Donnerstag, 7. November 2013

Barocke Pracht, Auszeit

Auch wenn die Tage zur Zeit eher trübe starten, es ist November und die Zeit der Hochnebel, sobald die Sonne durch das Grau bricht, entflammt das Herbstlaub in leuchtenden Farben.
Am besten raus aus der Stadt, in die Parks oder aber einen Ausflug zum Ludwigsburger Schloss.



Jetzt im Herbst kostet es keinen Eintritt. Im Sommer finden hier viele Ausstellungen, Konzerte statt. Diesen Sommer sah ich hier Philippe Poisel.  Berühmt-berüchtigt ist das musikalische Feuerwerk, dann strömen die Massen in einen Teil des Schlossgartens, breiten Picknickdecken aus, Kissen werden gezückt, man plündert die Imbissbuden oder die mitgebrachten Fresskörbe.
Es ist nicht ganz billig, die Eintrittskarte, aber es lohnt sich wirklich:
Musikfeuerwerk Ludwigsburg
Aber wie schon geschrieben: jetzt im Herbst ist der Eintritt frei, und wenn man sich entschließt die Hauptwege zu verlassen, dann entdeckt man wirkliche Kleinode: so wie den sardischen Garten, einen Tunnel in dem durch künstliches Licht wunderschöne Orchideen blühen. Wenn man es wagt und durch den Tunnel geht, gelangt man in eine sehr große Voilere, und sieht sich Auge in Auge mit Storchen, Flamingos, Tauchhühnern, ohne trennenden Zaun.


Nicht weit von Stuttgart gelegen, mit dem Auto eine halbe Stunde, mit der S-Bahn auch nicht weiter, ist man schnell vor Ort. Auch ohne das Schloss und die angeschlossene Parkanlage, lohnt sich ein Ausflug in die barocke Stadt - wenn man einmal den Bahnhof hinter sich gelassen hat, der ein wirklich widerliches Flair hat.
Aber zu den schönen Aussichten. Vom Bahnhof gelangt man innerhalb von zehn Minuten zum Schloss. Im Sommer stehen überall enorm große Palmen, in Kübeln, die jetzt, wenn Frost droht, in das angeschlossene Gewächshaus verfrachtete werden und hier dem Sommer entgegen träumen.


Wie Rapunzel. Deren Zopf sich tatsächlich, an der Turmmauer im Märchengarten entlang, herunterschlängelt, wenn man laut genug ruft *Rapunzel, lass deinen Zopf herunter*. Ich gebe mir jedesmal den Spaß.
Hier ist ein Kinderparadies. Am Brunnenrand sitzend lauschen sie der Frauenstimme aus der Tiefe, die ihnen von Frau Holle und dem Pechmariechen erzählt. Wenn man diesen *Kindergarten* hinter sich lässt und den Hügel erklimmt, dann kommt man in den weniger bekannten Teil des Gartens:
den Teil mit der alten Schiffschaukel, dem alten Karussell, welches tatsächlich noch in Betrieb ist, hier sind *Brachwiesen*, und man kann sich gut vorstellen, wie die Menschen in den verschiedenen Zeiten hier Sonntags flanierten.


Man kann den ganzen Tag hier verbringen.  Durch den Garten schlendern und/oder eine der Führungen durch das Schloss mitmachen. Alleine, mit der Familie, mit Freunden. Man kann auch etwas essen oder trinken, kitschige Kleinigkeiten erstehen, die dann zuhause verstauben, oder man geht im Städtchen etwas trinken. Und man kann wieder kommen. Immer und immer wieder. Ich werde spätestens zum Ludwigsburger Weihnachtsmarkt hier wieder aufschlagen.



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