Montag, 17. März 2014

Sonntagsgedanken - Verspätung 10/2014

Normalerweise schaffe ich es immer - wenn auch manchmal mit Verspätung - die Sonntagsgedanken online zu stellen. Normalerweise. Gestern nicht. Und das Helle Licht des Monitors tut jetzt schon meinen Augen weh, wenn ich huste, droht mir mein Kopf zu zerplatzen und gestern Nacht schwitzte ich drei Pyjamas durch und bekam Schüttelfrost, wenn ich zur Toilette musste.
Mich hat es erwischt. Infiziert! Irgendwo toben die kleinen Wesen jetzt in meinem Körper und liefern sich ein Scharmützel nach dem anderen mit meinen weißen Blutkörperchen....
Aber Scharmützel werden nicht nur in meinem Körper geschlagen. Ich lerne gerade, dass es Menschen gibt, die einen partout nicht verstehen wollen, und die Worte so (miß)interpretieren, dass mir fast die Augen aus den Kopf fallen. (Was nicht weiter schlimm wäre, heute, den der Druck hinter ihnen ist fast unerträglich).
Um was es geht?
Um meine letzten Sonntagsgedanken. Um einen Satz. Um folgenden:
*Und dann treffe ich Menschen die ticken wie ich, die auch sagen: demonstrieren und Schilder hoch halten reicht uns aber nicht mehr. Wir wollen nicht erst danach unseren Senf dazu abgeben können, dürfen, sollen, wollen* 
Mit dieser Aussage würde ich den Widerstand (ich nenne es Protest) gegen S21 schmähen und abwerten. Witzig wie man so etwas dermaßen falsch auslegen kann. Ich war lange aktiv, habe mich aber nie nur auf die Demonstrationen beschränkt, wobei ich diese als sehr wichtig empfand. Da waren das Pavillon der Künstlergruppe Soup, die ich unterstützte und noch andere Aktionsgruppen.
Und ich weiß von vielen, die entweder zusätzlich zu den Demonstrationen aktiv geworden sind oder dem Protest ganz den Rücken gekehrt haben.
Wieso sollte ich jetzt den Protest abwerten?
Demonstrationen sind für mich ein legitimes Mittel der Demokratie.
Freie Meinungsäußerung auch.
Woher ich das erfuhr ist doppelt amüsant. Über Facebook. Ein Freund und Mit-Stadtist hatte meinen Artikel geteilt und fing an Kommentare zu schreiben. Aber mit wem diskutierte er da so heftig? Ich konnte nur ihn lesen und da war es mir klar: mit jemanden der mich auf FB blockiert hat. (Blocken bedeutet das man nichts mehr gegenseitig lesen kann). (Und ich befinde mich in guter Gesellschaft, die Person die mich geblockt hat, hat den halben Protest geblockt.)
Ich amüsierte mich. Wie nett und einfach es ist jemanden in der Öffentlichkeit einer Pinnwand zu kritisieren und der kritisierten Person nicht einmal die Chance zu geben Stellung zu beziehen. Das haben dann andere für mich übernommen. Ich habe ja auch die Kommentarfunktion unter den Artikeln. Die man gerne nutzen kann. Also um direkt mit mir zu kommunizieren.
Seufz.
Ist aber nicht gewollt. Auch gut.
Denn für die (falsche) Interpretation dieser Worte kann ich nichts und ich muss und werde diese Aussage auch nicht (länger) verteidigen. Eine vorgefasste Meinung ist schwerer zu ändern als einen Atomkern zu spalten, so oder so ähnlich sagte es schon Albert Einstein.
Und ich kann nichts für die Auslegung meiner Worte, auch nicht für ihre Fehlinterpretation. Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass manche Menschen es gerne falsch verstehen. Nun, wenn sie es brauchen.
Dann viel Spaß dabei.
Euch allen (auch den Blockern) einen schönen Wochenanfang.



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