Sonntag, 24. November 2013

Geduld (Sonntagsgedanken 47/2013)

War bestimmt nicht einer meiner Stärken - bevor vor einem Jahr der OP Marathon begann. In der Zwischenzeit bin ich geübt - im Warten, im Abwarten.
Warten kann einen mürbe machen: warten, dass es besser wird, warten, dass die Schmerzen nachlassen, warten auf den nächsten Termin, warten auf eine Genehmigung.
Geduld bezieht sich aber nicht immer auf äußere Einflüsse. Sondern bedeutet manchmal auch sich selbst Zeit zu lassen, für die Ausheilung körperlicher und seelischer Verletzungen, für das bewältigen einer Ausgabe.
Oder mit anderen. Mit ihrer Auffassungsgabe, für ihr Begreifen
Geduld bedeutet nicht lethargisch alles hinzunehmen, was einem geschieht oder  nicht aktiv zu werden - alles braucht seine Zeit.
Letzte Woche war eine sehr gute Übung. Nach einem Jahr im Krankenstand möchte ich langsam aber sicher mal wieder auf die Beine kommen und absolviere noch ein weiteres Rehaprogramm - und was machte ich? Genau: ganz viel warten. Zwischen den Terminen blieb mir auch nichts anderes übrig. Da ich überall stricke oder häkle, hatte ich bald nur noch grinsende Gesichter um mich herum und durfte mir einen dummen Kommentar nach dem anderen anhören - das Ergebnis letzter Woche:
Eine Mütze für Frauke und ein Paar Socken für Harald.

Geduld.
Geduld ist eine Tugend und nicht jedem gegeben.
Je geduldiger ich werde, desto mehr fällt mir die fehlende Geduld der anderen auf. Nicht aller anderen, aber vorallem m Straßenverkehr fällt es auf: radikales Herandrängeln und dichtes Auffahren, wildes Hupen, wenn es nicht so läuft,  wie es sich der betreffende Fahrer wünscht: geschieht gerne an Ampeln, wenn der Vorderman nicht schnell genug auf das Gas tritt, wenn die Ampel umspringt.

Da ich genug Zeit hatte, und habe, grübele ich über das Thema Geduld schon seit einiger Zeit und kam dann irgendwann zum Schluss, dass Geduld und Rücksichtnahme das Leben um einiges angenehmer gestalten würde, wenn man sich darauf einlässt:

  • Nicht davon ausgehen, dass der andere den gleichen Background hat, wie man selbst
  • Nicht gleich hupen, wenn einer an der Ampel nicht gleich los sprintet, als sei der Teufel hinter einem her 
  • Nicht von sich auf andere schließen
  • Das eigene Fehlverhalten mit einbeziehen
  • Selbstreflektion hilft ungemein
Geduld geht oft mit Rücksichtnahme ein her. Das Thema beschäftigt mich immer mehr.

Nun, meine Kater sind nicht geduldig und auch nicht rücksichtsvoll: die toben gerade auf mir herum, weil sie Futter wollen und danach wollen sie bespaßt und beschmust werden.
Aber das sind auch Kater. Die wissen genau wann es sich lohnt geduldig zu sein. Und wann nicht.

In diesem Sine euch allen einen entspannten Sonntag.



Kommentare:

  1. Oh ein sehr schöner Beitrag für einen Sonntag. Es ist schon so eine Krux mit dieser Geduld. Wir sind teilweise noch nicht einmal geduldig genug, um andere ausreden zu lassen, hören nicht hin oder betrachten die Dinge, die wir sehen viel zu oberflächlich. Selbst beim Essen und Kochen sind wir nicht geduldig. Was wohl alles an uns vorbeirauscht ohne das wir es wahrnehmen?

    LG
    Jo

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    1. Es rauscht zuviel an uns vorbei. Und ich muss deine Sachen noch lesen. :) Habe Geduld mit mir ^^

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  2. Statt: "Nicht von sich auf andere schließen" habe ich im ersten Moment gelesen: "Nicht auf andere SCHIEßEN.
    Aber das wäre schon auch mal eine essentielle Übung zum Thema 'Geduld im Straßenverkehr' (oder unter Ehepartnern)
    Übrigens: Wenn du möchtest, kannst du mir auf http://www.traumalbum.de/send-angel/ einen Engel schicken. Jeden Sonntag neu.
    Wünsche dir eine geduldige Woche!
    LG
    Sabienes

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    1. hahaha, manchmal möchte man schon auf anderer schießen, aber bitte nur mit Worten :) und der ganze Schnee ist weg, aber es hat gerade wieder angefangen zu schneien, also mal sehen, was geht
      LG
      Marianne

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