Mittwoch, 4. Dezember 2013

Überraschung - In einer kalten Winternacht (keine Weihnachtsgeschichte)

Es ist Jahre her, als ich morgens sehr früh, es war halb fünf, in einer kalten Winternacht, verschlafen in die Küche tapste, fröstelnd und nicht gerade gut gelaunt. Ich bin der festen Meinung, dann man NICHT vor dem Sonnenaufgang das Bett verlassen sollte. Schon gar nicht bei Minusgraden. Es war einer der wenigen gnadenlosen Winter die wir haben und die Sandsteinmauern meiner Altbauwohnung strahlten die, in ihr über die vergangenen Wintermonaten, gespeicherte Kälte mit wachsender Begeisterung ab.
Eine Begeisterung die ich nicht nachempfinden konnte.

Als meine linke Hand den Lichtschalter kippte und die Küche in hellen Licht erstrahlte schien selbst die Luft den Atem anzuhalten und Mircosekunden dehnten sich zur Ewigkeit. (So wirkt auch ein schwarzes Loch, das dehnt selbst die Zeit.)
Auf dem Fensterbrett stand eine große Tupperschüssel mit Biomüll, der vertrocknete Toast oben auf und auf dem saß erstarrt, aber mit zitternden Flanken eine kleine Maus, deren Knopfaugen vor Entsetzen fast aus dem Kopf quollen.
Dann geschah alles ganz schnell:
Ich schrie.
Die Maus flüchtete.
Und neben meinem Kopf stürzte sich ein andere Maus aus dem vierten Regalboden, aus ca 1,60m Höhe, zu Boden.
Ich schrie weiter und lauter, während ich versuchte der Maus auszuweichen, die bewunderswerter Weise den Sturz überlebt hatte.
Springt mal aus dem vierten Stock. Ihr rennt mit Sicherheit nicht einfach so davon.
Die Mäuse verschwanden hinter der Einbauküche und ich stand mit pochendem Herzen in der kalten Küche.

Mäuse! Ich hatte Mäuse! Leider nur in der Küche und nicht auf dem Konto.
Nach der Arbeit kaufte ich Lebendfallen und fing dann in den folgenden Tagen eine nach der anderen und ließ sie draussen, in der Nähe von Hecken, frei, nicht ohne Vogelfutter dazu zupacken. Wie gesagt, es war Winter und saukalt und ich hatte ein schlechtes Gewissen.
Aber: ich hatte ein Problem. Altbau ist schön, aber den wollte ich nicht unbedingt mit den - an für sich süßen - knopfäugigen Wesen teilen.
Was tun? Und woher kamen sie denn her?
Die pure Not schien sie in die Wohnung zu treiben.
Abends, ich saß eingemummelt auf der Couch, entdeckte ich das erste *Schlupfloch der Plage*, im alten Holzboden war ein Astloch und just aus diesem guckte jetzt eine Maus. Nur die Schnauze mit den zitternden Barthaaren, die aufgerichteten Öhrchen und die funkelden Knopfaugen ....  ich rührte mich nicht. Und die Maus verschwand wieder in den Untiefen der Schuttdecke.

Das Loch stopfte ich am nächsten Tag. Aber das war noch nicht das Ende der Mäuseinvasion. Wie es weitergeht?
Da müsst ihr bis morgen warten ....

Kommentare:

  1. Süß! Irgendwie doch eine Weihnachtsgeschichte! Santa Kokolora, die Schutzheilige der Hausmäuse ;-) <D~ =^.^=

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