Donnerstag, 6. Februar 2014

Der tierfreundliche Vegetarier

Nein, das wird kein Bashing gegen Vegetarierer. Ich denke auch, dass es den Menschen selbst überlassen bleiben soll und muss, wie sie sich ernähren. Jeder auf seine Art. Ob mit oder ohne tierische Produkte.
Ich selbst war nur die kürzeste Zeit meines Lebens Vegetarierer, war die meiste Zeit ein Fleischesser (und fühle mich deswegen nicht schuldig) und versuche seit nun drei Jahren vegan zu leben. *Ausrutscher* inbegriffen. Wenn ich unterwegs bin trinke ich schon mal einen Milchkaffee. Und wenn es mich überkommt ein Stück Käse. OHNE schlechtes Gewissen. Aber es wird immer weniger. Es gibt Alternativen.
Warum eine vegetarische Lebensweise nicht  unbedingt tierfreundlich ist, erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Und auch ich war ganz überrascht zu erfahren WO überall Tier ist, auch totes.
Wer denkt schon an Schweinemast, Milchkühe und Legebatteriehühner, wenn er ein Stück Erdbeersahnetorte isst? Aber die Gelatine wächst nicht auf Bäumen, es regnet keine Eier und noch habe ich keine frei fließende Milch entdeckt. Aber das alles steckt in einer normalen Erdbeersahnetorte.
Gelatine scheint überall zu sein: Als Trägerstoff für Farbstoffe, um Flüssigkeiten zu klären usw usf...


Zum Nachdenken über dieses Thema hat mich der Post auf einer Facebookseite gebracht. *Schlachtfohlenrettung*. Über meinem Kopf bildete sich ein Fragezeichen. Seit wann werden Fohlen in diesen Mengen geschlachtet? Das hat mehrere Gründe: Stutenmilch ist begehrt. Eine Stute gibt Milch nur dann, wenn sie ein Fohlen hat. Also Stute decken und fohlen lassen. Das Fohlen ist überflüssig. Erinnert mich ein wenig an das Schicksal der jungen Bullenkälber - auf zur Mast. Kein anderes Schicksal als die der Hengstfohlen.

Dass auch Fohlen in der Touristikindustrie (jo mei, sind die halt süß, die jungen Haflinger) sehr werbewirksam sind, ist auch unbestritten. Aber wohin, wenn die Viecher groß sind?
Endstation Schlachter, weil a) kein Platz und b) ausgewachsen nur noch halb so niedlich.
Was bin ich nur naiv (gewesen).

Ob es das Schreddern von Millionen männlicher Küken ist (Legehuhnrassen eignen sich nicht zur Mast. Und 50% der geschlüpften Küken sind kleine flauschige Hähne. Was ihnen aber nicht hilft. Also das flauschig sein und piepsen. Sie werden direkt nach dem Schlüpfen getötet, als Tierfutter an Zoos und Züchter verkauft oder zu Tiermehl verarbeitet. Manchmal landen die kleinen Kadaver auch einfach im Müll ) oder die Überproduktion an männlichen Kälbern.  Ich rede hier nicht von Kleinsterzeugern, ich schreibe über die Lebensmittelindustrie.
Industrie. Das Wort macht mich in Verbindung mit gefühlsfähigen Wesen wütend. Es führt einem vor Auge wie pervertiert das System ist.

Zur Herstellung von Käse benötigt man das Enzym Lab. Traditionell gewonnen aus Kälbermagen. Wer jetzt scharf nachdenkt, kann sich sehr schnell vorstellen, dass dies für das Kalb nicht gut enden kann. Es geht auch ohne das Kälberlab. Bakteriell erzeugte Enzyme machen es möglich. Wenn man sich erkundigt wird man schnell fündig. Ein bisschen nachdenken hilft eben weiter.

Fordere ich jetzt alle Menschen dazu auf vegan zu leben? Nein. Ich möchte nur Infos streuen. Und dann kann jeder für sich selbst entscheiden. Und es machen wie Monika: die hat *aussortierte* Legehennen und einen Hahn, der sich nicht für die Mädels interessiert. Die Hühner legen gewohnheitsmäßig weiter Eier, aber unter *feinen* Bedingungen. Monika isst die Eier. Fairer Deal findet ich. Sie rettet die Flattertiere vor dem sicheren, frühzeitigen Tod und bereitet ihnen einen schönen Lebensabend.
Auch ein Milchbauer, der seinen Kühen Platz. Licht und Luft lässt, der seine Kühe auf die Weide packt im Sommer und die Bullenkälber auf der Weide großzieht ist kein Unmensch, aber die Realität ist meist eine andere.

Um was es mir geht? Ich schrieb es schon oben: ich möchte Infos streuen, Fakten bewusst machen.
Mir sind Menschen lieb, die bewusst leben und nicht gedankenlos ihren Einkaufwagen füllen. Die sich sagen: manchmal ist weniger mehr. Manchmal ist Verzicht noch mehr. Oder eben bewusstes Auswählen.
Lasst uns der *Lebensmittelindustrie* eine runter hauen und etwas tun. Für uns und die Tiere.





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