Mittwoch, 19. Februar 2014

Die Seidenstraße ( die hippe Mitte)

Marco Polo ist nicht nur eine Modemarke, die in den Achtzigern elitäre Popper mit Sweatshirts in Pastellfarben versorgte, sondern der ursprüngliche Marco Polo war ein Entdecker, dem einiges zugeschrieben wird. Er trieb es wild und bunt und vor allem Handel. Er häufte Wissen und Materialien an.
Aber heute halte ich euch keinen Vortrag über Handelsbeziehungen in grauer Vorzeit, sondern ich möchte euch mit der Nase auf einen kleinen Laden ( schöne Homepage!) stoßen, der auch schon sehr lange in Stuttgart angesiedelt ist und der uns das beschert, was der Orient an Überraschungen für uns bereit hält, ohne dass wir die Kamele satteln müssen und mit einer Karawane gen Osten ziehen.
Vor allem Handwerk aus Indien wird hier feilgeboten, in einem farbenfrohen Geschäft, in dem man sich gerne etwas länger aufhält, staunend zwischen bestickten Kissen, handbemalten Tassen, hochwertigen Porzellan, entzückenden Tabletts, indonesischen Sitzkissen, Tuniken, Schmuck, Stoffen, Puppen, Lampen - *hach*.

die Tüten sind aus indischen Zeitungen gemacht
Recycling einmal anders

Habe ich mich gerade als Fan geoutet? Sieht so aus.
Eigentlich wollte ich gar nichts kaufen (Ehrenwort!), aber die Tassen im Schaufenster lachten mich schon seit Wochen an. Immer wenn ich an den großen Fenstern vorbei lief lächelten mich Farben und Muster an und ich hörte leise, piepsige Stimmen, die mich anflehten: *Nimm mich, nimm mich, nimm mich mit.*


Ich hatte keinen Mast wie Odysseus, um mich daran zu binden und so den Sirenengesängen zu entgehen, und auch die Stöpsel meines mp3-players waren keine große Hilfe. Als folgte ich eines Tages dem Ruf der Verlockung und betrat den Laden.
(Ganz großer Fehler!) (Nein! Ganz toll!)
Ich hatte keine Chance. Ich war die Maus vor der Katze, der Hase vor der Schlange, ich war hin und weg.
Und die Tassen mein. Aber ganz so kampflos ergab ich mich nicht. Fast wäre ich noch entflohen, ohne Beute, wenn: Ja wenn mir nicht die nette Verkäuferin einen Sonderpreis gemacht hätte. Weil die eine Tasse die letzte sei, würde ich beide für so und so viel bekommen, statt so und so viel. Es waren satte 10% Nachlass, wie kann ich da nein sagen. Und die Verkäuferin war so nett.
Was soll ich sagen: ich tastete mich mit Blicken durch das Geschäft, schnupperte und bewunderte. Meine Augen müssen geglänzt haben wie polierte Murmeln, und ab und zu entrang sich meiner Brust ein Stoßseufzer.


(Ich brauche einen Sugardaddy!)
Die Tassen sind mein und ich glücklich. Die Seidenstraße ist nicht weit von der Stelle wo in Stuttgart schon wieder ein Einkaufs- und Konsumtempel hochgezogen wird: Das Gerber. Ich werde weiter in die Seidenstraße gehen, denn solche Läden gibt es nicht mehr so viel. Leider.



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