Donnerstag, 27. März 2014

Die böse Bohne

Blaue Bohnen sind nicht verdaulich und schaden der Gesundheit. Jelly Beans sind süß, bunt und schaden der Gesundheit.
Es gibt ganz unterschiedliche Bohnen:
Wachtel-, Kidney-, Chilibohnen, Prinzess- und Flachbohnen, grüne, weiße, rote, gefleckte Bohnen. Es gibt sie in Dosen, frisch oder getrocknet, als fertige Eintöpfe, mit Suppengrün.
Es gibt auch die Kaffee- und die Kakaobohne. Aber die nennen sich nur so. Das sind Betrüger. Auch wenn sie gut schmecken, als Heißgetränk oder in Tafelform.
Jedes Böhnchen gibt ein Tönchen. Wenn viele Menschen gemeinsam Bohnen essen, dann könnte man also faktisch ein Kammerkonzert geben. Mit Duft.
Schon die Cowboys sorgen für frischen Wind in den Prärien Amerikas - denn sie aßen gebackene Bohnen bis zum Erbrechen. Kein Wunder, dass sie nach blutigen Steaks gierten - bei der nahrhaften und ballaststoffreichen Einheitskost.
Ich liebe gebackene Bohnen mit Kartöffelchen und Salat.
Also. Warum ist die Bohne böse? Und welche Bohne ist es?
Wer vegetarisch oder/und vegan lebt den suchen jetzt schon die ersten Vorahnungen heim.



Stellt euch folgende Situation vor:
Ihr sitzt in einer großen Kantine und alle am Tisch essen Fleisch, außer ihr. Nach ein paar Tagen fällt es auf, dass ihr viel Salat futtert und auch die vegetarischen Gerichte meidet. Der erste wird neugierig und fragt nach.
Ihr outet euch mit den Worten: *Ich versuche vegan zu leben*.
Die Hölle bricht los:
*Wegen dir werden die Regenwälder abgeholzt!*
*Bäh, dann frisst du diesen genmanipulierten Scheiß?*
*Tofu schmeckt nicht!*
*Der Sojaanbau zerstört Ökosysteme!*
Und noch andere Sachen werden euch an den Kopf geworfen und am Anfang wisst ihr nicht, was ihr sagen sollt. Die ganze Zeit habt ihr nicht einmal ein Sojaprodukt gegessen, denn die Kantine bietet das gar nicht an.
Und wenn ihr euch noch nicht mit der bösen, bösen bösen Sojabohne auseinander gesetzt habt: Jetzt fangt ihr damit an.

Ich kann es ehrlich auch nicht mehr hören. Die böse Bohne. Denn 80% der Weltproduktion an Soja geht als Tierfutter direkt ins Fleisch. Aha. Von wegen die bösen Vegetarier....
Ja, der Sojaanbau, vor allem auf dem amerikanischen Kontinent, ist in Monokulturen angelegt, der Pestizideinsatz ist astronomisch, die Kleinbauern werden enteignet und in die Armut getrieben, es wird Regenwald abgeholzt - um neue Anbauflächen für Sojafelder und Weideland zu schaffen.
Bin ich jetzt schuld?
Ich wasche meine Hände NICHT in Unschuld, möchte aber betonen:
  • Biosojaprodukte sind nicht genverändert
  • Es wird in Europa Soja für Biosojaprodukte angebaut
  • Vegetarier und Veganer essen nicht nur Tofu
  • Hafer- und Reisdrinks ersetzen wunderbar Sojamilch


Vorsicht bei Sojaprodukte aus den Asialäden: hier gibt es keine Garantie!
An der bösen Bohne sieht man sehr schön: nicht das Produkt an für sich ist schlecht, aber die Massenproduktion.
In diesem Sinne:
Pffffffffffffffffft
P.S. guckt eich mal diesen Video an: ARD zum Thema Fleisch



Kommentare:

  1. Massenproduktion ist immer böse, egal ob Bohnen oder Kotelett.
    Ich dachte ja immer, dass die Bohnen böse sind, weil etwaige Winde produzieren lassen ;-)
    LG
    Sabienes

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    1. kicher, meiner Kater pupsen ganz ohne Bohnen, aber man überlebt es kaum ^^
      LG Marianne

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