Samstag, 19. April 2014

Massenphänomene

Es ist Karsamstag, der Tag  ist grau, ich muss gleich los, Kabelbinder und Katzenfutter kaufen gehen. Eigentlich ist es ein Tag um im Bett zu bleiben. Und nach den gestrigen Diskussionen und Sichtungen auf FB würde ich das auch ganz gerne: Die Decke über den *Detz* ziehen und den ganzen Mist vergessen. Aber das geht nicht.

Der Reihe nach.

Der *sogenannte* Rechtsruck /Friedensdemos und Mahnwachen

Vorab: Nein, ich glaube nicht, dass jeder der zu den Mahnwachen geht automatisch rechts ist. Und vielleicht sollte man das Links-Rechts Schema hier nicht verwenden, einfach mal auf Abstand gehen und sich die Sache genauer ansehen.

Einige der Organisatoren der Friedensdemonstrationen sind auf jeden Fall nicht gerade zimperlich in der Wortwahl und ihren Aussagen. Unter anderen Ken Jebsen.
An dem Umgang mit den Kritikern (Feinden) erkennt man ganz gut, wessen Geistes Kind jemand ist. Geht man sachlich mit der Kritik um, oder stellt man sich sofort als Opfer dar und beleidigt die Gegenseite, versucht sie zu verniedlichen oder ins Lächerliche zu ziehen?
Habt mal diese Worte im Hinterkopf, wenn ihr dem K.J. zuhört und beobachtet die gefilmten Leute dabei.
K.J. über Jutta Dithfurt
Man muss Frau Dithfurt nicht gut finden, aber diese Art mit Kritikern umzugehen spricht Bände. Ich habe mir das Video mehrmals angesehen und jedesmal wurde es mir mulmiger.


Auch der Shitstorm, der sich auf den Seiten einiger Medien und einiger Kritiker von den Organisatoren der Montag-Demos,  austobte war nicht von schlechten Eltern. Es wimmelte von Spam-Kommentaren, Copy & Paste, und der selbe Kommentar tauchte in einem Kommentarstrang x-mal auf, und noch nicht einmal nur von einer  Person.
Es wimmelte auch hier von Beleidigungen, Diffamierungen der übelsten Art. Natürlich nicht von K.J. oder den anderen Organisatoren, sondern von deren Anhänger. Jetzt kann sich jeder etwas denken oder lassen.
Was teilweise auf Twitter geschrieben wird, von Jutta Ditfurths Kritikern reicht von den übelsten Beschimpfungen bis zur Holocaustverleugnung.
Kann man das den Organisatoren anlasten? Ja, denn sie schreiten nicht ein.
Den Menschen, die Friedensbewegt Montags zu den Demos und Mahnwachen strömen:
Ich glaube euch, das ihr für den Frieden seid, ich möchte euch nicht unterstellen antisemitisch und *rechts* zu sein. Ich möchte nur eins: seht euch an wer da zu euch spricht, hört den Klang der Worte und informiert euch etwas mehr über die, unter deren Schirm ihr euch scharrt.
Ich bin auch für den Frieden ect, aber ich werde mich hüten zusammen mit gewissen Menschen in einer Reihe zu stehen.
Der Feind meines Feindes ist nicht automatisch mein Freund.

Zum Schluss möchte ich euch noch einen Video *zeigen* und im Vorfeld Leander Sukov zitieren, der folgendes zu dem Video schrieb:

"Nur mit äußerstem Widerwillen poste ich diesen Link. Aber es ist nötig ihn zu posten.
Ich habe mich geirrt. Ich habe angenommen, andere als Ken Jebsen wären das eigentliche Problem der sogenannten Montagsdemonstrationen in Berlin und anderswo. Märholz, Elsässer, vielleicht. Ich habe leichtfertig und aufgrund mangelnder Informationen, also fehlender Einsicht, Jebsen für mich entschuldigt. Welch ein Fehler.
Was Ken Jebsen hier, insbesondere ab Minute 53:30, verbreitet ist ein tief sitzender Hass auf Juden. Wie er da sein intellektuelles Wasser auf den Opfern der Shoa abschlägt, ist nicht hinnehmbar. Ja, das ist, einen anderen Begriff habe ich dafür nicht, Antisemitismus. Verächtlich werden die Nachfahren, die Überlebenden selbst damit auch, zu Tätern gemacht und die Shoa, der millionenfache Mord an den Juden in Europa durch die deutschen Faschisten und ihre Helfershelfer als Knüppel genommen, um wiederum auf die Juden einzuprügeln. Widerwärtig und widerlich ist der Kreis der da von Jebsen gemalt wird. Ja, das ist Antisemitismus. Ja, Jebsen ist einer, der ihn verbreitet."


Das Video

Ich misstraue Menschen, die einfache Formeln bieten, Feindbilder zeichnen. Man kann natürlich jetzt behaupten: Du hast das doch auch mit deinem Artikel gemacht.
Hier entgegne ich:
Nein, ich habe euch nur Informationen geliefert und meine Meinung mitgeteilt. Ich habe nicht diffamiert, nicht beleidigt, nicht verniedlicht.


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