Freitag, 4. April 2014

Der ewige Krieg

Zwar sieht sich der Mensch als der Gipfle die Krönung der Schöpfung, aber seine Regentschaft war schon immer bedroht. Wenn er nicht gerade dabei ist sich selbst in irgendeinem sinnlosen Gefecht sich gegenseitig umzubringen, so versucht er es tagtäglich im Straßenverkehr und auf sonst sehr vielfältige Art und Weise. Man könnte fast meinen die Menschheit sei mit dem Lemmingen verwandt, sie sich ja anscheinend alle paar Jahre in einer Massenhysterie die Klippen hinunterstürzen. Ansonsten sind das kleine possierliche Tierchen. Die Lemminge, nicht der Mensch.
Einzelne Menschen suchen die Konfrontation mit dem eigenen Ende auf andere drastische Weise:
Autorennen, Hochgebirgsklettern, Tiefseetauchen.
Dabei könnte uns jeden Tag der Himmel auf den Kopf fallen.
Aber das alles rottet uns nicht (unbedingt) aus. Auch unsere Art und Weise wie wir mit unserem Heimatplaneten umgehen wird uns vielleicht nicht den Garaus machen.
Es wird eher etwas anderes passieren.
Auch wenn die deutsche Hausfrau sich hektoliterweise mit Desinfektionsmittel eindeckt und jeder Staubflocke hinterher jagt (dieses Verhaten ist mir absolut fremd), so sind wir einer Gefahr ziemlich hilflos ausgeliefert. Und obwohl wir das wissen, gehen wir mit diesem Wissen sehr sorglos um:
Viren und Bakterien.
Die Pandemie 1918 hat mehr Tote gefordert als viele Kriege zusammen. Ein kleiner Virus lehrte die Menschheit das Fürchten. Im Mittelalter raffte die Pest halb Europa hinweg.
Das gemeine an Viren: sie mutieren, sie verändern sich ständig - kaum hat man ein Mittel, schon wirkt es nicht mehr. Siehe den gemeinen Schnupfen - man kann machen was man will, der dauert seine Woche, ob mit oder ohne Medikament.
Anders bei den Bakterien. Ihnen konnte man mit Antibiotika etwas entgegen halten - bis, ja bis der als zu sorglose Umgang damit die ersten *Stämme* resistent machten. Erst gegen ein Antibiotika, dann gegen mehrere. Multiresistent nennt man es. Und es könnte sich zu einer weiteren Katastrophe ausweiten. In Krankenhäusern sind die Keime gefürchtet -obwohl...
Obwohl es so einfach wäre: Heißes Putzwasser und konsequentes sauberhalten und desinfizieren. Aber hier menschelt es zu oft - was heißen soll, der Putztrieb wird vernachlässigt. Auch wenn Studien zeigen, dass gut geführte Krankenhäuser diese Probleme in Griff bekommen können.

Anstatt mit Antibiotika und Antivirenmittel auf die kleinen Übeltäter los zugehen haben findige Forscher etwas anderes entdeckt. Wir leben mit Bakterien. In unserem Darm spalten sie uns die Nahrung auf. Sie siedeln auf allen Schleimhäuten. Sie gehören zu unserem Immunsystem wie die weißen Killerzellen in uns. Sie sind die erste Barriere gegen feindliche Übernahmen. Wenn sie schwach sind klappt es nicht mit der Verteidigung. Dann brauchen sie Unterstützung. Nehmen wir Antibiotika, dann bekommen unsere eigenen Bakterien auch ein über den Detz gezogen. Friendly fire praktisch, statt sie zu unterstützen metzeln wir sie nieder.
Muss aber nicht. Es gibt jetzt Bakterien zu kaufen. Klingt lustig, ist aber so. Allerdings bekommt man sie nur auf Rezept. Man gurgelt mit der Lösung eine Minute oder sprüht sie sich in die Nase. Was dann passiert ist folgendes: Sie siedeln sich an und machen den Krankheitserregern den Platz streitig. Also praktisch eine feindliche Übernahme der feindlichen Übernahme. Oder Verstärkungstruppen. Wie man es auch nennen möchte - es funktioniert.
Eine gute Option wie ich finde. Ich mache das nämlich gerade. Und es funktioniert anscheinend ganz gut. (Aber das Zeug schmeckt so was von bääääh.)
Aber gute Medizin schmeckt bitter, sagte meine Oma immer.

Kommentare:

  1. Klingt nach einem homöopathischen Konsitutionsmittel, was du da gerade praktizierst!
    Lieber höre ich mit der Putzerei auf oder fang den Schmarrn gar nicht erst an.
    War nur ein Scherz ;-)
    LG
    Sabienes

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    1. Hahahha, das Mittelchen hilft - und putzen? Was ist das? :)
      LG Marianne

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