Donnerstag, 28. November 2013

*Weltrettung*

Gestern ging es wieder heiß her - es ging um's Essen. Und dreimal um das vegan sein. Und dreimal war es nicht meine "Schuld".
Als  erstes: die Küche soll/muss für uns Veganer etwas extra zubereiten, nun ich bin genügsam, wenn ich auswärts bin, aber veräppeln lassen muss ich mich nicht. Als ich nachfragte hieß es.
"Menü drei: Sauerkraut mit Schupfnudeln".
Schupfnudeln? Sind mit Ei.
Das sagte ich dem Koch, der trotzig guckte.
Ich dann: *Dann geben Sie mir doch einfach etwas Brot, ich hole mir dann Salat* - na, ich bekam dann Brokkoli mit Tomatenreis und etwas Tomatensoße - und ne Clementine zum Nachtisch.....
Erste Hürde genommen. Am Tisch, bei meinen Leidensgenossen, sprach mich dann J. eben auf das vegan sein an.
Wieso vegan, vegetarisch reicht doch.... solche Diskussionen kennen ich, habe ich schon hundertfach hinter mir und sie war heftig, aber fair.
J. eröffnete die Diskussion mit folgenden Satz: (So in etwas lief die Diskussion ab)
Du verhungerst also lieber als dass du ein Tier tötest?
Ich grinste und antwortete:
Wenn ich am verhungern bin und ein Hühnchen vorbei kommt, dann drehe ich dem den Hals um und esse es, halte mich bitte nicht für einen Träumer. Aber ich kann gut in Deutschland vegan leben und ich verweigere mich eben dieser Lebensmittelindustrie
Kurz Ruhe.
Aber wieso vegan und nicht vergetarisch?
Kurze Erläuterung der Milchindustrie.
Aha, gegen das Leid der Tiere, aber die Menschen in der Dritten Welt sind dir egal?
Schwierig. Ich versuche mein Bestes, ich kann zwar nicht die Welt retten, aber ich kann mein Umfeld ein wenig besser gestalten. Und in Bezug auf die dritte Welt versuche ich auch mein Verhalten zu ändern.
Dann ist es doch sinnlos! Was bewirkst du als einzelner schon? Das hat doch keinen Sinn?
Das ist der Punkt, wo ich oft aus der Diskusssion aussteige, aber J. war so offen mich anzusprechen, also muss ich da durch, und ich erkläre ihm, dass ich nur für mich selbst verantwortlich bin und nur für mich ein Zeichen setzen kann. Wenn ich durch das, was ich tue, anderen ein Beispiel gebe und mir nur einer folgt, habe ich schon viel erreicht. Aber selbst wenn nicht, dann darf mich nicht beirren, dass alle anderen anders denken. Denn es geht um mich und wie ich die Wellt sehe und wie ich mich in ihr verhalte.
Ich fügte noch hinzu, dass ich niemanden vorschrreiben würde, wie er zu leben habe oder was er zu essen habe.
Und, J., einer muss immer den Anfang machen, wenn wir sagen: egal was ich mache, es ändert sich nichts, dann wird sich nichts ändern, auch nicht im Kleinen.
Da gebe ich dir recht.
Das hätte ich nicht erwartet. Er futterte seine Nudeln mit Hackfleischsoße auf und ich mein Gemüse und wir saßen friedlich nebeneinander.
Aber ich sagte drei.
Abends folgte ich einer Diskussion in einem veganen Forum: jemand hatte die *Schandtat* begangen etwas von Maggi zu erwähnen (wie kann man nur! gehört zum Nestlé Konzern und ist damit bääääh) und wurde darauf hin ganz schön angegangen.
Es gibt Menschen die vegan sein mit Weltrettung gleichsetzen. Die meinen sich den Talar des *besseren* Menschen überziehen zu müssen und in die Welt hinausziehen und anfangen zu missionieren.
Mich nervt so was. Egal von welcher Seite. wenn jemand mich anspricht und nachfragt bekommt er die Info, oder aber auch, wenn er mich davon überzeugen will wieder anders zu leben.
Manchmal beende ich in der Zwischenzeit die Diskussion mit den Worten *Lassen wie das doch bitte*.
Vergangenen Sommer habe ich gewaltig über die Stränge geschlagen, möchte ich aber nicht mehr, auch wenn das einigen nicht passen mag.
Und noch etwas:
Nein "wir Veganer" essen nicht nur Sojaprodukte und Sägespäne.
Und es gibt nicht "die Veganer".
seufz






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