Dienstag, 8. April 2014

Raubtierdompteur und MitbewohnerIn gesucht

Während in den 70igern Wohngemeinschaften Hochkonjunktur hatten und dann auch fester Bestandteil vieler studentischer Aktivitäten wurden, erobert diese Wohnform in der Zwischenzeit alle Altersgruppen.
Gründe dafür gibt es unzählige. Der erste, und wahrsscheinlich gewichtigste, sind die, teilweise ins unermessliche, gestiegene Mieten in den Städten und den Einzuggsemeinden.
Im Stuttgarter Umland reicht die Nähe einer S-Bahn, um die Miete in die Höhe zu treiben. Das und dass immer mehr Menschen als Single leben, aber sich die Mieten für eine eigene wohnung nicht leisten können, oder eben nicht mit ihrem Partner zusammen ziehen möchten, fördert der Zuwachs an Wohngemeinschaften.

Weder ein finanzieller Notstand noch mein Singledasein haben mich genötigt mein zweites Zimmer auf dem Wohnnungsmarkt anzubieten, sondern der Umstand, dass ich ab Juli wieder die Schulbank drücken werde. Nur das diese Schulbamk im Schwarzwald steht und ich zwei Jahre von Montag bis Freitag im Internat leben werde. (Ich schrieb schon darüber: Hanni und Nani).


Alles kein Problem, wenn da nicht meine beiden bepelzten Mitbewohner wären. Wohin mit ihnen? Hergeben? Nein. Die zwei sind meine Babys, das haben sie nicht verdient und Grey ist auch schon ganz verstört, weil ich das eine Zimmer nach und nach leer räume.
Also was machen? Untervermieten! An eine/einen Katzenfreak wie mich.
Leichter gesagt wie getan, denn auch wenn wir uns nur an den Wochenenden sehen würden - es muss schon passen. Und ich musste auch meinen Vermieter noch herum bekommen. Zuerst wollte er nicht, da es eine Zweizimmerwohnung ist - zwar 75qm, aber nur die Küche als Gemeinschaftsraum?
Nun, nach etwas hin und her und einem herzerweichenden Bettelblick aus meinen blauen Augen, stimmte er zu.
Erste Hürde genommen.
Und nun? Ich setzte eine Suchanzeige in mehrere Facebook-Gruppen und auf meine Pinnwand bei FB. Und bekam viele, mehr oder weniger sympathische Zuschriften. Manchmal nur den Satz: *Hätte Interesse.*
Hm. Aber eine passende Mitbewohnerin, Katzennärrin wie ich, war trotzdem relativ schnell gefunden.

Was mich aber wirklich schockiert/e war und ist die Tatsache was in Stuttgart teilweise für ein WG-Zimmer verlangt wird. Bis zu 500€ für 13qm. Absurde Forderungen an Mieter: am Wochenende ist das Zimmer zu räumen. Zwar weiß ich, dass der Stuttgarter Wohnungsmarkt heiß umkämpft ist, aber das hatte ich nicht erwartet. Kein Wunder, dass mein Angebot: 300€ für 15qm incl Tele- und Internetflat und Nebenkosten, einschlug wie eine Bombe. Trotz der Katzen.
Die Mietpreise steigen seit Jahren, in manchen Vierteln (unter anderem in meinem geliebten Heusteigiertel) in astronomische Höhen. Ich nenne es unumwunden Wucher. Mir ist egal, was in anderen Städten die Wohnungen kosten, das ist auch Wucher. Warum die Politik nicht reagiert kann sich jeder selbst beantworten.







Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen