Dienstag, 28. Januar 2014

Flexianer? Flexitarier!

Was is'n das? Flexianer?  Flexitarier? Kommt von flexibel und bedeutet in meinen Augen einfach *undogmatisch*- mir rennen im Moment zu viele Menschen durch die Welt und verkündigen deren Ende und/oder wie man sie retten kann.
Wir leben in einer Zeit der Gegensätze, der Glaubenskriege der anderen Art, leider aber auch der Verrohung der Sitten und dem Verlust des Anstandes. Nicht nur untereinander, sondern jedem und allem gegenüber was auf unserem Planeten wächst und gedeiht und selbst dem Boden auf dem wir leben.
Auf der einen Seite werden Moralvorstellungen hochgeschraubt, aber gelebt werden sie kaum noch.

Das Wort Flexianer las ich im Zusammenhang mit der Ernährung, sich vegan ernähren, vegan zu leben ist ein neuer Trend. In meinen Augen ein erfreulicher Trend, wenn auch nicht ganz ohne - sagen wir einmal: Problematiken.
Es geht mir heute aber nicht um das Pro oder Contra der veganen Ernährung, die Gründe dafür sind so mannigfaltig wie unterschiedlich, sondern um etwas mehr Nachdenken beim Konsum- und das machen erfreulich viele in meinem Freundeskreis. Aber auch sie sind keine Flexianer.

Flexianer sind Menschen, die für sich entschieden haben, eine Zeitlang, ohne Zeitpunkte zu setzen, auf eine bestimmte Art zu leben. Was bedeuten kann, dass sie ein paar Monate vegan leben um dann einen Hamburger zu verspachteln, und das mit Genuss und ohne Reue. (Mit Hamburger meine ich natürlich das Frikadellenbrötchen und keinen Anwohner der Alster.)(Ich weiß, etwas platt, aber der musste jetzt sein.) Und vielleicht auch wieder Fleisch essen danach, und das regelmäßig. Oder sie verzichten eine zeitlang auf Alkohol, shoppen gehen ect....

Was mir an den Flexianern so gefällt ist ihre undogmatische Art. Als alte Ernährungslehretante (5 Jahre meiner Schulzeit begleitete mich dieses Schulfach, zwei davon als Leistungskurs in Verbindung mit Chemie) denke ich, dass der Mensch ein Allesesser ist und bleibt. Er wird alles verspeisen, was ihm beim Überleben hilft. Wir können die moralische Verpflichtung ins Felde führen, so oft wir wollen, aber wenn wir am Verhungern wären, würden wir zu den Raubtieren werden, die wir nun mal sind.
Was nicht heißt, dass wie in Zeiten des Überflusses nicht gerne darauf verzichten können und es auch teilweise tun. (Ich flog schon aus einer veganen Gruppe raus, weil ich schrieb: wenn es darum geht zu überleben, würde ich auch einem Hühnchen den Hals umdrehen....)

Zurück zu den flexiblen Menschen - ich persönlich finde sie erfrischend undogmatisch - wie schon erwähnt. Sie tun, was sie für richtig halten, moralisch und sonstwie geleitet, aber sie kasteien sich nicht. Ich kenne einige Veganer, unter anderem mich, die manchmal einem Stück Käse einfach nicht widerstehen können - ein Teil suhlt sich dann wochenlang in Selbstvorwürfen. (Dazu gehöre ich nicht.) Wenn ich betrunken bin, kann es sogar sein, dass ich in eine Wurst beiße - wobei das schon länger nicht mehr passierte und ich es auch nicht wieder vorhabe. Aber wenn ich an der Kuchentheke des Zimt und Zuckers stehe und der Käsekuchen mich anlacht, kann ich für nichts garantieren.

Zum Schluss: Mir - und anderen Veganern - wird immer wieder vorgeworfen, bzw vorgehalten, wir seien verrückt, mit unserem Verzicht würden wir kein einziges Tierleben retten, das würde nur durch die Politik geschehen können.
Mag sein, aber ich muss ja nicht Teil des Systems sein und mitmachen. Jeder hat die Wahl. Auch es nur für eine Zeitspanne zu tun oder zu lassen.



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