Donnerstag, 6. März 2014

Protestpinkler (Katzenjammer)



Die größten Kerle sind meistens auch die größten Weicheier. Oder anders ausgedrückt: Die größten Sensibelchen. Nun, wir Menschen können uns verbal wehren. Oder wir versammeln uns, halten Schilder hoch und trillern. Das nennen wir dann Demonstration. Pro oder Contra ist dann Ansichtssache.
Aber wie protestieren unsere tierischen Mitbewohner?
Als ich meine beiden Fellnasen bekam, wusste ich, dass der eine ein sogenannter *unsauberer* Kater war und es dauerte fast ein ganzes Jahr bis er von dieser Unsitte abließ, jeder Wäschehaufen wurde bepinkelt -und auch ich hatte dazu gelernt: Keine Klamotten oder Handtücher mehr auf dem Boden liegen lassen und sehr dankbar dafür sein, dass ich eine Ledercouch habe (die habe ich schon seit Jahren und angeschafft wurde sie bevor ich zu einem Veganer mutierte). Nicht schreien, wenn er es mal wieder getan hatte. Die betroffenen Stellen *parfümierte* ich mit Orangenöl - das mögen Katzen nicht.
Dann war Ruhe. Grey - der große, stattliche, majestätische Grey - war angekommen, hatte seine Unsicherheit überwunden und pinkelte nur noch in der Katzentoilette.
Bis... ja bis ich anfangen musste die Wohnung umzuräumen. Ich übersah die ersten Warnzeichen seiner beginnenden Unruhe und Unwohlseins. Mir fiel zwar auf, dass er unglaublich anhänglich wurde (er schläft seit einiger Zeit in meiner Armbeuge, dicht an mich gepresst) und ständig mauzend durch die Wohnung lief. Er hat Angst.
Als er dann auf ein Handtuch pinkelte, dachte ich nur: Oh, denk dran, nix auf dem Boden liegen lassen.
Gestern Abend dann, ich saß nichts ahnend im Wohnzimmer, hörte ich ein Plätschern.
?
Nun, ich folgte sofort dem Geräusch und da saß Grey im Flur, im Papierkorb und ließ es laufen. Statt zu schreien musste ich laut loslachen, was ihn so erschreckte, dass er unter das Bett flüchtete. Ich wischte die Sauerei auf, und hatte dann alle Mühe ihn unter dem Bett hervor zu holen und ihn zu beruhigen. Heute morgen passierte es dann im Bad. Der Blick des Katers war herzerweichend. Er wusste genau, dass er etwas getan hatte was er nicht sollte und guckte kläglich aus der Wäsche dem Fell. Statt zu schimpfen schnappte ich ihn mir und knuddelte ihn durch.
Jetzt liegt er neben mir, entspannt und unschuldig wie ein kleines Welpen. Die Krise ist noch nicht überstanden, aber das wird wieder. Mit Geduld.

=^.^= 

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