sie Sachen über Ebay verticken sollten, sofort wegen des Missbrauchs an den Kragen zu gehen.
Auf der anderen Seite wird der Bayermanager von seinen Vereinsleuten gefeiert, und sein Mitkumpan Rummenigge  ehrt ihn. Beide haben nachweislich richtige Straftaten begangen - der eine hat 20 Millionen (eine Dekorateurin hat ein Jahresgehalt von ca 26.000€ brutto, jetzt rechnet mal) am Fiskus vorbei in die Schweiz gechmuggelt, sich selbst angezeigt - nachdem er bemerkte da die Steuerjäger hinter ihm her waren, der andere wurde vom Zoll erwischt, nachdem er versucht hat zwei im Ausland gekaufte Luxusuhren auch nicht zu versteuern. Ha, aber der letztere hat eine Strafe von 250.000 Euro abdrücken müssen und ist jetzt vorbestraft - was ihn aber anscheinend nicht juckt.
Und steht jetzt die Meute da und pfeift ihn aus? Pustekuchen!
Der arme Wulff könnte man jetzt denken.... wegen knapp 800 Euro... (wobei es beim Wulff ja noch mal um etws anderes geht).
Dem Hoeneß droht mal richtig Haft. Und wie er weinte, so medienwirksam. Mann! Der heulte doch nicht, weil er bereut, der heulte weil man ihn erwischte.
Tolle Vorbilder. Wow. Der eine Sünder lobt den anderen. Und das Fußvolk klatscht.
Nun ja, der Rest der Republik nicht -der guckt nur staunend. Und die AGA II Bezieher sind wahrscheinlich ebenso fassungsslos da wie ich.
Kann sich noch jemand an den Skandal mit den Steuerfahndern erinnern, die ihn Hessen diffamiert wurden, denen man *geistige Umnachtung* nachsagte, sie von Gutachtern praktisch als geisteskrank bezeichnen ließ... nein? Dann schaut mal HIER.
Spätestens hier sollte man verwundert den Kopf schütteln.
Der Spruch:
Die Kleinen hängt man, die Großen lässt man laufen
 und 

Manche sind eben gleicher als gleich
fallen mir dazu ein und machen mich doppelt wütend.
Wenn man dann - wie in Hessen - dann mit bekommt, dass die Politik mit drinnen hängt, was dann? Erwin Pelzig dazu: Pelzig hält sich.

Zurück zu den Hart IV Empfänger: die werden wegen Kleinigkeiten sanktioniert ohne Ende, Zahlungen werden eingestellt, die wissen dann manchmal nicht mehr was sie essen sollen. Und dann stellt euch den gut genährten, heulenden Hoeneß vor.
Sorry für die die folgende Wortwahl: mir kommt dann das Kotzen....

Was mich etwas besänftigt ist ddie Tatsache, dass mein Fahrradsattel wieder aufgetaucht ist, Dank meiner virtuellen Nachbarin Dora, die auf dem Weg zum Kaffeetrinken ihn im Fußraum eines Rollers endeckte,
Das Kharma mal wieder.
Wenn es das Kharma wirklich gibt, dann weiß ich als was Leute wie  der Hoeneß und der Rummenigge wiedergeboren werden. Aber das schreibe ich hier nicht, dass ist zu unappetittlich....



Freitag, 15. November 2013

Echte Helden

Seit Tagen stehe ich mit einer Freundin in Kontakt, die sich beim roten Kreuz im Katastrophenschutzbereich engagiert. Mit ihr zusammen hatte ich mir überlegt, als das Unheil über die Philippinen hereingebrochen war, einmal über die Arbeit des Roten Kreuzes szu schreiben. Denn sie engagiert sich nicht nur, sondern regt sich regelmäßig auf:
*Nach Hilfe schreien sie alle, aber selbst etwas tun will kaum einer*. Es sei unglaublich schwierig freiwillige Helfer zu rekrutieren, dabei ist bekannt, dass Feuerwehr, THW und auch das rote Kreuz mit Freiwilligen und Ehrenamtlich arbeiten.
Als ich dann heute morgen kurz einmal FB anklicke erschien folgendes Bild: 


Was für ein Zufall.
Zuerst war ich etwas überrascht, aber auch ein klein wenig - nun ja. Etwas spät? Auf der anderern Seite ist mir alles recht, was die Hilfe für die Menschen in Not ankurbelt.
Spenden ist das eine, direkt Helfen das andere - beides wichtig und richtig - und ich kenne Menschen, denen die 5 oder zehn Euro, die sie abgeben weh tun. Und es trotzdem machen, weil sie sagen: denen geht es noch schlechter als mir, die haben noch weniger.

Das Rote Kreuz, seit Jahrzehnten international anerkannt, der Rote Halbmond ebenso, beide Organisationen im selben Auftrag auf der ganzen welt unterwegs.
Die Entstehung des Roten Kreuzes und die Idee werden in den folgenden beiden Kurzfilmen sehr gut dargestellt:
Die Geschichte einer Idee.
DRK - Deutsches Rotes Kreuz

Vor zwei Tagen hat das deutsche rote Kreuz schon  rund 50.000  Euro zur Verfügung gestellt, um das philippinsche Rote Kreuz zu unterstützen, dessen Erkundungsteam vor Ort die Lage sondierte. Manchma sieht man nicht, wofür das Geld eingesetzt wird, und das Geld wird sofort gebraucht und nicht erst dann, wenn die Katastrophe passiert ist.

Es ist für uns selbstverständlich, dass, wenn mal wieder etwas schlimmes geschieht - Hochwasser, Hausbrände, Unwetter - die Helfer sofort uns zur Seite stehen. Und wir machen uns seltenst Gedanken darüber:
Wer sind die denn? Wo kommen die denn her? Wer bezahlt die denn? Wenn wir selbst in der Patsche stecken, dann denken wir natürlich nur an Rettung und sind dankbar. Aber was ist, wenn das Unglück überstanden ist? Treten wir dann in Ortsvereine ein, machen wir eine Dauerspende, werden wir Mitglied?

Ihr versteht mich schon richtig: das ist ein Aufruf, für euch, eure Kinder und Freunde - werdet Unterstützer!
Kinder haben oft großen Spaß bei der freiwilligen Feuerwehr und wenn der Papa, der große Bruder, die Mutti da mitmischen, dann macht es doppelt "Spaß".
Es geht nicht nur darum, direkt vor Ort - wie jetzt auf den Philippinen - Hilfe zu leisten, es gibt viele Bereiche: Logistik, Planung, Aktionen vor Ort.

Es gibt so viele Möglichkeiten mit zu machen. Durch Sach- und/oder Geldspenden, aber auch durch Zeit. Freizeit. Wir haben alles etwas, was wir geben können. Und vielelicht entdeckt der eine oder andere unter euch die Freude daran ein Engel zu sein.


Donnerstag, 14. November 2013

Bob der Baumeister ... (Stuttgart Mitte)

hat Stuttgart im Sturm erobert. Es fing irgendwann mal an und dann schien Stuttgart plötzlich nur noch aus Baustellen zu bestehen. Die Freude darüber - immerhin jede Menge Arbeitsplätze! (da gab es dann schon jede Menge Skandale, aber das ist eine andere Geschichte)- hält sich in Grenzen, denn diese Baustellen bringen auch die unangenehmen Seiten des Baugewerbes in die Stadt: Lärm und Dreck und viele kleine, duftende Klohäuschen.
Okay, denkt sich meinereine, und hinterfragt mal was denn da gebaut wird, es könnte ja sein, dass ich es (und da geht es nur um meine persönliche Meinung), dass ich es gut finde.
Fangen wir doch einmal hinter dem Bahnhof an, den selbigen möchte ich etwas separat betrachten:



Die neue Bibliothek. Von den Kritikern als *Bücherknast*, oder *Stammheim II* bezeichnet, von den anderen als Wunderwerk der modernen Architektur gefeiert. Dazu muss ich sagen: über Architektur lässt sich streiten und über Geschmack auch - und das ganze endlos. Da in Stuttgart ein Faible für quadratisch, praktische Formen vorhanden zu sein scheint - siehe den Kunstkubus am Schlossplatz - na, wer wundert sich da noch?
Ich packte einmal meine Vorurteile ein und pilgerte letztes Jahr hin.
Nun: von außen sieht das Ding aus wie der Geldspeicher von Dagobert Duck, jetzt wird es zugebaut - von allen Seiten bedrängt, also verschwindet es demnächst aus dem Blickfeld. Was für manche eine Gnade wäre, wären es nicht eben solche Kästen.
Der ursprüngliche Entwurf des koreanischen, preisgekrönten Architekten sah vor: weißer Beton und Teiche rundherum. Beim Beton hat man den falschen Sack erwischt und die Teiche wurden aus Kostengründen gestrichen. Großmannssucht ganz klein-städtisch.

sieht natürlich jetzt ganz anders aus
Auf unseren Baubürgermeister sind viele nicht gut zu sprechen, dementsprechend *unfrei im Kopf* ging ich dort hin. Über den Steg von der U-Bahnhaltestelle laufend, wunderte ich mich über die Jubelchöre der Baufreunde  ich fand alles sehr - nun ja, baustellenmäßig. Schön ist was anderes. Kein Grün. Nur Kräne und Bagger.
Aber als ich die Bibliothek betrat vergaß ich die Draussenwelt.
Meine Lippen formten ein großes O und verblieben auch so.


Was mich beeindruckte war die Weite, diese unglaubliche Weite, das Design, auf das funktionelle reduziert schuf es trotzdem eine Dom ähnliche Atmosphäre. Die Farbe weiß dominierte und gab gleichzeitig den Büchern den Vortritt. Man erreicht jede Etage bequem per Fahrstuhl oder nimmt die Treppen, überall laden kleine Bänke zum ruhen und betrachten auf, zum lesen.
Ich flüsterte automatisch.
Und fühlte mich wohl. Schlendeter über die Etagen, trank mir meinem Besuch einen Kaffee in der LesBar, erklomm mit ihr das Dach ( das war vor den ganzen OP's).
Und was sich uns bot war ein toller Ausblick auf - nun ja, hust, nicht so tolles. Aber der Tag war sonnig und da nimmt man einiges in Kauf. Ich ging lieber zurück in das Innere.

Mein Fazit -
Innen: überwältigend, Funktion und Design gehen Hand in Hand und haben einen Lesetempel erschaffen
Außen: Wenn man sich auf die Detail einlassen kann - wow, aber das was die Stadt verbockt hat: eingezwängt zwischen Einkaufmals und Bürogebäuden wird alles verschwinden. Nicht gelungen. Leider.



Mittwoch, 13. November 2013

Psycho - oder aber: auf der Couch ( schräge Gedanken)


Als ich vor ein paar Tagen, durch die überdachte Hofeinfahrt, nach draußen lief stand es einfach so da. Nun ich bin zwar von dieser Welt, aber mir sind auch die anderen vertraut. Und es mutmaßte in mir etwas, dass dies entweder etwas mit dem Raumschiff mit dem Unwahrscheinlichkeitsdrive (per Anhalter durch die Galaxis/Douglas Adams) oder mit der Scheibenwelt (Terry Pratchett) zu tun haben könnte.
Allerdings ist auch nicht auszuschließen, dass ein Nachbar - ein ein-, aus- oder umziehender - die Einfahrt gerade als Zwischenlager nutzt. Unser Vermieter ist gerade im Urlaub, sonst würde sich das niemand trauen.
Aber wer weiß?
Da ich von Psychiatern fasziniert bin, vor allem von diesem einen, der da mordend durch die Bücher und über die Bildschirme zieht, Hannibal Lector, setzte ich mich einfach darauf und und dachte: hey, deine eigene Psychiatercouch. Und das in der Einfahrt. Die Couch eines mordenden Psychiaters. Wow.
Zugegeben - etwas abstrus - aber ich spinne eben ab und zu rum. Und als ich eben des späten Abends da durch die neonhelle Einfahrt stolperte - nun da fielen mir auch die vielen Schweinehälften ein, die hier durchgeschleppt wurden. Denn diese Einfahrt führt zu den gruseligen Hallen einer Metzgerei.
Stellt euch vor ihr trabt morgens schlaftrunken durch eure Hauseinfahrt und euch kommt eine Schweinehälfte entgegen und grüßt euch?
Da sehnt man sich nach einer Couch. Auf der man dann jemanden erzählen kann: ey, mich hat ne Schweinehälfte gegrüßt. Aber man erzählt es dem Nächstbesten. Was vermutlich dazu führen würde, dann man sofort zu einem Couchbesitzer gebracht werden würde, der einem Tintenkleckse zeigt und fragt: Was sehen Sie denn da? Und man selbst in Gedanken: Eine halbe Sau!
Was man alles auf dieser Couch machen könnte!
Für Late Comer - nicht mehr sich die Treppen hochquälen, sondern gleich hier nächtigen.
Oder man könnte eine Couchtherapie to go anbieten.
Ich setzte mich einfach mal. Und fand gefallen an der Couch und der Stimmung. Nun gut, ich hatte etwas Merlot im Blut und es war etwas später am Abend.
Und ich spielte mit dem Gedanken einfach sitzen zu bleiben - es war da noch nicht so kalt wie heute, aber dann zogen sie an mir vorbei: all die Schweinehälften die da in die gekachelten Räume geschafft wurden.
Das fand ich nicht so gemütlich.
Aber die Couch finde ich klasse. Die hätte ich gerne.
Aber ich freue mich nur darauf wie sie versuchen das antike Stück durch das Treppenhaus bugsieren zu wollen.
Falls es doch nicht das Raumschiff mit dem Unwahrscheinlichkeitsdrive ist.
ich glaube ich gehe jetzt mal lieber Tee kochen, ich bin noch nicht ganz wach. Oder ernst. Oder so.



Dienstag, 12. November 2013

SOS

Als vor dem Super Hurricane gewarnt wurde, war es für eine der viele Meldungen, die man zwar wahrnimmt, aber nur am Rande. Es drang nicht wirklich ins Bewusstsein. Es kam mir auch nicht in den Sinn, dass ich Philippinas im Bekanntenkreis habe.
Die Bilder die dann über den Bildschirm in  meine kleine, heile Welt drangen, brachten auch das sprachlose Entsetzten. Meine Probleme und die Streitereien am Wochenende kamen mir plötzlich nebensächlich vor.
Auch wenn ich selbst nicht sehr viel habe, so habe ich genug, um noch etwas abzugeben, Die Menschen vor Ort haben oft nur noch das Leben. Und es ist noch nicht vorbei.
Wie es  dort aussieht muss ich hier nicht wiederholen. Nur eins: es geht um das nackte Überleben.
Aber wem jetzt spenden und wie?
Ich habe euch einmal eine kleine Liste zusammen gestellt, einfach auch die Links klicken. Teilweise könnt ihr per Überweisung oder SMS spenden.
Auch wenn man selbst wenig hat, aber einmal auf eine Schachtel Zigaretten oder einen Kaffe zu verzichten ist für die meisten möglich.


Gerade noch hereingekommen:


Das DRK ist dringend auf Spenden für die Opfer des Taifuns auf den Philippinen angewiesen: Spendenkonto: 41 41 41 Bank für Sozialwirtschaft BLZ: 370 205 00 Stichwort: Wirbelsturm.


Das rote Kreuz (gestern schrieb mir ein Freundin, die im Rettungsdienst arbeitet und empfahl sie mit)
Aktion Deutschland Hilft
World Vision
Red Nose Day (hier kann man ganz einfach per Sms spenden, aber 17 Cent gehen an den Provider pro SMS)

Wie gesagt: auf den Philippinen geht es um das nackte Überleben.
Gestern wurden Bilder übertragen, die mir die Tränen in die Augen trieben.
Bitte helft mit die Menschen vor Ort zu unterstützen.

Danke

Montag, 11. November 2013

Post

Eines Tages klebte folgendes Bild mit dem Text an meiner Facebookpinnwand:

Liebste Marianne, ich bräuchte ganz dringend deine Postanschrift, mir ist da am Flughafen Abu Dhabi jemand über den Weg gelaufen...


Ich kann euch gar nicht sagen, wie sehr ich auf dem  berühmten Schlauch stand. Es stellte sich heraus, dass die Freundin, die mir da an meine Pinnwand geschrieben hatte ( Spitzname: Weltenbummler), bei einem Zwischenstop - sie turnte zwischenzeitlich in Nepal auf den Bergen herum - am Flughafen des Nachts den Sänger einer meiner Lieblingbands sichtete.
Sie haderte lange mit sich, aber sie tat es. Nicht für sich, sondern sie musste direkt an mich denken.
Und das ist es, was mich am meisten freut - und mich zutiefst anrührt.
Ihr war es mega peinlich und trotzdem ging sie hin, sprach ihn an und bat um eine Autogramm für mich.
Ich kann es mir lebhaft vorstellen - sie schrieb mir: ich glaube ihm war es genauso unangenehm wie mir und wir beide waren froh, als ich wieder ging, es war ja auch seine komische Freundin dabei.

Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen, denn sie lebt in Hamburg und ich in Stuttgart, sie ist viel unterwegs und ich momentan noch an Stadt und Haus gebunden, sporadisch halten wir über FB Kontakt und trotzdem sind wir uns nah.
Manchmal braucht es eben einen Auslöser, wie diese kurze Begegnung am Flughafen.
Was mir viel, viel wichtiger als das Autogramm ist ( *kreisch! Ich habe eine Autogramm von Till Lindemann! Hyperventilier*) ist das Wissen, dass es Menschen gibt, die den Gedanken an mich in sich tragen.

Danke Karina. Küsschen nach Hamburg, wir sehen uns.

Sonntag, 10. November 2013

Abschied (Sonntagsgesdanken 45/2013)

nahm ich diese Woche von Dingen, Ideen, Orte und auch von Menschen.
Unter anderem von meinem Fahrradsattel. Als ich Samstagmorgen vom Einkaufen kam, fiel es mir auf: der Sattel samt Sattelstange war weg. Mir ist egal, warum man sich am Sattel eines fremden Fahrrads vergreift, ich habe zwei Jahre gespart, um mir diesen Drahtesel leisten zu können und wünsche dem Dieb Herpes am Ar***.
Diebstahl ist für mich *hmpf*, aber Dinge kann man ersetzen. Manchmal dauert es und mancher Gegenstand hat auch einen ideellen Wert, ist mit Erinnerungen behaftet, aber das trifft im Falle meines Fahrradsattels nicht zu: der war nur unbequem und in Gedanken rufe ich ihm zu: Verhalte dich wie ein Nagelbrett, ich bitte Dich!
Also war es ein überraschender, mit finanziellen Einbußen gepaarter Abschied, aber nicht wirklich ein tragischer, schmerzhafter.
In der Nacht, in der der Dieb diese Sitzgelegenheit entwendete, trafen sich ein paar bewegte Menschen zum letzten Schwoof im Casiopeia. Das Casiopeia liegt im Wald, ist bekannt als Waldheim, wird alternativ geführt und wird demnächst - wie so vieles in Stuttgart - bald Opfer der Bagger. Es wird Geschichte sein. Und Marions Mann Manne, auch als Fred bekannt, legte alle zwei Monate, oder öfters, Musik auf. Dann zappelten leicht ergraute Menschen, als ginge es um ihr Leben, auf der Tanzfläche. Diesen Freitag tanzte ein Mann im Rollstuhl, selten so etwas anrühriges gesehen. Und ich dachte -was für ein toller Mann!
Zwar muss man durch den stockfinsteren Wald, es dauert manchmal sehr lange bis man sein Getränk bekam, aber dieser Ort hat Flair. Und die Menschen, die sich dort treffen, auch. Unser Rudel sowieso.
Ich habe dort sogar mal auf dem Tisch getanzt ---- es gibt aber - Gott sei Dank - keine Beweisfotos. Und mancher sprach dann später, des Nachts, auch mit den Bäumen und umarmte diese. Der Rioja hatte es in sich. Aber ich gehörte nicht zu den Baumkuschlern.
Mit auf dem Tisch tanzen ist es eh vorbei (wegen Bein und Rücken), aber es macht wehmütig zu wissen, dass es vorbei ist.
Fair well Casiopeia, ich wünsche dir für deine letzten Tage noch ganz viele Besucher.

Was mich traurig und wütend zugleich machte diese Woche und zu einem Abschied der besonderen Art führte, war der Ausbruch fremdenfeindlicher Hasstiraden in meinem Bekanntenkreis.
Es wurde vom Zugrunderichten Deutschlands durch Flüchtlinge gesprochen, von Horden, die Wohnungen verwüsten würden, deutsche Kinder würden ihre Muttersprache wegen dem hohen Ausländeranteil nicht mehr richtig lernen.
Mir entgleiste wohl jeder Gesichtsmuskel, so fassungslos war ich. Nein ich leugne nicht die Brisanz und Problematik, aber ich verkenne auch nicht die Ursachen -  unter anderem die Ghettobildung. Auch weiß ich, dass es Stadtteile in dieser Stadt gibt, die sehr *entfremdet* sind, das die Bandenkriminalität eher eine internationale Geschichte ist, aber bei der ganzen Diskussion wird vergessen, dass es um Menschen geht. Auf der einen Seite Lampedusa schlimm finden, aber selbst nichts tun wollen.
Wir *Westler* leben so gut, weil es eben auf  die Kosten der Menschen der dritten Welt geschieht.
Es wird zuviel vermischt und zuwenig differenziert.
Das dies ausgerechnet in der Woche des Jahrestages der Reichskristallnacht geschah ist doppelt bitter.
Womit ich auch bei der Idee bin, von der ich mich verabschiedete: die Idee, dass die Menschen aus der Geschichte lernen. Anscheinend nicht. Leider. Rassismus ist wieder salonfähig und beginnt meistens mit dem Satz: ich bin ja nicht rechts, aber was mal gesagt werden muss....
Über die Diskussion zum St. Martinstag schreibe ich mal lieber nichts.

Vergesst heute nicht eure Regenschirme, es ist nass draußen.

Freitag, 8. November 2013

Weltputzfrauentag

Ich gebe zu, ich raffe manchmal nicht alles gleich, manches auch nicht später und manches gar nicht (Huhu, Mr. Physiklehrer, ich lauschte andächtig aber vergebens). Mann bzw Frau muss auch nicht immer alles verstehen.
Zum Beispiel verstand ich heute morgen auch nicht, warum ich Lust auf's Putzen bekam. Na ja, Lust? Eher ein Drang. In der Zeit der Bewegungsunfähigkeit habe ich manches schleifen lassen und manches geht auch jetzt noch nicht, aber kein Grund total zu verlottern.
Und dann sprach eine Frau heute im MoMa über Putzfrauen, was mich leicht verwunderte. Später dann postete ein Freund bei Facebook einen Text zum Weltputzfrauentag.
Heute ist also der Welttag der Putzfrauen.
Und jetzt?
Werden sie mit Lilien geschmückt und auf Händen durch die Stadt getragen, geehrt und anständig bezahlt, sozialversichert und geachtet?
Wohl kaum. Die meisten laufen achtlos an den guten Geistern vorbei und wenn sie einmal das Wort an sie richten, dann meistens nur, um zu meckern.
Leider kann ich mir so einen guten Geist nicht leisten. Während der langen Liegezeit hätte ich eine Putzhilfe beantragen können, aber ich bin stur und will immer alles selbst machen.
Während meiner Ausbildung ging ich unter anderen auch putzen. Insgesamt 8 Stunden die Woche, vier davon in der Schule, die anderen gingen nach Hause, ich stuhlte auf, kehrte die Klassenräume durch und putzte die Toiletten.
Vielleicht sehe ich deshalb Menschen, die in diesem Bereich tätig sind, als das was sie sind: Menschen, die eine, Job nachgehen, von dem sie leben. Mit dem sie ihr Geld verdienen.
Deswegen sind sie nicht weniger wert als Menschen, die in anderen Bereichen arbeiten.
Denkt doch mal dran, wenn ihr wieder einmal eine Toilette aufsucht, die nicht die eure ist. Das ist mehr wert als dieses Dies-und-Das-Welt-Tag-gedöns. Achtet sie einfach, nehmt sie als Menschen wahr und grüßt sie.


Donnerstag, 7. November 2013

Barocke Pracht, Auszeit

Auch wenn die Tage zur Zeit eher trübe starten, es ist November und die Zeit der Hochnebel, sobald die Sonne durch das Grau bricht, entflammt das Herbstlaub in leuchtenden Farben.
Am besten raus aus der Stadt, in die Parks oder aber einen Ausflug zum Ludwigsburger Schloss.



Jetzt im Herbst kostet es keinen Eintritt. Im Sommer finden hier viele Ausstellungen, Konzerte statt. Diesen Sommer sah ich hier Philippe Poisel.  Berühmt-berüchtigt ist das musikalische Feuerwerk, dann strömen die Massen in einen Teil des Schlossgartens, breiten Picknickdecken aus, Kissen werden gezückt, man plündert die Imbissbuden oder die mitgebrachten Fresskörbe.
Es ist nicht ganz billig, die Eintrittskarte, aber es lohnt sich wirklich:
Musikfeuerwerk Ludwigsburg
Aber wie schon geschrieben: jetzt im Herbst ist der Eintritt frei, und wenn man sich entschließt die Hauptwege zu verlassen, dann entdeckt man wirkliche Kleinode: so wie den sardischen Garten, einen Tunnel in dem durch künstliches Licht wunderschöne Orchideen blühen. Wenn man es wagt und durch den Tunnel geht, gelangt man in eine sehr große Voilere, und sieht sich Auge in Auge mit Storchen, Flamingos, Tauchhühnern, ohne trennenden Zaun.


Nicht weit von Stuttgart gelegen, mit dem Auto eine halbe Stunde, mit der S-Bahn auch nicht weiter, ist man schnell vor Ort. Auch ohne das Schloss und die angeschlossene Parkanlage, lohnt sich ein Ausflug in die barocke Stadt - wenn man einmal den Bahnhof hinter sich gelassen hat, der ein wirklich widerliches Flair hat.
Aber zu den schönen Aussichten. Vom Bahnhof gelangt man innerhalb von zehn Minuten zum Schloss. Im Sommer stehen überall enorm große Palmen, in Kübeln, die jetzt, wenn Frost droht, in das angeschlossene Gewächshaus verfrachtete werden und hier dem Sommer entgegen träumen.


Wie Rapunzel. Deren Zopf sich tatsächlich, an der Turmmauer im Märchengarten entlang, herunterschlängelt, wenn man laut genug ruft *Rapunzel, lass deinen Zopf herunter*. Ich gebe mir jedesmal den Spaß.
Hier ist ein Kinderparadies. Am Brunnenrand sitzend lauschen sie der Frauenstimme aus der Tiefe, die ihnen von Frau Holle und dem Pechmariechen erzählt. Wenn man diesen *Kindergarten* hinter sich lässt und den Hügel erklimmt, dann kommt man in den weniger bekannten Teil des Gartens:
den Teil mit der alten Schiffschaukel, dem alten Karussell, welches tatsächlich noch in Betrieb ist, hier sind *Brachwiesen*, und man kann sich gut vorstellen, wie die Menschen in den verschiedenen Zeiten hier Sonntags flanierten.


Man kann den ganzen Tag hier verbringen.  Durch den Garten schlendern und/oder eine der Führungen durch das Schloss mitmachen. Alleine, mit der Familie, mit Freunden. Man kann auch etwas essen oder trinken, kitschige Kleinigkeiten erstehen, die dann zuhause verstauben, oder man geht im Städtchen etwas trinken. Und man kann wieder kommen. Immer und immer wieder. Ich werde spätestens zum Ludwigsburger Weihnachtsmarkt hier wieder aufschlagen.



Mittwoch, 6. November 2013

Die Russen kommen - der etwas andere Lesetipp

Irgendjemand hat mal gesagt: Zeit, die man mit Katzen verbringt, ist nie verschwendet. Ich wünschte ich könnte das über Bücher sagen. Gerade habe ich mich durch einen sogenannten *Laydythriller* gequält. Ich hätte dem Ganzen ein schnelles, schmerzlose Ende bescheren sollen, statt dessen las ich mich durch Sexszenen alla Barbara Cartland und Personenbeschreibungen: zierliche, feen-gleiche Heldin und breit schultriger, schmalhüftiger Held mit unglaublichen Augen... seufz.
Warum ich mich da durch gebissen habe? Die Grundstory war gar mal nicht so schlecht, als sich dann aber auf den letzten Seiten die Hausfrauenträumereien unerträglich wurden, gab ich auf.
Und stand an meinem Bücherregal, ließ meine Finger über die leicht angestaubten Buchrücken gleiten, - ein Kindle hätte bestimmt etwas, aber ich stehe auf Papier - und überlegte, welches Buch ich noch einmal lesen könnte.
Ja, ich lese Bücher manchmal zwei, dreimal - wenn sie gut sind. Dann bleiben sie auch bei mir. Und der Staub darf sie ein wenig einhüllen, was jedesmal Niesanfälle auslöst, wenn ich sie aus ihrem verdienten Schlaf reiße und ihre Seiten streichle.
Der Rest geht auf Wanderschaft, wird verschenkt, wieder verkauft.
Bücher sind für mich mehr als nur bedruckte Seiten, sie sind die Türen in andere Welten, ihr Papier sind mein Schiff, dass mich über den Ozean der Wörter trägt, Abenteuern entgegen.
Ich bin der Gast in den Geschichten, den niemand sieht, der Voyeur.
Welche Geschichte ich immer wieder lesen kann - und auch ansehen, denn sie wurde ansehlich verfilmt (die Handlung im Film weicht allerdings in einigen Punkten ab, was aber dem Geasmtwerk nicht schadet), ist die
Wächter-Serie von Sergei Wassiljewitsch Lukjanenko.



Jetzt muss ich aufpassen, dass ich nicht ins Schwärmen gerate.
Als alte Fantasy und SIFI Tante war ich schon länger etwas gelangweilt, die Bücher wurden sich immer ähnlicher, geschliffener, nichts Neues, nichts mehr, was mich praktisch vom Hocker riss und den Schlaf raubte, bis - ja bis ich eines Tages auf einer Geschäftsreise, wieder einmal durch eine Verspätung der Bahn, meine Zeit in einer Bahnhofsbuchhandlung *verbummelte*.
Gerne könnt ihr mich seltsam nennen, Bücher suchen sich auch ihre Leser aus. Und dieses Buch zog mich an, etwas kribbelte unter meinen Fingerkuppen. Ich schlug es auf und fing an zu lesen. Klappte es zu, las die Beschreibung auf der Rückseite, ging zur Kasse, bezahlte und las bis ich zuhause ankam, aß etwas, las weiter. Ich war in die Falle gegangen.
*Wächter der Nacht* erzählt die Geschichte des ewigen Kampfes zwischen Gut und Böse, erfrischend grob und ungeschönt, ohne die übliche schwarz-weiß Malerei.
Es gibt keine strahlende Helden, alles wirkt etwas schmuddelig und Kohle geschwärzt, es graut einem manchmal beim Lesen. Beim Lesen entwickelte ich aber auch eine gewisse Sympathie für die dunkle Seite.
Es ist eine Reise in ein anderes Land, eine andere Kultur, eine andere Welt. Nicht nur in die Fantasie. Nachdem ich das Buch gelesen hatte, kam relativ bald der Film dazu in die Kinos, der bis heute erfolgreichste russische Film.


Und dieses Film begeisterte mich ebenso wie das Buch: ich saß atemlos und selbstvergessen im Kinosessel und tauchte ganz in die Geschichte ein. Ungeschönt erzählt, teilweise in grausamen Bildern.
Als ich Jahre später tatsächlich einmal in Moskau war, konnte ich erst begreifen wie der Autor diese Stimmung im Roman zustande bringen konnte. Es ist wirkliche eine andere Welt.
Ihr wartet auf eine Inhaltsangabe? Dann folgt dem Link zu Wikipedia.
Ich las alle Bände der Wächter Geschichten und nicht nur das - ich hatte für mich entdeckt, dass ich die düster-melancholische Art mancher  russischer Schriftsteller mag und erbeutete manch gutes Buch.
Warnung: Suchtgefahr.



Dienstag, 5. November 2013

Vom Flanieren und Flaneuren ( das Theaterhaus, der coole Norden)

Laut Wikipedia ist ein Flaneur ein Genießer:

Der Flaneur (aus französisch flaner „umherstreifen, umherschlendern“) ist ein Mensch, der im Spazierengehen schaut, genießt und planlos umherschweift – er flaniert.

Für mich sind Flaneure mehr seitdem ich Joe Bauers Depesche lese und seinen Flaneursalon besuche. Während er flaniert, sinniert er auch über einiges, und ich mag seine Art von A nach Q zu wandern mit Umwegen über Z. Er ist sarkastisch, witzig, verpackt sein Wissen gekonnt in eine sehr ansprechende Sprache. Und manchmal ist er böse. Aber gut.
Aber um diesen lesenden Autoren geht es heute nur am Rande.


Warum ich ins Theaterhaus ging, ist ebenso Nebensache. Ich war auf alle Fälle vor Ort und da fanden dann ein paar Menschen, wenn ich schon da sei, müsse ich auch in die Vorstellung der Jubiläumsvorstellung des oben genannten Herrn. Und wie ich immer sage: Es ist nicht wichtig, wen man kennt. Es ist nur wichtige, wen die wieder kennen. Eigentlich wollte ich heim. Irgendwie war mir nicht ganz gut, aber eine Freundin ließ nicht locker und schließlich saß ich der zweiten Reihe vor der Bühne. (Nur kein Neid bitte.) Ich höre Joe Bauer gerne zu, ich mag seine Art seine Texte vorzutragen, und als ich dann Uta Köbernick ein paar  ihrer Rabenlieder singen hörte, war ich im Glück.

Es ist wie mit meinem Smartphone, meinen beiden *Booben* (meine Kater) - ich komme zu ihnen wie die Mutter zu dem Kinde: unerwartet.
Ich schweife wieder einmal gnadenlos ab - mir geht es heute um das Theaterhaus. Es heißt so. Einfach Theaterhaus. Heute in der Nähe des Pragsattels, in der Sichtweite der großen Neon-Litfaßsäule, von der ich mich immer Frage, was den darin sei, unter deren Haupt sich zu fast jeder Tageszeit der Verkehr staut, wenn man runter in die Stadt fährt. Man kann aber auch bequem mit der U-Bahn fahren (die U7/U15) - von der nächsten Haltestelle aus ist es ein Katzensprung.


Im Sommer kommen viele durch den Park angeradelt, der in der Nähe sich bis in die Innenstadt zieht und der leider mal wieder - durch S21 verursacht - einiger seiner Prachtbäume verliert, geopfert auf dem Altar der Fortschrittsgläubigkeit.

Das Theaterhaus war nicht immer hier oben, über der Stadt, es zog irgendwann einmal um. Ich kenne es aus alten Tagen, wenn ich mit der *Neuner* (oder war es die Vier?) Richtung Wangen zuckelte, in eine ruchlosere Gegend, eine Polizeiwache um die Ecke. Hier war alles noch etwas *alternativer*, abgeratzter. Mit einem kleinen, lauschigen Biergarten. In den alten Hallen sah ich manches Konzert, "die kleine Tierschau" und manch anderes. Das Publikum war schräger, bunter. Ich liebte es.
Als ich gestern in der Eingangshalle des neuen Theaterhauses stand kamen die Erinnerungen und als ich so das Publikum betrachtete - nun, wir kommen alle in die Jahre. Ein Teil passt sich an, ein Teil bleibt anders.


Das neue Theaterhaus besticht nicht gerade durch den Charme des Gebäudes. Es ist funktionell und irgendjemand hat bestimmt gedacht (ich vermute stark, es war der Architekt):
-  Schicht-Beton ist ein gute Sache -
Es ist funktionell. Stimmt. Und ein Ort wird meist durch seine Nutzung ein guter Ort. Und die Macher des Theaterhauses machen gute Sachen. Hier habe ich Hagen Rether gesehen, Caveman, hier lauschte ich Ben Becker als er *Alexanderplatz* las und verliebte mich wieder einmal in seine Stimme. (Der Rest kann mir gestohlen bleiben.)
Hier flaniere ich - denn flanieren kann man nicht nur durch Wälder, Parks und Straßen - durch die Hallen und beobachte.
Was ich am Theaterhaus nach wie vor schätze, ist seine übersichtliche Größe, dass man es gut erreicht und das Programm. Ein Ort lebt von dem, was sich in ihm abspielt.

Theater eben.











Montag, 4. November 2013

Total ver-äppelt


Hübsches Bild, nicht war? Aber um das Kernobst geht es mir heute nicht. Auch nicht darum, wie man jemand veräppelt und woher der Begriff stammt- Wobei, das eine sehr interessante Frage ist. Gleich mal *Googeln*.
Nein, ich meine die Geräte dieses amerikanischen Hard- und Software Herstellers Apple.
Ich habe mich jahrelang gegen diese Hysterie gestemmt. Kilometerlange Schlangen von wartenden Menschen, wenn ein neues iPhone auf dem Markt kommt. Kann ich einfach nicht nachvollziehen.
Von meinen Freunden aus der Web/Designecke weiß ich allerdings, dass sie ihre Macs lieben.
Für mich sind das Computer. Innovative, aber trotzdem eben doch nur: Computer.

Nun, es begab sich vor Jahren, dass mir mein ganz neuer MP3 Player im Freibad geklaut wurde. Ich war stocksauer. Einerseits hatte ich ewig Paybackpunkte gesammelt und angespart und dann die ganze Musik. Ich knurrte. Und das im hochheiligen Berg. DAS Mineralbad der Stuttgarter Honoratioren, Schwulen und  *Szene. Wer etwas auf sich hält geht ins Berg, Basta.
Trotzdem wurde ich dort beklaut.
Und hatte keinen MP3 Player mehr.
Wie der Zufall es wollte, dass ich ein paar Tage später die Mail einer Freundin erhielt. Eine Freundin von ihr würde ihren gebrauchten iPod verkaufen. Gebraucht für 150€.
Heute gibt es Tauschbörsen auf Facebook, damals war ich noch nicht einmal auf der Socialmedia Plattform.
Ganz kurz: ich bekam den iPod und was mich da schon in den Wahnsinn trieb: erst ein Apple Programm runterladen, dann erst die Musik auf das Gerät packen. Und das klappte nicht so wie ich es wollte. Ich knurrte wieder.


Aber:
ich war begeistert über die Menge an Songs die ich speichern konnte, das hübsche Design, und die Klangqualität. Nun, ich musste zugeben: das Ding ist nicht schlecht. Und als mir dann auch noch ein Freund seine zweite Dockingstation von JBL ins Wohnzimmer stellte (geliehen, nicht geschenkt) war ich auch noch rundherum beschallt.
Und es funktioniert immer noch... der Akku ist einfach unglaublich und hält und hält und hält... und die Bissspuren im Tisch, aus der Anfangszeit, sind auch kaum noch zu sehen.

Dann ging mir vor kurzem mein kleines Smartphone von Samsung, das ACE, kaputt. Es hatte mir gerade mal zwei Jahre lang die Stange gehalten. Mit einem Schlag hatte ich weder Telefonverbindung, zu der Zeit hatte ich kein Internet, und dadurch auch kein TV, keinen Wecker, kein Radio. Nichts. Nada. Nüscht. Nix. Wer mag kann es nachlesen: hier
Ich mag Samsung, aber das Ace war nicht der Bringer und es ist das zweite Handy von Samsung  in Folge, das mich sehr schnell verließ.
Ich kam  gut mit meinen Nokias und mit meinem Sony Ericsson zurecht. Letzteres habe ich heiß und innig geliebt. Als es mich verließ, war ich tatsächlich traurig. Es war eins der ersten UMTS Handys und als die WM in Deutschland lief, scharrten sich in Mannheim am Bahnhof die Jungs um mich, um mir mir auf dem winzigen Display Fußball zu gucken. Und es war weiß. Zu diesem Zeitpunkt war das eine Revolution.

Nun in der Zwischenzeit geht es mir beim Handy vor allem um eins:
Es muss funktionieren. Und ich mag keine *Verträge*, kein Handy mieten oder so. Ich kaufe die Dinger lieber und benutze sie, bis die Einzelteile zu Boden fallen. Aber Smartphones sind teuer.
Da erreichte mich die Nachricht einer Freundin, per Kommentar auf meiner Pinnwand:*gebrauchtes iPhone4 16GB für 100€, guter Zustand, guck doch mal in der Tauschgruppe nach.*
(Danke Parla, den Cocktail hast du dir echt verdient)



Ich hyperventilierte, schrieb den Menschen an und holte am nächsten Tag das Smartphone ab.
Was dann passierte war ärgerlich, aber eine andere Geschichte. Aber es funktioniert.
Langsam gewöhne ich mich auch daran. Es ist wie bei dem iPod, Am Anfang macht es einen wahnsinnig, weil es in vielen Dingen einfach anders aufgebaut ist. Dann gewöhnt man sich daran. Dann findet man es gut. Dann möchte man nichts anderes mehr. Aber so weit bin ich noch nicht. Ne, ne, ne.
Ich doch nicht.
Aber die Kamera des Smartphones ist schon nicht schlecht. Und es liegt echt fein in der Hand. Und so.


Nein, einen Apple PC werde ich mir nicht zulegen. Aber das Wort *Tablet* schwebt im Raum herum.





Sonntag, 3. November 2013

Novemberregen (Sonntagsgedanken 44/2013)

Es ist zwar hell, aber ein diffuses Licht. Ein grauer Himmel und kühle Luft weht durch die geöffneten Fenster zu mir hinein. In die Bettdecke gekuschelt lausche ich dem Rauschen des Regens und dem Gurgeln des Wassers, während es in den Fallrohren dem  Boden entgegenstürzt.
Nur das Klacken der Tastatur und ab und zu das Geräusch von Autoreifen auf einer sehr nassen Straße. Es ist gerade acht Uhr und ein sehr friedlicher Morgen. Die Katzen sind satt und haben sich in ihre Kuschelecke getrollt, bzw sitzen entspannt auf der Fensterbank vor dem geöffneten Fenster und beobachten still die Straße.
Solche Morgende mag ich. Ihnen wohnt ein seltener Frieden inne, noch nicht einmal das Krächzen der Krähen stört. Der Kaffee dampft neben mir auf dem Beistelltisch und ich bin immer noch relativ schmerzfrei.
Müde, aber entspannt.
Kirchenglocken mahnen die volle Stunde an und noch etwas anderes, aber ihrem Ruf folge ich schon lange nicht mehr.

In den letzten drei Jahren hat sich einiges in meinem Leben verändert, manches gewollt, manches von außen gesteuert, manches hat mich einfach überrollt. Ich hatte viel Zeit, Informationen stürmten meine Behaglichkeit und ließen zumeist mindestens den Funken einer beginnenden Nachdenklichkeit am Leben bleiben. Und in manchen Bereichen wurde daraus ein Feuersturm der Entrüstung oder auch ein Flächenbrand - es hängt so viel zusammen und wer wach ist ist, kann sehr wohl die Verknüpfungen erkennen.
Wenn ich mich in dieses Thema hinein knien würde, würde ich vermutlich nächsten Sonntag noch an diesem Artikel schreiben.
Ich greife mir deswegen nur ein Thema heraus, das mich diese Woche beschäftigte.
Plastik.
Plastik ist immer und überall um uns herum. In unseren Möbeln, technischen Geräten, Im Geschirr, fast alles ist in Plastik verpackt. Plastik ist praktisch, schick, hipp und absolut umweltschädlich. Plastik vermüllt Meere und die Mägen von Seevögeln, die dann mit vollem Bauch elendig verhungern, weil sie das Zeug fressen - sie denken es wäre Futter.
Es gibt ja jemanden der die Idee hat, die Meere wieder sauber zu bekommen.
Auch was viele einfach nicht wissen: Weichmacher im Plastik sind nicht nur oft gesundheitsschädlich - vor Jahren wurden Kindermatschhosen mit verheerenden Ergebnis getestet, auch Plastikflaschen geben Stoffe an die Flüssigkeiten in ihnen ab - und manche sind hormonaktiv oder verändern das Erbgut.
Hier ist es wie bei der radioaktiven  Strahlung: was der Mensch nicht sieht, schmeckt, riecht, direkt fühlt oder hört - das nimmt er einfach nicht wahr. Jedenfalls die meisten Menschen nicht.
Nein, ich werde jetzt nicht einen Feldzug gegen Plastik beginnen. ich habe auch Tupperware in meinen Schränken und in meinem Gefrierfach, aber:
ich habe begonnen auszutauschen. Mein Obst und Gemüse im Kühlschrank liegen in glasierten Keramikschüsseln, zum Kochen habe ich schon immer Holzkochlöffel benutzt. Ich kaufe nichts Neues aus Plastik dazu.
Wenn ich einkaufen gehe, habe ich stabile Taschen oder Körbe dabei - ich muss alles zu Fuß machen - in meiner Handtasche befindet sich in der Zwischenzeit fast immer ein Stoffbeutel und, wenn es sich nicht vermeiden lässt, nehme ich eine Papiertüte.

Wenn Grey meint wieder einmal den Einkaufskorb okkupieren zu müssen, nehme ich einen guten, alten Stoffbeutel

Es gibt ja Alternativen: Cellophan zum Beispiel. Und das knistert auch noch so herrlich.
Statt Mineralwasserflaschen aus Plastik nehme ich Glas und/oder trinke *Hahnewassa*, also Leitungswasser. Man kann sein Leitungswasser relativ günstig testen lassen. Billiger, keine Schlepperei und umweltbewusst. Dafür habe ich mir eine schöne Glaswasserkaraffe gegönnt.
Statt nach den Gebinden im Supermarkt zu greifen nehme ich bewusst loses Obst und Gemüse, dass ist allerdings auch eine Preisfrage: es hilft schon wenn man einmal die Kilopreisse miteinander vergleicht.
Wie gesagt ganz ohne geht es nicht, ich habe genug Plastik in meiner  Wohnung, es ist praktisch, günstig und oft auch noch hübsch.
Einfach mal drüber nachdenken, beim nächsten Einkauf, ob man nicht eine kleinen Stoffbeutel mitnimmt, oder einen Weidenkorb - statt auch noch mit einer Plastiktasche, für die man zahlt, Werbung für das Geschäft zu laufen in dem man eh genug Geld gelassen hat.

Euch allen einen kuscheligen Sonntag

Nachtrag: gerade entdeckt -
http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung-medizin/medizin/bisphenol-a-in-unserem-blut-fliesst-plastik/9012072.html



Samstag, 2. November 2013

Rübe ab! (vergessenes Gemüse)



Bei uns auf dem Dorf waren Rüben nur Zweierlei: entweder *Saufutter* oder Zuckerlieferant. Im Herbst fuhren Traktoren mit Anhängern, auf denen sich Rüben türmten, Richtung Zulieferer für die Zuckerfabriken.
Armeleuteessen oder Viehfutter - das war die Steckrübe. Sie kam bei uns nie auf den Tisch, ebenso wenig wie der Kürbis oder Mangold. Dabei war meine Mutter eine gute Köchin und baute auch Gemüse selbst an.

Nun, die diese Rübe besticht nicht gerade durch ihre Schönheit, aber ich bin kulinarisch auf dem Entdeckertrip und manchmal auch auf Irrwegen. Das letztere eher selten. Und da ich zu der verfressenen Gattung der Menschheit gehöre - seufz - und  auch noch eine geeignete Testperson im Freundeskreis habe, heißt es in diesen Fällen:
Probieren geht über studieren. Und ich machte mich ans Werk.


Als erstes schnitt ich die Rübe in zwei Hälften und schnufferte. Ein leichter Kohlgeruch stieg mir in die Nase, dann schälte ich mit einem scharfen Messer die Schale großzügig ab. Ein kleines Fitzelchen Rübe wanderte in meinen Mund. Ich war überrascht, ein angenehmes würziges Aroma, leicht an Kohlrabi erinnernd, aber süßer.
Eine Hälfte der Rübe ging, gut verpackt, in den Kühlschrank, die andere wurde in ca 1,5 cm große Würfel zerteilt.
Womit ich zum Rezept komme.
Herbstzeit, Eintopf und Suppenzeit. Und ich hatte noch einen halben Hokaido im Kühlschrank, der auf seine Weiterverarbeitung wartete.
Hm. Ich stand vor meinem Reich der Kühle und starrte hinein. Lauch, Knollensellerie, Knoblauch, Zwiebeln: habe ich immer zuhause.
Gewürzschrank auf: Lorbeerblätter, Kümmel, Liebstöckel.
Ein altbackenes Laugencroiss und glatte Petersilie waren auch vorhanden.
Und in meiner Rübe - ähm Kopf, rumorte schon eine Idee. Hier das Ergebnis:



Dreierlei Knollen:  (4 Portionen)

1/2 Steckrübe, geschält und gewürfelt
1/2 Hokaido, gewaschen und gewürfelt
3 große, festkochende Kartoffeln. geschält und gewürfelt
(alle drei jeweils in ca 1,5 große Würfel)
2 Knoblauchzehen, gehackt
1 große Schalotte geschält und gewürfelt
1 1cm dicke Scheibe Knollensellerie,geschält,  feingehackt
1 große Gemüsezwiebel, geschält und fein gewürfelt
1 halbe Lauchstange, geputzt und in 1,5 cm dicke Ringe zerlegt

Gewürze und Kräuter:
Salz , Pfeffer (weiß), Kümmel 1/2 Teelöffel, Liebstöckel (Maggikraut),  2 Lorbeerblätter,

Einen großen Topf braucht ihr. Öl heiß werden lassen, Zwiebeln und Knoblauch *anschwitzen* (nicht bräunen!) lassen, bis sie glasig werden. Jetzt das zerkleinerte Gemüse (also alles) dazugeben und und andünsten. Die Gewürze dazu und weiterschmorren.
Mit Wasser aufgießen bis alles bedeckt ist, und ca 20 Minuten Köcheln lassen.
Fertig!


Topping:
1 altbackenes  (Laugen)Croissant
gehackte, glatte Petersilie
etwas Öl
in einer Pfanne *rösch* anbraten
und über den heißen Eintopf geben

Der Eintopf ist leicht süßlich, lebt davon das Kürbis, Kartoffeln und Rübe einen unterschiedlichen Biss haben: der Kürbis *schmilzt* förmlich auf der Zunge, die Rübe zerfällt fast.
Also, das gibt es jetzt öfters bei mir.

Rübe rockt!