Sonntag, 9. März 2014

Sonntagsgedanken - New Kid in Town (9/2014)

Bin ich wirklich in der richtigen  Woche? Muss mal auf dem Kalender nachsehen. Auf alle Fälle ist es März, die Sonne scheint (Yeah!), die Pollen fliegen (kein Yeah!) und die Nase läuft, die Augen erinnern stark an ein weißes Angorakaninchen. Frühling eben. Aufbruchstimmung.
Die herrscht auch in meinem Umfeld. Seit einigen Monaten bin ich bei den Stadtisten dabei, sogar Gründungsmitglied (yeah!) und da wir nicht nur als Bürgerplattform agieren möchten, sondern auch politisch tätig werden wollen, sind wir gerade etwas im Stress - die Kommunalwahlen stehen vor der Tür und wir haben alle Hände voll zu tun.
Natürlich stoßen wir, als Verein, und auch als Einzelpersonen, in manchen Bereichen an unsere Grenzen. Sowohl was das Wissen, das Können und das Menschliche angeht.
Ich sehe das eher gelassen, denn wir sind jung, als eingetragener Verein gerade mal 6 Monate alt. Und wir machen Fehler. Normal!, sagen die einen. Steinigt sie!, schreien ein paar andere. Das muss man aushalten, wenn man sich in das Licht der Öffentlichkeit begibt. Keiner hat gesagt es würde ein Zuckerschlecken. Aber Spaß macht es allemal.
Natürlich könnte ich jetzt schreiben für was die Stadtisten stehen, aber dazu möchte ich euch auf die Homepage verweisen. Allerdings werdet ihr dort *nur* Themenpapiere und viel Haltung vorfinden.
Meine Ma hätte gesagt: *Ä bisserl wenich, findeschd du ned?* Ja, Mama, da gebe ich dir recht, aber es ist so schwer Forderungen zu formulieren, wenn man anders tickt. Und ich sehe sie grinsen und sagen. *Du warschd scho imma andersch*. Und das sind meine Mitstreiter auch.
Klar, die meisten von uns sind für mehr Integration, Inklusion, Mobilität und und und. Und das macht sich auch so gut auf Wahlplakaten:
Freie Fahrt für frei Bürger!
Weniger Steuern für ALLE!
Usw usf.....
Aber wenn man seine Wünsche und Forderungen auf Schlagworte reduziert wird es schwammig. Wie sagte der aktuelle MP BWs, der Kretsche? *Es geht nicht um Wahrheiten bei Wahlen, es geht um Mehrheiten!*
Und genau das verneine ich.
Aber, wenn Maximalforderungen auf einander treffen gibt es selten einen Konsens, aber meistens einen faulen Kompromiss. Siehe Genmais. Die SPD ist gegen Gentechnisch verändertes Getreide, stimmt aber mit ja, weil der Koalitionsvertrag das fordert.
Und genau das ist einer der, vielen, Gründe, warum ich mich bis jetzt Parteien und Wählervereinigungen verweigert habe. Und dann treffe ich Menschen die ticken wie ich, die auch sagen: demonstrieren und Schilder hoch halten reicht uns aber nicht mehr. Wir wollen nicht erst danach unseren Senf dazu abgeben können, dürfen, sollen, wollen. Machen kann man auch ohne im Rathaus zu sitzen. Aber mitreden wird schwierig.
Natürlich gibt es auch andere Vereinigungen, in Stuttgart die SÖS, deren Arbeit ich sehr schätze.
Warum ich da mich nicht einbringe? Es gibt eben nicht genug Überschneidungen, um mich bei ihnen einzubringen. Wobei ich bei der Gemeinderatswahl dem einen oder anderen schon ein paar Stimmen geben werde.

Kritiker haben wir genug - was prinzipiell super ist! Und es gibt auch Basher. Damit kann ich, können wir leben. Der Unterschied zwischen Kritik und Bashing möchte ich anhand folgenden Gesprächs verdeutlichen:

*Ihr seid Wischiwaschi!*
*Dann komme doch mal zu einer Arbeitsgruppe vorbei und sieh es dir an.*
*Verschwendete Zeit, ich weiß ja wie das läuft!*

Der gute Mann kann also hellsehen, bzw nicht. Urteilen, verurteilen ohne wirkliches Wissen. Das kennt man. Schade, kann ich da nur sagen. Und wie gesagt: wir lernen. Wir sind neu am Markt. Manchmal wissen wir einfach nicht wie wir unsere Ideen an den Mann und die Frau bringen sollen, also uns vermarkten.
Wir suchen. Gleichgesinnte, die mit uns unsere Stadt, das Miteinander in dieser Stadt gestalten.
Kritiker, die uns auch mal, konstruktiv, die Meinung sagen. Solche Menschen sind schon bei uns (einer meiner Liebsten ist überzeugter SPDler, der uns regelmäßig den Kopf wäscht, aber das macht er gut!) und es dürfen gerne noch mehr werden.

Im Moment sammeln wir Unterschriften, wir brauchen 250, um zur Wahl zugelassen zu werden. Mehr als die Hälfte haben wir schon. (Yeah!)




















Kommentare:

  1. Antworten
    1. tja, als *Sekte* braucht man einen Schlachtruf :). Quasch, das Yeah ist meine Wortschwurbelei entsprungen ----

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