Sonntag, 3. November 2013

Novemberregen (Sonntagsgedanken 44/2013)

Es ist zwar hell, aber ein diffuses Licht. Ein grauer Himmel und kühle Luft weht durch die geöffneten Fenster zu mir hinein. In die Bettdecke gekuschelt lausche ich dem Rauschen des Regens und dem Gurgeln des Wassers, während es in den Fallrohren dem  Boden entgegenstürzt.
Nur das Klacken der Tastatur und ab und zu das Geräusch von Autoreifen auf einer sehr nassen Straße. Es ist gerade acht Uhr und ein sehr friedlicher Morgen. Die Katzen sind satt und haben sich in ihre Kuschelecke getrollt, bzw sitzen entspannt auf der Fensterbank vor dem geöffneten Fenster und beobachten still die Straße.
Solche Morgende mag ich. Ihnen wohnt ein seltener Frieden inne, noch nicht einmal das Krächzen der Krähen stört. Der Kaffee dampft neben mir auf dem Beistelltisch und ich bin immer noch relativ schmerzfrei.
Müde, aber entspannt.
Kirchenglocken mahnen die volle Stunde an und noch etwas anderes, aber ihrem Ruf folge ich schon lange nicht mehr.

In den letzten drei Jahren hat sich einiges in meinem Leben verändert, manches gewollt, manches von außen gesteuert, manches hat mich einfach überrollt. Ich hatte viel Zeit, Informationen stürmten meine Behaglichkeit und ließen zumeist mindestens den Funken einer beginnenden Nachdenklichkeit am Leben bleiben. Und in manchen Bereichen wurde daraus ein Feuersturm der Entrüstung oder auch ein Flächenbrand - es hängt so viel zusammen und wer wach ist ist, kann sehr wohl die Verknüpfungen erkennen.
Wenn ich mich in dieses Thema hinein knien würde, würde ich vermutlich nächsten Sonntag noch an diesem Artikel schreiben.
Ich greife mir deswegen nur ein Thema heraus, das mich diese Woche beschäftigte.
Plastik.
Plastik ist immer und überall um uns herum. In unseren Möbeln, technischen Geräten, Im Geschirr, fast alles ist in Plastik verpackt. Plastik ist praktisch, schick, hipp und absolut umweltschädlich. Plastik vermüllt Meere und die Mägen von Seevögeln, die dann mit vollem Bauch elendig verhungern, weil sie das Zeug fressen - sie denken es wäre Futter.
Es gibt ja jemanden der die Idee hat, die Meere wieder sauber zu bekommen.
Auch was viele einfach nicht wissen: Weichmacher im Plastik sind nicht nur oft gesundheitsschädlich - vor Jahren wurden Kindermatschhosen mit verheerenden Ergebnis getestet, auch Plastikflaschen geben Stoffe an die Flüssigkeiten in ihnen ab - und manche sind hormonaktiv oder verändern das Erbgut.
Hier ist es wie bei der radioaktiven  Strahlung: was der Mensch nicht sieht, schmeckt, riecht, direkt fühlt oder hört - das nimmt er einfach nicht wahr. Jedenfalls die meisten Menschen nicht.
Nein, ich werde jetzt nicht einen Feldzug gegen Plastik beginnen. ich habe auch Tupperware in meinen Schränken und in meinem Gefrierfach, aber:
ich habe begonnen auszutauschen. Mein Obst und Gemüse im Kühlschrank liegen in glasierten Keramikschüsseln, zum Kochen habe ich schon immer Holzkochlöffel benutzt. Ich kaufe nichts Neues aus Plastik dazu.
Wenn ich einkaufen gehe, habe ich stabile Taschen oder Körbe dabei - ich muss alles zu Fuß machen - in meiner Handtasche befindet sich in der Zwischenzeit fast immer ein Stoffbeutel und, wenn es sich nicht vermeiden lässt, nehme ich eine Papiertüte.

Wenn Grey meint wieder einmal den Einkaufskorb okkupieren zu müssen, nehme ich einen guten, alten Stoffbeutel

Es gibt ja Alternativen: Cellophan zum Beispiel. Und das knistert auch noch so herrlich.
Statt Mineralwasserflaschen aus Plastik nehme ich Glas und/oder trinke *Hahnewassa*, also Leitungswasser. Man kann sein Leitungswasser relativ günstig testen lassen. Billiger, keine Schlepperei und umweltbewusst. Dafür habe ich mir eine schöne Glaswasserkaraffe gegönnt.
Statt nach den Gebinden im Supermarkt zu greifen nehme ich bewusst loses Obst und Gemüse, dass ist allerdings auch eine Preisfrage: es hilft schon wenn man einmal die Kilopreisse miteinander vergleicht.
Wie gesagt ganz ohne geht es nicht, ich habe genug Plastik in meiner  Wohnung, es ist praktisch, günstig und oft auch noch hübsch.
Einfach mal drüber nachdenken, beim nächsten Einkauf, ob man nicht eine kleinen Stoffbeutel mitnimmt, oder einen Weidenkorb - statt auch noch mit einer Plastiktasche, für die man zahlt, Werbung für das Geschäft zu laufen in dem man eh genug Geld gelassen hat.

Euch allen einen kuscheligen Sonntag

Nachtrag: gerade entdeckt -
http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung-medizin/medizin/bisphenol-a-in-unserem-blut-fliesst-plastik/9012072.html



1 Kommentar:

  1. Gilt bei mir schon lange. Und es geht, weniger ist machbar! Dir auch einen schönen Sonntag :-)

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