Sonntag, 19. Januar 2014

Toleranz oder Akzeptanz? (Sonntagsgedanken 3/2014)

Das Thema kommt einfach nicht zur Ruhe.
Es wird immer noch gestritten. In Baden-Württemberg soll an den Schulen über sexuelle Orientierung gesprochen werden. Und schon rotten sich die ewig Gestrigen zusammen und schreien ihre Ängste in die Welt hinaus. Man spricht von *Verwirrung* stiften und *Irritationen*,  von*Beeinflussung Jugendlicher und Kinder.
Man kenne ja selbst ein paar und die seien ja ganz okay, man sei ja tolerant.
Entschuldigung, aber ich muss gleich speien. Und das so heftig wie die junge Dame in dem Film der *Exorzist*. Das was diese Menschen von sich geben hat nichts mit Toleranz zu tun. Tolerieren ist ja ein dulden. Ertragen. Toleranz hat wenig mit Akzeptanz  (annehmen) und Respekt (achten) zu tun.
Toleranz ist wichtig, denn nicht alles können wir annehmen und achten, sollten es aber dulden.
Homosexualität/Bisexualität (und auch andere Ausprägungen) ist nicht nur zu tolerieren, sondern auch zu akzeptieren und zu respektieren, denn es ist keine Krankheit mit der man sich anstecken kann. Mann und Frau sind es oder sind es nicht. Aber sie werden oft an der Seele krank, wenn sie es nicht ausleben können/dürfen. Wenn man sie verspottet oder auf ihre Sexualität reduziert.
Das dann unser aller wohl geschätzter Präsident Russlands (Vorsicht! Ironie!) von sich gibt, dass man nichts gegen dieses Menschen habe, aber sie sollen sich doch bitte von Kinder und Jugendlichen fernhalten....
Was wird den da unterstellt? Das jeder sexuell anders orientierte Mensch praktisch die Veranlagung zu einem Sexualstraftäter hat?
Manchmal frage ich mich in welchem Jahrhundert wir eigentlich leben.

Natürlich muss man nicht alles akzeptieren und/oder tolerieren. Die Liste ist lang.
Mit Verboten kommt man selten weiter. Mit Bitten oft auch nicht. Aber mit Aufklärung. Und das hat
Baden-Württemberg vor. Damit die sexuelle Orientierung eines Menschen keine Rolle mehr spielt. Damit Begriffe wie *voll schwul* nicht mehr als Schimpfwörter benutzt werden. So sollte es mit Religion, Hautfarbe, Nationalität auch sein.
Leider ist es noch lange nicht so weit.

Es wird Zeit, dass alle akzeptieren, dass ein Mensch nicht homosexuell wird, sondern es einfach ist.

Kommentare:

  1. Ich habe diese Diskussionen ein bisschen mitverfolgt und nachdem ich feststellen musste, dass ich mich doch nicht verlesen habe, habe ich dies aufgegeben.
    Schon ein wenig schockierend!
    LG
    Sabienes

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    1. Ja leider - ich fasse es immer noch nicht.
      LG Marianne

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