Mittwoch, 31. Dezember 2014

Wünsche

Ich wünsche mir für uns alle für das kommende Jahr (und die folgenden!):

Kraft
Zuversicht
Vertrauen
Akzeptanz


In diesem Sinne: Guten Rutsch

Dienstag, 30. Dezember 2014

Abschied

Januar:
Der nette Herr der Rentenversicherung, mein Berater, analysiert mit mir die Ergebnisse des Assessmentcenters. Klar ist: ich bekomme eine Ausbildung finanziert, und die Ergebnisse sind so gut, dass ich mir den Ausbildungsbereich aussuchen kann:
CTA, Produktdesign, Steuerfach, Büro, IT- Systemtechniker, Elektroniker …
Die rein logische Entscheidung: Steuer.
Sorgt für etwas Aufregung im Freundeskreis.
Meine Noch-Filialleiterin meldet sich schriftlich bei mir und *bittet* mich zum Gespräch. Sie stellt ein Ultimatum. Beides müsste ich nicht beachten. Ich bin arbeitsunfähig, die Rechtslage ist hier recht klar. Aber ich will keinen Streit und schreibe einen netten Brief, in dem ich einige Dinge klarstelle.
Was mich ärgert: Es ist die erste persönliche Post meines Arbeitgebers nach über 12 Monaten.
Weder habe ich Krank gefeiert, noch habe ich es mir raus gesucht, dass sich zwei Bandscheiben komplett verabschiedet haben und auch, dass sich das rechte Knie… nun ja.
Die Worte des Reha Arztes klingen mir noch im Ohr: Wollen Sie eigentlich im Rollstuhl landen?
Nein möchte ich nicht:


Februar:
Nichts Besonderes. Pläne schmieden. Ich muss mir etwas für die Kater einfallen lassen, da der Ausbildungsgang nur im Schwarzwald stattfindet. Also WG.
Die Ausbildung startet ab Juli.
Ich werde wohl eine WG gründen. Gehe meinem Vermieter um den Bart, setze Anzeigen. Warte.
Und ich mache den OP Termin für das Entfernen der Platte im Bein fest. Anfang Mai kommt das verhasste Ding raus. Endlich.




März:
Risse in manchen Freundschaften tun sich auf. Unverständnis kommt auf, weil ich mich mit Ende 40 nochmal in eine Ausbildung stürze und dann auch noch im Schwarzwald! Steuer!
Statt es zu akzeptieren und mich zu unterstützen werde ich angegiftet. Ich ziehe mich zurück. Es tut 
weh.




April:
Die Zusage des Berufsförderungswerkes im Schwarzwald. Ich kann es irgendwie gar nicht fassen. Parallel dazu der Brief der Krankenkasse, dass das Krankengeld ausläuft. Ich mache einen Termin beim Arbeitssamt aus: Mai/Juni werde ich wohl von der *Stütze* leben müssen.
Den Termin habe ich gleich, auch problemlos die Abwicklung. Da es nur zur Überbrückung ist bekomme ich das Arbeitslosengeld sofort genehmigt.
Noch bin ich nicht gekündigt.
Habe jetzt auch das Go zu kündigen, ohne eine Sperrung befürchten zu müssen.
Die Kündigung ist schnell geschrieben.
Nach 23 Jahren verlasse ich das Unternehmen. Und bekomme sehr schnell Antwort. Unpersönlich. Ich glaube beide Seiten sind erleichtert. Aber enttäuscht bin ich schon. Manchmal ist es besser, wenn sich die Wege trennen.
Wahlkampf: Wir Stadtisten werden zum ersten Mal zur Wahl antreten. Also Plakate hängen, etc. Ich stehe auch auf der Liste. Eine aufregende du aufreibende Zeit, die Spaß und Ärger bringt. Und wieder Verluste im *Freundeskreis.* Ich definiere das Wort Freundschaft für mich neu.


Mai.
Meinen Geburtstag verbringe ich alleine. Und genieße es. Zwei Tage danach die letzte OP von vielen. Meine Krücken habe ich dabei. Ich habe das erste Mal Bammel vor einer OP. Es waren einfach zu viele seit November 2012. Insgesamt sind es, mit dieser letzten, 5 Stück. Ich will nicht mehr.
Zwei Tage danach darf ich davon humpeln. Es fühlt sich das erste Mal seit einem Jahr normal an. Innerlich frohlocke, tanze und singe ich.
Und die Stadtisten haben es geschafft. Wir haben tatsächlich einen von uns in den Gemeinderat *reinbekommen.*- Die Anwürfe werden heftiger – gegen die Stadtisten. Viele verstehen unser Anliegen einfach nicht.


Juni:
Urlaub. Ja Urlaub. Auf *Staatskosten.* Ich bin nicht mehr krankgeschrieben. Ich bin ganz offiziell arbeitslos. Fühlt sich seltsam an. Aber auch gut.
Der Riss in mancher Freundschaft scheint nicht mehr zu kitten zu sein. So schmerzhaft es ist – ich kann es gut akzeptieren. Scheint das Jahr der Abschiede zu werden.
Erfreulich ist: Tatsächlich habe ich eine perfekte Mitbewohnerin gefunden. Die Kater lieben sie jetzt schon. Aber sie kann erst ab Oktober einziehen. Es müssen drei Monate überbrückt werden.
Und hier kommt das festteste Dankeschön ever: Markus, ohne dich wäre ich verloren gewesen. Danke, Danke, Danke. Er hat drei Monate lang meine Tiger gefüttert, bespasst und geschmust, während ich im Schwarzwald sie Schulbank gedrückt habe.


Juli:
Das Abenteuer beginnt. Zusammen mit 27 anderen fange ich meine Ausbildung an, beziehe ein Internatszimmer, finde eine Mitfahrgelegenheit. Erst Tage später realisieren wir, dass wir tatsächlich in der gleichen Ausbildungsgruppe sind.
Bald gibt es die Redewendung: “Was im Auto gesprochen wird bleibt im Auto.“ Wir sind so verschieden wie Tag du Nacht und Freunden uns trotzdem an.
Ende des Monats haben wir schon wieder Urlaub. Drei Wochen.


August: Na super, von drei Wochen frei liege ich zwei Wochen flach. Leider nicht das letzte Mal. Der Schwarzwald zeigt sich von seiner ekeligsten Wetterseite. Es regnet, wir sind so hoch, dass wir in den Wolken *wohnen*. Die Eingewöhnungs-, Umgewöhnungsphase ist für alle hart. ES kommt zu ersten heftigen Spannungen.




September: Die ersten Klausuren. Ein schöner Frühherbstmonat. Mich zieht es in den Wald. Ich fange an mich in den Schwarzwald zu verlieben. Schömberg wird meine zweite Heimat und ich überdenke mein Stadtleben.


Oktober: Das Jahr rennt nur so an uns vorbei. Die ersten Klausuren sind geschrieben. Unsere Klasse ist geschrumpft. Noch gibt es Spannungen, aber es wird besser. Wir gewöhnen uns aneinander.
Und wir lernen mit dem Lernpensum umzugehen. Es fließen manche Tränen. Und wir fangen an uns gegenseitig zu stützen.
Meine Mitbewohnerin zieht ein. Markus kann endlich durchschnaufen. Die Kater sind frisch verliebt und ich eifersüchtig. Ende des Monats habe ich schon wieder Ferien.  Eine Woche. Dringend nötig.
Anfang des Monats war ich schwer erkältet und ich brauche die Ruhe dringend.


November:
Ein ruhiger Monat mit vielen Klausuren. Grau. Es wird früh dunkel. Mein Körper stellt sich auf den Wintermodus um.



Dezember.
Huch, wo ist das Jahr hin. Ich trage eine Gipsschiene. Habe ich es doch wieder geschafft mir etwas zu brechen. Diesmal zur Abwechslung mal das rechte Handgelenk. Allerdings nur angebrochen. Ich schreibe trotzdem die Klausuren mit.
Lena ist zu Besuch bei ihrer Mutter und wird krank. Markus springt wieder einmal für die Kater ein.
Also kann ich ganz beruhigt nach Schömberg fahren.
Nach der letzten *Leistungsüberprüfung* habe ich einen Notenschnitt von 1.54. Ich bin ein kleines bisschen stolz, dass ich alte Kuh so gut mitkomme.
Weihnachten kommt und ich verbringe die Tage mit meinen Katern. Es sind ruhige Tage der stillen Einkehr, der Ruhe und des Glücks.
Am letzten Weihnachtstag fängt es an zu schneien. Ich bin im Glück. Schlafe viel. Treffe liebe Menschen und genieße das allein sein der restlichen Zeit.
Ich bin bei mir angekommen. 



Es war kein leichtes Jahr, aber es war ein gutes Jahr. Es war ein Jahr des Abschieds. Und ein Jahr des Neubeginns.
ES ist das erste Jahr seit langen dem ich sagen kann: ich lasse dich nicht gerne gehen. Aber was muss das muss. Und wenn es Zeit ist zu gehen, dann ist es eben Zeit.

Montag, 29. Dezember 2014

warum bloggen?



Ich weiß nicht genau. Man könnte sagen: ich denke *laut*, über dies und das. Auch wenn Sabine mich fast dazu prügeln musste, in der Zwischenzeit gehört es zu meinem Leben. Das Schreiben.
Zwar freue ich mich über jeden Aufruf eines Artikel, aber ich nehme mich nicht so wichtig. Meine Art des Schreibens gefällt einigen Menschen, anderen nicht. Weder bin ich eine rein politische Bloggerin, noch macht es mir Spaß nur über den neuesten P2 Nagellack zu schreiben, bzw. es macht mir überhaupt keinen Spaß über irgendwelche billigen Nagellacke zu schreiben. Fashion, Kosmetikblogs gibt es wie Sand am Meer. Das überlasse ich sehr gerne den jungen Fashionistas oder denen, die sich dafür halten.
Ich mag auch nicht (mehr) über Produkte schreiben müssen, weil ich sie kostenlos zugeschickt bekommen habe. Reine Produktblogs öden (mich) an und kommen mir vor wie reine Werbung - aber das ist nur mein persönlicher Eindruck.
Wenn ich allerdings etwas bewerbe, dann weil ich daran glaube, es selbst bezahle und es mir wirklich gut gefällt. Eine zeitlang habe ich auch im Produkttestbereich mitgemischt, aber fand es eben sehr schnell langweilig. Wenn mir aber etwas angeboten wird, was ich gut vor mir selbst vertreten kann, dann blogge ich natürlich darüber - erwähne aber, dass es gesponsert wurde. Das machen übrigens die meisten, also das Sponsering angeben. Aber wie unabhängig schreibt man, wenn man einen Auftrag hat?
Es gibt gute Produktblogs, die aber eben nicht NUR Produkte bewerten und bewerben. Ich möchte mich eben nicht zu einem Handlanger der Industrie und eine Hilfsarbeiterin ihrer Werbeabteilung sein. Aber auch hier gilt: Jeder wie er mag und für jedes Töpfchen gibt es ein Deckelchen, für jedes Produkt einen Tester und für jeden Blog seine Leser. Alles legitim und alles gut. Die Vielfalt macht es.
Es ist nichts dagegen einzuwenden über etwas zu schreiben, was einem Lohn und Brot einbringt oder über etwas was einen bewegt. Nur muss man nicht erwarten, dass es jedem gefällt.
Die Erfahrung durfte ich auch schon machen. In den Kommentaren des Blogs, aber auch in Bezug auf meine Bilder und Gedichte. Die wurden auf meiner Facebookseite verrissen – gegen Kritik ist nichts einzuwenden. Gegen Beleidigungen allerdings schon. Und manche vergessen, dass sowohl Blog als auch Facebookseiten öffentliche Medien sind. Hier herrscht manchmal eine Wildweststimmung, ganz so als wäre es ein rechtsfreier Raum, ist es aber nicht. Und ich wehre mich dagegen. Wenn nichts anderes geht, lösche ich auch Kommentare oder sperre Personen.
Meine Walls sind wie mein Wohnzimmer, meine Leser sind meine Gäste, denen ich Geschichte erzählen, die ich an meinem Leben teilnehmen lasse. Man schüttet seiner Gastgeberin ja auch nicht Wein ins Gesicht, wenn man mal anderer Meinung wie sie ist.
Aber warum schreibe ich nun? Ganz einfach: weil ich es gerne tue. Schon immer. Als Kind schrieb ich Fantasiegeschichten in mein Tagebuch und malte die Seiten voll. Heute male ich auf Leinwänden, zeichne auf allem möglichen Material. Manchmal verkaufe ich sogar etwas. (Jetzt kommt mir nicht mit Steuerhinterziehung, ich weiß was ich tue. Als ich ein Gewerbe anmelden wollte winkte man ab und sagte: Liebhaberei –also Hobby – sei kein Gewerbe.)
Mich interessieren ganz viel verschiedene Bereiche: Medizin, Soziales, Katzen, Kulinarisches, Kunst, Kitsch und ich schreibe gerne darüber. Tausche mich gerne darüber aus. Deswegen schreibe ich. Und wünsche mir nur eins: etwas mehr Austausch über das geschriebene. Hier in der Kommentarfunktion, oder auf meiner Facebookseite, oder bei Google +. Meistens finden die Diskussionen aber auf meiner privaten Wall (bei FB) statt, aber die möchte ich nicht auf öffentlich stellen. Das ist mein Privatzimmer.

Vielleicht habt ihr Themen, die sowohl euch als auch mich interessieren. Dann schreibt sie mir:
Im Kommentarfeld, oder auf meiner FB Seite
https://www.facebook.com/MarianneKreichgauerKokelores

Also: wenn ihr Kommentare habt, Meinungen, Fakten: dann ran an die Tasten.

Sonntag, 28. Dezember 2014

Hackbällchen Alarm

Fleischbällchen. Ich habe sie sehr, sehr gemocht. Und die letzten drei Jahre sehr, sehr vermisst. Ob als Snack, in Tomatensoße, im Auflauf – Fleischbällchen über alles.
Und wie schon in früheren Blogbeiträgen erwähnt: die Lebensmittelindustrie stellt sich immer mehr auf uns Vegetarier/Veganer ein.
Klar, man kann gut ohne diese Produkte leben, aber muss man?
Wir gesagt: ich mochte Fleischbällchen schon immer. Und dann entdeckte ich - wieder einmal im REWE – Hackbällchen der anderen Art:



 Etwas misstrauisch, – grauenhafte Probiermomente setzen sich im Gedächtnis fest - riss ich die Packung auf und schnupperte erst einmal, zugegeben etwas vorsichtig, an den tischtennisballgroßen, runden Dingern. Sie rochen gut. Also in eines reinbeißen und schwupp war es weg. 
Okay. Absolut essbar und sogar lecker.



 Weil ich auch gerne Aufläufe esse war das Abendessen schon geritzt. Tomaten-Käse-Nudelauflauf mit Hackbällchen. Wer es vegan haben möchte macht sich mit Hefeflocken einfach eine Creme, oder *Pizzaschmelz*, ich habe mir zu Weihnachten Mozzarella gegönnt.
Aber die Alternative: Hackbällchen in Tomatensoße wären auch super gewesen.



Wie es geschmeckt hat? Es blieb nichts übrig.

Rezepept für drei-4 Personen:

150 g Spirelli Nudeln
2 Fleischtomaten, in Scheiben schneiden
8 Cocktailtomaten , halbiertz
Käse oder Käseersatz
150 ml Tomatensoße 

Nudeln in die Auflaufform füllen,
Hackenbällchen, Tomatenscheiben, Käse auf den Nudeln verteilen.
Soße darüber geben.
Ab in den Backofen,bei 150° Umluft 30 Minuten.

Dann mit einen grünen Salat futtern. Reichte locker für drei Esser, aber auch vier wären satt geworden.


Samstag, 27. Dezember 2014

Licht am Ende des Tunnels: 2014

Am vierten Januar bin ich ein halbes Jahr in der Ausbildung zur Steuerfachangestellten. In einem Alter in dem die meisten sich schon auf ein ruhigeres Leben einstellen. Manchmal kommt es mir so vor als sei  ich noch einmal achtzehn. Ich lerne Dinge, die man selten mit Ende 40 in Angriff nimmt. Aber was soll’s? Ein Bekannte ist mit Anfang 60 ins praktische Jahr als Arzt. Nichts ist unmöglich, wenn man will.


Seit einem halben pauke ich Steuerrecht, Buchführung, und eben alles andere, was zu einer „Steuerfachi“ gehört. Manches macht Spaß, manches weniger, aber unsere Ausbilder sind wahre Goldschätze. Auch Herr S., der in Word und Excel nie die Geduld mit uns verliert, oder unser Finanzamt Beamter Herr R., der uns auf seine sehr humorige, aber auch trockenen Art, die Umsatzsteuer näher bringt. Sein Sohn unterrichtet uns auch. Und der hat den Schalk nicht nur im Nacken, sondern er lebt ihn auch aus – an uns. Und mit seinen spitzen Ohren könnte er a) Vulkanier oder b) ein Kobold sein. Für einen Vulkanier ist er zu witzig.

Es ist der Samstag nach Weihnachten und ich war selten so zufrieden in einem Leben wie in diesem Jahr. Im Januar bekam ich, nachdem ich noch Ende 2013 eine sogenannte Arbeitserprobung hinter mich gebracht hatte, die Zusage für die „Maßnahme zur Wiederteilnahme am Arbeitsleben“.
Aufgrund der guten Bewertungen konnte ich sogar wählen und entschied mich für besagtes Steuerfach. Nicht die schlechteste Entscheidung in meinem Leben. Zwar hatte ich die Zusage, aber trotzdem war ich nervös, bis, ja die schriftliche Zusage von der Ausbildungsstätte kam und kurz danach auch die schriftliche Zusage von der Bundesrentenversicherung kam, mit  dem Bescheid über die Höhe des Übergangeldes. Das war im April.

Anfang Mai kam die Metallplatte aus meinem Bein raus, die letzte von vier OPs, endlich. Die letzten vier Wochen im Juni hatte ich „Urlaub auf Staatskosten*, denn mein Krankengeld lief aus und die Ausbildung fing erst am 4 Juli 2014 an.
Das ist jetzt, wie schon erwähnt, ein halbes Jahr her. Seitdem pendle ich zwischen Schömberg und Stuttgart hin und her, es entstanden in dem halben Jahr neue Freundschaften, meine Katzen mussten sich daran gewöhnen, dass unsere Wohnung eine neue Mitbewohnerin bekam, Lena, und sie lieben sie.

Heute schneit es, was der Himmel hergibt und ich wäre gerne in Schömberg. Da bleibt der Schnee nämlich liegen. Und da unser Internat auf der dem Berg ganz oben steht und auch vom Wald umrahmt wird ist es dort eine Wintermärchenlandschaft. Anders als in der Stadt. Aber hier sind meine Kater, Freunde, die Heizung bullert leise vor sich hin und ich bin zufrieden.

2014 war kein leichtes Jahr, aber es war für mich ein sehr Gutes. Das erste wirklich gute Jahr seit einer längeren Zeit. Unter anderen bin ich bei mir selbst angekommen.

Freitag, 26. Dezember 2014

Haters - was kein Mensch braucht

Zu folgenden Blogartikel *Das stinkt zum Himmel* erschien dieser Kommentar:


Süß nicht? Ungefähr 10 Kommentare in der Art wurden mir unter verschiedene Artikel gesetzt. Wenn derjenige (oder diejenigen) jetzt denken ich würde mich aufregen, dann muss ich sie enttäuschen. Ich habe herzlich gelacht.
Fast kam ich mir schon harmlos vor, dass mir dieses Klientel keinen Besuch bescherte. Ich war schon fast beleidigt, dass mich diese Leute nicht versuchten mit Dreck zu bewerfen.
Beleidigt ist allerdings mein Sinn für die deutsche Sprache:


  1. a) die Rechtschreibung – bzw. ihr Fehlen
  2. b) die Grammatik – auch hier eher das Fehlen
  3. c) die Wortschöpfung: Ökonazi: Weder bin ich Öko noch Nazi.



Aber von den Angriffen auf mich und meinen Blog mal abgesehen – auf Facebook wurde schon des Öfteren versucht mich zu beleidigen und das wesentlich heftiger als das Kindergartengetue hier – die Unsitte der Haters greift um sich.
Was sind Haters?
Menschen, die im Netz, meisten anonym oder unter falschen Namen andere Menschen und deren Meinung unter der Gürtellinie angreifen. Es geht ihnen nicht um eine sachliche Diskussion, sondern es geht ihnen nur darum ihr Mütchen zu kühlen, aufzuhetzen, sich auf Kosten anderer zu erheben.
Es gibt Berichte über sie noch und nöcher. Autoren werden bedroht, sexuell diffamiert, beleidigt usw. usf. Es geht noch nicht einmal um Einschüchterung, sondern um den Versuch sich mächtig zu fühlen.
Ein erbärmlicher Versuch einer zu kurz gekommenen Person. Zu kurz gekommen in jedem möglichen Bereich: Intellekt, Empathie, Bildung, Zuwendung.
Anders gesagt: aus einem armen Würstchen wird noch lange kein Filetsteak, wenn man einen teuren Wein dazu reicht.
Wenn sie es brauchen?
Persönlich finde ich sie feige. Sonst würden sie mit ihrem Namen für das einstehen was sie zu sagen haben. Sie sind klein und feige und fühlen sich nur aus der Anonymität groß und souverän.
Sie tun mir leid, mangelndes Selbstwertgefühl, Komplexe, keine Anerkennung treibt sie wohl an.
Meinem kleinen, persönlichen Hater möchte ich etwas mit auf den Weg geben.

Bitte, bitte besuche einen Deutschkurs. Und wenn du merkst, dass deine Kommentare nicht erscheinen, dann merke dir: Oh, die Kommentare werden moderiert. (Für dich übersetzt: das Autorenteam des Blogs liest erst und entscheidet dann, ob sie freigegeben werden. Dein Pech.)
Stehe zu dem was du schreibst und nenne deinen richtigen Namen. Dann nimmt man dich vielleicht ernst und diskutiert mit dir anstatt das man dich auslacht. Ansonsten wünsche ich dir viel Liebe und Verständnis für dein Handicap.
In diesem Sinne: Rutsch gut ins neue Jahr und breche dir nichts. Schon gar nicht den Hals. Denn, immer wenn du meinen Blog aufrufst - oder andere dazu zu aufforderst, um dort zu kommentieren, treibt das meine Google Bewertung nach oben. Danke dir, lieber Hater. Tu, dir keinen Zwang an und mache weiter.
Deine

Marianne vomKokelores

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Aufschnitt für Vegetarier?

Schinkenspicker? Mortadella? Lange nicht gegessen. Aber vermisst. Und die meisten Alternative aus dem vegetarisch/veganen Angebot  schmecken, wenn man Glück hat, gut, aber nicht im Entferntesten irgendwie wie das, an das man sich erinnert.
Gut es gibt sehr viele Vegetarier /Veganer, die das auch nicht vermissen. Aber am Anfang tun sich dann doch viele schwer. Oder mancher Allesesser möchte weniger Fleisch essen und sucht nach Alternativen.
Und ich mochte immer *Wurschtwecken*. Und bin froh über alles was ich so entdecke  immer mehr Alternativen.
Heute:
Rüggenwalder Aufschnitt. Was, Rüggenwalder? Ja, der Wursthersteller macht jetzt auch auf*vegetarisch*. Entdeckt habe ich es durch Zufall bei Rewe, da eine der Verkäuferin weiß, dass ich immer auf der Suche bin, Sie verwies mich auf die Wurst-Kühltheke. Und hier wurde ich nach einigem Suchen fündig:

eigentlich sind es drei Sorten.....

 Ich packte alle drei Sorten ein und war gespannt. Auf dem Heimweg nahm ich bei meinem Lieblingsbäcker noch ein Holzofenbrot mit.
Um sicher zu gehen probierte ich eine Scheibe ohne alles, dann auf einer Scheibe Brot. Und ja, für mich schmeckt es wie Wurst. Wir Mortadella. Und auch die Konsistenz ist wie beim Original. (Soweit ich meinen Geschmacksnerven trauen kann…..). Wird es jetzt ab und zu geben.

Preis pro 100g Packung: 1,29€
Geschmack: absolut essenswert

NICHT vegan! Besteht zu fast 70% aus Eiklar. Aber als *Übergangs*Produkt  absolut empfehlenswert.

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Weihnacht



Es ist früh am Weihnachtstag. Beide Kater turnten schon um halb vier auf mir herum und schnurrten, schmusten und stupsten mich wach.
Nicht weil sie mich so lieben, sondern weil sie dann Hunger haben. Ich liebe sie für ihre Ehrlichkeit. Kümmere ich mich gut um sie sind sie lieb zu mir. Ist Grey unzufrieden pinkelt er auf ein Handtuch oder setzt ein Häufchen in die Badewanne. Tja. So einfach kann das Zusammenleben sein.

Weihnachten werde ich alleine verbringen. Und ich freue mich darüber. Die Zeit zwischen den Jahren, die Rauhnächte (http://de.wikipedia.org/wiki/Rauhnacht), nutze ich zur Besinnung.
Die Rauhnächte waren für unsere europäischen Vorfahren heilige Nächte. Lange bevor das Christentum Jesus Geburt in diese Zeit legte.
Diese Tage sind für mich wichtiger denn je, gerade ohne das Bimbamborium. Sich Zeit nehmen und sie für ein Resümee zu ziehen, ohne in Melancholie zu verfallen, jedes Geschehen von allen Seiten betrachten, zu sehen was es wirklich bewirkte.
Seltsam erscheint mir, dass alles was mir seit dem November 2012 widerfuhr sich zu etwas Besserem verkehrte, so hart manche dieser Ereignisse mich in dem Moment getroffen haben mag:
Das Abwenden einer *sogenannten* Freundin, der Krach in der Familie, dass Ausgestoßen werden aus einem gewissen Kreis,  das Versagen meines Körpers… Es ist als ob das alles nur der Türöffner in ein anderes Leben war.
In diesen zwei Jahren *verlor* ich meinen letzten Ansatz des christlichen Glaubens, jeden esoterischen Ansatz und gegen alle Widerreden zum Trotz fühle ich mich befreit, frei und nicht deprimiert, verlassen oder verstört – ich wurde zur Agnostikerin.

Ich bin zufrieden. Freue mich über die freien Tage, freue mich darauf Menschen zu treffen, die mich mögen und die ich mag. Keine Hektik weit und breit, keine Forderungen an andere oder umgekehrt, keine (überzogenen) Erwartungen und Hoffnungen.

Für mich sich das *gesegnete* Tage, und diese wünsche ich euch, meinen Lesern auch. Egal wie ihr sie begehen mögt. Hauptsache ihr habt eine schöne Zeit.

Schöne Rauhnächte euch allen.
Eure Marianne

Sonntag, 21. Dezember 2014

In eigener Sache - Sonntagsgedanken 52/2014

Es fällt mir momentan schwer fröhliche Worte zu finden. Nicht weil es mir schlecht geht.
Mir geht es gut! Mein angebrochenes Handgelenk heilt gut ab, ein befreundeter IT‘ler konnte meinen Laptop retten, für einen Spottpreis, ich musste nur die neue Festplatte bezahlen.
Meinen Katzen geht es gut, dank einiger Freunde die mal wieder als Sitter eingesprungen sind.
Mein Notendurchschnitt liegt bei 1,5.
Meine Heizung funktioniert. Ich habe genug zu Essen. Usw. usf.

Also, warum fällt es mir so schwer etwas Fröhliches zu schreiben?
Was macht mir Sorgen?
PEGIDA.
Die Patrioten Europas gegen (die) Islamisierung des Abendlandes.
Es wurde schon viel darüber geschrieben. Sehr viel. Manche haben Verständnis, andere rufen „Nazis“.
Ich sage: unzufriedenes, selbstsüchtiges Pack. Selbst wenn ich Verständnis aufbringen könnte für manche Ausgangssituation so kann ich  mich deren Schlussfolgerungen nicht anschließen.

Die PEGIDA Leute sind unzufrieden, lassen aber Ihre Wut an den Falschen aus.

Dazu folgender Witz:
Sitzen ein Kapitalist, ein Hartz IV Empfänger und ein Asylant in einer Kneipe zusammen. Auf dem Tisch liegen 12 Kekse. Der Kapitalist nimmt 11 Kekse und sagt zum Hartz IV Empfänger: Guck, der Asylant will deinen Keks.
Natürlich habe sie das Recht darauf zu demonstrieren. Und mir ist es lieber sie outen sich jetzt und man weiß jetzt mit Sicherheit, dass es sie gibt: die herzlosen, die Neider, die ihren fehlenden Wohlstand mit lebensbedrohlichen Situationen mancher Asylanten gleichsetzen.
Die von christlichen Werten sprechen, aber gar nicht begreifen was diese bedeuten.

Sie rufen: „Wir sind das Volk!“. Wie bitte? Ich habe einige S21 Demos mitgemacht bei denen auch diese Rufe erklangen und ich fand das peinlich. Weil eine Menge an Leuten ist doch noch lange nicht „das Volk“.
Was bedeutet denn: „Das Volk“? :
Sie sind eine Teilmenge. Sie machen in der BRD etwa 0,2% der Bevölkerung aus.  Sie pöbeln, rufen *Lügenpresse* und verbreiten Meinungen und Vorurteile als Argumente.  Sie sagen: „Das muss mal gesagt werden“ und verbreiten Hass und Unzufriedenheit.

Es ist der vierte Advent 2014. Ich bin Agnostiker. Und es graut mir vor diesen Vertretern des Abendlandes die irgendwelche Werte verteidigen wollen, die sie weder verstehen, noch leben.
Wenn es mir schon graut, wie muss es dann den Christen gehen?

Man nannte Dresden das Tal der Ahnungslosen, weil man dort zu DR Zeiten keinen westdeutschen Sender empfangen konnte. Aber das ist 25 Jahre her. In der Zwischenzeit haben diese Menschen genügend Zeit gehabt sich zu informieren, zu bilden.
Sie haben das Recht ihren Sorgen und Ängsten Ausdruck zu verleihen. Aber auch ich bin Europäer. Und sie sprechen weder für mich noch für viele anderer. Ich gehöre der deutschen Nation an und sie sprechen nicht für mich und auch nicht für viele andere Deutsche.

VDmV sollten sie sich nennen: Vereinzelte Dresdner mit Vorurteilen

PEGIDA? NICHT IN MEINEM NAMEN!

Montag, 15. Dezember 2014

ein Hobbit, Zwerge usw und die Stuttgarter Nachrichten: eine Adventsgeschichte

Das Wetter ist nicht festlich. Die Stimmung auch nicht. Ich habe weder Adventskalender, noch Kranz, statt Rentiere toben zwei Raubkatzen durch meine Wohnung. Ich saß vorletzte Woche am PC als ein Hinweis über FB hereinflatterte: Der Hobbit Teil3,

Die Schlacht der fünf Heere,




Verlosung, Stuttgarter Nachrichten. Nur ein Formular ausfüllen.
Obwohl ich das Gefühl habe nie etwas zu gewinnen habe ich Formular ausgefüllt und dann das Ganze vergessen.
Da ich Moment Bewerbungen am Laufen habe sichte ich regelmäßig mein Emailpostfach. Und natürlich auch den Spamfilter. VOR dem Löschen.
Und siehe da: Tatsächlich. Eine Nachricht der Stuttgarter Nachrichten, dass ich zu den Gewinnern zählen würde und man mich zusammen mit einer Begleitperson mich am 14.12.2014 Sonntagmorgen um 10 Uhr im Cinemaxx Kino an der Liederhalle zur Vorstellung begrüßen möchte.
Huch!
Ich hatte tatsächlich gewonnen und konnte noch jemanden eine Freude machen. Um halb zehn fanden wir uns vor dem Kino ein, verschlafen und müde. Die 10Uhr Vorstellung. Morgens um 10°° ins Kino? Aber sicher!
Hier überraschten uns zwei nette Damen der Stuttgarter Nachrichten auch noch mit einem Adventspräsent:



  Wir bekamen das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Auf den Kinokarten stand 3D.
Wir konnten es nicht fassen! Auch noch 3D? Wir fanden Plätze in der Mitte, bekamen unsere Brillen, der Film startete OHNE Werbung Punkt zehn und für die nächsten Stunden vergaß ich alles um mich herum.

Der Film: Sehr typische Mittelerdeverfilmung. Ein Wechselbad der Gefühle. Packend. Wunderschöne Aufnahmen. Fantastische Schauspieler. Bewegende Szenen. Einfach episch. „Hach!“
Mehr verrate ich nicht. Sonst wäre es Spoiler Alarm. Das mache ich nicht. Das gehört sich nicht.

Mein Dank an die Stuttgarter Nachrichten – ihr habt mir einen wunderschönen Start in den dritten Advent beschert.

Sonntag, 14. Dezember 2014

Sonntagsgedanken - Mitmenschlichkeit. 51/2014

Sonntagmorgen 7:45.
Eigentlich hatte ich ein anderes Thema für heute.
Der dritte Advent. Auch wenn ich Agnostikerin bin mag ich die Vorweihnachtszeit. Trotz des Konsumterrors. Trotz des Schenkungswahns. Mache ich einfach nicht mit. Ich war dieses Jahr noch nicht einmal auf einem Weihnachtsmarkt.
Ich mag den besinnlichen Teil. Die Lichter die den frühen Abend erhellen. Die beiden Fellnasen, die sich an mich schmiegen und schnurren. Die langen Abende. Den Winterschlafmodus.
Eigentlich.
Aber sie marschieren wieder. Pegida. Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes. Klingt harmlos. Ist es nicht. Mag sein, dass es Ängste in diese Richtung gibt – Islam, aber wenn man sich dann mal mit den Menschen, die da mitmarschieren auseinandersetzt, beziehungsweise ihren Aussagen, dann bleibt einem die Spucke weg und dann graut es einem.
Die meisten kennen keine Muslime.
Vor was haben sie also Angst. Woher kommen dann die Vorurteile?
Fangen wir doch einmal bei der Presse des Springer-Verlages an. Natürlich schreiben sie nicht: Der Islam ist sch*** und und und, aber sie nutzen ein anderes  Mittel: Tendenziöse Berichterstattung. Wenn man nur negative Ereignisse in den Vordergrund stellt, dann bleibt das hängen. Auch ist nachgewiesen, dass ein negatives Ereignis 10x länger haften bleibt als ein Positives.
Aber es wäre zu einfach die Schuld ganz bei bestimmten Presseorganen zu suchen.
Es gibt Politiker die gerne zündeln und mit bestimmten Themen die Stammtischmentalität manche ihrer Wähler befriedigen wollen und damit aber das Gift weit darüber hinaus transportieren.
Die Neiddebatten über Sozialschmarotzer – und damit sind die Zuwanderer gemeint – führen, dass einem Hören und Sehen vergeht. Wenn man dann die tatsächlichen Zahlen dagegen hält, fragt man sich, wie solche Politiker dazu kommen, so einen Müll zu fabrizieren.
Es wird parallel eine Jagd auf linke Politiker gemacht. Bodo Ramelows Immunität wurde aufgehoben, weil er gegen Nazis mitblockiert hat. Die Kanzlerin ist sich nicht zu schade, die SPD als Steigbügelhalter der Sozialisten zu bezeichnen. Es wird ein Bild gemalt, als würde morgen die Mauer wieder hochgezogen und der Russe würde wieder die *Ostgebiete* besetzen.
Vor zwei Nächten brannte es dreimal in Nürnberg. Zukünftige Unterkünfte für Flüchtlinge wurden abgefackelt. Hakenkreuzschmierereien . Ausgerechnet Nürnberg.
Es brennen nicht nur die Adventskerzen, sondern gleich Häuser.
Die ersten Politiker zeigen sich bestürzt. Unter anderem Seehofer, dessen Partei kurz vorher eine Deutschsprechpflicht in Privathaushalten forderte.
Erst zündeln und dann wild mit den Händen wedeln?
Bei Facebook sprießen die rechtsradikalen Seiten und deutschnationalen Seiten ohne Ende aus dem Boden. Und die Saat geht auf.
Die Frage die sich mir immer wieder stellt: „Warum?“
Und ich finde viele Antworten. Aber keine einzige davon rechtfertigt die Pegida-Bewegung, noch irgendwelche Übergriffe.
Man erkennt Neid, Vorurteile und Ängste in den Antworten auf das Warum.
Aber keine Selbstreflektion. Kein bisschen. Keinen Willen sich mit dem Thema ernsthaft auseinanderzusetzen. Argumente werden weggewischt. Statistiken angezweifelt.

Jesus war Ausländer. Jesus war Jude. Jesus war eigentlich der erste Linke. Jedenfalls legen das seine Handlungen nahe. Kein Wunder, dass man ihn kreuzigte.

Ich wünsche mir mehr Mitmenschlichkeit. Mehr Mitgefühl. Weniger Neid. Mehr Toleranz. Mehr Akzeptanz.

Zitat:
ich bin so aufgebracht, fassungslos und wütend!!!
Wir leben in einem der reichsten, sichersten und entspanntesten Länder die es auf dieser Erdkugel gibt. Niemand, aber auch absolut niemand muss dursten oder hungern. Um uns herum schlagen keine Granaten oder Bomben ein, wir haben eine gute Infrastruktur (wir duschen sogar mit unserem Trinkwasser), werden nicht gesteinigt, ermordet, gefoltert, gedemütigt "nur" weil wir halt gerade dort sind, wo wir sind!!! Ich kann kaum in Worte fassen, wie widerlich und erbärmlich ich es finde, was sich gerade hier asspielt! Es ist so niederträchtig, Asylunterkünfte anzuzünden, Menschen zu verprügeln oder zu hassen "nur" weil sie evtl. anders aussehen, eine andere Sprache sprechen oder eine andere Religion die Ihre nennen!! Es ist ab- und erschreckend das tausenden auf die Straße gehen, um gegen Flüchtlinge/Ausländer/Menschen in Not (oder glaubt wirklich irgendjemand, die verlassen alle aus lauter Lust am reisen ihre Länder?!) zu demonstrieren. Was sind wir doch nur ein Volk kleiner, egoistischer, einfältiger Ichlinge!! All denen die Angst haben ihnen wird etwas weggenommen, was sie ja eh meist nicht besitzen, wünsche ich, sollten sie je selbst in eine Notsituation kommen, das sie nicht an Menschen wie sie geraten!! So, fertig!! (B. S.)


Mittwoch, 3. Dezember 2014

Alles mit Links

Die meisten Menschen die ich kenne sind Rechtshänder. Ich sehe die Schwierigkeiten die Linkshänder im Alltag haben. Es sitzt einer neben mir. Alles ist ALLES, aber auch ALLES auf uns Rechtshänder abgestimmt.
Warum ich mich jetzt darüber blähe? Nun, ich bin zur Zeit auch Linkshänder. Zwangsweise. Ohne es zu wollen. Ich habe mir nämlich – mal wieder – das Handgelenk angebrochen. Das letzte Mal brach ich mir das Linke an, zur Abwechslung jetzt das Rechte.
Mal davon abgesehen, dass es F*cking deep weh tat als es passierte und auch jetzt weh tut, weiß ich jetzt wie es Linkshänder geht.
Das es von Mittwoch auf Donnerstag, nachts, passierte und ich meinte Freitag noch eine Klausur mitschreiben zu müssen – was nicht tötet härtet ab! -  hat damit gaaaaaaaaaaaaar nichts zu tun.
Oder so.
Nun, Samstagmorgen stand ich um sechs Uhr auf und trabte zur Notfallpraxis im Marienhospital.
 Dort findet man abends unter der Woche Hilfe und Zuspruch, aber an den Wochenenden auch morgens, tagsüber, auch bis spät in die Nacht.


Der frühe Vogel fängt den Wurm oder so – ich kam gleich dran, wurde versorgt, geröntgt, 


musste etwas warten,


mit einer Schiene versorgt und wieder entlassen.  


Um halb acht war ich da, um halb neun stand ich etwas verblüfft auf der Straße, zuckte die Schultern und trabte nach Hause. Es ging alles so schnell, dass ich es fast nicht mitbekam.

Der Alltag ist etwas mühsam, aber das Schöne an den modernen Schienen ist super praktisch – um sich zu waschen, ect  kann Frau sie ablegen. Legt sie aber auch ganz schnell wieder an, weil die Schmerzen sich sofort einstellen!

So lerne ich jetzt alles mit links zu machen. Die Maus mit links zu bedienen ist gar nicht so einfach. Tippen geht, aber dann schmerzt das Gelenk ganz schön. Versucht mal alles, was ihr mit der rechten Hand macht, mal mit der Linken zu tun. Ihr werdet euren Spaß haben.


Das schaffe ich mit links hat für mich jetzt eine ganz andere Bedeutung.

Sonntag, 30. November 2014

Advents - Sonntags -Gedanken 48/2014

Der erste Advent und keine Weihnachtsgefühle? Welche Gefühle hättet ihr denn gerne? Gehört ihr noch der Gemeinschaft der Christen an? Nein? Ich auch nicht. Trotzdem finde ich einige Traditionen sehr, sehr schön. Freunden einen Adventskalender schenken, einen Glühwein auf einem Weihnachtsmarkt trinken, Menschen die man mag eine Kleinigkeit basteln, ect.
Die Konsumschlacht kann ich ausblenden - bin ich doch der Konsum*Hölle* des Einzelhandels *entkommen*.

Aber um das geht es mir heute nicht. Nicht motzen will ich, nicht meckern. Sondern mich freuen.
Der Himmel ist grau und es wird langsam kalt. Also stelle ich ein Windlicht ins Fenster und freue mich am hellen Schein.
Es wird schnell dunkel. Also treffe ich mich mit Freunden auf einen Punsch und wir erhellen das Dunkel des Winters mit unserem Lachen.
Der frühe Abend macht mich müde. Mit meinen Katern kuschle ich mich in Decken und Kissen, kraule hier einen Bauch, dort ein Kinn und lasse mich beschmusen.
Beim Einkaufen entdecke ich Pfefferminzschokolade und kaufe zwei Packungen, eine für mich und eine für Jasmin, die ist genauso verrückt danach wie ich. Und für Lena einen kleinen Adventskalender von Lind. Die Umarmung ist mir sicher.
Mein Kater Grey hat in die Badewanne - nun ja - gekackt. Besser in die Badewanne als sonst wohin. Ich schimpfe ihn nicht, sondern überlege gegen was er *protestet*.
Insgesamt versuche ich mich weniger aufzuregen, sondern mehr zu verstehen und mich mehr zu freuen. Und ich kann euch sagen - es wirkt. Es macht zufriedener.

Mein Laptop zeigt ständig an. Festplatten entdeckt: Daten sichern und Festplatte austauschen. kein Grund zur Panik. Jasmins Freund hilft mir. So wie er mir die letzten Wochen ständig mit dem PC geholfen hat. Ohne auf meine Dankbarkeit zu pochen.
Es gibt Menschen die sich um mich sorgen und ich sorge mich um diese Menschen.
Man muss nicht Christ sein um so etwas zu fühlen.
Nur Mensch.

Euch allen eine schöne Vorweihnachtszeit, eine schöne Winterzeit, eine schöne *Jahresrestzeit*. Versucht das schöne zu sehen, das Gute zu teilen, Seid das Licht von dem ihr sprecht


Dienstag, 25. November 2014

Waschtag

Wir sind verwöhnt. Vorbei die Zeiten in denen wir in den Waschsalon pilgerten, beladen mit einem Wäschesack und Buch.
Später dann, in den eigenen vier Wänden, hatte man zumindest die Waschmaschine im Keller, oder in Küche oder Bad. Meine Eine hat sogar eine Wasch-Trockner Kombi, bequem im Bad. Ohne die Kombi würde ich ein Katzenfell tragen.

Aber wo wäscht man im Internat? Handtücher bringt die Putz Fee jeden Montagmorgen. Ein Dusch-, ein Handtuch und eine Duschmatte, die Bettwäsche kommt alle drei Wochen, glatt gemangelt, auf Kante gefaltet. Fast wie im Hotel. Nur beziehen müssen wir es selbst. Das Bett, bzw. das Bettzeugs.

wie im Hotel, die Wäschewagen unserer guten Geister
Aber man wandet sich ja nicht in Bettlaken und Duschtuch, um in den Unterricht zu wandeln. Wir leben ja nicht im alten Rom, außerdem ist es hier zu kalt. Natürlich gibt es die Möglichkeit jedes Wochenende den Koffer – voll mit Büchern und Dreckwäsche – in Richtung Heimat zu schleppen, um es ihn, den Koffer, zwei Tage danach wieder in den Schwarzwald zu schleppen.
Und jetzt? Wir haben doch tatsächlich Waschmaschinen und Trockner, gegen – relativ – kleines Geld kann man hier Waschen. Waschen für 1,60€, Trocknen für 1,10€ - es gibt aber auch die Möglichkeit die Wäsche aufzuhängen. Aber man muss sich eilen. In den 4 Wohnkomplexen gibt es insgesamt nur 3 Maschinen. Manchmal sitze ich schon 10min neben der Maschinenladung meines Vorwäschers und warte auf das Schleudern, damit mit keiner dazwischen kommt. Und in 9 von 10 Fällen versucht es doch tatsächlich jemand sich dazwischen zu drängeln.

Im Waschraum ist auch eine Waage.... für die Wäsche, aber wir nutzen sie so ^^^
Läuft eine Maschine noch, wenn man in den Waschraum kommt, stellt man seinen Wäschesack vor die Maschine. Wer danach kommt stellt seinen Wäschesack hinter den ersten und so weiter und so fort. Aber es halten sich eben nicht alle daran. Aufregen hilft nicht. Außerdem wird dadurch die Wäsche auch nicht sauber.
Mir gelang es am Wochenende doch tatsächlich 3 volle Ladungen zu waschen und trocknen. Also kann ich kommendes Wochenende nur mit einem kleinen Rucksack nach Hause pilgern, ohne den Mief der Woche.

Die beiden Schwerarbeiter im Block G: Sie laufen am Wochenende rund um die Uhr:

Sonntag, 23. November 2014

Seltsame Zeiten - Sonntagsgedanken 47/2014

An manchen Tagen ertrage ich das Netz nicht mehr. Und es ergeht nicht nur mir so. Selbst bei den sogenannten Mainstreammedien ist das Thema angekommen:
Hass im Internet.
Aber nicht nur das. Durch die Globalisierung des Nachrichtenwesens stehen uns jeden Tag Elend und Leid im Wohnzimmer, Katastrophen und Kriege, Gräueltaten und mehr.
An manchen Tagen ertrage ich es nicht mehr.
Das Leid, die Missgunst mancher Menschen auf andere, die etwas Hilfe suchen und bekommen.
Den Hass auf alles was anders ist, die Angst vor dem Fremden.

Als ich anfing zu bloggen hatte ich ziemlich viel Nonsens im Kopf. Den habe ich zwar immer noch, aber oft wird er ins Eck gedrängt und kümmert da leise vor sich hin.
Einige meiner Netzfreunde sind schon an den Punkt gelangt: Raus aus dem Netz.
Erinnert ein wenig an: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen.
Die meisten machen einfach nur Pause, oder nehmen Tempo raus. Ich kann es so gut verstehen.
Das wir in Deutschland keine Streitkultur haben merkt man schon daran was in – auch in seriösen – Talkshows abgeht. Da wird beleidigt was das Zeug hält. Und das gerne auch von Politikern. Es wird unterstellt, behauptet (ohne Angaben von Quellen), diffamiert. Und bleibt die Gegenseite  beherrscht und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, dann wühlt man im Privaten und versucht so den anderen bloß zu stellen. Und manchmal machen einige der Medien mit.
So haben zwei namhafte (nun ja, wie man es nimmt) die Adresse eines Gewerkschaft Chefs veröffentlicht. Seine Büronummer wurde veröffentlicht mit der Aufforderung ihm die Meinung zu sagen.
Im Mittelalter zündet man Fackeln an und zog des Nächtens vor das Haus des Betroffenen.
Heute wütend der Mob im Netz.

Es macht müde mit so viel Hass, Neid, Missgunst, Misstrauen konfrontiert zu werden.
Und es entsetzt mich, dass ich bei Facebook-Bekannten auf offenen Rassismus und Vorurteilen treffe.
Diskutieren oder gehen? Den anderen das Feld überlassen?
Es kostet manchmal mehr Kraft als ich habe mich dagegen zu stellen. Ruhig zu bleiben und sachlich zu argumentieren. Manchmal schaffe ich es nicht mehr.
Wenn einem zum x-ten Mal das Wort im Mund verdreht wird, wenn die Antwort kommt, man könne sagen was man wolle – man würde nichts an der eigenen Meinung ändern.
Wenn man sich auf das Grundgesetz beruft (alle Menschen sind gleich, Religionsfreiheit) wird einem vorgeworfen man sei FÜR die Salafisten, die Terroristen, man sei ANTI-deutsch. (Was immer das sein soll…).
Die Saat geht auf. Die Saat die im Umfeld der AfD, der sogenannten friedensbewegten Elsässer, Jebsen und co, gepflanzt wurde erweist sich als ziemlich zäh.
Vorbehalte und Ausgrenzung, sogar Gewalt wuchern.
Und immer sind die anderen schuld.
Ja die anderen.
Die nicht wie wir sind.


Sie vergessen: Auch wir sind die Anderen. Fast immer und überall.

Mittwoch, 19. November 2014

Kleine Katastrophen - oder der ganz normale Wahnsinn

Tag eins der Katastrophenwoche:
Eigentlich habe ich meinen Zimmerschlüssel immer in meiner Tasche. Der Schlüssel ist eine Chipkarte, mit der wir uns auch beim Essen *einlogen*. Ich packte meine Sachen zusammen und wollte meinen Schlüssel aus der Tasche nehmen, aber da war nix…. Außer einem riesigen Ausrufezeichen über meinem Kopf. Mist, Mist, Mist.
Als erstes lief ich alle Strecken ab, die ich seit dem Mittagessen gelaufen war, suchte den Physiotherapeuten auf –nix.
Also zu *Freizeit und Wohnen* meinen besten Bettelblick aufgesetzt und zerknirscht einen Ersatzschlüssel angefordert. Ich bin da schon bekannt.

Tag zwei der Katastrophenwoche:
Der Schlüssel tauchte am nächsten Tag auf. Er wurde vom Finder in der Arztpraxis abgegeben, die informierte mich per Mail. Dafür vermisste ich abends mein Handy. Mein Handy ist mehr als ein Telefon: Notizbuch, Organizer, und und und und….
PANIK.
PANIK.
PANIK.
Bis 21 zählen und auf die Suche gehen. Alles die des Weges kamen wurden aufgefordert mich anzurufen. Wir fanden es schließlich im Gruppenraum. Okay, ich gebe zu: ich war etwas unkonzentriert.

Tag drei der Katastrophenwoche:
Der Tag fing gut an, die bestellten DVDs waren geliefert worden. Voller Vorfreude drängelte ich innerlich dem Abend entgegen. Kaum auf dem Zimmer packte ich die erste DVD ins Laptop. Die Freude währte ganze 20 Minuten. Dann hängte sich erst der DVD Player auf, dann das ganze Laptop, nix ging mehr. Also booten.
Wieder ging nix mehr. Jetzt aber wirklich gar nix mehr. Ich übergab es am nächsten Tag einem unserer IT‘ler , wieder mit meinem berüchtigten Bettelblick, er versprach sein Bestes.
Aber es kamen keine gute Nachrichten: *Plattmachen und neu aufspielen*.
Okay….. Aber das dauerte.

Tag vier der Katastrophenwoche:
Müde wollte ich abends ein Brötchen aufschneiden, rutschte ab und statt das Brötchen zu teilen, schnitt ich in Finger und Fingernagel. Erst der glühende Schmerz, dann das Blut, das auf meine Buchführung tropfte, als ich hektisch nach den Pflastern suchte. Ich pflasterte was das Zeug  hielt und versuchte nicht in Ohnmacht zu fallen. Als ich am nächsten Tag vorsichtig unter das Pflaster  sah ich, dass ich den Nagel zu 2/3 gespalten hatte –saubere Leistung.

Tag fünf der Katastrophenwoche:
Heim nach Stuttgart, ab Feuerbach mit der Stadtbahn. Beide Automaten an der Station verweigerten meine Geldkarten. Aber lehnten sie sie gleich ab? Nein. Sie schluckten sie und erst als ich nach 10 Minuten – gefühlten Stunden – und zwei verpassten Bahnen randalierte und einmal ****** spuckte der Automat die Karte aus und stellte beleidigt den Betrieb ein.

Ich kam erschöpft von der Woche zuhause an und einer meiner Kater kotzte ins Wohnzimmer….

Aber das Laptop läuft wieder, der Finger verheilt, alles gut.

Eben habe ich im Spiegel entdeckt, dass sich ein dicker Herpes unter meiner Nase bildet......

Montag, 10. November 2014

Nachschlag zum Lokführerstreik

Mir wurde vorgeworfen: *Es ist immer leicht, auf der Seite der Streikführer zu stehen, wenn man zentral wohnt.*
Auch wenn ich nicht zentral wohnen würde – normalerweise tue ich das ja, aber momentan nicht – würde ich auch so denken. Und im Moment käme ich von da, wo ich wohne nur sehr schwer weg, habe mich aber dafür entschieden hier zu bleiben. Dann lerne ich eben und sehe meine zwei Stinkerkater erst in einer Woche wieder. Es gibt schlimmeres.
Trotzdem wurmt mich der Vorwurf, dass es für mich leicht sei, weil ich eben nicht davon betroffen sei.
Danke für die Einschätzung
Mich macht es wütend. Stand ich wohl schon des öfteren Stunden um Stunden, zusammen gezählt handelt es sich bestimmt um Monate, auf zugigen Bahnsteigen, verdreckten Bahnhöfen, zu jeder Tages und Nachtzeit herum, OHNE das gestreikt wurde.
UND ICH HABE KEIN AUTO!
Ironie an:*Da warfen sich irgendwelche Selbstmörder vor einen Zug! Ohne Rücksicht darauf zu nehmen, dass ich irgendwohin wollte. Und dann auch noch auf einer vielbefahrenen Strecke! Ironie off*.
Oder:
Ironie an: *Wie konnte der Zug ausgerechnet heute entgleisen, wenn ich mal einen Zahnarzttermin habe!*
Ironie off.
Ich stand wegen Wetter, Personenschaden, Personen im Gleis, einmal hatte sogar ein Lokführer verschlafen und man fand so schnell keinen Ersatz, Schneewehen, Überfüllung eines Zuges, Brand im Zug, Brand an der Böschung, Notarzteinsatz im Zug, Randalierer im Zug, irgendwo herum und drehte Däumchen.
DA WAR KEIN STREIK.
Klar ärgerte ich mich. Und die nichtvorhandene Zuverlässigkeit führte dazu, dass ich *von der Schiene ging.* Jedenfalls als Pendler. Als Privatperson mag ich Züge und Zugfahren. Und ich bin dem gesamten Basisbahnpersonal von Herzen dankbar, dass sie ihren Job machen, den DIE hängen mit uns in den Zügen fest, fahren mit uns nachts, morgens, abends, an Sonn- und Feiertagen von Buxtehude bis was weiß ich.
Über wen regen wir uns also auf, wenn gestreikt wird?
KLAR! DER BÖSE GEWERKSCHAFTSBOSS!
So. Mir reicht es echt.
Erstens haben sich zwei namhafte Was-auch-immer-für-Blättchen sich dazu herabgelassen die Adresse, samt Fassadenansicht des Gewerkschaftschefs abzudrucken. Und dann noch ein paar hetzerische Worte.
Was soll das? Wollen die einen Mob vor dessen Haustür um einen geilen Artikel zu bekommen?

*Der Gewerkschaftschef spielt Machtspiele
1.       Mit der Bahn
2.       Mit den anderen Gewerkschaften
3.       Mit der Bundesregierung
4.       Mit den Bahnkunden

Ach Leut, wenn es nicht so traurig wäre, wäre es zum Schreien komisch.
Warum ist man nicht – zu Recht – auf die Bahnbosse sauer?
Auf die Arbeitgeber?
Warum solidarisiert man sich nicht mit den Streikenden, wie in anderen Ländern?

Nach dem Lesen vieler Kommentare wurde mir klar warum:
Es gibt keine Solidarität mehr unter den Arbeitnehmern. Jeder ist sich selbst der Nächste. Nun nicht alle. Aber viele. Das macht mir Angst. Das macht mich traurig.
Statt gemeinsam gegen niedrige Arbeitslöhne und widrige Arbeitsverträge aufzustehen hackt an auf dem rum, der den Mut hat genau dies zu tun.

Am Sonntag erschien ein lesenswerter Artikel bei Spiegel online: 
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/bahnstreik-ex-ig-metall-chef-steinkuehler-verteidigt-gdl-tarifstreit-a-1001787.html





Sonntag, 9. November 2014

Wiedervereinigungsfeier? Sonntagsgedanken 45/2014

Vergangenheitsbewältigung
Pünktlich zu den Feiern der Wiedervereinigung setzt hier das Internet aus und ich kann nichts streamen. Nun, das hat auch Vorteile. Statt vor der Glotze abzuhängen hüpfe ich wie Rumpelstilzchen durch den Wald und freue mich am Sonnenschein und klarer Luft. Der Wald hier ist märchenhaft schön und ich werde in einem der anderen Artikel Fotos veröffentlichen.
Momentan sitze ich vor dem Gruppenraum, weil ich einen Zugang zum Wlan-Netz habe. Im Schlafanzug. Ohne Kaffee. Ich hoffe ihr wissst das zu würdigen.
Zurück zum Fall der Mauer und den Auswirkungen. Ich möchte gar nicht auf die Debatte eingehen, ob die DDR ein Unrechtsstaat war oder nicht, man erschießt einfach nicht seine Bürger, wenn sie das Land verlassen wollen, Basta.
Auch im Westen gab es übrigens Berufsverbot, meine Damen und Herren, unsere so hochgelobte Freiheit des Westen ist auch nicht immer vorhanden und einer unserer größten Verbündeten dachte er könne das umgehen, indem er gewisse Gefangene auslagerte, als seien sie Waren.
Ich spreche von diesem unsäglichen Lager auf Kuba, in dem die USA Menschen, die eigentlich dem Kriegsrecht und somit der Genfer…. Oha. Merkt ihr was? Messen wir hier nicht mit zweierlei Maß?
Und während das System DDR schon seit 25 Jahren Vergangenheit ist, so hakt man weitere darauf rum, aber hält sich Ohren und Augen zu, wenn es Guantánamo geht. Man müsste ja sonst etwas dazu sagen. Aber das geht ja nicht. Bei Freunden sieht man weg.

So geschah es, dass ein vermeintlich cleverer Bundestagsvorsitzende (der gewitzte Alte) dachte, er könne, wenn er einen anderen Alten, der verbittert und in der Zeit stehen geblieben war, dazu nutzen, um den (verhassten) Linken eins auszuwischen.
Lampert lud Biermann in den Bundestag ein, wer sich einmal mit der Persson Biermanns auseinandergesetzt hat, weiß wie der alte Mann tickt.
Ich kann es dem ehrwürdigen Bundestagsvorsitzenden weder beweisen, noch möchte ich ihm nichts unterstellen, aber wer dann klatschte, als Biermann die Anwesenden – demokratisch gewählten –
Abgeordneten der Linken maßlos beleidigte, legt nahe, dass es ihm ganz Recht war. Denn er waren seine Parteigenossen, die da klatschten.

Dabei war unsere, allseits geschätzte und verehrte, Bundeskanzlerin doch nichts anderes als eine FdJ Vorsitzende, durfte in Moskau Physik studieren und arbeitete für das System.
Ändert man sich nur weil man in eine andere Partei eintritt? Ist man dann ein anderer Mensch?
Ich bezweifle das stark. Ich würde  das glauben, wenn Frau Merkel vor dem Mauerfall alle Aufgaben niedergelegt hätte …
Das Gleiche gilt für Herrn Gauck. Er war kein Bürgerrechtler. Er war ein Pfarrer, der eben nicht wie manche seine Kollegen, massiv gegen das System DDR arbeiteten. Er stand nicht bei den Menschen, als diese ihre Freiheit einforderten. Aber auch er wettert gegen die Linke.
Er könne seine Meinung vertreten. Schade, dass er zu den HoGeSa Geschehnissen nicht genauso laut brüllte.

Ob man die Linke nun mag oder nicht: der Umgang im Bundestag unter den Parteien lässt zu wünschen übrig. Und da haben alle Dreck am Stecken. Allerdings ist es sehr verwunderlich, dass ausgerechnet die sogenannten *christlichen* sich hier immer und immer wieder hervortun.
Was die Politiker machen ist die eine Sache, dass aber Freunde von mir es gut finden, dass man eine Abgeordnete der Linken als Stalin-Domina bezeichnet, entsetzte mich dann doch.
Stalin ist mit Hitler gleich zusetzen. Stellt euch vor Herr AfD würde als Hitler-Scherge bezeichnet?

Ich finde es wünschenswert, wenn wieder über Inhalte gestritten werden würde und nicht über der Personen der anderen.
Danke fürs Gespräch.

Montag, 3. November 2014

Pimp up my Gartenteich - oder wie wir der Natur das Fürchten lehrten

Ich und die meisten meiner Freunde sind Städter im wahrsten Sinne des Wortes. Wir lieben es in der Natur zu sein, oder im Garten, aber am besten immer in den Gärten der anderen.
Zwei Freundinnen von mir haben damit jetzt Schluss gemacht und sind unter die Gartenbesitzer gegangen und wir mit. Ihr kennt ja den Spruch: Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen.


Maggie und Gaby machten mit unserem Faulenzertum kurzen Prozess und luden uns zum Gartenteich - Aufmotz - Party ein. Und da es ein rekordverdächtiger 1.November werden sollte – jedenfalls was das Wetter betraf – freuten wir uns alle wie Bolle, schleiften unsere Gummistiefel aus dem Keller und wagten uns in die freie Natur.

Das Wetter war ein Traum, die Stimmung gut und die Aufgaben schnell verteilt. Markus schnitt die Hecke, ich befreite den LKW-Reifen, der als Pflanzenschale dient, von allem was wuchs und setzte Tulpenzwiebeln, die anderen tobten sich am Teich aus. Ein Hoch auf Uwe, und Katja, Gaby, Maggie und ihre Schwester.

 
Schlammwasser und alte Pflanzen raus, Folie säubern, trocknen lassen, Vlies und neue Folie rein.
Wieder mit Steinen beschweren und Pflanzen wieder rein.
Dazu ist zu sagen: es gibt kein fließendes Wasser im Garten, der wunderschön gelegen über Stuttgarts Dächern liegt. Die zwei Mädels haben schon sehr viel Mühe reingesteckt und wir haben schon einmal dort gefeiert.
Es störte uns wenig, dass Feiertag war, aber aus Rücksicht auf alle anderen, verzichteten wir auf motorbetriebene Geräte. Alles wurde – unter viel Gelächter und Gejammer – in reiner Handarbeit geleistet.
Egal, ob welke Blätter zusammen gerecht, der Rhodendron vom Verblühten befreit oder der Igelunterstand ( also der Komposthaufen) bestückt wurde, alles per Hand. Die Hecke mit einer Rebschere zu schneiden hat auch was.


Maggies Schwester – eine ehemalige Pfadfinderin – kümmerte sich aufopferungsvoll um die Grillstelle und bald prasselte ein lustiges Feuer. Der Duft nach Gegrillten Allerlei erfüllte die Luft, aber leider nicht nur das: Wir hatten Stechmückenalarm und Maggie verwandelte sich in ein Einhorn, nachdem ihre Stirn als Landeplatz und Tankstelle für eines der geflügelten Monster gedient hatte.


Wir hatten bald nur noch Blödsinn im Kopf, es wird ja auch schon früh dunkel und dann auch frisch, Wulle wurde geköpft und wir saßen zufrieden am Feuer und zählten unsere Lieblings-Horror und Gruselfilme auf. Der Mond stand unheimlich klar und schön am Himmel, Sie Sterne funkelten und bald rollten wir zu den Autos und fuhren zurück in den Talkessel. Wir hatten den ganzen Tag im Freien verbracht, ausgelassen wie Kinder. Ich kann euch leider nicht wiedergeben wieviel wir gelacht haben.

Danke an die Gartenbesitzerinnen für diesen extrem tollen Event. Ich freu mich schon auf's Wintergrillen.

Sonntag, 2. November 2014

Großstadtpilze lernen fliegen

Man kann sie nicht pflücken, aber sammeln. Man muss aufmerksam sein, um sie zu entdecken.
Neues von der Streetart Stuttgart.



Ich finde es immer wieder lustig, was sich die Stuttgarter Kleber* einfallen lassen. Sprühen war gestern, und plötzlich sprießen die  Pilze an den Hauswänden, an den unmöglichsten Stellen:

Ich freue mich immer, wenn ddie Kreativen wieder einmal zugeschlagen haben, bzw geklebt ^^

Keine Toleranz der Intoleranz! Sonntagsgedanken 44/2014

Wo fängt die Intoleranz an?

Das frage ich mich die letzten Wochen immer mehr, bin ich doch auch nicht frei von Vorbehalten und auch Vorurteilen. Wir schwingen immer die hohe Fahne der Demokratie und der Meinungsfreiheit, aber leben wir dies auch Andersdenkenden gegenüber?
Ich glaube: Nein.
Und das aus mehreren Gründen, die gerade an solchen Tagen wie Halloween sehr deutlich zu Tage treten.
Da wird von vielen Seiten betont, dass man Halloween nicht feiert, sondern der Reformationstag oder Allerheiligen. Das man das für amerikanischen Kram hält, Geschäftemacherei etc. Das alles mag zum Teil oder Ganz stimmen, aber warum lassen wir nicht den anderen den Spaß an solchen Events? Auch bei mir haben kleine Monster und forderten: „Süßes oder Saures!“, die Tafeln Schoki wurden freudig lärmend entgegen genommen und ich hatte das Grauen abgewendet. Es bereitete mir Freude die Jungs lachend von dannen zu ziehen zu sehen. In meinen Kindertagen gingen wir während der Fastnachtstage *schlumpeln*, verkleidet zogen wir von Haus zu Haus und erbettelten Süßes. Wir brauchten Tage um die, mit verkohltem Kork Gesichter wieder sauber zu bekommen – sehr zum Ärger unserer Mütter, die die Bettwäsche nicht sauber bekamen. Hier muss ich heute noch Kichern.
aber zurück zum Thema.
Ich fasse mich da sehr wohl an der eigenen Nase. Schüttle ich doch verständnislos den Kopf, wenn das Dirndlvolk wie die Heuschrecken zweimal im Jahr in Stuttgart einfallen. Seufz. Mehr Gelassenheit tut mir da auch gut.
Wenn wir im Kleinen schon so kleinlich sind, wie können wir dann in anderen Dingen großzügig sein?
Und wie wollen wir dann die Freiheit in allen Dingen verteidigen?
Wo hört Toleranz auf und wo fängt Ignoranz an?
Mir wurde vor ein Tagen vorgeworfen, dass ich die Salafistenbewegung verharmlose – im Prinzip deshalb, weil ich den – moderat gelebten-  Islam verteidigte. Mir wurde ganz schummerig.
Wie kann man nur von dem einen auf das andere schließen?
Die radikalen Salafisten konnten nur so groß werden, weil man die Menschen mit islamischem Hintergrund links liegen ließ, man ignorierte sie mehr oder weniger und fand sich tolerant. War man nicht. Man war ignorant den Problemen junger Menschen gegenüber, die mit ihrem Migrationshintergrund alleine gelassen wurden und in vielen Punkten benachteiligt wurden. Man ignorierte sie einfach. So lange sie die eigenen Kreise nicht störten waren sie einem egal. Und fand sich tolerant. Natürlich liegt die Schuld nicht alleine bei der Gesellschaft, aber wer von uns hat schon einmal bei einer türkischen Familie das Zuckerfest gefeiert?
Genauso ignorant verhielt man sich den Rechten gegenüber. Man redete sie klein.
„Rechte gab es schon immer!“, „Ach was, die paar Hanseln!“, „Die Antifa ist schlimmer!“
Dann kam der NSU Skandal, dann die HoGeSa. Und plötzlich standen da 4500 Menschen in Köln, die zu Teil angetrunken randalierten, Polizisten verletzten, *Ausländer raus* und *Deutschland den Deutschen* brüllten, alles jagten, was ihrer Ansicht nicht deutsch aussah.
Müssen wir hier tolerant sein? Verbieten können und sollten wir diese Auftritte nicht, aber es bekannt machen, dagegen halten und aufklären. Mag sein, dass wie sie nicht wieder einfangen können, genauso wenig wie radikalisierte Salafisten, aber wir können verhindern, dass ihnen (noch) mehr Menschen folgen.
In dem wir tolerieren und akzeptieren, was zwar nicht in unser eigenes Weltbild passt, aber nicht gegen unser Grundgesetz und anderen Gesetzen verstößt und wir diese Toleranz nicht nur auf den Lippen tragen, sondern sie auch im Kleinen leben.
In dem wir differenzieren und gegen die aufstehen die unsere Grunwerte und Gesetze mit Füssen treten, egal ob es rechtsradikale Hooligans sind oder fundamentalistische Salafisten. Und unsere Justiz und Polizei dabei untersützen, Farbe bekennen und das leben, an das wir glauben.
Und wie gesagt: Ich fasse mich da sehr wohl an die eigene Nase.

Samstag, 1. November 2014

An die eigene Nase fass*

Gestern war Reformationstag. Und Halloween. Und Freitag. Die einen haben Spaß an Halloween (unter anderem ich: wenn Kinder verkleidet klingeln bekommen sie Süßes), die anderen regen sich darüber auf, dass man Halloween feiert.
Ach Leut' möchte ich da rufen: Lasst sie doch! Kurz davor mich über die *Motzer* zu erheben gucke ich kurz in den Spiegel und lache mich selbst aus - denn bin ich denn besser? Mein fragender Blick wird zurückgeworfen, die Augenbrauen im Spiegel rutschen nach oben und der zurückgeworfene Blick sagt eindeutig: *Nein, bist du nicht!*
Auch ich habe meine Vorbehalte - und da auch nicht wenige - aber ich arbeite an mir.
Wenn Menschen meinen, sie müssten sich zum Gebet an ihre Gottheit in den Staub werfen,  usw usf. dann ist das ihre Sache. Wenn sie das von mir erwarten, dann haben sie Pech.
Bin ich tolerant? Jein. Was bleibt mir den anderes übrig? Wichtiger wäre eine richtige Akzeptanz, nicht nur anderer sexueller Vorlieben, sondern eben die Akzeptanz anderer Lebensweisen. Nicht die eigene Moralvorstellungen als Maßstab für andere nutzen ( aber bitte alles im Rahmen der Gesetze).
Ich muss nicht alles gut finden was andere tun, und ich kann auch meinen Senf dazugeben, oder ich kann manchmal einfach mal die Klappe halten, um den anderen nicht den Spaß zu verderben.

Deswegen: Happy Halloween, einen schönen Reformationstag und feiert Allerheiligen. So wie ihr mögt. Meinen Segen habt ihr und die Kids bekommen Süßes von mir - solange der Vorrat reicht.

Halloween ist das Gegengewicht zur Walburgisnacht. Es ist die Nacht in der wir der anderen Seite am nächsten sein sollen. Die Nacht der Geister und der Toten. Ein uralter Glauben der es - etwas verzerrt - bis in die Neuzeit geschafft hat.

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Gepudert und gepinselt - Kosmetik von KIKO, Kiko

Kiko Kosmetik ist tierversuchsfrei und zum großen Teil vegan

Selten musste ich so schmunzeln als in dem Moment als meiner Mitbewohnerin einfiel, dass demnächst Weihnachten ist. Mir persönlich liegt nicht wirklich viel an Weihnachten, ich mag den finnischen Weihnachtsmarkt in Stuttgart und auch den mittelalterlichen in Esslingen, und und und – auch mag ich Glühwein, Kekse, Schnee und Glitter, aber dazu muss ich weder Jesus Fan sein noch dem vorweihnachtlichen Schoppingwahn anheimfallen.
Macht meine Mitbewohnerin auch nicht. Sie bastelt und demnächst werde ich sie mal fragen, ob ich über ihre Knöpfe – herzallerliebst – schreiben darf.
Außerdem brauche ich keinen Grund um zu schoppen. Auch bin ich keine wilde Schoppingmaus oder B-Promi-Nacheiferin. Aber ab und zu gehe ich gerne bummeln, wenn auch kürzer als die meisten anderen Frauen und bestimmt weniger als die wildgewordenen Teenies die den Primark in Stuttgarts neusten Schoppingtempel, dem Milaneo.
Mir reicht das Gerber ums Eck, nicht so groß, überschaubar und keine zehn Minuten zu Fuß weg. Und es gibt neben dem fantastischen Ingwereis im Pano noch einen anderen Grund, der mich dazu bringt das Gerber ab und zu heimzusuchen:
Tierversuchsfreie, vegane Cosmetic, die bezahlbar UND gut ist. Und Frau steht eben nicht ratlos vor den Regalen und stöbert sich hilflos durch das Angebot.
Der Laden ist klein, immer voll –mit Kunden, Verkäufern und Kosmetik – und es macht definitiv Spaß das mitzumachen. Ich schnappte mir eine der hübschen Verkäuferinnen und äußerte meine Wünsche, gab meinen Hauttyp an, sagte was ich suchte und verließ ca 30 Minuten später glücklich – und ärmer – den Laden.
Im Gepäck:


Foundation, Puder, Lidschatten und Wimperntusche – gut aufeinander abgestimmt. Die junge Verkäuferin nahm sich Zeit, testete die Farben an mir, besah sich meine Haut und die Wimpern genau bevor sie Vorschläge machte. Die Pinsel nahm ich mit – meine Alten haben ausgedient und haben schon zu viele Haare gelassen.

Die Sachen die ich kaufte sind alle komplett vegan. Es kann sein, dass es einzelne rodukte gibt die nicht vegan sind. Aber das ist selbst bei LUSH so. Also Augen auf beim Cosmetic-Kauf, trotz alle dem.

Alles, außer den Pinseln, kostete unter 10 Euro.
Der Kurzzeittest brachte: 5 Sterne
Preise: 5 Sterne
Personal: 5 Sterne
Platz im Laden: nicht vorhanden 


P.S. KIKO hat teurere Produkte beim Test hinter sich gelassen....

Montag, 27. Oktober 2014

Ich bin Klempner von Beruf... oder wie ich lernte die Spüle zu besiegen....

Wenn in der Küche das Wasser nicht mehr aus dem Wasserhahn sprudelt, sondern in Strömen aus dem Unterschrank fließt, hat Frau ein Problem, welches ausnahmsweise einmal nicht Mann heißt. Aber in solchen Momenten wünscht sich Frau einen Mann, der vielleicht auch nicht klempnern kann, aber den kann man dann wenigstens in solchen Momenten anschreien: „Tu‘ endlich was!“.
Wohnt Frau mit Katzen zusammen anstatt mit einem Mann, denkt sie im ersten Moment an Flucht, erinnert sich dann an etwas was man „Haupthahn“ nennt und sucht den verzweifelt, während die pelzigen Mitbewohner höher gelegene Gefilde aufsuchen: Tische oder Schrank.
So oder ähnlich geschah es mir. Dann auch noch an Krücken. Und jetzt? Keine Kohle für einen Installateur und nur Freunde mit zwei linken Händen und die mit den rechten gingen in Deckung.
Also musste die Spüle warten, immerhin schaffte ich es den Zulauf abzudrehen und konnte den Haupthahn wieder aufdrehen.
Aber in der Küche ohne Wasser? Geht gar nicht.
Als dann die Krücken längst Vergangenheit waren konnte ich aber erst zur Tat schreiten, als das Knie wieder biegsam wurde. Ab in den Baumarkt.
Baumärkte sind schon längst nicht mehr reine Männerdomäne. Und ich liebe Baumärkte! Während ältere Ehepaare Richtung Gartenausstellung wanderten, zog es mich in die Bäder und Bauabteilung. Ich brauchte eine Mischbatterie und wurde fündig… gekauft. Nach Hause gerast und ab unter die Spüle, mit Rohrzange und Katzen. Die zwei fanden es ganz spannend auf mir rumzusteigen und alles zu beschnüffeln, retteten mich vor einer Spinne und nervten ganz gewaltig.

Die Küche in meiner Mietwohnung hat die besten Zeiten schon hinter sich und die waren wahrscheinlich im letzten Jahrtausend (wie ich es liebe auf dem Milleniumswechsel herumzureiten). Anhand der Einbau-Anleitung der neuen Mischbatterie leitete ich mir ab, wie ich die Alte auszubauen hatte. Klang alles ganz einfach, wäre auch bestimmt so gewesen, wenn – wenn nicht die Patine des letzten Jahrtausends sich festgesetzt hätte. Tiefer Seufzer. (Und zwischendurch den Kater von der Tastatur entferne.)
Die gesamte Einbauküche wackelte wie bei einem Erdbeben, die zwei Kater flüchteten und ich fluchte wie ein Bierkutscher. Nach einer halben Stunde hielt ich das alte Ding in den schmutzigen Fingern, sämtliche Fingernägel ein Stück kürzer. Und ich fand das Leck – eine der Wasserzuläufe  hatte ein Loch. Ich schrubbte alle betroffene Teile, packte die Mischbatterie  aus, baute sie zusammen, während die Kater sich um den Verpackungskarton stritten und ihn abwechselnd belagerten.
Ich stellte erfreut fest, dass die Installation wesentlich leichter war wie die Desinstallation.

Wer jemals irgendetwas mal installiert hat, weiß was kommt…:
Eine der Zuleitungen war einen halben Zentimeter zu kurz. Erst erschien ein Fragezeichen über meinem Kopf, dann ein Ausrufezeichen, die Stubentiger rochen Lunte und verschwanden.
Ich musste noch einmal in den Baumarkt.
Zuerst suchte ich einen Verkäufer und fand ihn auch: Er führte eine Polonaise an: Da er der Einzige auf der gesamten Fläche war verfolgten alle Kunden ihn, die ihn entdeckt hatten. Cooler Kerl, der ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Ich mich schon. Aber selbst ist die Frau und ich machte mich auf die Suche nach einem Verlängerungsstück. Ich fand es. Und war mächtig stolz auf mich. Sicher ist sicher, dachte ich aber und schloss mich der Polonaise an. Ich wollte nur wissen, ob ich das richtige Teil hatte, denn ich traute meinen laienhaften Überprüfungskünsten nicht. Ich hatte einfach die Anschlüsse aneinandergehalten und nachgesehen, ob sie gleichgroß waren. Aber ich wollte den Fachmann dazu hören.
Als ich dann an der Reihe war und meine Fachfrage stellte hielt er die Anschlüsse aneinander und knurrte: *Passt!*.
Wow, ich kann im Baumarkt anfangen!
Zuhause montierte ich den Rest und Heureka: Das Wasser sprudelte wieder aus dem Hahn und nicht mehr unter der Spüle!
Stolz wie Otto zog ich die letzten Schrauben nach, pfiff leise durch die Zähne bis – bis ich das Chaos in der Küche sah.
Und mitten drin die Kater.
Aber: selbst ist die Frau. Ich werde Klempner. Mit dem Pömpel kann ich ja auch umgehen!