Dienstag, 4. Februar 2014

Entschlacken, entgiften ... eben fasten

Fasten hat eine Tradition, in vielen Religionen. Bei uns ist vor allem das Fasten vor Ostern bekannt. Bis zum Aschermittwoch wird geschlemmt, gesoffen, geschwooft, geraucht bis...ja bis die Schwarte kracht. Dann ist man enthaltsam, um Ostern dann wieder zuzuschlagen.
Ich möchte nicht auf die religiösen Hintergründe des Fastens eingehen, aber sehr wohl auf das Frühlingsfasten.
Für mich ist es eine Reinigung des Körper und des Geistes, auch wenn es viele Stimmen gegen das Fasten gibt. Ich selbst hatte Biochemie und Ernährungslehre, deshalb sind mir die negativen Nebenwirkungen des Fastens bekannt und ich sehe sie nicht unkritisch. Aber ich fühle mich gut, wenn ich es mache, meine Haut reinigt sich von innen heraus und auch wenn es die sogenannten *Körperschlacken* nicht geben sollte - ich fühle mich während des Fastens einfach gut.

Nein, ich werde euch hier keine Anleitung für das Fasten geben, ihr solltet es unbedingt mit eurem Arzt absprechen, wenn ihr es vorhaben solltet, aber ich kann euch einige - vielleicht hilfreiche - Tipps geben.

Zeitpunkt: legt ihn für euch selbst fest, auch wie lange ihr fasten wollt. Wichtig: nicht unbedingt über Feiertage oder wenn viele Geburtstage anstehen. Führt unnötig in Versuchung.

Wie: es gibt verschiedene Formen des Fastens. Ob man nun das Hardcore-Fasten - also Reduktion auf Wasser und Luft - oder Saft-/Brühefasten macht, wichtig sind einige Punkte:
  • Vorbereitung, der sogenannte sanfte Einstieg
  • Darmreinigung (Glaubersalz und/oder Einlauf, beides absolut BÄÄÄÄH)
  • Bei bekannten Mangelerscheinungen Substitution der entssprechenden Minerale und Vitamine
  • Verzicht auf Genussgifte wie Alkohol und Nikotin, aber auch Koffein 
  • mindestens 3 Liter Flüssigkeitszufuhr
  • Ausreichend Schlaf
  • Spaziergänge 
Spätestens hier steigen schon die meisten aus. Der Verzicht auf Kaffee trifft mich wirklich hart.
Ich faste aber nicht auf die wirkliche harte Art: also ich substituiere Eisen und die Vitamin B Gruppe, trinke Gemüsebrühe und Gemüsesaft, der Einstieg erfolgt mit sogenannten Eiweißpulver auf Pflanzenbasis.

Solltet ihr Kopfschmerzen bekommen: trinkt mehr und auch einmal Gemüsesaft oder ungesüßten Fruchtsaftschorle. Euer Hirn braucht Kohlenhydrate und die holt es sich nicht unbedingt aus den Fettdepots - die Umwandlung dauert einfach zu lange - , sondern eher aus dem Muskelbereich.
Die sogenannten *Schlacken* - ich halte sie für eine Mär. Aber: Unsere Fettzellen sind praktisch die Giftendlager unseres Körpers. Reduzieren wir die Kalorienzufuhr *brechen* diese Fettzellen auf und geben die angesammelten Gifte wieder frei. Also: viel trinken, damit der Müll ausgespült wird.
In dieser Phase steigen auch die Blutfettwerte an nicht kirre machen lassen - die gehen auch wieder runter.

Wer das Fasten als reine Gewichtsreduktion anwenden möchte wird zwar zuerst schnell Erfolg haben (die ersten 3kg sind eingelagertes Wasser) danach wird es zäh. Denn der Körper signalisiert dem Gehirn:
WIR SIND AM VERHUNGERN!
Das Gehirn reagiert folgendermaßen:
  • Drosselung des Stoffwechsels auf das Minimum
  • Erhöhung der Ausnutzung der zugeführten Kalorien
  • Zuckerauslösung aus den Muskeln
  • Abbau von Fett UND Muskelgewebe (fatal für den Grundumsatz)
  • Freisetzung körpereigene *Opiate* die sogenannte Endorphine (alter Trick aus der grauen Vorzeit: fit bleiben, um zu überleben) 
Man ist während des Fastens also praktisch *voll drauf* und das ganz legal. Aber die Wiederzunahme an Gewicht ist praktisch vorprogrammiert. Wenn ihr nur abnehmen wollt, dann fastet nicht: stellt eure Ernährung um, bewegt euch, das bringt längerfristig viel mehr.

Fasten ist aber mehr. Durch die Endorphin- Ausschüttung eignet es sich auch um neu durchzustarten.
Lust bekommen, oder abgeschreckt?

 

1 Kommentar:

  1. Naja ... das mit dem Kaffee sehe ich nicht soo eng. Aber mein Kreislauf. Und auf Alkohol kann ich besser verzichten, als auf Zigaretten.
    Wie lange wirst du fasten?
    LG Sabienes

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