Dienstag, 7. Januar 2014

Bittersweet (Kokelores kocht verhasstes Gemüse)

Als Kind gab es für mir drei Bewertungen von Essen:

  • Yeah!
  • Geht so.
  • Bääääh!


Heute geht es mir um das Bäh-Essen. Kinder schmecken anders als Erwachsene. Wahrscheinlich zarter.
... Spaß, Spaß.
Kinder erschmecken das Essen anders, die Geschmacksnerven verändern sich mit der Zeit. Vor allem bittere Speisen sind für Kinder fast grundsätzlich - bääääh.



Chicoree. Rosenkohl. Endivien.
Ich mag gebratenen, karamelisierten Chicorée. Ich liebe Endiviensalat mit süß-fruchtiger Salatsosse und Walnüssen. Aber Rosenkohl? Ich habe traumatische Erinnerungen daran wie ihn meine Mutter zubereitete in einer dicken Mehlsossenpampe, verkocht und einfach w-i-d-e-r-l-i-c-h.
Bäh, bäh und nochmal bäh.
Auch wenn die Bitterstoffe gesund sein sollen, dass war weder ein Anreiz noch eine Aufforderung mich an dieses Gemüse ran zu machen.
Aber eine Freundin von mir liebt den. Und ich habe also mal wieder ein Netz gekauft. Rosenkohl ist sagenhaft günstig! Aber da lag es dann da, das Netz, angefüllt mit kleinen, gemeinen, grünen Minikohlköpfen, die gemein zu kichern schienen.

Wenn man etwas nicht mag oderAngst davor hat sollte man sich ihm stellen.
Ich fasste mir also ein Herz und stellte mich der Rosenkohlarmee. Mit einem großen, scharfen Küchenmesser machte ich mich daran.
Ich wusch ihn, schälte die älteren Blätter ab, viertelte ihn und entfernte den kleinen Strunk. Und nun? Jetzt lag er da, erlegt und geviertelt - er sah schon etwas weniger gemeingefährlich aus. Ich stellte das Schüsselchen mit der Portion massakrierten Rosenkohls in die Nähe des Herdes, damit die kleinen Fieslinge auch schön mitbekommen würden was ihnen sonst noch so blühen würde.



Öl in der Pfanne heiß werden lassen, feingehackte Schalotten, Frühlingszwiebeln, Kümmel, Salz, schwarzen Pfeffer, kleingeschnittene, getrocknete Tomaten und etwas Chilli und etwas Zucker mit dem Öl anrösten, dann die überraschten Rosenkohlstückchen zugeben. Rösch (scharf anbraten bis sich Röststoffe bilden) anbraten, mit gehackten Walnüssen bewerfen und sofort auf den Teller und heiß verdrücken, also essen.



Dazu gab es Kartoffelstampf und Pilzsosse.
Na ja, die Freundin für die ich es eigentlich kochte, also für die ich das Rezept erdachte und ausprobierte, ging leer aus.
Ich habe es förmlich aufgesaugt, nachdem ich den ersten Bissen probiert hatte.
Boa war das lecker.
Tut mir leid Rosemmarie, aber ich koche das für dich gerne noch einmal nach.



1 Kommentar:

  1. ... ist doch eine nette Idee mit dem Anbraten... der Trick mit dem Kümmel auch erwähnt ......

    sonnige Grüße

    WN

    AntwortenLöschen