Dienstag, 18. März 2014

Tiger Tiger



Raubkatzen. Wer mag sie nicht? Wer bewundert sie nicht? Diese Kraft, Eleganz, Wildheit.
Aber im Wohnzimmer möchte man sie dann doch nicht haben. Zu schnell wäre man das Abendessen, oder je nach Tageszeit auch Frühstück oder Mittagessen.
Aber für was gibt es denn die kleinere Ausgabe, auch Felidae Stuben Tigris, allgemein als Hauskatze, Mäusezahntiger, Plagegeister oder Haustyrannen bekannt.
Diese kleinen - manche auch nicht so kleinen, wenn man sich einmal eine Main Coone betrachtet - Mitbewohner gibt es auch wild und freilaufend.
In Wald, Felde und Wiese, Hinterhöfen, Großstädten und Dörfern.
Sie sind ja auch so süß, wenn sie Kitten (Welpen) sind. Aber Welpen werden einmal groß und dann haben die Großen Spaß und haben wieder Welpen - ihr ahnt es schon: aus Spaß wird ganz schnell Ernst.
Es ist bald wieder soweit: der Frühling bricht sich mit aller Gewalt Bahn und eine neue Schwemme Katzenbabies flutet das Land. Und irgendwann sind sie dann nicht mehr klein und süß, sondern groß und hungrig und paarungsbereit.
Ich kann es immer noch nicht verstehen, dass es Halter von Freigängern gibt, die ihre Kater nicht kastrieren lassen, mit der Begründung: die wollen auch ihren Spaß haben. Zu groß ist das Leid der ausgesetzten, nie gefundenen Kätzchen. Wenn sie Glück haben landen sie im Tierheim.
Wobei Jungkatzen noch die besten Vermittlungschancen haben.
Schwerer wird es mit zunehmenden Alter.
Meine beiden Mäusezahntiger habe ich im besten Mannesalter von vier Jahren bekommen und ich bin froh, dass ich ihre Flegeljahre nicht miterleben musste. Sie sind  auch so noch flegelhaft und verspielt genug, anhänglich, verfressen und frech wie Otto, verschmust bis über beide Ohren.
Vor allem Soleil verfolgt mich auf Schritt und Tritt.


Trennen darf man die beiden auf keinen Fall, sie  sind wie Yin und Yang, versucht man es hat man das doppelte, jammernde Elend. Woher ich das weiß? Nun, wenn ich mit einem der beiden in den Hinterhof gehe, plärrt sich der andere die Seele aus dem Leib und stirbt fast an Atemnot.
Wie selbstsüchtig manche Halter auch sein mögen, oder unwissend, unbelehrbar, es gibt Menschen die das alles ausbaden und auch noch freiwillig, weltweit.
Sie können nicht alle retten, aber sie tun ihr bestes.
In Stuttgart sind das unter anderem die Katzenhilfe e.V. und natürlich das Tierheim in Botnang.
Meine beiden Zuckerschnecken habe ich auch mehr oder weniger über die Katzenhilfe. Und um nichts in der Welt möchte ich sie missen.
Das Problem ist nicht groß geredet. Zusätzlich gibt es Halter die ihre Tier aus finanziellen Gründen abgeben müssen - was für beide Seiten absolut tragisch ist -, alters- und krankheitsbedingt.
Während meiner  ganzen Krankenhausaufenthalte und Rehas sprangen bei mir Freunde ein. Meine beiden sind sicher. Aber nicht jeder hat so viele Helfer.
Wenn ihr selbst keine Katzen halten wollt, könnt oder dürft - die Katzenhilfe freut sich auch über Patenschaft oder über eine kleine Finanzspritze für Kastrationsaktionen.

Kommentare:

  1. Diese Meinung: "Die sollen doch ihren Spaß haben" wird ja besonders von der Sorte Mann (manchmal auch Frau) wiedergegeben, die zu "ihrem" Spaß gar nicht so richtig fähig sind.
    So eine Haltung ist heutzutage unverantwortlich und hat mit Tierliebe gar nichts mehr zu tun.

    Ich habe heute eine Bekannte besucht, bei der hängt ein Schild vor der Tür: "Vorsicht Nutzkatze!"
    Fand ich lustig.
    ;-)
    LG
    Sabienes

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    1. Du sprichst mir aus der Seele Sabienes :) Lieben Gruß Marianne

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