Donnerstag, 19. Dezember 2013

Haustyrannen

Damit meine ich nicht die Nudelholz schwingende Hausfrau.
Auch nicht den Pantoffel tragenden Typen, mit fleckigen Rippshirt, der immer ruft: Erna, hol' mir ein Bier aus dem Keller!
Diese Tyrannen meine ich nicht.
Und Nero war ein Tyrann, aber das auch ausserhäusig.

Gib dem Kaiser, was dem Kaisers ist
Der Titel hieß zu erst Haustyranus Katz. Und das trifft es auch am besten. Denn nichts anderes sind die meine beiden pelzigen Mitbewohner.
Morgens wecken sie mich, pünktlich vor Sonnenaufgang, im Winter erträglich, im Sommer ein Grund, um zu morden.
Zuerst wird sanft geschnurrt, dann schmusen sie mich an, mauzen leise, dann boxen sie mich mit dem Kopf an, mauzen lauter, fangen an an der Bettwäsche an zu kratzen, das Maunzen wird noch lauter, sie schlecken mein Gesicht ab undd wenn ich dann aufgebe und die Augen öffne sehe ich manchmal direkt vor meinem Auge Soleils Hintern. Er lernt dann das Fliegen und ich bin wach.


Füttern. Es ist als hätte ich plötzlich zwei Fellfesseln, die sich schnurrend um meine Beine winden. Soleil bekommt einen verliebten glasigen Blick, Grey schreit wie ein Baby, während ich, leicht komatös, versuche das Futter in die Schüsseln zu bekommen.
Katzen sind wie eine Mischung aus Kindern und Raubtieren. Wenn sie  etwas wollen, wollen sie es sofort, und nerven so lange bis sie es haben.

Soleil beherrscht die Aliensprache perfekt
Aber nicht nur fressen. Sie wollen meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Ich bin ihr persönlicher Hometrainer der ,mit einem Federwedel, für den Spaß und den Sport sorgt, sitze ich am Schreibtisch am Laptop, dann wird diese sofort als persönliche Katzenpoheizung umfunktioniert, stehe ich vor der Leinwand, dann gibt es ein Konzert.

Und ich habe zwei stimmgewaltige Kater, Grey hat den Katzenkontrabass und Soleil den Sopran. Das Duett kann man ganz getrost als Katzenmusik bezeichnen -
Nichtkatzenbesitzer versteh das nicht. Auch gibt es gezüchtete Rassen die anders sind. Aber das sind in meinen Augen keine wahren Katzen.
Katzen sind Tyrannen und nicht wir haben sie domestiziert, sondern sie uns.
Warum ich mir das gebe?
Weil es nichts schöneres gibt als wenn sich die beiden abends, beim fernsehen oder lesen, sich an mich schmiegen und schnurren.


Kleine, niedliche Killer.
Und Pupser.
Aber ich liebe sie.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen