Freitag, 27. Dezember 2013

Ein Fazit




Weihnachten alleine zu verbingen hat was.
(Bevor jemand in Mitleid zerfließt: ich wollte das so.)
Nach den drei Tagen stelle ich fest: mir geht es sehr gut, ich bin ausgeschlafen, nicht gestreßt und weder am Rande eines Nervenzusammenbruchs, noch am Rande des Selbstmords.
Auch die beiden Kater nicht. Die haben ja auch Geschenke bekommen. Na ja, eigentlich habe ich mich damit selbst beschenkt.
Neues Federspielzeug, Badriankissen, hätte ich auch an einem anderen Tag kaufen können.

Die drei Tage haben mir aber auch noch etwas anderes gezeigt - wie weit ich mich von gewissen Traditionen entfernt habe, auch dem Christ sein. Womit ich jetzt nicht sagen möchte, dass Christ sein etwas schlechtes ist. Jeder wie er mag. Nur mir wird jede Form von Verehrung und Verklärung immer suspekter und ich kann es nicht nachvollziehen. Bin ich deswegen unglücklicher? Wohl kaum.

Ich hatte meinen Spaß, mit den Katern,

Nach dem wWihnachtsmenü (Trockenfutter) für die Katzen ging nix mehr, ausser knuddeln

einem guten Essen - aber das habe ich auch an allen anderen Tagen - guckte Dokus: das liebe ich an diesen Tagen, las, badete, knabberte Chips, hing im Netz ab, strickte, häkelte und malte.
War irgendetwas anders?
Anders als an anderen Tagen?
Ja, mittags klingelte es Sturm und ein befreundetes Ehepaar schneite herein, ich in Pyjamahosen und Hoodie, komplett überrascht. Ob ich mich gefreut habe? Aber sicher.

Zwar entdeckte ich, dass  ein paar Leute in einem Social Network sich von mir*entfreundet* haben. Dafür kamen Neue dazu und Alte zurück. Wer nicht bleiben will, darf gerne gehen, die anderen sind willkommen. Es ist das Netz, so what? Aber man kann sich verabschieden, alles andere ist schlechter Stil. Vor allem, wenn man sich persönlich kennt.

Was ist also anders? Die Frau die gerade auf der Couch lümmelt ist zwar immer noch die Frau, die letztes Jahr hier lümmelte, aber sie hat sich verändert.
Ich genüge mir selbst und alle anderen sind eine Bereicherung.
Der Zwang ist weg. Etwas mehr Gelassenheit ist da. Und Zufriedenheit.
Klar gibt es noch Begehrlichkeiten, kleine materielle Wünsche (die mir nie einfallen, wenn ich danach gefragt werde, also sind sie unwichtig), aber im Grunde meines Seins bin ich ganz zufrieden.
Kurz gab es einen - kurzen - Aufreger. Die Nachrichtensprecherin sagte: *An diesen Tagen geht es doch darum, seine Zeit mit der Familie zu verbringen*, tatsächlich? - ich denke mit leichten Grauen an manches Weihnachten zurück. Erwartungen, Hoffnungen, allesamt enttäuscht. Ja, ich muss zugeben, selbst als Kind war ich kein Familienmensch.
Aber als sie das sagte, die Nachrichtensprecherin, regte ich mich aus einem anderen Grund auf: all die Menschen, die niemanden haben, die gezwungenermaßen alleine sind an diesen Tagen. Und sich etwas anderes wünschen. So etwas empdfnde ich taktlos, und, verstärkt meine Abneigung gegen diesen Zwang kollektiv familiär glücklich zu sein.
Mir wurde schon als Kind gesagt, ich sei anders.


Die Gelassenheit den Dingen gegenüber, die mich zwar kratzen, aber die ich nicht ändern kann, brachte mir Zufriedenheit. Als eine Freundin mich fragte, was ich mir den zu Weihnachten wünschte, hatte ich erst einmal keine Antwort. Eigentlich nichts. Ich habe alles was ich brauche.
Jedenfalls materiell. Weniger Schmerzen wären toll, aber das ist eben etwas, was ich nicht ändern kann. Oder nur bedingt.
Ich muss auch nicht nach anderen sehen, die weniger haben, um mich glücklich zu schätzen.

In diesem Sinne, euch einen zufriedenen Tag.








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