Dienstag, 25. März 2014

Internat! Hanni und Nanni lassen grüßen ......

Vor allem die Mädchen in meinem Bekanntenkreis erinnern sich an de Internatgeschichten der englischen Schriftstellerin Enid Blyton. Die lustigen und manchmal traurigen Geschichten über die Zwillinge Hanni und Nanni brachten zahllose Mädchen zum Träumen. Internat! Als Kind wollte ich unbedingt ins Internat. Das lag bestimmt nicht nur an den lebendigen Erzählungen der Schriftstellerin, wohl eher an meinem damaligen Umfeld, aber das Internat blieb mir erspart verwehrt.
Nun, man sollte vorsichtig sein, was man sich wünscht. Manchmal sind Wünsche schon fast vergessen, bzw schon längst begraben und dann kehren sie als Untote zurück.
So auch bei mir. Ich hätte nie gedacht, dass ich noch einmal die Schulbank drücken würde - und ich spreche hier nicht über ein paar Kurse, sondern über eine komplette Ausbildung. Als etwas in die Jahre gekommenes Mädchen denke ich eher an Urlaube und ans Ausruhen. Okay, ausgeruht habe ich mich die letzten Monate genug, wenn man das Erholen von einigen OP's so nennen kann. Als mir dann gesagt wurde, ich solle einmal darüber nachdenken, ob ich mit dem Rücken und dem Bein weiterhin als Dekorateurin arbeiten könne, schrillten alle Alarmglocken. Und was hat das jetzt mit Hanni und Nanni zu tun?
Ich werde ab Juli wieder die Schulbank drücken und das in einem Internat, zwar nicht auf dem Lindenhof und auch als Auszubildende, aber in einer überbetrieblichen Einrichtung und der Stoff von drei Jahren wird uns in zwei Jahren eingetrichtert.
Das hätte ich mir nie träumen lassen. Vor allem weil mir während der Reha letztes Jahr gesagt wurde, ich sei etwas *zu alt*, was mich empörte und mir auch Angst machte. Was sollte ich tun? In meinen alten Job konnte, sollte ich nicht zurück - und mein Rücken erinnert mich auch ständig daran, dass dies die bessere Entscheidung ist - und zu alt, um nochmal neu anzufangen?
Pustekuchen. Eine Sozialarbeiterin der Rehaklinik vermittelte ein Gespräch mit einer Sachbearbeiterin der Rentenversicherung, die dann schon einmal die Unterlagen auf den Weg brachte. Das nennt sich *Antrag auf Wiederteilhabe am Arbeitsleben*. Ich beruhigte mich ein wenig. Erlebte ich doch in der Reha, dass viele Anträge abgelehnt wurden.
Relativ schnell bekam ich Antwort und ein Beratungsgespräch in Stuttgart, und auch hier wurde ich positiv überrascht. Da saß mir ein aufgeschlossener Berater gegenüber mit dem man reden konnte. Aber: alles was mir Spaß machen würde würde der medizinischen Indikation nicht standhalten.
Und jetzt? Ich musste durfte schon mal verreisen:
Vierzehn Tage Schwarzwald zur Berufsfindung. Ich hatte keine Ahnung was mich erwartete. Als ich dann vor Ort war schrieb ich zwei Wochen jeden Tag Tests, es gab Gruppenarbeiten, wir wurden ständig von Sozialarbeitern und Psychologen beobachtet. So ähnlich laufen auch die Assessment-Center-Trainings. Jede angehende Führungskraft muss heute solche Tests durchlaufen. Als Ergebnis kam heraus, dass ich
a) voll integrierbar
b) flexibel einsetzbar
c) ziemlich intelligent bin.
Das freute mich natürlich. Und ich bekam, nach einem weiteren Gespräch mit meinem Rentenberater, die Zusage für eine komplette Ausbildung und die Kostenübernahme für diesen Zeitraum. Da diese Ausbildung allerdings nur im Schwarzwald angeboten wird heißt es eben:
Ab ins Internat!
Ehrlich? Ich freue mich darauf - und bin schon ganz hippelig .....


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